VOR DER BOSNISCHEN MOSCHEE IN BERLIN.

8 Comments VOR DER BOSNISCHEN MOSCHEE IN BERLIN.

  1. Anonymous

    Sensible, emotionsgeladene Thematik. Und dass mir etwas am Kunstprojekt und den Kommentaren missfällt, zeigt mir, dass auch ich nach einer Weile in BiH diesbezüglich zu emotional bin, als dass ich hier eine objektive Aussage treffen könnte. Trotzdem will ich zum Kunstprojekt und den Kommentaren ein paar Worte verlieren, weil ich es nicht unkommentiert bleiben soll.
    Ich habe das Gefühl, dass Srebrenica hier politisiert wird. Es wird genutzt, um bestimmte Thesen über die UN zu stützen. Ich will gar nicht sagen, dass das die Intention des Kunstwerkes ist und dass es einem gewissen Kontext eine wichige erinnernde Funktion einnimmt. Außerhalb dieses Kontextes läd es allerdings zu Interpretationen ein, die sich in den Kommentaren recht gut wiederspiegeln. Ich finde es falsch und unfair, Srebrenica zu nutzen. Vor dem Vergessen zu bewahren wäre weniger nutzen als dienen. Doch auf welche Weise werden wir denn erinnert? Und es das wirklich nur „vor dem Vergessen bewahren“? Das Kuntswerk wirkt auf mich wie ein schwammigen Symbol mit bestimmtem Interesse, und das darf Srebrenica nicht werden. Sonst entstehen Legenden auf allen Seiten, die weniger mit Wahrheit als mit Politik zu tun haben.
    Und Legenden schaffen Unterschiede. Unterschiede verhindern ein Wir. Und kein Wir bedeutet eine misstrauende Basis, die ein voneinander lernen unmöglich macht.
    Zum Ende nochmal: Wie gesagt, nicht objektiv und ohne Anspruch auf Wahrheit. Und danke fürs posten!

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  2. kübra yücel

    Hallo Anonym,

    ich gebe zu: Ich habe nicht länger kritisch über das Projekt nachgedacht. Aber wenn ich jetzt im Nachhinein meine Gefühle und Gedanken reflektiere, stellt sich für mich Folgendes heraus:

    Das Projekt ist politisch. Für mich hat es nie den Anspruch erhoben ein Mahnmal für die Grausamkeiten in Srebrenica zu sein.

    Unausweichlicherweise aber erinnert das Projekt an das Geschehene. Deshalb auch der Kommentar von Chajm. Ich denke, nicht, weil er darin die Absicht des Projektes sieht, sondern weil er – auch aus seinem persönlichen Hintergrund (siehe sein Blog) heraus – auf einen generellen gesellschaftlichen Missstand hinweisen wollte. (Das unterstelle ich ihm hier einfach mal, da kann er mir natürlich gerne widersprechen)

    So war das kurze “Gespräch” unter dem Bild eigentlich losgelöst von der Politik. Dass es bei dem Pillar Of Shame-Projekt nicht primär um das Erinnern geht, war – hoffe ich zumindest – klar.

    Dennoch: Du hast sehr recht mit deiner Kritik, denn sie besteht ja indirekt auch aus der Forderung ein Mahnmal zu schaffen, dass tatsächlich und wirklich erinnert. Kein Vermischung mit politischen Absichten, die dem Geschehenen in keinster Weise gerecht werden – wenn ich das richtig verstanden habe. Und darin stimme ich mit dir absolut überein. :)

    Und dein Einwand ist sehr interessant. Vielen Dank dafür. Ich glaube nämlich, dass du ganz richtig festgestellt hast, dass die Differenzierung Erinnerungsmahnmal und Politikum ganz häufig nicht vorgenommen wird. Das Projekt wird mancherorts als Erinnerungsmahnmal verstanden. Das wäre/ist fatal.

    Vielen Dank nochmal!

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  3. Chajm

    Nun, wie Anonymus schon richtig erkannt hat, handelt es sich hier um Kunst und nicht um ein Mahnmal (mit politischem Charakter). Srebrenica wird hier thematisiert und auch was geschehen ist und es ist unzweifelhaft, dass die UN Teil des Geschehens war und diese Rolle kann man hinterfragen. Kunst kann einen Anreiz dazu schaffen. Das trifft noch keine globale Aussage zu den UN Truppen; bringt jedoch die Ereignisse wieder in die Erinnerung zurück.

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