BILD DIR DEINE MEINUNG ÜBER DIEKMANN

Man achte auf den Notausgang. So nett, wie auf dem Bild, waren wir nicht zueinander.

Kai Diekmann, Bild-Chef. Der Typ ist einfach mal erfahren, irre abgebrüht und kumpelhaft. So wie der Böse in der Klasse, den man halt mögen muss. Viele aus Angst, die meisten aber, weil sie nicht wirklich glauben wollen, dass er böse ist. Aalglatt ist er. Doch unter der dicken Schicht Haarschaum verbirgt sich eine krause Lockenmähne. So glatt ist er dann doch nicht.

Am Dienstag war Diekmann in die German Society der Universität Oxford eingeladen. Der Saal ist voll. Und die erste Überraschung erleben wir gleich beim Eintreten: Neuerdings trägt Diekmann einen Bart zu seiner Hornbrille – um sich, etwas spät, von Guttenberg abzusetzen? Der Chef des Boulevard-Blatts, das unter anderem für seine Schlagzeilen berüchtigt ist, haute an diesem Abend eine Schlagzeile nach der anderen raus.

Seine Rede über Zeitungsmarkt, Internet, Verantwortung und Bild, Bild, Bild beginnt er mit den Worten: “Meine Damen und Herren, ich stelle fest. Volker Kauder hat Recht. In Europa wird Deutsch gesprochen, auch in Oxford.” (Anlehnung an
diese Aussage) Es ist klar: Wir sollen heute mehr lachen und weniger denken.

Bild ist mächtig. Das weiß Diekmann, er sagt es aber nicht an diesem Abend. Sondern behauptet eher, die Bild-Zeitung zeige wie Deutschland ticke. “Nicht andersherum”, frage ich? Um das Wort “Macht” macht er also einen grossen Bogen, redet aber eigentlich den ganzen Abend nur darüber:

Dem Zeitungsmarkt gehe es schlecht, Auflagen sinkten – nur die Bild nicht! “Wir haben 45% Marktanteil an verkauften Zeitungen am Kiosk”, sagt Diekmann nicht ohne Stolz. Fast jede zweite Zeitung, die über den Tresen wandert, ist also die Bild. Und selbst Online sei Bild das meist besuchte “Nachrichtenportal”, noch vor SpiegelOnline.

Fernsehen sei fragmentiert, es gebe keine nationalen Gemeinschaftserlebnisse mehr, wie etwa vor zwanzig Jahren: “Wenn ich in der Schule meine Freunde fragte, wie sie gestern Abend Dalli Dalli fanden, dann konnte ich sichergehen, dass spätestens der Zweite die Sendung auch gesehen hatte.” Fernsehen ist kein Gemeinschaftsmedium mehr – aber die Bild schon! Nach dem Ende von “Wetten, dass” wird die Bild – so Diekmann – das letzte Medium sein, das derart bündelt und die Nation “zusammenhält.”

“Bild”, die letzte deutsche Hoffnung also. Das sei eine “grosse Verantwortung”, sagt Diekmann. Apropos:

Wie halten Sie es mit der Verantwortung, Herr Diekmann? Es folgen eine Reihe von Beispielen, bei denen Bild vorbildlich agiert habe (zum Beispiel die Nicht-Berichterstattung über Bürger, die in Scharen ihr Geld von den Banken abheben, um damit eine Panikwelle und also eine Finanzkrise zu verhinden). Egal welche Frage, welche Kritik: Die Bild hat aber auch diese und jene gute Sache gemacht, so schlimm kann sie dann ja eigentlich nicht sein.

Volksverdummung? Aber die Bild stellt doch jedes Jahr einen zeitgenössischen Künstler ganzseitig vor und lässt ihn die Seite gestalten. Und zu 9/11 gab es eine ganze vollgeschriebene Seite, die “ich bis heute nicht verstanden habe”, so Diekmann.

Rassimus und stereotypisierende Darstellung? Aber die Bild hat doch die Kooperation mit der türkisch Boulevard-Zeitung Hürriyet, zu dem 50. Jubiläum zum Anwerbeabkommen hat die Bild doch jeden Tag erfolgreiche Türken vorgestellt und ausserdem schreibt jede Woche ein türkischer Kolumnist im Blatt – als ob türkisch-stämmige Kolumnisten DIE Erfindung des Jahres wären. Als ob der jüdische Nachbar von Antisemitismus befreit.

