DER NEUE MUSLIMISCHE MANN + DIE FRAU UND DIE GESELLSCHAFT


Schockiert schaute ich Marie an. Meine französische Freundin meinte es ernst: „Ich will am liebsten in einer polygamen Ehe leben.“

In einer Rastafari-Gemeinschaft hatte sie sich in den verheirateten Leiter verliebt und er sich in sie. Seine Frau, die Wochen später dazukam und die Marie als „unheimlich stark und mütterlich“ bewunderte, bekam mit, was los war, und verbannte Marie.

Seitdem lebt sie mit diesem Traum: „Ein starker Denker mit seiner starken Erstfrau und ich. Er wird mein Mann, sie eine Schwester. Mit meinen Kindern werde ich manchmal mit ihnen leben, meist aber unabhängig durch die Welt ziehen.“

Die nächsten Tage versuchte ich, ihr diese Idee auszureden: „Wie willst du so ein Paar finden? Und wie soll das je harmonisch funktionieren?“

Eine Dokumentation hatte kurz vorher gezeigt, wie stark Erstfrauen in polygamen Ehen unter der Existenz der Zweitfrauen psychologisch leiden – unabhängig davon, wie etabliert diese Lebensweise in ihrer Kultur ist. „Auch im Islam“, erzählte ich, „darf man eine polygame Ehe nur dann eingehen, wenn der Mann unter anderem garantieren kann, dass er alle Frauen gleich behandeln werde. Und welcher Mensch kann das schon?“ Doch Marie blieb dabei.

Dann las ich kürzlich, dass erfolgreiche, studierte und karrierebewusste muslimische Frauen in England freiwillig polygame Ehen eingehen – weil es ihnen an muslimischen Männern fehle, die mit ihrem Erfolg mithalten oder umgehen könnten.

„Die Nachfrage nach polygamen Ehen geht vor allem von Frauen aus, nicht von Männern“, sagt Mizan Raja, Organisator von muslimischen Partnervermittlungsveranstaltungen in der ganzen Welt.

Überrascht las ich zu Hause in Oxford diese Nachricht. Ausgerechnet emanzipierte Musliminnen suchen sich diesen Lebensentwurf aus? Leider ist das gar nicht so überraschend, wie es klingt. Seit einigen Monaten führe ich zusammen mit einer Berliner Freundin nebenher eine private muslimische Single-Datenbank. Mission: Verkupplung. Allerdings: Auf 14 Frauen kommen durchschnittlich 3 Männer.

Nicht, dass es nicht genug muslimische Männer gäbe. Das Problem ist vielmehr die gewünschte Mischung aus Erfolg, Identität und Religiosität.

Eine Single-Freundin beschrieb mir ihre Lage: „Muslimische Männer gehen immer ins Extreme. Entweder spielen sie den superstrengen Heiligen oder schmeißen ihren Glauben beim Verlassen der Haustür in die Tonne. Entweder sind sie studiert, erfolgreich, aber dafür hyperassimiliert und wollen um keinen Preis als ausländisch oder gar muslimisch erkannt werden; oder sie lassen die Uni links liegen und lassen stattdessen überall den Muslim oder den Ausländer raushängen. Kann es denn so schwer sein, sich in der goldenen Mitte zu bewegen?“

Vielleicht nicht, aber es fehlt an Vorbildern. Jedenfalls an männlichen. Denn viele muslimische Frauen – mit und ohne Kopftuch – schaffen es, Erfolg, Religiosität, Tradition und das Leben in einem westlichen Wertesystem miteinander zu vereinbaren. Könnte ja auch ein Vorbild für Männer sein.

Taz, Tuch-Kolumne, 28.03.2012

EIN LANGER NACHTRAG:

DER NEUE MUSLIMISCHE MANN, DIE FRAU UND DIE GESELLSCHAFT

Tja, diese Frauen haben halt zu hohe Erwartungen und wollen schließlich Karriere statt Kinder – schrieb mir jemand sinngemäß.

Das ist ein hartnäckiges, zerstörerisches Gerücht. Viele dieser erfolgreichen Single-Frauen würden nur zu gerne eine Familie gründen. Eine solche karrierebewusste Freundin sagte gar, dass sie die Suche nach einem Mann ganz aufgeben und stattdessen ein Kind adoptieren oder zur Samenbank gehen wollen würde, um ihrem Kinderwunsch endlich nachzugehen. In dem Zusammenhang ist es unverantwortlich, dass manche trotzdem an dem Gerücht der vermeintlich Kinder-hassenden Karrierefrauen halten wollen.

Das ist mitunter auch der Grund, weshalb einige – wie in der Kolumne erwähnt – in England nun polygame Ehe-Gemeinschaften eingehen. Zudem liegt es an uns – der Gesellschaft – es möglich zu machen, Karriere und Familie harmonisch miteinander vereinbaren zu können (durch ausreichend Kindergartenplätze, Teilzeit-Arbeitsplätze etc). Arbeit muss die Frau (oder eigentlich auch: den Mann) nicht aus dem Haus verbannen, das Haus nicht aus der Arbeitswelt.

WO SIND DIE MÄNNER?

(Notiz: In den folgenden Beobachtungen beschränke ich mich auf praktizierende Muslime und konzentriere mich im Speziellen auf die Probleme von religiösen und erfolgreichen muslimischen Frauen. Die Wahl eines nicht-muslimischen Partners wird hier ausgeklammert.
Viele der Probleme, die ich hier nenne, entsprechen in Teilen eins zu eins den Problemen nicht-muslimischer Karrierefrauen. Probleme sind also nicht zwangsläufig spezifisch auf die muslimische Gemeinschaft zurückzuführen.
Zudem werde ich problematische Erklärungen wie „nach oben“ oder „unten heiraten“ verwenden. Das ist keinesfalls wertend gemeint. Über bessere und weniger wertende Bezeichnungen wäre ich dankbar.)

Während Männer mit Leichtigkeit Frauen wählen können, die weniger gebildet, weniger erfolgreich und weniger selbstständig sind, bleibt Frauen diese Wahl oftmals versperrt.

Eine erfolgreiche Zahnmedizin-Studentin erzählte, wie sie nach Jahren ihre Beziehung zu ihrem Freund, Nicht-Akademiker, aufgeben musste. Ihr war es egal, wie erfolgreich ihr Freund war, sie liebte ihn für seine Art, seinen Charakter. Auch er gab vor, dass es ihm egal sei. In kleinen Streitereien kam das Thema allerdings immer wieder hoch, bis irgendwann klar war, dass er mit ihrem Erfolg nicht zurechtkam. Sie mussten sich trennen.

Genauso gibt es natürlich wiederum Frauen, die einen erfolgreicheren Partner zur Bedingung für das Beziehungsglück machen. Insgesamt bleibt damit aber Frauen die Option jemand weniger erfolgreicheren zu heiraten versperrt.

Bei der Partnersuche können Männer außerdem auch auf ihre „Heimatländer“ ausweichen: „Importbräute“, wie einige abfällig sagen, gibt es mittlerweile immer seltener, aber es gibt sie.

Selten sind es aber Frauen, die einen Partner aus der „Heimat“ wählen, denn die starke Abhängigkeit von der Frau macht den Männern zu schaffen. Nachdem sie in der Heimat erfolgreich und selbstbewusst ihren Berufen nachgehen konnten, sind sie zu Anfang in Deutschland bei jedem Behördengang, jedem Arztbesuch auf die Frau angewiesen. Meist enden diese Beziehungen mit der Auswanderung in die „Heimat“ oder einer Trennung. Deshalb kommt der „Importpartner“ für viele Frauen erst gar nicht in Frage. Für Männer hingegen schon.

Damit haben wir eine Schicht von erfolgreichen, studierten, religiösen, familienbewussten Frauen, die nicht nach „unten“ hin heiraten können. Auf ihrem Niveau oder nach „oben“ hin gibt es wiederum nicht genügend Männer, die ihresgleichen heiraten.

„Wen sollen die Kopftuchtragenden Frauen heiraten?“, fragte mal ein türkischer Kolumnist, als immer mehr Söhne reicher religiöser Familien es vorzogen, Frauen zu heiraten, die „vorzeigbar“ und „gesellschaftsfähig“ seien, also kein Kopftuch trugen. Kopftuchtragende Frauen der Elite blieben damit immer häufiger Single. Eine heiße Debatte kochte auf.

Eine ähnliche Frage lässt sich auch in Bezug auf deutsch-muslimische Karrierefrauen (mit und ohne Kopftuch) stellen.

Was muss sich also ändern?

1. Wir brauchen mehr Verantwortungsbewusstsein auf Seiten der Männer. Eine emanzipierte Frau mag nicht dem alt-klassischen Bild der idealen Ehefrau entsprechen, aber die wichtigste Frage bei der Partnerwahl sollte ohnehin nicht sein, was die Norm wünscht, sondern welches persönliche Ideal man hat. Die Frage nach dem idealen Partner muss jeder für sich neu beantworten, Erwartungen selber bestimmen. Dazu später mehr im Verlauf des Textes.

2. Wir brauchen mehr erfolgreiche, religiöse Männer der „goldenen Mitte“ im Allgemeinen. In der Kolumne sprach ich dieses Phänomen an und halte die Diskussion dieser Problematik für gerechtfertigt und wichtig.

Selbstverständlich kann es sein, dass meine Beobachtung unvollständig ist und dass es sehr wohl sehr viele erfolgreiche muslimische Single-Männer gibt, die erfolgreiche muslimische Frauen heiraten wollen. Sollte dem so sein, dann bitte ich diese mir bislang unbekannte Gruppe sich bei mir zu melden oder woanders ans Tageslicht zu treten. Sie werden dringlichst gesucht.

Sollte ich mit meiner Beobachtung allerdings zu Teilen richtig liegen, stellt sich die Frage, warum es so wenige erfolgreiche Männer der „goldenen Mitte“ gibt. Ich habe keine abschließende Begründung zu bieten, sondern eher eine vage Vermutung: Ich denke, dass es am Kopftuch liegen könnte.

Die Entwicklung einer selbstbewussten muslimischen Identität in einer nicht-muslimischen Umgebung ist eine vollkommen andere Herausforderung für Männer als für Kopftuchtragende Frauen, die immer und überall als Muslime identifiziert werden können und damit insgesamt eher dazu neigen, sich tiefer mit ihrer Religion zu beschäftigen, und gleichzeitig nach Wegen suchen, sich in einer nicht-muslimischen Umgebung zu etablieren. Der Mann hingegen hat den Luxus in der Masse untertauchen zu können und wird nicht in dem gleichen Maße zur Reflektion gezwungen wie die Frau.

Im Sinne der religiösen und spirituellen Identität könnte dieser Luxus des muslimischen Mannes ein Nachteil und das Kopftuch ein Vorteil der Frauen sein. Beispiel: Die Hürde mit dem Kopftuch Alkohol zu trinken ist größer, da mit dem Kopftuch auch für das nicht-muslimische Umfeld Erwartungen verbunden sind. So müsste eine Kopftuchtragende Frau nicht nur sich selbst und die eigenen religiösen Pflichten und Regeln überwinden, um zu trinken, sondern auch die Reaktionen des Umfelds. Die Konsequenzen sind also andere.

Das Kopftuch könnte die Entwicklung einer selbstbewussten muslimischen Identität bei Frauen beschleunigt haben. So könnte es sich bei Männern auch nur um eine Verzögerung der Entwicklung dieser Identität handeln.

Darüber hinaus gibt es in Bezug auf Heirat viele weitere Probleme innerhalb der Gemeinschaften. Im Folgenden werde ich zuspitzend schreiben, ungenau und keinesfalls allumfassend. Diese realen Horrorszenarien beschreibe ich, um den Blick für weitere Probleme zu schärfen. Jede/r Leser/in kann für sich entscheiden, inwieweit diese seinen/ihren eigenen Erfahrungen und Beobachtungen entsprechen oder nicht. „Herkes kendine bir pay bicsin“, sagen wir im Türkischen. Nehme sich jeder seinen Anteil an den nachfolgenden Beschreibungen:

ERWARTUNGEN KILL US ALL.

Viele der Erwartungen an die Ehe sind gesellschaftlich normiert, deshalb häufig nicht nur zu hoch, sondern auch einfach nicht richtig, ungesund und schädlich.

Die Frau wünscht sich eine pompöse Hochzeit, die das Paar gleich zu Anfang der Ehe in den finanziellen Ruin treibt, perfekt eingerichtete Wohnungen und etliche Geschenke. Überzogene materielle Wünsche im Allgemeinen sind für viele heiratswillige Männer eine große Hürde überhaupt zu heiraten. Viele befinden sich häufig noch im Studium und können eine solche Sicherheit noch gar nicht bieten. Sie arbeiten deshalb nebenher, um den Erwartungen gerecht werden zu können – das Studium bleibt dabei auf der Strecke. Hier gehen viele potentielle Akademiker verloren.

Der Mann soll bitte der starke Ernährer sein, er soll immer und überall Sicherheit und Schutz bieten. Keine Schwäche oder Unwissenheit zeigen. Der niedliche Prince Charming mit der Intelligenz von Einstein, dem Geld von Rupert Murdoch und dem Mut von Vin Diesel, sozusagen.

Leider höre ich bei vielen jungen Frauen immer wieder raus, dass sie umworben werden wollen. „Er soll ein bisschen zappeln“, sagen sie. Sie wollen den ersten Antrag ablehnen, den zweiten auch und bei dem dritten? „Dann vielleicht.“ Und wie kommen diese Frauen bitte auf die Idee, dass es einem Mann so einfach fallen würde, einen Antrag zu stellen und trotz Abweisung immer wieder nachzufragen? Tja, das liegt daran, dass früher die Familien für die Partnersuche verantwortlich waren und für ihren Sohn die Familie des Mädchens anfragten. Gleich beim ersten Mal ihre Tochter „wegzugeben“, das galt in vielen Kreisen als unehrenhaft. Aber wie gesagt, das war früher. Heute kann man diese Erwartung getrost ablegen.

Auf Seiten der Männer hingegen bestehen weniger materielle, denn soziale Erwartungen an die Frau: Das gemeinsame Zuhause darf Hotel Mama in nichts nachstehen, sie wollen umpflegt und bemuttert werden wie zuvor auch. Die Familie soll das neue Zentrum im Leben der Frau werden. Studium, Arbeit, soziales Engagement leiden sehr unter diesem neuen Druck. Selbstverständlich muss die Frau darüber hinaus gängigen Schönheitsidealen entsprechen. Intellektuell darf sie nur so weit herausfordern, wie es nicht am Ego des Mannes kratzt. Es gibt Ärztinnen, die des Mannes wegen ihren Beruf niemals ausüben.

Eine Freundin, Akademikerin, beschrieb mir das Ende eines Kennenlern-Gesprächs mit einem Akademiker wie folgt:

Er sagte zu mir am Ende: “Ich brauche ein Vierzigstel von dem, was du hast und bietest – an Intelligenz, Schönheit, Sprachvermögen, Poesie und Erfolg.” Mir blieb die Spucke weg! Er ist selber angehender Akademiker; weniger intelligent war er auch nicht. Aber wir standen so ziemlich auf der selben Stufe des Treppchens.

Frauen und Männer zugleich sind geprägt von Bildern und Vorstellungen, die uns die Gesellschaft diktiert. Angefangen von achso-unschuldigen Disney-Filmen über Musik, Fernsehen, Bücher, Familie, Freunde, die Neider bis zum eigenen Neid. Die gesamte Außenwelt.

Und ich wünschte, ich würde diese Beispiele nicht kennen. Aber ich kenne sie, denn es gibt sie. Fälle, in denen die unterschiedliche Erwartungshaltung zu der Trennung von Paaren führt, die sich eigentlich gefunden und geliebt hatten. Unsterblich. Bis die Erwartungen uns scheiden.

Expectations kill love.
DAS RECHT DARAUF, NICHTS ZU HABEN

Doch deshalb in vorauseilendem Gehorsam zu reagieren und zu resignieren wäre falsch. Eine gemeinsame Zukunft muss nicht den Erwartungen der Außenwelt entsprechen, sondern den Bedürfnissen und Zielen des Paares selbst. Doch selbst unsere Bedürfnisse und Ziele sind nicht „unsere“. Auch die müssen wir selber definieren. Das fängt mit einem Eingeständnis an: Wir sind Produkte unserer Außenwelt.

In einem Text über ideale Beziehungen schrieb ich folgendes:

„Es gibt keine idealen Beziehungen, denn es gibt keine idealen Menschen. Doch es gibt Ideale, die uns unsere Gesellschaft aufträgt. Sie lassen uns in Erwartungen verirren und blind werden für den geliebten Menschen, der in seiner wunderbaren Unvollkommenheit vor uns steht. Wir konditionieren unser Glück. Doch das Glück kennt keine Konditionen.

Und trotzdem darf sich eine Beziehung niemals auf Unvollkommenheiten ausruhen und statisch werden. Eine Beziehung muss sich wandeln dürfen, zusammen mit den beiden Menschen, die sich um ein besseres Ich bemühen – um gemeinsam ein besseres Wir zu werden.

Glück ist ein Balanceakt zwischen Zufriedenheit im Jetzt und Streben für die Zukunft.“

Und wenn dann das nächste Mal Nachbarchtantchen Zuhause antanzen und beim Anblick des Wohnzimmers der Frischverheirateten bemitleidend ausrufen: „Ach mein Kind, euch fehlt ja dies und jenes!“, dann erinnert sie daran, wie stolz sie sonst immer davon erzählen, dass sie früher gar nichts hatten.

Denn auch wir, wir jungen Leute, haben das Recht darauf, gar nichts zu haben. Das Recht darauf keine starken Ernährer, keine selbstsicheren Menschen, keine Supermodels und keine perfekten Hausfrauen zu sein.

Wir haben das Recht auf Fehlerhaftigkeit. Das sagt nichts darüber aus, wo wir in zehn, zwanzig, dreißig oder vierzig Jahren sein werden. Das gibt uns aber das Recht, auch mit vermeintlichen Mängeln, Fehlern und Unvollständigkeiten glücklich zu sein.

Geben wir dieses Recht auch den Menschen um uns herum.


An all jene, die meinen zu wissen, wie ich geheiratet hätte: Lest die diesjährige Wedding-Ausgabe “Der Westen”. Ab Montag, 02.04.2012 Berlin- und deutschlandweit im Zeitschriftenhandel. Alle anderen: Genießet das Magazin!

Teil 2 dieser Reihe findet ihr hier: Der muslimisch-akademische Heiratsmarkt
Eine männliche Sicht auf diese Thematik findet ihr hier: “Zeit für einen Diskurs – überall”

 

90 Comments DER NEUE MUSLIMISCHE MANN + DIE FRAU UND DIE GESELLSCHAFT

  1. Yasmin S.

    Ein sehr interessanter Artikel .
    Ob das 100%ig zu stimmt kann ich nicht sagen, da ich so viel Erfahrungen noch nicht gesammelt habe, aber was mir selbst auch aufgefallen ist, wenn ich mir die Brüder in der Moschee angucke, sind die meisten die im Heiratsalter sind keine Akademiker und daraus stellt sich die resultierende frage würden sie dennoch eine AKademikerin heiratten??

    Diese frage finde ich den mulimischen Mann der Goldenen Mitte auch dann wenn ich studiere ? Oder sollte ich lieber auf ein Studium verzichten und nur für die Familie da sein ???
    Solche fragen sind mir selbst und bestimmt auch genügend anderen durchen den Kopf gegangen.
    Es sollte für uns keine problematik mehgr darstellen Karriere Reigion und Familie miteiander zuverbinden !

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  2. Fatja

    Großartig und so konzentriert auf den Punkt gebracht. Dank, dass du mich immer aufs Neue zum Nachdenken und zum Perspektivwechsel bringst.

    Viele der sozialen Probleme treffen genauso auf Nichtmuslima zu und sind allgemeiner Spiegel der Gesellschaft. Zum Beispiel hab ich bei einigen Freundinnen beobachtet, dass sie jeden Mann, der sie umwirbt, als albern abtun. Sie nehmen solche Angebote nie an und verzehren sich lieber an ihrer Einsamkeit. Sie verpassen schlicht den Punkt, an dem sie sich fragen “Was will ich eigentlich?”, sie haben nur Angst, sich zu billig zu verkaufen, was ihre Freunde wohl von ihnen denken, wenn sie sich auf so offenkundige “Anmache” einlassen.
    Andererseits wirken Frauen, die auf Flirt aus sind oft abstoßend auf Männer, Männer werden von selbstbewussten Frauen eingeschüchtert und empfinden diese wiederum als zu schlampig, zu offenherzig.
    Da hab ich mich auch schon oft gefragt, wie es überhaupt noch dazu kommt, dass sich Paare bilden. ^^ Es fehlt an Ritualen, es gibt keine gesellschaftliche Norm für das Kennenlernen mehr. Wir wollen Individualität, klammern uns aber bei allen Gelegenheiten, wo man sein Gesicht verlieren kann, an alte Gewohnheiten, statt selbstbewusst zu dem zu stehen, was wir uns für uns selber wünschen.

    Auch der Gedanke, dass eine Beziehung nur lebendig bleibt, wenn darin Raum für Entwicklung, Veränderung ist, ist vielen fremd. Da wird in Gedanken der Traummann zusammengestellt, wie im Kaufhauskatalog und wenn der nach zwei Jahren anders ist, ist man enttäuscht. Oder man findet ihn in der Realität gar nicht erst und zieht den Gedanken, dass sich so etwas entwickelt oder das sich meine Idealvorstellungen auch im Laufe der Zeit wandeln könnten, gar nicht in Betracht.
    Viele nehmen die rosarote Brille so ernst, dass kaum Platz für die Schönheit der Realität daneben ist.

    Auch das Problem mit der Karriere kenn ich sehr gut. Und du triffst es auf den Punkt: die Gesellschaft übt oft indirekten aber sehr starken Druck aus, der mit der Zeit immer mehr greift. Darüber zu reden, diesen Druck offenbar zu machen, halte ich für einen ersten Schritt in die richtige Richtung.

    Dein Text hat noch tausend Gedanken in mir zum Schwingen gebracht, aber ich hör erstmal auf und lass sie in mir schwingen. ;)

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    1. Kübra Gümüsay (geb. Yücel)

      Es ist schon erstaunlich, ich habe viele Mails von Nichtmuslimen erhalten, die von ähnlichen Problemen berichten. Fehlt uns auch im nichtmuslimischen Raum eine (populäre) Debatte zu diesem Thema?

      Párysz (weiter unten) gibt sehr interessante Einblicke in die jüdische Partnervermittlung. “Das größere Problem ist eher die mangelnde Institutionalisierung in D., ohne Communityinfrastuktur treffen sich Nachfrage und Angebot einfach nicht.” Evtl trifft das auch auf Nichtreligiöse Gruppen zu, die nicht so klare Regelungen haben, aber dennoch jede Gruppe für sich bestimmte Kriterien formuliert (geographische, berufliche Kriterien usw).

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    2. mu'min

      Du hast völlig recht, wenn du sagst, dass die gesellschaftlichen Normen für das Kennenlernen fehlen. Aber ist das nicht die Aufgabe unserer Älteren? Derjenigen, die Erfahrung und auch etwas mehr Zeit als wir haben? Ich finde es schade, dass sich offensichtlich die “Erfahrenen” Respektspersonen mit Autorität nicht darum kümmern, dass die jungen Muslime adäquat zusammenkommen. In muslimischen GEsellschaften übernimmt diese Aufgabe die Verwandtschaft/Eltern, wieso kann es hier nicht auch einfach die community machen? Fakt ist, dass es leider denjenige, die ihr Glück gefunden haben größtenteils egal ist. Außerdem schwingt unterschwellig immer der Vorwurf mit “die will doch eh keinen, die will ja nur karriere”. Ich finde es übrigens bezeichnend, dass unter Muslimen allein das Studieren schon “Karriere” ist. Dabei ist Wissen erlangen eine Pflicht im Islam, es ist sogar eine Form von ibadah. Darum waren die ersten Worte an den Propheten auch “iqra!” “Lies!!”. Wenn wir Frauen uns heute dafür schämen müssen, diesen Auftrag ernstzunehmen und Bildung an oberste Stelle zu setzen, dann ist der zustand unserer Ummah schon s e h r fragwürdig. Ich werde mich sicherlich nicht doof stellen nur für einen mann…

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  3. Anonymous

    Salam liebe Schwester,
    Du sprichst mir aus der Seele! Aber, was schlägst du uns konkret vor? Sollen wir den Mann fürs Leben via Partnervermittlung-websites suchen?
    Liebe grüsse

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    1. Kübra Gümüsay (geb. Yücel)

      Salam liebe A.,

      nein, man kann es natürlich tun, aber ich finde nicht, dass dass man zwangsläufig auf das Internet ausweichen muss. Die Verantwortung sehe ich vor allem bei den Community-Führern, den Verheirateten und den Autoritätspersonen, die – ganz banal gesagt – Kupplungsarbeit machen sollten/können. Im Cube-Mag hatte ich dazu mal etwas geschrieben und werde das auch bald auf meinem Blog veröffentlichen.
      Liebe Salams!

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  4. Anonymous

    Sehr schöner Text, den ich (m) um einen wichtigen Punkt ergänzen möchte: Nach meiner Beobachtung werde viele muslimische Männer in der Frage der Partnerwahl von ihren Müttern ferngesteuert und kriegen vorgegeben, wie die Frau zu sein hat und was sie zu tun hat. Die Beziehung einer meiner Freunde ist u.a. daran zerbrochen, dass die Mutter ihm immer wieder eingeredet hat, es sei nicht in Ordnung, dass seine zukünftige Frau dies oder jenes gesagt habe.

    Ein sehr großes Problem war darüber hinaus die Frage, wie man wohnt. Die Mutter des Freundes wollte unbedingt, dass man unter einem Dach wohnt, was die Schwiegertochter abgelehnt hat. Der Mann saß da zwischen den Stühlen, weil er es nur falsch machen konnte: Seine Verlobte ist nicht von ihrem Standpunkt abgerückt und seine Mutter nicht von ihrem. Das war zwar nicht der Hauptgrund für die Trennung, aber zumindest ein Grund, der ständig zu Streit geführt und die Beziehung stark belastet hat.

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    1. Kübra Gümüsay (geb. Yücel)

      Diesen Einwand habe ich von vielen anderen in Kommentaren und E-Mails auch gehört und ja, ich denke, das ist ein wichtiger Grund, den du nennst. In einem Follow-Up-Text werde ich diesen Gedanken auf jeden Fall einbringen. Danke dafür!

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    2. Cemil

      Manche Schwiegertöchter drängen ihre Ehemänner, die eigene verwitwete Mutter allein zu lassen. Sie lassen es weder zu, dass die Frau bei ihnen wohnt, noch wohnt die Familie bei der Frau.
      Genau sieht es mit älteren Müttern aus, sie sind unerwünscht. Jede Mutter weiß, wie anstrengend es ist ein Kind großzuziehen. Und im Alter wird sie einfach in die Ecke gestellt, wie ein gebrauchter Gegenstand. Wer im Alter seinen Eltern nicht die nötige Aufmerksamkeit schenkt, nicht gütig zu ihnen ist, der kann sich Glückseeligkeit nicht mal erträumen.

      Was junge Mütter anbelangt, so handelt es sich wiederum um einen ganz anderen Fall.

      Was ist die Quintessenz? Man sollte Mütter nicht dämonisieren.

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  5. B.

    Liebe Kübra,

    danke für den Text! Auch ohne explizit muslimischen Hintergrund lässt sich davon sehr, sehr vieles in meinem Umfeld beobachten.

    Auch unter Bekannten die ich grundsätzlich schätze und ernst nehme ist der Gedanke weit verbreitet, dass man “eine Unkomplizierte” sucht. Für weit verbreitet halte ich auch den Bastler-Typ, der in einem mehr oder weniger bewusst Rohmaterial zu erkennen glaubt, und versucht seine Partnerin so zu verändern, dass sie häuslicher/modischer gekleidet/etc. wird.

    Die Wahrscheinlichkeit unter ihnen jemanden zu finden, der eine Partnerschaft auf Augenhöhe wünscht ist einfach gering. Einen Partner als Individuum anzunehmen und sich darauf einzulassen verlangt Männern mehr Mut ab, als eine pragmatische Symbiose nach dem Schema finanzielle Sicherheit/ intellektuelle Unterlegenheit einzugehen. In der Regel habe ich solche Männer in festen Beziehungen “aufgeräumt” kennen gelernt, aber sie laufen nicht “frei rum”.

    Meine persönliche Reaktion darauf ist simpel, ich ziehe mich zurück.
    Ich sehe es schlicht nicht ein, wieso ich mich in einer Beziehung einem Bastler aussetzen sollte, der meine gesamte Person Stück für Stück in Frage stellt und wie ein Produkt optimieren mag. Mich krampfhaft unkritischer zu stellen, als ich es nun mal bin um nach außen hin “die Unkomplizierte” zu geben? Nein danke! Wenn die Männer nicht bereit sind für Partner mit Persönlichkeit, dann haben sie uns nicht verdient. Ich werfe mich nicht weg an jemanden, der ein Produkt ohne Nebenwirkungen sucht. Aber dass sich dann bitte keiner später über meine schlechte Geburtenrate beschwert! Da soll ich mich ja als junge Akademikerin direkt zum Amt für demographische Rechtfertigung begeben.