Herr Diekmann, Ausnahmen bestätigen die Regel. Und ihre Beispiele sind nichts mehr als Ausnahmen. Übrigens, als ich auf Ihre “Türkenfreundlichkeit” erwiderte, wie es denn komme, dass Sie die Namen deutscher Täter zu türkischen änderten, wiegelten Sie ab. Das stimme nicht. Nun hab ich den Bildblog-Eintrag rausgekramt und entdecke zudem, dass die “Bild” für die diskriminierende Namenswahl vom Deutschen Presserat gerügt worden ist. Lesen Sie hier – schicke ich Ihnen aber auch gerne per Mail zu.
Vermutlich antworten Sie jetzt wieder: “Wo gearbeitet wird, werden auch Fehler gemacht.”

Anzeigenjournalismus? Unbestechlich sei die Bild in diesem Zusammenhang. Einmal habe eine Auto-Firma bei der Anzeige gebeten, auf der Seite keine Unfälle zu veröffentlichen. Diekmann: “An dem Tag habe ich alle Unfälle, die ich finden konnte, um die Anzeige herum veröffentlicht.”

Der Saal lacht. Diekmann hat es geschafft. Er ist der sympathische Böse, der Freche. Er rühmt sich als “Hauptarbeitgeber des deutschen Presserates” und findet das cool, weil er anschliessend all jene Beschwerden aufzählt, die der allgemeinen Belustigung dienen. So wie der Deutschlehrer, der sich über die “Wir sind Papst”-Schlagzeile (as Ratzinger Papst wurde) beschwerte, da dieser Satz 1. grammatikalisch falsch und 2. auch inhaltlich nicht wahrheitsgemäss sei, da ja nicht alle Deutschen Papst seien.

Ja, lustig. Aber darum geht es nicht. Trotzdem ist der Abend gespickt mit vielen cleveren Bild-Schlagzeilen, belanglosem Smalltalk-Wissen (“1955 war die Lieblingsbeschäftigung der Mehrheit der Deutschen aus dem Fenster zu schauen, heute ist sie Fernsehen”) und natürlich Belustigungen auf Kosten anderer: Zum Beispiel liest uns Diekmann die Übersetzung der Miss South Carolina-Antwort auf die Frage, warum jeder fünfte Amerikaner die USA auf der Weltkarte finden könne, vor. Im Saal lachte aber kaum jemand. Nicht weil Oxford-Studenten von Schadenfreude-Voyeurismus ausgenommen wären, sondern weil alle das Video schon gesehen hatten (bei knapp 53 Mio. Klicks kein Wunder…).

Die letzte halbe Stunde des Abends füllt Diekmann übrigens mit Lobeshymnen auf die Taz. Die “andere Boulevardzeitung”, weil sie so tolle Titelseiten haben (Als Merkel erste Bundeskanzlerin wird titelt die Bild “Miss Germany”, die taz “Es ist ein Mädchen”.). (Mehr über den Taz-Bild-Schlagabtausch
hier.) Das macht er klug und raffiniert. Indem er von der Boulevardisierung der traditionellen Blätter wie FAZ und Süddeutsche erzählt, rühmt er sich, die Bild. Bild, Süddeutsche, FAZ, Taz – alle in der gleichen Kategorie. Nur die Bild kann in dieser Reihe gewinnen als der erfolgreiche und bewusst anstossende Vordenker. Klar.

Dabei ist doch nun auch wissenschaftlich bewiesen, dass die
Bild gar keine Zeitung ist.

Schade, Herr Diekmann, dass Sie so furchtbar gut herumreden, zutexten und witzeln können. Das macht es schwer, Sie nicht zu mögen:

Bildcredit:blog.druckerey.de

Auf Facebook und Twitter sammelte ich Fragen an Diekmann. Hier einige Antworten, die nicht oben in den Text eingebaut sind.