    Zugegeben, schwierig ist es schon, in mir drinnen die Reste meine Walt-Disney-Landschft abzuklopfen und mich mit dem Gedanken an ein Leben ohne Partnerschaft und Kinder im klassischen Sinne vertraut zu machen. Aber deine Freundin hat es ja schon erwähnt: einen Kinderwunsch kann frau mittlerweile auch alternatativ realisieren. Als Scheidungskind finde ich es zwar schade, einem beispielsweise adoptierten Kind von Anfang an nur einen Elternteil bieten zu können, aber welch Vorbild könnte ich denn für meine Tochter sein in einer Beziehung, die nicht auf Augenhöhe gelebt wird, sondern nur funktioniert, indem die Frau sich konditionieren lässt oder sich künstlich verbiegt?

    Am Ende noch ein Hinweis: gelegentlich können ein paar Jahr Altersabstand den Minderwertigkeitskomplex der Männer abmildern. Männer um die 40 wissen oft sehr genau, wo sie beruflich stehen und fühlen sich durch Akademikerinnen und Berufseinsteigerinnen nicht mehr im Ego gekratzt.

    Reply
    1. Kübra Gümüsay (geb. Yücel)

      Ich hatte eben bei Fatja (siehe oben) schon erwähnt, dass es anscheinend viele Parallelen gibt. Das ist sehr interessant.
      Bei deinem letzten Absatz musste ich allerdings lachen :) Selten sind muslimische Männer um die 40 noch Single.
      Aber auch das Heiraten mit einer Person, die zuvor bereits verheiratet war, ist ein interessanter Gedanke. Was für Probleme können auftreten, was für Vorteile hat das? Das sind Themen, die – zumindest so, wie ich beobachten kann – zu selten diskutiert und thematisiert werden.

      Ich würde mich sehr freuen, wenn mal darüber geschrieben werden würde, welche Probleme es bei der Partnersuche gibt. Das sind interessante Themen und ich glaube, genauso wie Probleme ähnlich sind, sind sicherlich auch die Lösungsvorschläge ähnlich.

      Reply
  6. Mery

    Oj, das ist ein verdammt heikles Thema….und ich stimme dir und vielen der Kommentatoren zu! Ich möchte auf jeden Fall mein Kopftuch tragen und werde auch es auch nicht abnehmen. Für niemanden. Ich wurde von meinem iranischen Kommilitonen gefragt, ob ich für meinen Zukünftigen das Tuch abnehmen würde. Ich antwortete mit Nein! und Wieso sollte ich das tun?, Ist doch eine Sache zwischen Gott und mir!. Er darauf hin: Frauen wie du werden keine Männer finden!
    Mal ehrlich, ist es sooo schwer eine Kopftuchträgerin zu ehelichen?!?! Wir wollen nur einen Mann, der uns zu Hause vom meist gestressten Alltag freundlich empfängt-sowie wir es auch für ihn tun werden- und uns ab und zu Mut zu spricht! Und er sollte sich nicht schämen eine kopftuchtragende Muslima geheiratete zu haben!

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  7. Anonymous

    sehr spannender und gesellschaftskritischer Beitrag! ;-)
    eine Frage: wie hast du eigentlich deinen Mann kennengelernt?

    Reply
  8. Anonymous

    Zu allererst möchte ich klar stellen, dass “Erfolg” für eine Frau verschieden verstanden wird. Während die vom Materialismus geprägte Gesellschaft der Frau nur einen Erfolg beimisst, wenn sie nach dem Abitur studiert bzw eine Ausbildung genossen hat, einen Job in höhreren Positionen hat usw, wird die traditionelle Mutter & Ehefrau als Looserin dargestellt und all ihre Mühe, die sie in diesen ehrenwerten Job investiert buchstäblich unter den Teppich gekehrt.

    “Erfolg” ist stark vom Ziel der Person abhängig. Wenn dein Ziel das Paradies ist, so hat niemand dir den Weg dorthin über eine Karriere beschrieben. Das Thema ist überhaupt gar nicht das Kopftuch, welches zu Hause ja nicht mal getragen wird. Das Thema ist, was für eine Mutter eine Frau sein kann, welche nur um der Arbeit willen (obwohl der Ehemann die Pflicht zur Versorgung der Familie hat) ihre Kinder anderen anvertraut?! Das Kind soll 3/4 des Tages mit anderen verbringen und Abends ein bissl was von Mama haben.
    Kübra, du hast nicht das Recht, solch schlimmes Unrecht gegenüber den Kindern gutzuheißen. (Frauen, welche arbeiten müssen, bilden selbstverständlich eine Ausnahme) Gott hat die Frau mit genau dem ausgestattet, was ein Kind zum Erwachsenwerden braucht, Zuneigung, Barmherzigkeit, Fürsorge und und und.

    Was zum Geier ist denn eine “emanzipierte” muslimische Frau?? Der Hauptgrund, weshalb ausgerechnet diese Frauen nicht in der Lage sind, ein Familienleben zu führen ist, dass sie mit dem Ehemann in der Familie konkurrieren. Nie und nimmer sollte eine Frau mit ihrem Mann, oder der Mann mit seiner Frau konkurrieren, das wird auch nimmer gut laufen. Sie müssen sich ergänzen, jedoch so, wie Gott sie geschaffen hat. Läuft die Frau den Aufgaben des Mannes nach, bleiben die Aufgaben der Frau auf der Strecke, unabhängig davon, wie sehr du es auch leugnest, denn du folgst nicht dem, was die Muslime befolgen. Du folgst nur dem, was man dir vorsetzt von der hiesigen Gesellschaft und versuchst deinen Glauben irgendwie da rein zu quätschen, aber lass das bitte.

    Wir können uns gerne im Detail über das “richtigere” Modell unterhalten, wo ich dir auch sehr schwerwiegende Argumente entgegenbringen kann.

    Trotz alledem kann man dir in manchen Punkten nur zustimmen. Die materiellen Anforderungen und Erwartungen für eine Eheschließung vertreiben den Akademikern definitiv die Lust zum heiraten. Das ewige “zappeln lassen” ist sowieso eine Schande, was weder mit Glauben noch mit irgendetwas anderem vereinbar ist. Anstelle es stets einfacher zu gestalten, denkt man sich tagtäglich neues aus, wie man einer Eheschließung Steine in den Weg legen könnte.

    und zum Schluss: sana biraz Peygamberinin sünnetini ve tavsiyelerini arastirmani tavsiye ediyorum, eminim, orada en hayirli kadinlar hakkinda cok ilginc bilgilere ulasacaksin. orada cenneti kazanmanin cok net tarifler var, ve maalesef kariyeri orada bulamamakla birlikte, kariyerden dolayi hem kocani, hemde cocuklarini aksatmanin neyle sonuclanacagina dairde bilgiler edinebilirsin.

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    1. Kübra Gümüsay (geb. Yücel)

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich denke, das wir uns in einigen Prämissen unterscheiden. Das Arbeitsleben ist nicht Männern vorbehalten, dafür gibt’s auch unter den Frauen des Propheten saw Beispiele. Außerdem gibt es da auch keine starren theologischen Ausrichtungen. In Ägypten zB wurden Fatwas dem Arbeitsmarkt entsprechend erlassen. Als viele Männer in die arabischen Öl-Staaten zogen, um dort Geld zu verdienen, brauchte der heimische Markt Arbeiter und so wurde die Fatwa erlassen, dass Frauen arbeiten dürfen und sie auf dem Arbeitsmarkt erwünscht sind.
      Als der Öl-Boom dann doch kein so großer war, wie erwartet, kehrten viele Männer zurück und hatten nun das Problem, dass ihre Arbeitsplätze von Frauen besetzt werden. Was dann geschah, kann man sich ja denken. Man erließ eine Fatwa, dass Frauen nicht arbeiten sollen.

      Man kann sich also alles so hinbiegen wie man möchte. Deshalb finde ich die Diskussion um das “richtige” Modell nicht zielführend.

      Ich kenne muslimische Frauen, die arbeiten und wunderbare Mütter sind. Ihre Kinder sind wohlerzogenere, vorbildlichere als Kinder von nicht-arbeitetenden Frauen. Es geht darum eine Balance zu schaffen bzw. eine Balance möglich zu machen. Ich kenne Frauen, die würden nie im ihrem Leben arbeiten wollen, da die Arbeit Zuhause sie mit Leben und Wohlgefühl erfüllt. Sie sind glücklich und zufrieden, ihre Kinder ebenso.

      Wenn man der arbeitenden Frau die Arbeit wegnimmt, macht man sie unglücklich. Und wenn man die nicht-arbeitende zur Arbeit zwingt, macht man sie unglücklich.

      Mein Ziel ist es nicht, alle Frauen zum Arbeiten zu zwingen, sondern denen, die das tun wollen, auch die Freiheit zu geben, das zu tun, da Arbeit nicht zwangsläufig Vernachlässigung von Kindern bedeutet. Dafür gibt es Zuhauf Beispiele.

      Genauso wie es Zuhauf Beispiele von Hausfrauen gibt, die ihre Kinder vernachlässigen “obwohl sie nur Zuhause sind.”

      Ich finde es schwierig in solchen strengen Kategorien zu denken.

      Reply
    2. Anonymous

      Kannst du eines der Beispiele von den Prophetenfrauen auch nennen? Dann können wir nämlich konkreter werden. Außerdem verbiete ich den Frauen nicht das arbeiten an sich, jedoch würde ich einen legitimen Grund hören wollen, weshalb eine Ehefrau mit Kind, dessen Versorgung durch den Ehemann schon sichergestellt ist, arbeiten gehen sollte?

      Reply
      1. mu'min

        As salam u aleikum lieber Bruder,

        die Frage muss andersherum gestellt werden: Wo ist es im Islam den Frauen explizit verboten zu arbeiten/zu studieren ??? Leider wird nur zu gern das Regel-Ausnahme-Verhältnis im Islam auf den Kopf gestellt: Es gilt im Islam, das alles erlaubt ist, AUßER dem was explizit verboten oder verpönt ist. Ist das so schwer zu verstehen? Genauso wenig wie man haram zu halal machen darf, ist es erlaubt halal zu haram zu machen! Und genau das tut ihr Männer, wenn ihr immer wieder neue Ge- und Verbote erfindet, ohne dass sie in Quran und Sunna verankert sind.

        Im Übrigen kenne ich sehr gute muslimische Mütter, die sogar sehr viele Kinder trotz Arbeit aufgezogen haben und mashallah sehr gute Kinder haben. Gebildete Mütter sind die Wiege für eine gebildete muslimische Ummah!! Alhamdulillah. Allah hat der Frau nunmal etwas mehr multitasking-Kompetenz gegeben als den Männern. Die scheinen heute schon sehr schnell überfordert zu sein allein mit Job und gebildeter Frau, die ihren Intellekt herausfordert.

        Möge Allah (t) uns alle rechtleiten und verzeihen. Möge Allah (t) den Zustand unserer ummah verbessern. Möge Allah (t) uns das befolgen des Islams erleichtern. Amin.

        Wa salam. Mu’min

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    3. noine

      btw-seine erste war seine chefin-schon vergessen?
      aisha is in der schlacht mitgeritten, er hat sich mit seienn frauen beraten. also-wenn da blöd gewesen wäre hätte er sicher keine unternehmerin geheiratet

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  9. Párysz

    Interessanter Artikel. Einige Parallelbetrachtungen aus jüdischer Perspektive:
    Im Großen und Ganzen hat die Community ein relativ ausgeglichenes Geschlechterverhältnis auf dem Heiratsmarkt, schwerer haben es:

    - liberale UND religiöse Frauen
    - (ultra-)orthodoxe, fromme Männer (NICHT 90er-Mainstream, sondern “Bärtige”)
    - Converts
    - “Russen” (d.h. im Hinblick auf Jeckes etc.)

    Das größere Problem ist eher die mangelnde Institutionalisierung in D., ohne Communityinfrastuktur treffen sich Nachfrage und Angebot einfach nicht. Das gilt dann auch für die Muslime. Eine Community (Studentenverband), die die nötige Balance zwischen Homogenität und Diversität hält, würde die von Dir, Kuebra, erwähnte Problematik abmildern.

    Reply
    1. Muslim

      Es gibt keine religiösen und gleichzeitig liberalen Gläubigen, vor allem nicht im Islam.
      Liberal wird heutzutage leider so verstanden, dass man sich an die Vorschriften der Religion hält, die man toll findet, und was einem nicht passt, das befolgt man einfach nicht. Das besonders liberale daran: Man hat nicht mal ein schlechtes Gewissen dabei, schließlich ist man ja liberal ;)

      Diese Wortspielchen sollte man lieber mal lassen, so langsam nervts nämlich die Menschen zu kategorisieren oder in Schubladen (liberal, konservativ, modern, rückständig, fundamentalistisch) einzuteilen.

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    2. Kübra Gümüsay (geb. Yücel)

      Ein interessanter Einblick :) Erinnert mich an den Film “Arranged” über den ich mal geschrieben hatte, wo eine jüdische und muslimische Lehrerin sich an arrangierten Ehen versuchen. Ein schöner Film :)

      Über die fehlende Institutionalisierung hatte ich woanders mal etwas geschrieben. Tatsächlich ist das Problem, das die alten Strukturen der Partnervermittlung wegfallen und Singles nun auf sich allein gestellt sind. Das führt zu neuen Problemen, die noch nicht diskutiert udn gelöst worden sind. Mein Aufruf damals war, dass sich gut vernetzte verheiratete Pärchen oder respektierte Einzelpersonen darum bemühen sollten, andere zu vermitteln.

      In Verbänden und in der Jugendarbeit entstehen tatsächlich viele Beziehungen. Sehr interessant, danke! :)

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    3. Párysz

      @Muslim
      “Es gibt keine religiösen und gleichzeitig liberalen Gläubigen,…”

      Fürs Judentum ist das sicher falsch. “Orthodox”, “ultraorthodox”, “konservativ”, “reformiert”, oder “liberal” werden oft als Bezeichnung für die Mitgliedschaft in einer als Verein organisierten religiösen Strömung verstanden. Die Glaubenslehren der einzelnen Strömungen können voneinander abweichen und tun es auch. Zum Teil kaum bis gar nicht (vor allem im Bereich Speisevorschriften), zum Teil äußerst deutlich (Sexualmoral).

      Ob man sich nun an die jeweiligen Lehren hält, also relgiös oder observant ist, ist aber eine ganz andere Frage.

      In der liberalen oder progressiven Community gibt es da ein sehr weites Spektrum. Und es gibt tatsächlich Leute, die sehr observant und gleichzeitig liberal sind. Beispielhaft kann man natürlich den in einer (religiös abgesegneten) gleichgeschlechtlichen Ehe lebenden urbanen Mittvierziger nennen, der irgendwas mit Medien oder im Non-Profit-Bereich macht, die Speisevorschriften der Community strikt einhält, jede Woche zur Thoralesung kommt, sich am Samstag aus rituellen Gründen sehr stark einschränkt etc. Ist natürlich nur ein (gar nicht einmal SO seltener) Extremfall zur Verdeutlichung.