Barabara, die Fritzl-Familienbilder hat er nicht, meint er. Dianas Unfallbilder übrigens auch nicht. Und Fabs, er verwendet kein Gel, sondern Haarschaum. Yasemin: Zu ihrer Meinung komme die Bild-Redaktion durch Diskussionen. Mehr war – trotz beharrlicher Nachfragen eines Zuhörers – nicht herauszukriegen.

Auf meine Frage, für wie dumm er die deutsche Gesellschaft halte, bekam ich übrigens auch keine abschliessende Antwort. Aber wenn Taten sprechen, braucht man ja keine Worte vergeuden.

HAUBENRENNEN

Das sind die Herzballons mit Glückwünschen unserer Freunde auf dem Weg in den Himmel.

Und hier ein unveröffentlichter Text aus meiner Single-Zeit. Meine Güte, wie die Zeit rennt.

Es ist Samstagmorgen, die Vögel zwitschern. Die Sonne scheint durch das WG-Fenster. Ich wache glücklich auf. Gestern hat die stressige Uni-Prüfungszeit endlich ihr Ende gefunden. Yey! Um das zu Feiern versammelten wir uns mit Freunden im WG-eigenen Garten. Ich kochte ganz viel Essen mit echtem (!) Gemüse. Und wir tranken marokkanischen Tee mit frisch gepflückten Minzblättern. So entspannt, so stressfrei. Heute Morgen habe ich eigentlich allen Grund glücklich zu sein. Aber man soll den Tag bekanntlich nicht vor dem Abend loben.

Auf meinem Weg ins Bad werde ich von meinen Mitbewohnerinnen aufgehalten. „Kübra, schau! Arzus Cousine hat geheiratet“, rufen sie. Oh nein. Ich sehe es kommen. Das wird ein langer Morgen. Ich lasse mich also ins Zimmer zerren und erblicke vier junge Mädchen in Pyjama, um die Zwanzig, die vor dem Laptop hocken und Hochzeitsbilder analysieren. Serra, mit 19 die Jüngste und Kleinste in unserer Runde, gibt eine detaillierte Kritik des Brautkleides zum Besten. Das kann sie, das quirlig, selbstbewusste Mädchen ist schließlich Expertin. Ihr Verlobungskleid hat sie bereits ausgesucht, das Hochzeitskleid sowieso. Die Band auch. Karmate aus der türkischen Schwarzmeerregion soll es werden. Eigentlich ist alles vorbereitet, nur der passende Mann fehlt. (Den Front-Sänger in Karmate findet sie verdächtig toll.)

Den will Serra in fünf Jahren kennenlernen, nachdem sie idealerweise ihren Master in Harvard beendet hat und zur Promotion nach Oxford zieht. Sie hat Träume, sie ist ambitioniert. Genau wie ihre Hochzeit sind nämlich auch die nächsten zehn Jahre ihrer Karriere bis ins letzte Detail verplant. Ihr Zukünftiger soll ein junger, praktizierender Muslim, intelligent und voller Energie sein. Und wenn sie ihn trifft, dann will sie um seine Hand anhalten. Warum nicht? Khadijah, die erste Frau des Propheten Muhammed, hatte es ja auch so gemacht.

Mittlerweile haben sich meine Mitbewohnerinnen vor dem Laptop darauf geeinigt, dass das Make Up okay, die Braut selber hübsch, das Brautkleid aber ein Desaster ist. Wow, das ging schnell. Meine Mitbewohnerinnen werden immer professioneller – es gibt aber in letzter Zeit unheimlich viele Hochzeiten zu analysieren. Gefühlte hundert Freundinnen haben sich verliebt, verlobt und geheiratet.

Erst vor einigen Tagen ging das Gekreische an der Uni los, als eine äthiopische Freundin ihren Verlobungsring hochhielt – ihr Freund hatte ihr einen romantischen Antrag in einem Schloss in der Nähe von London gemacht. Und meine beste Uni-Freundin gestand mir, dass sie endlich Mr. Right gefunden habe – auf einer muslimischen Partnervermittlungsseite. Ach ja, einer anderen Freundin hatten die Eltern letzten Sommer „zufällig“ jemanden vorgestellt. Seit zwei Monaten sind die beiden nun glücklich verheiratet und ziehen durch die Welt. Meine Güte. Alle rennen unter die Haube. Ist denn da so viel Platz?