      Dass wiederum der größte Teil der sich als orthodox bezeichnenden Juden tatsächlich “orthodox” lebt ist eine rein US-amerikanische Sonderentwicklung (gilt nicht mal für Kanada).

      Reply
    4. Anonymous

      …also ich würde mich als liberale Gläubige bezeichnen. Ich finde diesen Begriff sogar sehr gut, weil es endlich mal das beschreibt, was ich bin.

      Wie viele von euch studiere ich auch, trage kein Kopftuch, habe viele nichtmuslimische Freunde, mit denen ich sehr viel Zeit verbringe, da ich sie als Mensch schätze und sie nicht “diskriminieren” will nach Haut und Haarfarbe (o.ä.)…

      …dennoch ist mein Glaube an Allah tief und innig. Die Bemühung nach seinen Worten zu leben immer in meinem Kopf. Überhaupt eine sehr liebesmystische Beziehung zu unserem Schöpfer. Aber ich finde, das geht niemanden was an. Meinen Glauben muss nicht jeder verstehen oder kommentieren.

      Viele Grüße…die liberale Gläubige!

      Reply
    1. Kübra Gümüsay (geb. Yücel)

      Sie tarnen sich als “konservativer Muslim”, zitieren salafitische Webseiten, aber liefern beim Schreiben viele Beweise und Anhaltspunkte dafür, dass das nichts weiter als Tarnung ist. Bitte suchen Sie sich eine neue Platform für Ihre Spielchen.

      Reply
  10. Mehmet II.

    Also ich würde schon gerne erfahren, warum mein Kommentar einfach so entfernt wurde? Wenn du keine Kritik vertragen kannst, dann solltest auch nicht bloggen, das sind simple Grundregeln.
    Ich habe dich weder beleidigt, noch persönlich angegriffen.
    Reine Beobachtung und Kritik.

    Reply
  11. A.

    Gott hat eine Ordnung für die Ehe bestimmt. Teilweise hat er uns diese in seinem Qur’an, und teilweise durch seinen Propheten uns mitgeteilt.

    Nachdem man diese studiert hat kommt man zum Ergebnis, dass eigentlich das meiste klar definiert ist und das man daran nicht so sehr “herumschrauben” sollte, da es sonst in die Brüche geht.

    Folgt man dem wissentlich nicht, weil es der Gesellschaft grad nicht passt, so fügt Gott folgendes hinzu:
    “Wann immer nun Gott und Sein Gesandter eine Sache entschieden haben*, ist es nicht an einem gläubigen Mann oder einer gläubigen Frau, Wahlfreiheit zu beanspruchen, insofern als sie selbst betroffen sind: denn wer sich (also) gegen Gott und Seinen Gesandten auflehnt, ist schon, ganz offensichtlich, irregegangen.” (al-Ahzab, 36)

    * d.h.: immer, wenn etwas spezielles im Qur’an oder in einer vom Propheten verkündeten Anweisung als solches formuliert worden ist.

    Ich denke, dass deine Gedanken sich auf einem nicht so sicheren Terrain bewegen Kübra. Ich rate dir daher, in einer ruhigen Stunde dir darüber Gedanken zu machen.

    Und der Friede sei mit dir

    Reply
    1. A.

      Kannst du uns auch sagen, wie du jetzt auf die Zeitehe kommst?
      Stell dir vor, mindestens 90 % aller Muslime halten dies für verboten, kann man dann noch sagen, dass es erlaubt ist? Ich denke eher nach dem Mehrheitsprinzip einerseits nicht, und nach einer weiteren AUssage des Propheten Muhammed auch nicht

      Reply
    2. Anonymous

      Mindestens 90 % … Selbstbewusste Shia-Zahlen sprechen von 500 Mio. Schiiten; das mag etwas übertrieben sein, aber in letzter Zeit gab es so viele Überraschungen rund um die Shia, der Durchmarsch Malikis nach dem Ami-Abzug, dass es marokkanische Schiiten gibt, erfuhren viele erst nach dem Brandbombenanschlag auf die Moschee in Brüssel …

      90% Muslime sind sich einig … ach, bleiben Sie einfach bei Ihrer beruhigten Haltung, wird schon alles gutgehen.

      Reply
    3. A.

      1. Das Thema, was du hier ansprichst, tut einerseits nichts zur Sache, andererseits findet sich hier in keinem Artikel ein Wort zur Zeitehe. Lassen wirs einfach sein.

      2. Es gibt keine Konversionen zwischen Rechtsschulen oder Strömungen. Muslime bleiben Muslime. Versucht keine Zwietracht zwischen den Muslimen zu stiften.

      3. Es war noch nie ein Geheimnis, dass es Shia auf dem afrikanischen Kontinent gibt. Soviel zu den marokkanischen Schiiten.

      Reply
  12. Anonymous

    Ein sehr interessanter Text von dir, Kübra. Du hast mich zum nachdenken gebracht.:) Ja, über solche Themen muss dringend öfter diskutiert werden!! Ich bin mir sicher, dass es uns allen gut tun wird. :)

    Reply
  13. Anonymous

    kübra wie hast du einen passenden partner gefunden mit den entsprechenden “erwartungen” sprich akademiker, religiös,etc….?

    Reply
  14. Mamdouh

    Sehr geehrte Frau Gümüsay,

    Sie bemängeln einen vermeintlichen Schwund an männlichen gläubigen Muslimen die ihrerseits erfolgreich im Berufsleben sind.
    Gleichzeitig kritisieren Sie uns Männer als zu religiös oder als zu angepasst.
    Nun frage ich Sie:

    Inwiefern ist denn die von ihnen dargestellte Karrierefrau religiös und lebt nach Qu´ran und Sunnah?
    Eine Frau die sich im Arbeitsleben der westlichen Welt befindet, und das ist kein Angriff auf Sie, kann kaum von sich behaupten dass sie sich nach Qu´ran und Sunnah verhält wie es sich für eine gläubige Muslima gehören sollte.
    Welche Frau trägt Hidschab und hält sich fern von jeglichen Männern?
    Ich frage nun Sie Frau Gümüsay:

    Wo ist nun die Muslima, die dieselben Ansprüche erfüllt, die Sie an uns Männer richten?

    Es gibt sie nicht, nicht nach denen von ihnen genannten Maßstäben.

    Und was anderes, ihr Ausdruck “den Muslim raushängen lassen” halte ich für ziemlich diskriminierend und unverschämt uns gläubigen Muslimen gegenüber.
    Wir leben nach Qu´ran und Sunnah wie es uns unser geliebter Prophet(s.a.v.) vorgelebt hat.
    Wie leben sie?!

    http://www.dawa-news.net

    Reply
    1. Anonymous

      Und…

      Ich denke jeder Muslime sollte sich selbst fragen ob er wirklich für den Islam oder von Islam lebt. Das ist der kritischste Punkt überhaupt.

      Reply
  15. Anonymous

    Eure traditionelle Sichtweise auf die Rollenverteilung von Mann und Frau hat nichts mit dem Islam zu tun. Es gibt vielleicht Empfehlungen, aber keine Verbote. Es sind eure ängste von denen ihr euch leiten lässt. Eine arbeitende Frau ist nichts Schlimmes. Ihr stellt das so hin, als würde sie dadurch aus dem Islam austreten. Ich als Mann habe kein Problem damit, das meine zukünftige Frau arbeitet, solange die nötige Versorgung der Kinder in der Ehe geregelt ist.

    Reply
    1. Anonymous

      Um deine Sichtweise zu widerlegen hab ich einen Dutzend religiöse Quellen. Die Frage ist nur, was du in der Hand hast, um deine Sichtweise zu begründen? Oder bevorzugst du deinen Ego vor deinen Glauben?

      Die traditionelle Rollenverteilung kommt nicht von irgendwo. Sie basiert auf der Schöpfung, der Natur der Geschlechter und der jahrtausendelanger Erfahrung der Menschheit. Je mehr sich die Menschen von den Religionen abgewendet haben, hat eine Art Rebellion gegen alles traditionelle und religiöse begonnen. Und so schön wie es der geliebter Prophet der Menschheit es auch gesagt hat, ahmen wir die anderen (Christen & Juden) in fast allem nach, egal was sie machen. Das merkt man auch gerade daran, dass deine und Kübras Ansichten mit dem Islam nicht zu begründen sind und ihr daher aus euren eigenen Gelüsten schreibt. Aber nicht euer Glaube sollte sich an euren Gelüsten orientieren, sondern eure Gelüste an eurem Glauben. Da liegt der Hase im Pfeffer.

      Wenn Mann und Frau sich nackt im Spiegel betrachten würden, so wie Gott sie geschaffen hat, wird ihnen schon bewusst werden, wofür sie geschaffen wurden.

      Und damit ihr es euch bei der Argumentation nicht so bequem machen könnt, sag ich es schon von vornherein: Ich bin kein Salafist.

      Reply
  16. Anonymous

    “Wenn Mann und Frau sich nackt im Spiegel betrachten würden, so wie Gott sie geschaffen hat, wird ihnen schon bewusst werden, wofür sie geschaffen wurden.”

    Nur, wenn sie Heteros sind; sonst denken sie: ey Alda, was für übertrieben unbrauchbare Mißgeburt.

    Reply
  17. Cem

    Liebe Schwester Kübra,
    du hast da einen interessanten Text verfasst, der mich sehr gerührt und angespannt hat. Vielen Dank im Voraus erstmal. Deinen Meinungen stimme ich in vieler Hinsicht zu, doch manche überhaupt gar nicht.

    Die Aussage, dass „[…] man eine polygame Ehe nur dann eingehen“ darf, „wenn der Mann unter anderem garantieren kann, dass er alle Frauen gleich behandeln werde“ ist falsch und steht zu einer klaren Diskrepanz zum Koran. Ich zitiere aus dem Koran (Sure Nisa, 129), doch bitte beachte die siyak und sibak, d.h. lies dir die Verse vor und nach dem Vers auch unbedingt durch. Ich erlaube mir auch die türkische ungefähre Übersetzung mit zu zitieren:
    „Und ihr könnt zwischen den Frauen keine Gerechtigkeit ausüben, so sehr ihr euch bemüht. Aber neigt euch nicht gänzlich zu, so dass ihr die andere gleichsam in der Schwebe lasset. Und wenn ihr es wiedergutmacht und gottesfürchtig (muttaqi) seid, so ist Allah Allverzeihend, begnadend.“
    „Üzerine düşüp uğraşsanız da kadınlar arasında adil davranmaya güç yetiremezsiniz; bari birisine tamamen kapılıp da diğerini askıya alınmış gibi bırakmayın. Eğer arayı düzeltir, günahtan sakınırsanız Allah şüphesiz çok bağışlayıcı ve esirgeyicidir.“

    Ich fürchte mich vor Allah, meine eigenen Meinungen mit dem Koran und der Sunna zu bestätigen. Dennoch muss ich etwas zu deiner Aussage erläutern. Der Islam hat die Polygamie nicht geschaffen, sie vielmehr reduziert, strukturiert und einer „gerechten“ Disziplin unterworfen. Ehe ist kein Spiel, Polyehe überhaupt weniger! Ein Mann darf eine zweite Frau nur dann, aber nur dann heiraten, wenn
    - die Frau die sexuellen Bedürfnisse überhaupt gar nicht mehr decken kann (z. B. wegen einer Krankheit oder einem gehobenem Alter)
    - die Frau eine Zweitehe erlaubt
    Und das war’s. Man heiratet nicht aus Lust und Laune, sondern mit einer konkreten Absicht, um beide Seiten glücklich zu machen. In der Tat, der Mann muss sein bestes geben, zwischen seinen Frauen mit Gerechtigkeit zu handeln. Doch vergebens, 100% Gerechtigkeit gibt es nicht, weil der Mensch das einfach nicht kann. Doch aufpassen! Der Koran animiert die Männer nicht zu einer Polygamie! Vielmehr sagt er, dass sie sich auf “eine” beschränken sollen! Siehe Nisa, 2-3. Es ist doch aber erlaubt eine Vielehe enzugehen, doch wieder aufgepasst! Die Fiqh berücksichtigt auch die Gepflogenheit der Gesellschaft, in der man lebt! In Deutschland ist Polygamie rechtlich verboten, und schlecht angesehen. Das heißt also für einen Muslim, dass er bei einer Polygamie nicht zweimal, sondern 3-mal darüber nachdenken muss. Er muss seine Grenzen weiterstraffen! Also so gut wie möglich sich davon fernhalten, das ist mein Rat.

    Du behauptest außerdem, dass Männer der “Goldenen Mitte” selten
    aufzufinden seien. Ich habe viele Freunde, die zu dieser Kategorie gehören. Es soll wirklich nicht arrogant rüberkommen, aber der Verfasser dieses Textes ist zugleich ein Muslim, der in Liebe zu seinem Herrn und seinem Propheten stark „brennt“ und sich bemüht, seinen Pflichten nach besten Willen nachzugehen, und zugleich als ein Wissenschaftler im Bereich Materialkunde in der Atomindustrie an der renommierten Universität Manchester tätig ist. Und er ist wirklich nicht selten!

    Reply
  18. Cem

    Fortsetzung…

    Nächste Kritik: Du schreibst: „Frauen – mit und ohne Kopftuch – schaffen es, Erfolg, Religiosität, Tradition und das Leben in einem westlichen Wertesystem miteinander zu vereinbaren. Könnte ja auch ein Vorbild für Männer sein“. Ist die Frage, wie man Religiosität definiert! Ist eigentlich jede Kopftuchträgerin „religiös“? „Der Schein trügt“ sagt man im Deutschen. Es gibt leider Gottes (!) viele, die das edle Kopftuch tragen, doch überhaupt nicht beten. Wie geht das? Es gibt zahlreiche Männer, die ihren Grundpflichten (insbesondere Gebet) nachgehen und akademisch sehr erfolgreich sind! Ich finde, dass Männer für Frauen und Frauen für Männer vorbildlich sind.

    Diese Aussage ist sehr gut, hervorragend! „ […] es möglich zu machen, Karriere und Familie harmonisch miteinander vereinbaren zu können (durch ausreichend Kindergartenplätze, Teilzeit-Arbeitsplätze etc). Arbeit muss die Frau nicht aus dem Haus verbannen, das Haus nicht aus der Arbeitswelt.“ In der Tat gibt es einige macho-charakterisierte Männer, die ihre Frauen gerne zu Hause einsperren. Doch diese sind wirklich sehr sehr wenig! Die heutige Generation ist nicht wie die alte! Das war früher so, ja, aber nicht mehr heute. Eine Minderheit sollte nicht auf eine Mehrheit zugeschrieben werden.