Ich bin irritiert. Manche sagen mir, dass es doch noch viel zu früh ist, um über das Heiraten überhaupt nachzudenken – „Du bist doch erst 21!“ – und andere geben mir zu verstehen, dass ich mich beeilen sollte. „Als ich so alt war wie du, dachte ich auch, dass ich noch ewig Zeit hätte. Aber glaub mir, kaum dass du dich versiehst bist du 30. Und dann gefällt dir kein Mann mehr.“ Ach, das stresst mich alles so. Ich will doch nur meinen ersten Prüfungs-freien Tag genießen. Ist das zuviel verlangt? Und wenn ich jemanden kennenlerne, dann lerne ich halt jemanden kennen. Basta. Wie das alles genau ablaufen soll, weiß ich auch nicht. Aber das weiß man eh nie vorher.

Ich stehe auf und gehe ins Bad. Einige Minuten später bin ich aber wieder draußen im Flur. Grinsend und mit der Zahnbürste im Mund beobachte ich meine geliebten Mitbewohnerinnen: Sie tanzen in Pyjama und mit zerzausten Haaren an einem Samstagmorgen einen türkischen Volkstanz zu türkischer Volksmusik, die das Haus beben lässt. Ich glaube, da baut jemand Stress ab.

NOCH EINMAL SCHLAFEN.

Seit Tagen hocke ich in der Bibliothek und lese, lerne, schreibe, um zu lesen, zu lernen und zu schreiben, weil ich Lesen, Lernen und Schreiben muss. Deshalb weiß ich eigentlich nicht, warum ich mir meinen Terminplaner griff, um zu schauen, was morgen so ansteht. Denn ich weiß doch, morgen werde ich lesen, lernen und schreiben, um zu lesen, zu lernen, zu schreiben… aber nein, siehe da: Feiern!
Morgen wird dieses kleine Internetbüchlein hier – ein fremdwörterbuch – zwei Jahre alt! Vor zwei Jahren ärgerte ich mich über die Glatzköpfe am 1. Mai und die “Schleiereulen”-Frau, die mir die Laune verdarben und diesen Blog einbrockten – zum Glück! Liebe Nazis und islamophobe Fahrraddame, danke dafür! Ich wusste doch, ihr meint es nur gut mit mir.

So, bevor ich mich nun gleich wieder ins Uni-Nirvana stürze, nehme ich mir etwas vor, das ich unmöglich einhalten kann: (Doch indem ich das blogge, setze ich mich unter Druck, was dann tatsächlich zu einem Ergebnis führen könnte.)

Morgen, zum 2. Bloggeburtstag, werde ich eine Überraschung posten!

Koffeinhaltige Grüße aus dem Bücherstaublager!

PS: Das Bild war lange mein Bildschirmhintergrund, weil es mich an Istanbul, meine liebste Schwester, tolles Wetter, eine tolle Länderrundreise, liebe Menschen, das Kind in mir und an eine wunderbare Zeit erinnert. Die perfekte Ablenkung also!

FILM ZUM FREITAG (3) //////////////////// THE STRING PUPPET

Lebenszeichen an die Zivilisation. Ich melde mich aus der Uni-Versenkung, dem Hausarbeiten-Dschungel. Weil heute Freitag und damit Zeit für den Film zum Freitag ist, habe ich mich rausgekämpft.

Apropos Dschungel. Eva von Hurra sendet Videogrüße aus dem Regenwald mit einer sehr beeindruckende Aufnahme mitten aus der Natur.


Eben erfuhr ich, dass der Artikel “Allahs digitale Gemeinde” auf taz.de online ist. Dort wurde ich ursprünglich falsch zitiert, doch das haben die von der taz netterweise schnell geändert. Trotzdem war ich unglücklich mit dem Artikel:

Es ist sehr schade, dass MyUmma in dem Artikel nicht zu Wort kommt. So besteht der Artikel nur aus einer Außenansicht von MyUmma. Interessanter wäre es gewesen, die Macher selber sprechen zu lassen. Doch ich glaube, da gibt es aber keinen bösen Willen von Seiten der taz. Das lief alles wohl etwas unglücklich, wurde mir erzählt. Vielleicht wird sich Ferit Abi von MyUmma aber noch auf dem MyUmma-Blog dazu äußern.

Und um das mal klar zu stellen:
Ich finde MyUmma toll! Die Plattform bietet jungen Muslimen die Möglichkeit sich untereinander auszutauschen, Netzwerke zu bilden und sich zu engagieren. Genau wie StyleIslam steht MyUmma für eine kreative, offene und gebildete Generation junger Muslime, die selbstbewusst ihre Religion lebt und sich als Teil der deutschen Gesellschaft versteht. Ganz ohne Widerspruch. Das ist der muslim lifestyle. Daher hatte ich mich damals besonders gefreut, als ich den Blog-Wettbewerb von MyUmma als Jury-Mitglied unterstützen durfte.

UPDATE: Die taz hat bei Ferit Abi von MyUmma angerufen, hier die Twitter-Nachricht:“Bin überrascht – taz.de meldet sich Samstag abend um ca. 22:00 und entschuldigt sich für die unzureichende Recherche und die Konsequenzen.” Mich freut es sehr. Die taz – das muss man ihr unbedingt lassen – ist, wie ich hier schon schrieb, der absolute Vorreiter in Sachen Dialog und Austausch mit Minderheiten in Deutschland – nicht nur die Muslime betreffend. Und sie haben einen guten Willen, wie ich oben schon erwähnte. Danke, liebe taz! Und lieber Herr Schulz!
(Samstag, 08. August 2009)

Dass ich selber kein Mitglied bei MyUmma bin, liegt daran, dass ich schon ausreichend im Netz unterwegs bin mit StudiVZ, Facebook und diesem Blog hier. Bekanntlich führt diese erhöhte Internetaktivität zu diesem Resultat. Und: Um etwas gut zu finden, muss man nicht Mitglied sein.


Zum Thema:

Der dieswöchige Film zum Freitag wurde von Alexander Frank im Rahmen der Berlinale Talent Campus Garage Studio 2008 produziert. Frank ist ein noch sehr junger (27-jähriger) Regisseur. Bei Garage Studio als einer von vier Regisseuren mit Unterstützung eines professionellen Teams arbeiten zu dürfen, ist ein toller Karrieresprung. Die Idee zu seinem Kurzfilm kam ihm wohl über Nacht. Sagt er jedenfalls. Außerdem sagt er über seinen Film: “Es ist ein Film, der überraschen wird” und untertreibt damit.

“The String Puppet” ist irritierend und eindringlich zugleich. Der Kurzfilm handelt von zwei Soldaten, die auf einen Kindersoldaten treffen. Die fast unerträgliche Spannung versucht einer der Soldaten durch das Vorführen eines Puppenspiels aufzulockern – bis… Wie Frank bereits sagte, der Film ist sehr überraschend. Seht selbst. Ich jedenfalls verschwinde jetzt wieder in der Versenkung.

THE STRING PUPPET – Alexander Frank

Hällow. I just wanted to say, that I’m still alive. University is holding me captive. But fortunately I managed to escape to feature this weeks Friday Film: The String Puppet by Alexander Frank. Read more about the film and the director here and here.

Sorry, for keeping the English version so short. University is knocking at my door. Help!

DIE FOTOKABINE ODER: DIE LETZTE UNI-WOCHE

Mit Photobooth kann man jeden Tag ein Foto von sich machen und mit der Welt teilen. Erinnert mich sehr an das hier. Jedenfalls finde ich: Eine gute Idee! Bei Kopftuchträgerinnen allerdings gestaltet sich das Ganze etwas schwierig: Zum Photoboothen braucht man eine Webcam und Internet. Beides gibt es zwar Zuhause, dort trägt frau aber nur selten ein Kopftuch. So photoboothed man (wie ich hier) nur sehr unregelmäßig. Am liebsten jedoch auf dem Campus-Gelände, wo man eh am Labby hocken und Unmengen an Hausarbeiten, Essays und Referaten schreiben muss. Beispiel: heute. Die Photobooth-Bilder findet übrigens Ihr in der rechten Leiste unter UND HEUTE.