    Dieser Aussage stimme ich nur zum Teil zu: „Während Männer mit Leichtigkeit Frauen wählen können, die weniger gebildet, weniger erfolgreich und weniger selbstständig sind, bleibt Frauen diese Wahl oftmals versperrt.“ Was bringt einem die Wahl denn, wenn man abgewiesen/abgelehnt wird? Frauen sind „wählerischer“ als Männer! Das ist ja genau der Knackpunkt der Sache! Für den Mann ist die (Hoch)Bildung der Frau eine sekundäre Relevanz, für die Frau jedoch nicht. Männer suchen weniger nach gebildeten Frauen, Frauen aber schon! Um das geht’s. Warum müssen Männer immer die Hand um der Frau halten? Ist es denn nicht wahr, dass Männer im Sinne der absoluten Mehrheit „hinter herspringen“ müssen? Tut mir Leid, es gibt Frauen, die einfach sagen „ich will Karriere machen und nicht heiraten“. Wie oft weist ein Mann eine Frau ab und eine Frau einen Mann? Ich mag es generell überhaupt nicht über Feminismus zu diskutieren, aber ich stehe immer zur Gerechtigkeit! Soll ich dir sagen, was ich über eine Frau denke? Wenn „Frau“ höre, dann fallen mir gleich meine geliebten Mütter, die verehrte Chadidsche und diejenige Liebe, die mich auf die Welt gebracht hat. Ja, ich liebe sie und automatisch die „Frau“. Die Frau ist hochrespektiert und edel, womöglich das schönste und edelste Geschöpf überhaupt Gottes! So denke ich…
    Und außerdem, welcher Mann “wählt” denn einfach? :) Männer haben vielleicht weniger zu Auswahl…

    Nächste Kritik: „Bei der Partnersuche können Männer außerdem auch auf ihre „Heimatländer“ ausweichen: „Importbräute“, wie einige abfällig sagen, gibt es mittlerweile immer seltener, aber es gibt sie.“ Pustekuchen. Das macht heute so gut wie keiner mehr! Eltern suggerieren ihren Söhnen das ein. Die heutigen jungen Männer möchten vielmehr aus der Gegend heiraten, wo sie geboren und aufgewachsen sind. Das, was du sagst, war vor 10 und mehr Jahren so!

    Reply
  19. Cem

    Du sagst:„Selbstverständlich kann es sein, dass meine Beobachtung unvollständig ist und dass es sehr wohl sehr viele erfolgreiche muslimische Single-Männer gibt, die erfolgreiche muslimische Frauen heiraten wollen. Sollte dem so sein, dann bitte ich diese mir bislang unbekannte Gruppe sich bei mir zu melden oder woanders ans Tageslicht zu treten. Sie werden dringlichst gesucht.“ Ich habe sehr viele Freunde, die sehr lange nach einer Frau suchen und ihr Suchkriterium so winzig wie möglich und halten und überhaupt niemanden finden. Und ich gehöre zu denen! Wo sind jene Frauen bitte? :) Entweder heißt es „ich will Karriere machen“, oder „ich verlasse meine Stadt nicht“, oder „meine Mutter will nicht“ und und und… Ich finde, das ist nicht gerecht und unschön. Ich finde, der Charakter zählt. Nicht Hab- und Gut und nicht der akademische Grad. Sei mir nicht böse, doch Akademiker sind leider Gottes meistens arrogant, und Akademikerinnen etwas mehr. Bescheidenheit und Genügsamkeit fehlt uns allen, Mann und Frau! Das Ideale, wie du sagst gibt es nicht. Utopie wird niemals wahr. Und wenn man kein Professor ist, ist ja nicht schlimm. Wichtig ist, dass man sich respektiert und unterstützt für alle Zeiten.

    Nächste Kritik: „Ich denke, dass es am Kopftuch liegen könnte.“ Ist der Islam nun der Schuldige??? Ist eigentlich nur das Kopftuchtragen das Muslimsein??? Was ist das für eine Definition an Religiosität? Kopftuch oder Islam ist niemals das Problem, doch wir Muslime müssen den Islam in all seinen Facetten ausleben. Kopftuch heißt nicht verbannt werden, vielmehr „frei“ werden. Ich bevorzuge eine Muslimin mit Kopftuch. Für mich ist die einzige Priorität der Charakter (was auch Religion ist!) und nichts mehr. Doch für viele Frauen nicht nur Charakter! Bildung, Finanzen, Ort, wo man leben soll und und und… Stimmt’s oder hab ich recht? Seien wir gerecht! Nicht alle Frauen sind so, es stimmt. Doch fragen wir mal diejenigen Frauen, warum sie nicht heiraten können/konnten…
    Wenn mein Herr ein Tor schließt, dann wird Er gewiss “zwei” weitere öffnen. Doch das Leben ist keine Zuckerwatte. Stress und Probleme werden nicht weniger, sondern vermehren sich das ganze Leben an. Der Mensch ist das Problem, nichts anderes.

    Nächste Kritik: „[…] Masse untertauchen zu können und wird nicht in dem gleichen Maße zur Reflektion gezwungen wie die Frau.“ Das sehe ich zum Teil nicht so! Ein wahrer Muslim muss eigentlich durch seinen besonderen Charakter auffällig sein. Edel in all seinen Handlungen. Wenn man schon 5-mal am Tag betet, bekommt dies das Umfeld immer mit! In der Uni, an der Arbeit oder sonst wo, durch das Gebet fällt man immer auf. Man trinkt kein Alkohol isst nur scharia-konformes Essen und hält sich von spirituell unreinen Orten wie Discos fern. Da fällt man doch schon mehr als genug auf!

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  20. Cem

    „ [...] Die Familie soll das neue Zentrum im Leben der Frau werden. Studium, Arbeit, soziales Engagement leiden sehr unter diesem neuen Druck.“ sagst du. Tja, ich bin nicht so! Ich würde meine Frau in all dem, was sie tun möchte, unterstützen wollen! Egal welches Engagement auch immer, es sei denn, es schadet nicht unserer Familie und Religion. Im Gegenteil, ich würde sie sogar dazu animieren „aktiv“ zu sein, und nicht die „schläfrige“ eingekerkerte Hausfrau zu sein. Schauen wir doch mal die verehrte Chadische (r.a.) an! Sie war extrem aktiv und koordinierte in Mekka alle Musliminnen, war Kauffrau und unterrichtete!

    „Selbstverständlich muss die Frau darüber hinaus gängigen Schönheitsidealen entsprechen. Intellektuell darf sie nur so weit herausfordern, wie es nicht am Ego des Mannes kratzt.“ ist deine nächste Bemerkung. Eben nicht! Ich würde gerne der Schüler meiner Frau sein! Und würde mich niemals schämen, auch vor anderen Menschen, meiner Frau etwas (Wissenschaftliches oder Religiöses) zu fragen und sie um Rate ziehen! Was zum Kuckuck ist eigentlich Ehe? Beide Parteien müssen profitieren, in Glück und Liebe, Akzeptanz und Toleranz, Gerechtigkeit und Wissen.

    Ich würde nicht sagen „expactations kill love“, sondern eher „utopic/unrealistic expactations kill love“ Man sollte realistisch und genügsam sein! „Kanaat tükenmez bir hazinedir! Sagte mein Prophet (s.a.).

    Langer Rede kurzer Sinn: es liegt weder an der Frau noch am Mann. Beide haben ihre Fehler. Die Qualität der Menschen sackt ab! Einen guten Menschen in dieser Zeit zu finden ist schwer, ob Mann oder Frau… Leider… Jeder sollte sich selbst mal fragen „bin ich gut?“, dann nach eine(r) Gute(n) suchen. Anstatt “ich” und “du” zu sagen, sollte man einfach “wir” sagen.

    Das größte Problem Europas ist heutzutage „die Ehe“ und betrifft auch alle Musliime! Möge Allah uns helfen. Amin
    cem

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    1. Anonymous

      Dann pfeiff doch auf die Akademikerinnen? Hol dir eine gebildete Frau in der Menschlichkeit, denn arrogante studierte Menschen entsprechen eher Büchertragenden Eseln =)

      Entweder folgt man seinen Neigungen und versucht die Religion diesen anzupassen, oder man folgt der Religion und unterdrückt seine Neigungen. Ziemlich simples, aber ein realistisches Konzept.
      Und dieses Konzept verspricht nur Erfolg, wenn die Religion komplett und vollständig, d.h. alles geregelt hat. Und dies hat Gott für den Islam gesagt: Heute habe ich eure Religion vervollständigt und bin als Religion mit dem Islam zufrieden. So in ungefähr lautet die Übersetzung dieser Offenbarung.

      Nimm dir meinen Rat zu Herzen Cem, denn die Akademikerinnen sind ihres eigenen Schicksals Schmied ;-)

      Reply
    2. Mu'min

      Deinesgleichen dürfte es ruhig mehr geben. Ich (f!!) kann dir nur größtenteils zustimmen.

      Der Prophet Muhammad (s.a.w.s) hat doch die Kriterien für eine Frau eindeutig vorgegeben:
      “A woman is married for four reasons, i.e., her wealth, her family status, her beauty and her piety. So you should marry the pious woman otherwise you will be losers.” (Narrated by Abu Huraira, in Sahih al-Bukhari & Muslim (Book 62:27, Marriage) [Eine Frau sollte aus vier Gründen geehelicht werden, nämlich wegen ihrem Vermögen, ihrem Status, ihre Schönheit und ihrer Frömmigkeit. Also heiratet die frommen Frauen, sonst seid ihr von den Verlierern]

      Die Kriterien für einen Mann sind: “Whoever comes to you and you’re pleased with their deen and character (khuluq) marry them!” [ein Wali sollte seine Tochter an einen Mann geben, dessen Glaube und Charakter zufriedenstellend sind]

      Entscheidend sollte immer primär die Frömmigkeit sein, egal ob Akademiker/IN oder nicht, wichtig ist, dass wir gut im Glauben an Allah sind und die religiösen Pflichten praktizieren.

      Ganz wie du es sagtest.

      Möge Allah (t) uns rechtleiten.Amin.

      Reply
  21. Anonymous

    Dann pfeiff doch auf die Akademikerinnen? Hol dir eine gebildete Frau in der Menschlichkeit, denn arrogante studierte Menschen entsprechen eher Büchertragenden Eseln =)

    Entweder folgt man seinen Neigungen und versucht die Religion diesen anzupassen, oder man folgt der Religion und unterdrückt seine Neigungen. Ziemlich simples, aber ein realistisches Konzept.
    Und dieses Konzept verspricht nur Erfolg, wenn die Religion komplett und vollständig, d.h. alles geregelt hat. Und dies hat Gott für den Islam gesagt: Heute habe ich eure Religion vervollständigt und bin als Religion mit dem Islam zufrieden. So in ungefähr lautet die Übersetzung dieser Offenbarung.

    Nimm dir meinen Rat zu Herzen Cem, denn die Akademikerinnen sind ihres eigenen Schicksals Schmied ;-)

    Reply
  22. Anonymous

    “Bahtiyardır (mutludur) o adam ki, refika-i ebediyesini (ebedi eşini) kaybetmemek için saliha zevcesini (karısını) taklit eder, o da salih olur. Hem bahtiyardır o kadın ki, kocasını mütedeyyin (dindar) görür, ebedî dostunu ve arkadaşını kaybetmemek için o da tam mütedeyyin olur, saadet-i dünyeviyesi (dünyevi saadeti) içinde saadeti uhreviyesini (ahiret saadetini) kazanır.”

    Bediüzzaman Said Nursi

    Reply
  23. noine

    Das ist der bitterste Punkt meines glaubens-ich hab zuviel übles über ne menge männlicher Muslime gehört und bin, zu frei sozialisiert um damit leben zu können. Ich komme aus einer Familie die man als emanzipiert bezeichnen kann-mein Vater war Hausmann, für waschen und kochen zuständig, weil es ihm mehr Freude machte, meine Mutter hatte ihre kleine Werkstatt und hat sich selbstständig gemacht. es gab schon immer Arbeitsteilung in der Familie, jede hatte seinen Anteil(sodass ich meinen regelmäßig verflucht habe-wohl aber nachvollzogen)
    Es gab kein Familienoberhaupt, es gab den Konsens der durch Diskussion bestimmt war- die beste Lösung wurde gewählt, nicht die vom Penisträger geäußerte.

    Mit Sicherheit gibt es auch irgendwo tolle muslimische Männer aber offensichtlich haben sogar die Mädels Probleme, die ihr ganzes leben lang schon in der muslimischen community leben und vermutlich eher den inneren nonverbalen Code und die ganzen Verhaltensweisen innehaben, die ich mühsam lernen muss-
    Das ist wieder eines dieser Augenblicke in denen ich mein Hirn dafür hasse dass es ist wie es ist-auch wenn ich das nicht sollte. ist schwer wenn man die meiste zeit die man lebt an seiner eigenen Unfähigkeit verzweifelt ist und nun von oben Selbstliebe verordnen bekommt.