Diese Woche ist übrigens meine letzte Uni-Woche. Und erstmal auch die Letzte für (höchstwahrscheinlich) das nächste Jahr. Ab September geht es nämlich an eine Uni im Ausland. Wohin genau kann ich noch nicht verraten, aber über Wohnungssuche, Umzug, Uni und das Leben dort werde ich Euch zwischendurch bestimmt was erzählen.

Notiz: Die Hjarnø Insel-Bilder gibt es sehr bald hier zu sehen.

Photobooth is such a cool application. You can take a picture of yourself everyday and share it with the world. However it is not so easy to use when it comes to women who wear the hijab – as we normally don’t wear hijab at home. That’s why I tend to take Photobooth-pictures at university (look here) while I’m working on my laptop.

This is week is my last (!) week of university for one year: I will leave Hamburg to study a year abroad in September this year. I can’t tell yet where exactly (I’m a little superstitious concerning this because usually things don’t work out when you tell too many people. That is absolutely irrational, I know) But I’ll let you know very soon iA.

Note: The Hjarnø island-pictures are coming soon.

EIN ♥ FÜR BLOGS / BLOGGERVALENTINSTAG

Ich vergaß fast: Heute ist Ein-♥-für-Blogs-Tag! Und nun sitze ich auf der Campuswiese, aß soeben Mittagsfrühstück und soll schreiben, welche deutschsprachigen Blogs ich gerne lese.
Das sind eigentlich alle, die bei mir unter FREUNDESWOERTER stehen: Akifs Welt, Alex’ Giraffe, Christophs Leben, Lenas Dreisekunden, Marias Fernweh, Nicos Geslamme, Oigns Osten, Omars Kekse, und ganz besonders gerne Oskars Milliarden.

Aber außerdem: Lauras Tagträumerei, Nicoles Mädchen, Evas Hurra, Christophs ki, Romans Elefanten, das Überding, Kaminers Geschichten, Inas Filme und eigentlich würde ich diese Liste fortsetzen wollen, doch mein Rücken braucht Bewegung. Nach einer Stunde Lehne werden Bäume eher ungemütlich.

Sonne, Wiese, Baum, Uni, Baum, Wiese, Sonne

KRIMSKRAMSPOST

Wer lange nicht bloggt, kann nur Krimskrams-Posts schreiben. Es passiert einfach zu viel im Leben. Oder man möchte zu viel sagen.

 

An der Uni und am Bachelor herumnörgeln – darin war ich in den vergangenen drei Semestern einsame Spitze. Doch dann kam die ultimative Wende…

Letzte Woche fing nämlich das vierte Semester an. Und – oh Wunder! – ich habe nun endlich das Gefühl, so richtig zu studieren. Wissen vertiefen, nach Interessen gehen, Schwerpunkte setzen!

Ich habe so tolle Fächer wie “Islam und Politik”, “Angst in der modernen politischen Theorie und im modernen politischen Denken” oder “European Neighbourhood Policy”. Wie funktioniert Politik in mehrheitlich islamischen Ländern wie der Türkei, Indonesien oder Pakistan? Wie wird mit Angst Politik gemacht? Wie ist die EU-Außenpolitik zu Israel und Palästina? Alles Fragen, die mich brennend interessieren. Ich bin furchtbar gespannt. Weitere euphorische Meldungen werden sicher folgen.

Und sonst gibt es jede Menge Terminchen:

Die Jugendmedientage 2009
Die JMT sind jedes Mal ein Abenteuer. Letztes Jahr beim ZDF in Mainz, starten sie in diesem Jahr auf dem Expo-Gelände in Hannover. Thema in diesem Jahr: “Ethik in den Medien – Eine Frage der Ehre”
Unbedingt hinkommen, denn ich werde auch da sein und einen Workshop leiten.
Start: 11.-14. Juni, Anmeldeschluss: 22. April, mehr Infos:
jugendmedientage.de
Der Myumma.de Blog-Wettbewerb
Es war ja fast schon eine Schande. Muslime in Deutschland zeichnen sich durch eine gewisse Träää…ägheit aus – zumindest im Vergleich zu den britischen Muslimen, die alles ratzfatz machen. Auch in der Bloggerszene entstehen nur laaangsam deutschsprachige Blogs von Muslimen. Das soll nun beschleunigt werden. Myumma.de ruft zum Blog-Wettbewerb auf! Es gibt total tolle Preise zu gewinnen, wie zB ein Umra-Reisegutschein, ein Netbook oder ein Jerusalem-Reisegutschein!
Unbedingt mitmachen! Ich hab nämlich ein kleines Wörtchen mitzureden.
Einsendeschluss: 20. Mai, mehr Infos: myumma.de