    Reply
  24. noine

    ich hab einen Mann. der ist großartig,-okay, er hat gut seine Macken aber ich hab meine und wir sind so dass wir beide unsere Macken gut ertragen können. das ist okay. er ist klug und eloquent, nicht übermäßig sozial(was gut ist weil ich das eben sowenig bin auch wenn ich Menschen irgendwo mag.) er hat ähnliche Interessen, er beteiligt sich zu gleichen mengen an der Hausarbeit, wir können gut kommunizieren und die Probleme die wir in unserer 5 Jahre währenden Beziehung hatten konnten wir bisher zur Zufriedenheit lösen. er legt keinen Wert darauf der Ernährer zu sein und ich lege wert darauf einmal später zu arbeiten und unabhängig zu sein. Wir sind schon lange nicht mehr verknallt aber empfinden tiefe Zuneigung-auch völlig okay. Ich hatte nie großen Erwartungen, ich schätze Routine und Kleinigkeiten. Abgesehen davon; dass er so passt ist er sehr wichtig für mich weil er mir hilft klarzukommen und adäquat auf meine Umgebung zu reagieren-menschen die mich nicht lange kennen werden vielleicht mitbekommen haben, dass ich seltsam bin. Er weiß wie ich bin, dass ich oft anders wirke als ich will, weil ich nicht richtig kommunizieren kann und Menschen eh so anstrengend und kompliziert und verwirrend sind.
    ich hab nen verdammten Glücksfund gemacht mit diesem Menschen.

    ich bräuchte also nicht nur nen Muslim der eben intellektuell auf meiner Höhe ist einkommenstechnisch sondern auch einen der einigermaßen emanzipiert ist, meine Meinung respektiert und nicht seine Meinung durchsetzt weil er der Mann ist wenn meine Meinung in dem Augenblick besser/sinnvoller wäre(wenn nicht hat die beste eben Vorrang). nein ich bräuchte auch jemand der sozialer lotse für mich spielt und mir hilft mein verhalten zu optimieren und mir erklärt wie ich auf andere wirke, der versteht wie er sich verhalten muss wenn ich abticke, nen overload bekomme, er muss den unterschied zwischen gestresst und panisch kennen und die richtige Reaktion drauf haben, muss wissen wann er mich anfassen kann und es ok ist und wann es mir schmerzen bereitet. muss wissen wie ich auf bestimmte Umgebungen reagiere weil ich unter Umständen nicht ganz Kontrolle über meinen Körper habe wenn ich zu sehr gestresst bin. So viel vertrauen hab ich nicht in die Menschheit. Lese zu oft von domestic violence und ich bin ein gutes opfer. Da hab ich keine Lust drauf,

    Reply
  25. noine

    er ist jemand der meinen glauben respektiert, meine Religion achtet(bis auf kleine frotzeleien die zurückgegeben werden) und schon aufgrund seiner vorhandenen Moral(ja., nicht nur gläubige Menschen sind moralisch) und seiner Wertschätzung nie nur auf die Idee kommen würde mich in meiner Praxis einzuschränken, oder Dinge von mir zu verlangen die meine Religion mir untersagt-bis auf eines. und das verlangt er nicht mal. er hofft nur ebenso wie ich, gleichermaßen anders.

    vielleicht fände ich so jemanden. ich muss vertrauen haben, vielleicht.aber als Mensch der 90% seines Lebens ohne Glauben verbracht hat ist es nahezu unmöglich soviel auf einmal aufzubringen und das gehenzulassen was er am meisten liebt weil es verboten ist-und das kann ich nicht.
    und selbst wenn das bedeutet einen üblen Fehler oder den übelsten zu machen so will ich, oder muss ich auf Gnade hoffen denn ich weiß, dass ich nicht die Kraft habe den Mann den ich liebe wegzuschicken nach den 5 Jahren die wir nun in Verbindung leben [verlobt.geheiratet nicht aus Geldproblemen, als Student geht das einfach nicht, meine Familie würde für Iowas nie zahlen.] weil ich plötzlich und absolut unverhofft einen glauben abgenommen habe mit dem ich nicht gerechnet habe-er aber nicht.
    ich werde ewig ein Sünder sein, so ist man nun mal als Mensch. aber ich bin nun aufrichtig-ich bin schwach, ich bin nicht Ibrahim, ich habe nicht die kraft und nicht genug vertrauen um das hinzugeben was mir am meisten auf der Welt bedeutet-wäre etwas anderes, so wäre es leichter. ich würde fast alles opfern außer mein leben für diesen Menschen. meinen glauben nicht. Obwohl es viel einfacher gewesen wäre den glauben zu verdrängen, den Koran wegzuwerfen und zu sagen-du bist zu rational dafür, lass es. aber ich konnte nicht. so wie ich ihn jetzt nicht wegwerfen kann nur weil ich Muslim bin und er nicht gläubig(obwohl er selbst sagt dass er es gern wäre.)

    daher bleibe ich bei meinem ungläubigen und mir bleibt nichts anderes als immerwährend um Gnade zu bitten und um Vergebung, denn er ist der allbarmherzige, der allvergebende.

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  26. noine

    ach und obwohl er nicht glaubt akzeptiert er mein kopftuch und unterstützt mich auf jegliche weise-er mag es nicht, aber er lässt mir die freiheit meine entscheidungen selbst zu treffen und unterstützt mich auch wenn sie ihm nicht gefallen[ähnlich auch andersrum-eine beziehung bestehts auch aus kompromissen, denke ich. es sollte darum gehen den partner glücklich zu machen, nicht darum seine eigene meinung und bedürfnisse aufzudrücken. es gibt sachen die nicht verhandelbar sind-wenn man das ganze früh klarmacht gibt es weniger probleme weil man weiß was der andere denkt und kann ihn einschätzen]

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    1. Anonymous

      Nicht einfach deine Lage, jedoch kann ich deinem Monolog entnehmen, dass du mit einem Nicht-Muslim verlobt bzw verheiratet bist. Nicht-Muslim daher, weil man nicht Muslim durch Geburt wird, sondern durch das Glaubensbekenntnis mit der Zunge und der Überzeugung vom ganzen Herzen. Letzteres geht nur, wenn man auch weiß, woran man glaubt, sprich wenigstens einmal den Quran gelesen bzw verstanden hat.
      Ich hoffe ich muss dich nicht daran erinnern, dass in diesem Fall die Ehe mit einem Nichtmuslim ungültig ist und du in ständiger Zina (Unzucht) lebst. Unzucht ist in allen drei Weltreligionen strengstens verboten und ist im Islam einer der größten Sünden, weil es sich um einen familien-und gesellschaftszertsörerischen Vorgang handelt (s.u.).

      Zutreffend deinerseits ist, dass Gott allbarmherzig und allvergebend ist. Doch nicht für diejenigen, die nichts zur Vergebung tun. Denn der Prophet hat sinngemäß gesagt: “Dumm ist derjenige, der auf die Vergebung Gottes hofft, aber nicht das geringste dafür tut.”
      Sünden sind für uns Menschen, wichtig ist jedoch die Ehrlichkeit zu sich selbst UND zu Gott und natürlich auch die Aufrichtigkeit.

      Die Familie bildet den Kern einer Gesellschaft, die Familie formt eine Gesellschaft, sie baut die Gesellschaft auf. Man sollte in der Familie Geborgenheit, Sicherheit, Unterstützung, Liebe und Zuneigung finden. Und die Frau legt und hütet das Fundament der Familie. In der Familie werden die Träger der Gesellschaft in der Zukunft großgezogen. Die Frau bestimmt also die Gesellschaft.

      Wenn nun Frauen die Rolle der Männer, und Männer die Rollen der Frauen übernehmen, und wir das ganze “Emanzipation”, “Befreiung der Frau” und “Gleichberechtigung” nennen, wieso haben wir keinen Nachwuchs mehr? Wieso veraltern europäische Gesellschaften? Wenn man die gesellschaftsbestimmende Frau vom Kern der Gesellschaft, der Familie, entreißt, hat man dann was erreicht? Wenn ja, dann was?
      Rund 30 % der Frauen heiraten überhaupt nicht, 51,2 % der Familien scheitern, 45 % der Kinder stammen aus unehelichen Verhältnissen, wachsen in keiner Familie auf. Wen wunderts noch, dass sowas wie Gesellschaft kaum noch existiert, Individualismus anstelle von Familie. Das ist der neue Slogan. Geht aber nicht mehr lange gut.

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    2. Anonymous

      Was den “Penisträger” anbelangt: Es geht nicht um Machtgehabe innerhalb der Familie. So wie man ein Auto nicht mit 2 Fahrern zeitgleich steuern kann, so können auch nicht beide die Hauptverantwortlichen der Familie sein. Eine gewisse Hierarchie ist unumgänglich. Die zentrale Frage dreht sich nur darum, wie nun das Verhältnis der einzelnen zueinander aussieht. Der Prophet des Islam hat sich des öfteren den Rat seiner Ehefrauen eingeholt, er hat sie vorbildlich behandelt, hat ihnen immer Komplimente gemacht, hat sich niemals machomäßig aufgeführt und keiner einzigen auch nur ein Haar gekrümmt. Aber die Frauen haben ihm auch im Gegenzug einen gewissen Respekt entgegengebracht, seinen höheren Rang in der Verantwortung akzeptiert. Es beschwert sich ja auch niemand über die staatliche Hierarchie? Wir haben nur einen Bundeskanzler/in und nicht 600. Der Rest sitzt halt im Parlament. An einem Arbeitsplatz gibt es ebenso Hierarchien. Da beschwert sich auch keiner drum. Es geht um nichts geringeres als die Funkitonalität. Der Mann hat klar definierte Pflichten gegenüber seiner Frau, und die Frau gegenüber ihrem Mann. Darüberhinaus gibt es noch Empfehlungen und Beispiele, wie man eine glückliche Ehe führt. Die Rechte und Pflichten einer Ehe im Islam ist schließlich auch nur für Muslime bindend, daher brauch sich auch keiner sich den Kopf darüber zu zerbrechen, der eh kein Muslim ist.
      Und weil die Pflichten des Mannes überwiegen, kriegt er dann den höheren Rang in der Verantwortung. Dafür wird er aber auch für seine Frau Rechenschaft ablegen müssen, nicht andersherum. Die Frau ist wiederum verantwortlich für die Kinder. Dafür wird sie Rechenschaft ablegen. Folgt die Frau ihren Pflichten in der Ehe jedoch, so wird ihr ein Lohn im Jenseits versprochen, von dem Männer nur träumen könnten. Es ist also auch eine Glaubensfrage.
      Der Mann kriegt sogar Belohnung für einen Happen, welches er seiner Frau mit den Händen in den Mund legt (findet übrigens ziemlich romantisch), und die Frau bekommt für jede Kleinigkeit, was sie für ihren Mann tut, auch Belohnungen.

      Ich kann dir daher nur empfehlen, dir ein Buch über die Ehe im Islam anzuschaffen und dies ordentlich zu studieren. Es gibt also so vieles noch neben dem Kopftuch, was so zum Muslimsein gehört, wo in Relation dazu das Kopftuch schon fast als ein Detail betrachtet werden kann und schon lange kein Kriterium mehr für eine glückliche Ehe gilt. Sich die Haare zu bedecken ist noch lange keine Kunst, es erlangt erst dann eine Bedeutung, wenn man es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat den Geboten Gottes im Ganzen zu folgen. Fängt man einmal an, den Koran und die Sunna nach persönlichen Wünschen zu selektieren, sollte man seine Überzeugung vom Islam auf den Prüfstand stellen. Schließlich gibt es keinen Zwang im Glauben. Die Religion Gottes ist aber auch kein Wunschkonzert.

      Kübra hat sich so ein wenig ihre eigene Version vom Islam geschaffen und versucht sie nun unters Volk zu bringen und aus ihrer Sicht vorbildlich voranzugehen. Dann heißt dieser Glaube aber nicht mehr Islam, sondern die Religion Kübras. Dann sollte sie aber auch so ehrlich sein und es so benennen, und nicht ihre Zuneigungen, Wünsche und ihre eigene Interpretation vom Glauben als Islam vermarkten.

      Da muss sie sich schon die Frage gefallen lassen, welche Art von Bildung sie genossen hat, sodass sie über den Islam schreiben kann, zu islamischen Fragen Stellung nehmen kann. Einen gesellschaftlichen Zustand beschreiben, ja; aber es zu bewerten, Empfehlungen zu schreiben und das ganze mit einem “grünen” Etikett zu versehen überschreitet die Grenzen ihrer Kompetenz. Und weil ich an das Rechte in Kübra noch glaube, meine ich es auch gut mit ihr. Ansonsten wäre ein ganz anderer Ton und ein ganz anderer Kurs angebracht.

      Und es komme mir bitte jetzt keiner mit Meinungsfreiheit. Würde jeder eine Religion für sich selbst interpretieren, so würden wir nicht einen Islam, sondern 6 milliarden verschiedene Religionen haben.

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    3. noine

      weißt du was ich interessant finde-die scheidungsraten in islamischen ländern sind oft deutlich höher als im westen.
      man kann in diversen zeitungsartikel etwas finden-in malysia ist das problem ganz knackig, in äqypten belästigen männer sogar frauen mit niquab sexuell, in saudi arabie ist die scheidungsrate bei 30%-überall gärt es. in nem islamischen land zu leben und reine geschlechtertrennung zu leben hilft da nix [btw-in medina haben frauen und männer in derselben moschee gebetet und der prophet hat die frauen durchaus bestätigt, den männern zu widersprechen wenn sie unsinn geredet haben. da war keine geschlechtertrennung-außer eben bei den frauen des proheten-die ich ja nicht bin.]

      naja, längerer beitrag dazu aber der is nicht fertig. k. ob ers je wird, überlege ich mir bei gelegenheit dazu-müsste ihn eh noch redigieren.

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    4. noine

      btw woher nimmst du eigentlich die arroganz hier zu bestimmen, was islam ist? oder bist du nur nicht gut in klarer artikulation und ich bilde mir diese dreistigkeit nur ein?
      ich meine wtf, bist du gott oder einfach nur arrogant? ich mein,k.a wenn dir das nicht aufgefallen ist solltest du mal drüber meditieren. ernsthaft. jemanden dem glauben abzusprechen ist ne ziemlich üble verfehlung-aber momentan scheint das trend zu sein bei einigen muslimen. supercharmanter charakterzug und wirklich sehr dienlich. nicht. sollte aber jeder wissen der nur so rudimentäre ahnung von menschlicher psyche hat wie ich. [denn wie du jetzt schon selbst gemerkt haben magst führen assige aussagen und art und weise zu gewisser bockigkieit und verärgerung. merkste, ne? so wie ich dich anschreibe sollzte man es also ebensowenig machen also wie du. du drückst dich gewählter aus, bist aber ebenso arrogant.

      ich meine-woher nimmst du die frechheit zu entscheiden, welcher kurs und ton kübra gegenüber angebracht ist? Bist du n lehrer oder der überpapi mit de rute der den dummen blagen mal zeigt wo er meint, dasses langgeht? wuh, diese selbstgerechtigkeit.

      wie gut dass es nicht nach dir geht[und wie gut dass es nicht nach mir geht-wir sind da beide ungeeignet für. ernsthaft] Und von respekt und höflichkeit scheinst du ebensowenig zu halten wie ich-geschenkt. du bist trotzdem n schlechtes aushängeschild für muslime arrogant, ein bisschen selbstherrlich [so wie ich :D aber wir sind nicht verwandt, alhamdullilah.] und meint, wahrheit mit löffeln gefressen zu haben, egal wieviel “nur allah hat recht” man vorrausschickt[wobei du ja nichtmal das machst..]]] Du bist für mich der perfekte beleg, dass es ggf klüger ist keinen Muslim zu heiraten-wobei es sicher welche gibt die vernünftig sind. aber es soll auch nadeln im heuhaufen geben..
      leider kenne ich-vom lesen genug mädels die sich in übelst destruktiven beziehungen befinden-mit muslimischen männern die meinen gott lasse ihnen alles durchgehen, ihre frauen aber währen ihre diener und müssten jederzeit springen wenn er bellt und hätten kein recht auch mal selbst entscheiden zu wollen, was sie mir ihrem leben tun.
      ne. mit viel glück komm ich an so einen deppen der meint er dürfte mich verprügeln weils ja so im koran steht. [naja, ich kann zurückschlagen und das durchaus nicht unhart, aber das is auf dauer auch zu mühsam.]

      btw-und die frau hat mehr rechte? naja. ich find instant-scheidung kann schon praktisch sein-dreimal ich verstoße dich und sich halt 3 moante fernhalten und schon gehts raus. 4 frauen [ja, blabedingungen-wir wissen doch alle dass sich kaum einer daran hält und in vielen ländern ist die wegen ihrer Verweigerung zum teilen geschiedene frau danach gearscht] dass der mann die frau versorgen muss is ja okay-die frau muss die kinder versorgen-wenn sie denn welche haben will [*hr* ich hab keine lust auf kinder-ich konnte die noch nie leiden. so nervig.] kann man ja so halten-aber ich würd die kinder wenn ich sie hätte an meinen mann delegieren-damit ich arbeiten kann [ja, ich weiß-feminismus. es gibt aber keinen wissenschaftlichen beweis, dass die mutter das kind 3 jahre betreuen muss und das nicht auch der vater tun kann.] naja, es is spät und ich will pennen. ggf demnächst mehr.

      ich hoffe dass sich diese trend in wohlgefallen auflöst-
      niemand ausser allah hat zu definieren, ob die art den islam zu leben, die gläubiger x nun hat noch islam ist oder nicht und solange du einen telefonanschluss zu ihm hast solltest du dich mit solcherlei unsinn vornehm zurückhalten.

      das jetzt nur allgemein-und bitte nicht von wahrheit anfangen, du bist ein mensch. menschen können die wahrheit nicht erkennen-unser gleist ist klein und beschränkt. gott allein kennt die wahrheit und nur er alleine. nicht du. gott alleine weiß genau,welche der dinge und regeln die über 1500 jahre bis hierhin gekommen sind nun wie gemeint sind, welche auf die damalige spezifische situation gemünzt ist und welche nicht-wir ahnen. wir wissen nicht.

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      1. mu'min

        Es ist traurig, dass du den Islam nicht verstanden hast. Deine Vorstellungen sind wirklich fern von der Wahrheit. Der Islam gibt verbindliche Regeln für das Zusammenleben vor, an die wir Muslime uns zu halten haben. Es liegt nicht an jedem einzelnen von uns den Islam nach seinen Wünschen auszulegen.
        Das Konzept der Scheidung hast du nicht verstanden. Bitte informiere dich über das Verfahren des talaq, bevor du hier so falsche Aussagen machst. Es reicht eben nicht nur mal drei mal talaq zu sagen.
        Lies auch bitte Sure An-Nisa mit aufrichtigem Willen. Deine Vorstellungen vom “verprügeln der Frau” sind nicht vom Islam gedeckt!
        Auch hast du leider den Unterschied zwischen Kultur und Islam nicht verstanden. Die Verfehlungen in muslimischen Ländern sind keine Fehler des Islams (die gibt es nicht, subhanallah!) sondern Folge dessen, dass der Islam eben nicht befolgt wird.
        Was Anonymus macht, war keine Kritik an dir, sondern ein Versuch dich rechtzuleiten. Aber offensichtlich bist du resistent gegen die Wahrheit.
        Möge Allah (t) dich rechtleiten. Amin.

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    5. Anonymous

      Ich danke dir, dass du mit jeder Zeile allen Lesern hier gezeigt hast, wie du absolut keine Ahnung vom Islam hast außer “und Gott weiß alles”.

      Jedes weitere Wort wäre da schon überflüssig…

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  27. Anonymous

    An Anonymous vom 16. April

    Ich bin eigentlich nicht der Typ, der sich in die Angelegenheiten anderer einmischt, aber lieber Bruder (ich gehe mal davon aus, dass du mein Bruder im Islam bist), die Schwester hat die momentane Situation nur analysiert und ein paar Vorschläge gemacht, um die Situation zu verbessern. Sie ist selber noch jung und unerfahren, genauso wie ich und viele andere Muslime auch. Deswegen finde ich, solltest du nicht zu streng mit ihr sein und nicht sofort alles “in den Dreck” ziehen. Sie scheint mir eine aufrichtige Absicht dabei zu haben und das finde ich, sollte man in den Vordergrund stellen. Zu behaupten, sie wolle die Religion verfälschen etc. finde ich ehrlich gesagt unverschämt. Wenn du der Meinung bist, sie folgt nicht dem Quran und der Sunnah des Propheten sas, dann solltest du ihr eine angemessene Nasihah geben oder zumindest Dua für sie machen.

    Ich finde auch, dass viele muslimische Frauen sich einfach dessen nicht bewusst sind, dass ein praktizierende Muslim nicht eine Frau haben will, die auch mit Männern arbeiten geht etc. Aber ich kann auch von meiner Frau nicht erwarten, dass sie nichts tut. Es sollte schon ein Job sein, mit dem beide zufrieden wären. Aber das Problem ist halt, dass wir nicht unsere Mentalität dem Islam anpassen, sondern wie passen den Islam an unsere Mentalität an, Allah (swt) bewahre.

    Aber wie gesagt, erwarte nicht von ihr, dass sie eine Gelehrte ist, (schließlich sind weder du noch ich Gelehrte) und sie keine Fehler macht. Jeder von uns macht Fehler, wie die Schwester schön in ihrem Artikel geschrieben hat.

    Ich will dir auch nicht zu nahe treten oder so. Das ist meine Nasihah an dich und möge Allah swt uns alle rechtleiten. Amin.

    Dein Bruder

    Burak

    Reply
    1. Anonymous

      Mein lieber Bruder Burak,
      im Grunde sagen wir eigentlich fast dasselbe. Ich habe aber Kübra nicht in den Dreck gezogen, aber es ist in letzter Zeit so ziemlich trendy, dass jeder sich zum Islam oder im Namen des Islam äußert. Bevor man das aber tut, muss man ziemlich gut abwägen, wo das am Ende hingeht. Würde sie dies alles in einem privaten Rahmen äußern, wäre daran nichts zu bemängeln. Aber als Kolumnist in einem nichtmuslimischen Land, als das “Tuch” zu schreiben bedeutet für die hiesige Bevölkerung die Meinung des Islam darzustellen. Wen wunderts dann noch, wenn die Leute nach dem Motto reagieren: ” Na wenn die das doch sagt, dann ist das ja unproblematisch im Islam”. Ist es aber nicht.

      Wenn man nicht so reif ist über den Islam zu reden und das nötige Wissen sich noch nicht angeeignet hat, dann darfst du nicht einfach aufs Podest steigen und “Predigten” halten. Öffentlichkeitsarbeit ist was ganz sensibles.

      Thema arbeiten: Die vermeintliche Alternativität zwischen Arbeiten und gar nichts tun ist eine Erfindung des Feminismus in Europa. Hausfrau & Mutter zu sein ist viel anstrengender als 8 Stunden arbeiten zu gehen. Man könnte es auch in moderner Sprache “Familienmanagerin” nennen. Aber dies wurde vom Feminismus verachtet und wird es immer noch, sodass es schon zu einem Tabu geworden ist, an dem neuen Bild der Frau zu rütteln. Traditionelle Rollenverteilung ist reif für das antike Museum, dort kan man es in Zukunft anschauen. Die Frau kann so vieles soziales in der Gesellschaft tun, was auch Arbeit ist, aber keine bezahlte. Da sollten wir differenzieren, ob man zur Geldanschaffung arbeiten geht, oder um nützlich für die Gesellschaft zu sein. Nicht zu vergessen dabei, dass der größte Nutzen für die Gesellschaft durch das hervorbringen hervorragender Gesellschaftsmitglieder gewährleistet ist. Dies geht nur durch Zeitaufwendung, Liebe, Zuneigung, Bildung und gewisse Aufopferung für das jetzige Kind, das zukünftige nützliche Mitglied der Gesellschaft.

      Also, sprich entweder was gutes oder schweig ist die Richtlinie, die Muslime innehaben.
      Die zentrale Fragestellung lautet immer wieder: Bestimmt der Islam unsere Mentalität oder unsere Mentalität unser Verständnis vom Islam? Letztere werden ständig in Konflikt mit der Sunna geraten und versuchen sie historisch-kritisch zu interpretieren. Na dann viel Glück bei der Begegnung mit dem Gesandten Gottes. Entweder wird er dir ein Lächeln schenken, oder sich von dir abwenden.
      Der Islam konnte uns nur dadurch erreichen, dass ihre Vertreter sich niemandem und nichts gebeugt haben und keineswegs Feiglinge waren. Das Leben von Imam Abu Hanifa, Asch-Schafii, Ahmad ibn Hambel, Malik sind ein glänzendes Beispiel hierfür. Empfehle ich allen sie zu studieren.

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  28. Anonymous

    Salam alaikoum,

    ja akhi, du hast schon Recht, dass nicht jeder über den Islam reden sollte. Das ist leider bei vielen Unwissenden der Fall. Ich finde auch, dass eine Frau zu Hause bleiben sollte, aber so eine Frau wirst du hier in Deutschland sehr sehr selten finden.

    Wenn mir langweilig ist, lese ich auch ma ab und an was die Schwester für Beiträge veröffentlicht hat und ich finde auch, dass sie manchmal komische Sachen schreibt. Man sollte Nachsicht mit ihr haben. Ich mache auch Fehler, die ich hinterher bereue.

    Kann sein, dass ich die Dimension in der sich die Folgen ihrer Artikel abspielen nicht abschätzen kann. Vielleicht hast du Recht und viele Nicht-Muslime werden durch ihre Meinung stark beeinflusst und bekommen ein verzerrtes Bild vom Islam. Das kann ich so nicht beurteilen.

    Aber ich sehe auch, dass die Schwester nur das Beste für die Muslime will.
    Wir sollten uns nicht gegenseitig anschreien, sondern Ratschläge geben. Wie du bestimmt weisst, ist die “Religion Ratschläge”. Ich stimme dir in allen Punkten zu Bruder, aber du solltest auch wissen, dass niemand deinen Ratschlag befolgen wird, wenn du nicht das Herz deines Gegenübers ansprichst. Also vielleicht in der Form, dass du erstmal die positiven Aspekte ihres Artikels aufzählst und hinterher zu deinen Kritikpunkten kommst ohne dabei beleidigend zu sein. Das ist so meine Erfahrung, die ich mit Menschen gemacht habe. Wenn du sie von Anfang an anschreist, werden sie dir gar nicht zuhören wollen und hauen direkt ab. Ich weiss nicht, ob du das Buch “Enjoy your Life” schon gelesen hast aber ich kann es dir auf jeden Fall sehr empfehlen. Da steht wie der Prophet sas mit Menschen umgegangen ist und wie er (sas) die Herzen der Menschen erorbert hat. Wir sollten uns ein Beispiel an ihm (sas) nehmen.

    Dein Bruder
    Burak

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  29. Anonymous

    Sehr wahre Worte, Kübra.
    Bei fast jedem Satz habe ich gedacht: “Stimmt!”.
    Deine Gedanken und Erfahrungen habe ich auch alles seler gesehen.

    Reply
  30. Anonymous

    Salam Kübra!

    Mach weiter so, du sprichst von den Misständen, denen besonders
    muslimische Frauen ausgesetzt sind. Es gab neulich dazu beim arte-Sender
    eine Reportage, die sich mit dem Phänomen der käuflichen Liebe bei vor allem nordafrikanischen Männern beschäftigte. Dabei suchen sich diese meist gutaussehenden, jungen Männer eine europäische Frau (Urlaubsliebe) aus, um dann sich dann möglichst schnell mit ihr zu ehelichen. Dabei geht es ihnen leider von Anfang an nur um das Eine. Leider nutzen sie die Schwachstelle der Frau aus: ihre Sehnucht endlich geliebt zu werden, ihre mütterlichen Instinkte und ihre Gutmütigkeit. Ich saß da ganz anteilnahmslos, weil ich das vom “Hörensagen” schon kannte. Aber als sie dann eine junge, bildhübsche und hoch-gebildete Tunesierin zeigten ( mit franz. Pass) die einen Ehemann in ihrer Heimat suchte, einen Muslim, wie sie auch…jemand der ihrer Familie nicht fremd war der sie kurz nach der Hochzeit, schlecht behandelte und vieles Schlimmes ihr und ihrer Familie antat. Da wurde ich wütend, als sie nüchtern berichtete, dass er eine Französin schwängerte, um dann doch, trotz ihrer Scheidung, die franz. Staatsangehörigkeit zu erlangen. Ich habe mich gefragt, auch wenn die Armut und Perspektivlosigkeit der Männer in ihrer Heimat dazu treibt, herumzulungern und auf eine Gelegenheit zu warten…es trotzdem keine Rechtferigung dafür gibt! Der mangelnde Respekt zu Frauen ist ein Auslöser und weil Männer, sehr stark mit ihrem Ego kämpfen, wenn sie sehen, dass es ihre Frau geschafft hat und ausgeglichen ist und sie selbst eben nichts beweisen können.

    Ich perönlich habe an eine Hochzeit mit einem liberalen, assimilierten Mann gedacht. Da ist die Scham vor der Auslebung des Islams und wenn dann nur unter den 4 Wänden. Ein anderer, der 5 mal am Tag betete und alles einhielt, erstinkte mich fast mit seinen zu hohen Erwartungen, er wurde umgarnt von allen jungen Frauen, da er alles erfüllte, was eine muslimische Frau wollte. Diese Männer wissen das auch und suchen die ultimative perfekte Frau, die an Schönheit kaum zu toppen ist, beispielweise und noch nie einen Freund hatte, also fast Engelhaft ist.

    Dann gibt es noch die, die irgendwo in der Mitte sind, aber auch da muss man die Ethnitizität beachten, die Türken heiraten meist nur Türken, die Kurden nur Kurden, die muslimischen Inder bleiben auch nur unter sich. Oftmals erstickt die Liebe bereits im Keim, aus genau diesem Grund…

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  31. Anonymous

    Liebe Kübra,

    bitte veröffentliche auch vieles deiner Texte in englischer Sprache !
    Viel Erfolg für dich!