Muslimische Jugend: Coole Muslime?
Die Evangelische Akademie Loccum engagiert sehr im christlich-islamischen Dialog. So gibt es bald wieder ein sehr interessantes Seminar zu dem Thema “Coole Muslime? Was wollen und können muslimische Jugendorganisationen zur gesellschaftlichen Entwicklung beitragen?”
Drei Tage lang wird diskutiert, analysiert und nochmal diskutiert. Das Programm könnt ihr euch hier anschauen.
Start: 15. bis 17. Mai, Anmeldeschluss: 07. Mai, mehr Infos auf loccum.de

Und weil mich mein Bloggergewissen plagt, da ich mein Blog so lange ruhen ließ: Hier kommt der erste Kurzfilm von Baba Ali, dem muslimisch-amerikanischen Typen auf dem Bürostuhl, der auf YouTube so lustig kritisierte. Er twittert und bloggt übrigens.

TOMORROW NEVER COMES

KRANK

Mit dem Uni-Start kam das Übel. Entweder liefen irgendwo rücksichtslose Bazillenschleuder herum und haben mich angesteckt oder mein Immunsystem war nach nur 6 Stunden Schlaf am Wochenende zu geschwächt für das Hamburger Eis-Wetter. Wie auch immer, ich bin jetzt krank. Die 8Uhr-Vorlesung musste dran glauben. Was aber nicht so schlimm ist, denn die Vorlesung ist furchtbar. Folien ablesen kann ich nämlich auch Zuhause. Zusammenhangslose Endlos-Sätze hervorbringen möchte ich dagegen nicht können.

Eigentlich wollte ich gar nicht so meckern, aber Akif hat so einen schönen Grummel-Post geschrieben. Da stört man sich schon viel leichter an der Welt.

BRUST RAUS, BAUCH REIN!

baetschlor2

Das musste jetzt mal raus. Offener Brief an Bätschlor. Hat jemand Briefmarken? Oder die Adresse?

Liebes Bachelor-System,

ich habe oft an dich gedacht. Leider mehrheitlich in negativem Kontext, ich Lästertante. Wer bist du, fragte ich mich. Ich habe mir dich vorgestellt.

Ich stelle mir dich vor wie ein herzloses, verbittertes, beschränktes und Scheuklappen tragendes altes Männchen, das nur jene Menschen mag, die sich ihm anpassen. Ein Männchen, das manchmal nicht weiß, wo er die Prioritäten hinsetzen soll: Soll er bei anderen alten, herzlosen Männchen gut ankommen oder bei Menschen, mit denen er tagtäglich zu tun hat? Ich kann dich verstehen – du möchtest nur das Beste für den Menschen, aber das Beste ist nicht immer das Beste. Das Beste ist betrachter- und menschabhängig. Ich zum Beispiel halte dein Verhalten für – offen gesagt – asozial. In keinster Weise berücksichtigst du meine Bedürfnisse. Ich möchte nämlich sehr viel machen und sehr viel lernen – ganz in deinem Sinne. Aber du raubst mir jede Zeit. Du gibst mir Termine, die ich unmöglich einhalten kann. Du bist einfach unmöglich. Jetzt sei doch mal selbstbewusst! Ist doch schnurzpiepegal, was die anderen alten Männchen auf der anderen Seite des Teiches oder in der EhUh denken. Sei herzlicher, sozialer. Mit deiner Strenge kommst du nicht weit voran. Und jetzt musst du mir einfach glauben, denn 1. bin ich älter als du und 2. weiß ich eh alles besser.

Brust raus, Bauch rein, Po raus, Nase hoch und würdige die anderen Männchen einfach mal keines Blickes – und blinzel uns Menschen mal zu.

Deine Menschin aka. Studentin,
Kübra