    Gruß

    Reply
  32. aisa

    Assalamu alikum,
    vielen Dank für den interessanten Artikel. Was auch Sorgen und Schwierigkeiten bereitet, ist der Umbruch der Gesellschaft und die Veränderung der Frauen. Schaut euch die Mütter unserer Brüder an. Diese sind meist ungebildet, häuslich und aufopferungsvoll. Viele Brüder denken, ja so soll meine Frau sein. Und wenn sie so eine nicht finden, dann wird sie eben importiert. Der Islam spielt gewiss eine zentrale Rolle für die Gestaltung der Ehe, doch lässt er vieles offen. Daher empfehlen die Gelehrten einen Ehevertrag, sprich im Vorfeld sollten die Erwartungen klar definiert sein. Ich bin eine gebildete muslimische verheiratete Frau mit einem Kind. Ich persönlich sehe es sehr bedenklich die Kindererziehung aus der Familie heraus zu geben. Die Einflüsse sind groß und die Kinder brauchen eine fürsorgliche Erziehung dringlicher als je zuvor. Dennoch ich will auch arbeiten. Warum will ich das? Weil der Beruf der Mama und Hausfrau von euch lieben Brüder nicht geschätzt wird, er wird nicht anerkannt. Schenkt ihr euren Frauen die Anerkennung, die ihr durch euren Beruf, eurem Gehalt und Ansehen in der Gesellschaft bekommt auch euren Frauen? Die Aussage wir wollen mit Männern konkurieren ist erbärmlich, vielmehr kommen hier die Ängste der Männer auf, von der Frau die viele Aufgaben gleichzeitig erfüllt, abgehängt zu werden. Es ist ein undankbarer Job. Stellt euch vor, ihr rackert euch jeden Tag mal mehr mal weniger ab und ihr erntet ständig nur Kritik und habt auch noch keinen Cent in der Tasche. Wie lange würdet ihr diesen Job machen? Keinen Tag länger! Doch Frauen sollen wie immer still sein, funktionieren und sich damit zufrieden geben. Ihr lieben Männer tragt eine gewisse Mitverantwortung, warum die Dinge so sind, wie sie sind.

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    1. mu'min

      As Salam u aleikum liebe Aysa,

      ich kann deinen Worten nur UNEINGESCHRÄNKT zustimmen. Wie wahr!! Genau das ist das Problem! Nicht wir Frauen sind so karrieregeil und flüchten von zu Hause/vernachlässigen das Heim (blablabla) usw., sondern wir sind dazu gezwungen, uns selbst zu versorgen wenn wir keine Geldsorgen und ein bisschen Anerkennung haben wollen. Leider wird einem von “außen” oft mehr Respekt, Anerkenntnis und Verständnis entgegen gebracht, als aus den eigenen vier Wänden. Ganz abgesehen davon, erfüllt sich nunmal nicht jede Frau nur zu Hause. Es ist absolut natürlich, dass auch sie einen Wissens- und Erfüllungsdrang hat. Und das muss nicht immer gleich heißen, dass man seine familiären/ häuslichen Pflichten vernachlässigt. Im Übrigen sind letztere nicht nur Frauenpflichten. In einem Hadith heißt es sinngemäß sehr schön, dass unser geliebter Prophet Muhammad (s.a.w.s) wenn er nicht gerade in der Moschee war, gewöhnlich zu Hause im Dienste seiner Familie. Leider gibt es heute solch edlen, demütigen Männer kaum mehr. Die “Männer” erwarten heute nur völlig ergebene und selbstlose Frauen, die keinerlei Selbstwertgefühl haben, ohne einmal in den Spiegel zu schauen und zu überlegen: Erfülle ICH eigentlich das islamische Ideal, das ich von meiner Frau erwarte??

      Liebe Brüder im Islam, erfüllt bitte eure islamischen Pflichten, bevor ihr uns Frauen kritisiert. Viele Frauen hätten es gar nicht nötig, sich von fremden Arbeitgebern ausbeuten zu lassen, wenn sie von ihren Männern/Familien adäquat versorgt, respektiert und wertgeschätzt würden und nicht immer als lästige Querulanten dargestellt würden, wenn sie einmal etwas Geld von ihren Männern verlangen! Im Islam darf die Frau sogar ungefragt sich an dem Vermögen ihres Mannes bedienen, wenn diese ihren vermögensrechtlichen Pflichten nicht nachkommen. Und im Islam wird sehr stark betont, dass Frauen legitime Bedürfnisse haben und dass Männer diesen nachkommen müssen, um Unheil zu verhindern.

      Schließlich ist noch hinzuzufügen, dass wir Frauen es einfach leid sind, stets stumm das verzerrte Bild vom Islam in den Medien und generell ertragen müssen. Dieses schlechte Bild wird noch genährt durch ungebildete Muslime, wo man sich oft denkt “si tacuisses…”. Es ist auch unsere Pflicht, als Frauen, den Islam würdig zu repräsentieren und Missverständnisse aktiv aufzuklären. Und das geht nunmal nur, wenn man sich in der Gesellschaft auch aktiv einbringt.

      Wassalam
      mu’min

      Reply
  33. yaprak

    Slm alyk liebe Kübra,

    vielen Dank für das Festhalten und die Publikation deiner Feststellungen. Es ist traurig zu wissen, dass so viele junge muslimische Akademikerinnen ein gemeinsames Problem haben.

    Ein leider immer häufiger auftretendes Phänomen hast du liebe Kübra hier zwar angesprochen, jedoch die Konsequenzen für die Betroffenen nicht aufgeführt: das Dilemma der Geschiedenen.

    In meinem Freundeskreis gibt es 4 geschiedene junge Akademikerinnen, die gerne wieder heiraten würden weil sie an die Institution Ehe glauben. Doch die gesellschaftlichen Normen hindern so manchen Mann daran, auch nur an die Idee zu denken, eine geschiedene Frau zu heiraten. Ich mag mich verbittert anhören, aber es ist wriklich traurig dass die Gesellschaft solche Frauen wie Aussätzige behandelt. Kränkungen erlebt man häufig von Frauen, die einem erklären wollen, dass sie einen ja gerne “vermitteln” wollten, es aber sehr schwer sei, einen Mann davon zu überzeugen, eine geschiedene Frau kennen zu lernen. Wenn es denn zu einer Vermittlung kommt, dann ist es oftmals mit einem Mann, der geschieden/verwitwet ist, Kinder hat und womöglich viel älter als man selbst ist. Bu mudur bize reva görülen?!
    Wo bleibt da das Wissen und die Praxis der Sunnah?!

    Die Hoffnung stirbt zuletzt sagt man. Allah kerim!

    Reply
    1. kübra gümüşay

      Salam liebe Yaprak.
      Vielen Dank für deinen sehr, sehr wichtigen Kommentar. Tatsächlich fehlt diese Perspektive. Im nächsten Text zu diesem Thema würde ich dich gerne zitieren, wenn du erlaubst. Wäre das in Ordnung?
      Liebe Salams!

      Reply
  34. mervykay

    Danke für deine Offenheit zunächst!

    Deine französische Freundin denkt nur, sie könnte polygam leben, weil sie sich in einen Mann verliebt hat, der sie wahrscheinlich mehr schätzt, als seine Ehefrau, diese aber nicht verlassen will.

    Kein Mann wünscht sich eine polygame Beziehung, wo zwei Frauen gleichberechtigt sind. Männer wollen eine “richtige” Frau und eine “zum Spaß” Frau..Ehefrau und Affäre, denn das fordert sie heraus.

    Männer sind genauso primitiv, wie man denkt. Bei manchen ist nur die feminine Seite stärker ausgeprägt.

    Reply
  35. Pingback: DER MUSLIMISCH-AKADEMISCHE HEIRATSMARKT (TEIL 2) | ein fremdwörterbuch

  36. Sara

    Dieser Artikel spricht einem aus der Seele! Wie auch in dem Artikel beschrieben muss man sich als erstes losgelöst von diesen ganzen Normen, Regeln etc…der Gesellschaft losgelöst für sich selbst entscheiden…Was für einen Mensch brauch in an meiner Seite…immerhin sprechen wir hier von einer Person mit der wir nicht nur die Dunya, sondern auch die Akhira verbringen werden….Die Hälfte der Religion….Doch dies wird in dieser heutigen Gesellschaft immer schwieriger….Auf jeden Einzelnen lastet in unseren Kulturkreisen der Gesellschaftsdruck mit seinen eigenen Vorstellungen,die völlig surreal ist und garnicht komform mit den Gesetzen des Islams…schön das man heiratet um Mama und Papa glücklich zu machen, damit sie die Gesellschaft zufriedenstellen….und hauptsache ich bin unglücklich und weiß das ich gerade einen Contract für eine lebenslängliche Haft abgeschlossen habe

    Reply
  37. Pingback: Mehr muslimische Männer braucht das Land » 500 Worte

  38. me

    Ein wertvoller, wunderbarer treffender Beitrag von NAK, er hat die Probleme erkannt und spricht uns glaub ich allen 1:1 aus dem Herzen:

    http://www.youtube.com/watch?v=UY6YIEScVWw

    Nouman Ali Khan:”The Jahilyya of Matrimonials or Light skinned Muslima seeking Muslim Doktor”

    Für alle, die Lösungen suchen. VERY VERY GOOD !!!!!!!!!!!!!!!!

    Reply
  39. me

    NAK: “You’re not ready to marry as long as you don’t show some responsibilty and be able to stand your own feet.”

    Reply
  40. Ich

    Ich würde gerne noch etwas an die muslimischen Männer schreiben, die mir doch eher gegen arbeitende Frau eingestellt zu sein scheinen.
    Ich erkläre den Drang nach “Emanzipation” (ich hasse dieses Wort, aber damit lässt es sich wohl am plumpesten beschreiben) anhand eines Beispiels: Anhand mir.
    Zunächst einmal zu meinen Eltern: Mein Vater, hochgebildet, sehr intelligent, und meine Mutter. Meine Mutter hatte als Kind genau das, was hier viele schreiben, nahegelegt bekommen: Du brauchst keinen akademischen Fortgang, wenn du einen guten Moslem heiratest, dann wirst du Erfüllung in der klassischen Rollenverteilung finden.(Wobei ich sagen muss, dass ich diese Form des Zusammenlebens auch schon immer als sehr schön empfunden habe.) Ihr wurde also jeglicher universitärer Abschluss verboten mit genau der Begründung, und das soll bitte nicht als Beleidigung erfasst werden, die oben oft mithilfe von Sunna und Koran formuliert wurde. Also heiratete sie als bildschöne junge Frau (eine weniger schöne hätte bei ihm wohl keine Möglichkeit gehabt) meinen Vater, augenscheinlich sehr religiös, mit einem tadellosen Ruf, einem sehr guten Beruf und wundervollen Manieren. Also absolut perfekt, in allem was er tat und tun wollte. Dann wurde er aufgrund seiner beruflichen Leistungen nach Deutschland berufen, und so kam es, dass meine Eltern hierher zogen. Vollkommen alleine, nur ich und meine Eltern waren nach Deutschland gekommen, begann mein Vater wohl etwas pathetisch ausgedrückt “Sein wahres Gesicht zu zeigen”. Was er genau 13 Jahre lang machte, das werde ich trotz seiner unsagbar grotesken und grauenhaften Taten aus Respekt vor ihm nicht schreiben. Nach knapp 13 Jahren stand also meine Mutter alleinerziehend mit 3 Kindern, keiner beruflichen Aussicht und ohne Familie und Freunde da und musste vollkommen ohne Hilfe zurechtkommen. Ohne die ständige Hilfe der wundervollen Gottheit die wir alle immer aber nie genug anbeten hätten wir es wohl nie geschafft. Und jetzt komme ich zu dem entscheidenden Punkt: Warum meine Mutter 13 Jahre lang alle Demütigung der Welt ertragen hat. Sie war abhängig, absolut. Finanziell, sprachlich, emotional. Dies hat mein Vater sehr genau gewusst und noch gewissenhafter ausgeschlachtet, bis sie trotz der Widrigkeiten die Scheidung eingereicht hat.
    Meine Mutter hat mir schon von Kindesbeinen an erklärt, warum eine gute Bildung so unbezahlbar wichtig ist für eine Muslima: Damit sie nie, niemals abhängig wird.
    Der Koran, also auch Gott höchstpersönlich bürdet allen Muslimen die Pflicht (nicht Sunna, sondern Pflicht) auf, so viel Wissen wie möglich anzusammeln. Wissen ist Demut, Wissen ist Gottesliebe, Wissen kann ein unendlicher Quell immerwährendes Gebets sein. Jeder Ehemann, jedes Elternpaar, dass seiner/m Frau/Kind dies verbietet, handelt gegen Gott und damit gegen die von ihm gesetzten universellen Regeln. Wir leben in einem Land, in dem jeder die Möglichkeit hat, die höchste Form der staatlichen Bildung zu erlangen und Akademiker/in zu werden. Wer diese Chance nicht nutzt, ist selber schuld. Ich glaube, es ist auch sehr verständlich, dass eine Frau, die jahrelang studiert hat, diese Qualifikation auch gebrauchen will, auch wenn die Beziehung schön ist. Nachvollziehbar, dass sie Erfüllung und Glück in einem Beruf, der sie fasziniert und fordert, findet. Gleichzeitig sollte die Familie aber tatsächlich nicht zu kurz kommen, jedoch lässt sich dies wunderbar durch die Hilfe der Familie und vor allem durch die des Ehemannes kompensieren. Zu einer Ehe gehören zwei, Männer dürfen sich nicht hinter ihrer Arbeit verschanzen und sich vollkommen aus Haushalt raushalten.

    Nun stehe ich kurz vor meinem Abitur und möchte, inschaallah, wenn möglich Medizin studieren, um dann mein absolutes Bildungsziel zu erreichen. Ich möchte Rechtsmedizinerin werden. Nichts auf der Welt, keine Maschine, kein Lebewesen ist so komplex und wunderschön wie der menschliche Körper. Und genau diesen möchte ich erforschen, Schicht um Schicht, Tag und Nacht, auf das mein immerwährendes Gebet nie anhalten möge, Inschaallah.
    Ich mache mir keine falschen Hoffnungen, mein Ehemann muss für mich jedoch intelligent, schön und gerecht sein. Und alle drei Kategorien sind äußerst subjektiv und überhaupt nicht planbar oder vorhersehbar. Ich möchte Kinder bekommen, aufgrund der extrem lagen Studienzeit wenn möglich auch während des Studiums, ich möchte die ersten 2-3 Jahre vollkommen bei ihnen, für sie da sein. Ich möchte in der Mutterrolle aufgehen und eine schöne, intelligente und gerechte Ehefrau sein. Ich habe kein Bedürfnis danach, mein Leben lang nur einer Tätigkeit nachzugehen, ich möchte Phasen erleben, in denen ich vollkommen zuhause bin und Phasen, in denen sich meine 12 Jahre langen Anstrengungen auszahlen, in denen ich arbeite. Doch immer möchte ich für meinen Mann da sein, ihn beraten, ihn trösten und mit ihm lachen. Genauso erwarte ich aber auch dass er für mich eine Stütze ist, dass er mir mit unseren Kindern und mit unserem Haushalt hilft. Ich glaube, dieses Ideal ist gar keins, es ist extrem leicht, es zu erreichen, nur erwarten wir alle zu viel und reflektieren zu wenig, nehmen zu viel und geben zu wenig.

    Deshalb, ihr wundervollen, religiösen, wunderschönen Männer da draußen: Seid stolz auf unabhängige, schöne, selbstbewusste und gebildete Muslimas. Sie repräsentieren und praktizieren den Glauben auf eine unglaublich religiöse, seltene Art und Weise. Ein wahrer Mann muss sich weder vor Selbstbewusstsein, noch vor einer arbeitenden Frau fürchten.

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