THOUGHTS ON THEIR WAY

Sometimes I keep some thoughts to myself, because I feel they aren’t complete. Such as this one here. It’s been almost a year when I first wrote this thought down. But then I left it as a draft. It hasn’t made its way to the outside world.

But this time it will make its way. Even if I feel it’s incomplete.

After all, aren’t all our thoughts, whether we consider them complete or not, just a state of mind? Aren’t we in constant change, revising and rethinking who we are, want to be and what we think is right? Or at least: Shouldn’t we aim to be in constant development? Being full of energy and ease – full of energy to develop ourselves; full of ease about our flaws and imperfection. Aren’t we just on our way anyways? We will never be complete. And not even death will bring this to an end.
But it is us all who neglect our imperfection. We – as a whole – don’t give each other the freedom to be a traveller on the path of change.

We falsely believe that every thought we speak has to be armed and shielded against every attack. Sometimes, we feel the pressure to strongly defend every single thought we share. And so: Inner discussions stay inner discussions.

However, isn’t it more interesting to speak out these inner thoughts, fears and voices; to discuss them on a broader scale – just to find out that there are thousands of others who share our inner conflicts? Will this not bring us relief?

But we fear criticism. We fear being sanctioned. We fear judgement. We fear being human, imperfect. Being a traveller. Who we are.
And so, we keep on the safe side. Our thoughts keep running in our head. Our mouth keeps shut. But one day that thought will be gone, without us even noticing it.

So from time to time you will find some of those imperfect incomplete thoughts here, thoughts in progress. A snapshot of inner discussions that have not yet come to an end – and never will.

Because I am a traveller and so are you. Let me lead, let me be led. Don’t chase, don’t let yourself be chased. Watch my way, not the place I stop to take a rest.

RASSISMUS AN DEUTSCHEN UNIVERSITÄTEN

 

»Weißt du, Kübra, für mich bist du keine Deutsche.« Das sagt mir Manuel an einem Sommertag im Café, als wir mit Freunden gerade über Deutschland diskutieren. Eigentlich mögen wir uns, Manuel und ich. Wir haben zwei Jahre lang gemeinsam Politikwissenschaft studiert und sitzen in unserer Freizeit immer wieder in diesem Café. »Warum?«, frage ich. »Weil du ein Kopftuch trägst.«
Ich lache und erkläre ihm, dass das absurd sei. Wegen meines Kopftuchs bin ich keine Deutsche? »Gilt das auch für Bio-Deutsche, die zum Islam konvertieren?«, frage ich. »Bio-Deutsche«, so bezeichnete Cem Özdemir, der Parteivorsitzende der Grünen, im Spaß einmal Menschen, die sich in einem winzigen Detail von ihm selbst unterscheiden: »Bio-Deutsche« sind Deutsche, deren Vorfahren in Schwäbisch Gmünd oder Bad Salzuflen lebten und nicht in Izmir oder Ankara. »Das ist etwas ganz anderes!«, sagt Manuel. Andere in unserer Runde nicken, um ihm zuzustimmen. Plötzlich fühle ich mich, als hätte Manuel eine Wahrheit ausgesprochen, die sich zuvor niemand zu sagen getraut hat: In ihren Augen habe ich nie zu Deutschland gehört. Ich lächele weiter und schweige. In mir aber stürmt es.
Immer wieder erlebe ich, dass mir Kommilitonen in einer Seminardiskussion widersprechen, um gleich im nächsten Satz zu wiederholen, was ich zuvor gesagt habe. Als müsste man bei mir erst mal dagegenhalten und meinen Intellekt grundsätzlich infrage stellen.
 
Rassismus ist ein Problem der gesamten Gesellschaft 
Ich bin nicht allein: Während manche die Universität als eine Oase der Freiheit und Vorurteilslosigkeit empfinden, berichten mir zahllose andere – Schwarze, Kopftuchtragende, Studenten mit Migrationshintergrund und Angehörige religiöser Minderheiten aus ganz Deutschland – von rassistischen Erfahrungen. Sie erzählen von Dozenten, die sie konsequent übersehen und nicht zu Wort kommen lassen. Sie berichten, wie sie an der Uni über die rassistischen Thesen von Thilo Sarrazin streiten und der Professor die Diskussion mit den Worten abschließt, Sarrazin habe zwar einige schwierige Sätze geschrieben, aber, tja, insgesamt habe er doch recht. Auch Gaststudenten aus dem Ausland erzählen mir, dass man sie nicht ernst nehme, weil sie ein Kopftuch trügen und kein akzentfreies Deutsch sprächen.
Ich hätte mich mit dieser Situation womöglich einfach abgefunden, hätte ich in meinen zwei Auslandssemestern in London nicht erlebt, dass es auch anders geht. Mein Professor stellte uns dort gleich in der ersten Politikvorlesung die Theorien von Edward Said vor, einem frühen Kritiker des akademischen Rassismus. Souverän stand dieser Professor vor uns Studenten und erklärte, dass es Rassismus auch an Universitäten gibt, denn Universitäten werden von Menschen bevölkert – meist von weißen, männlichen Menschen aus der Mittel- und Oberschicht –, und Menschen machen Fehler. Ich fand das mutig. Dabei ist das, was er sagte, eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Viel zu oft denken wir, Rassismus und andere Ausgrenzungsmechanismen seien Probleme der Unterschicht. Dabei sind sie ein Problem der gesamten Gesellschaft. Akademiker sind nur viel besser darin, ihre Gesinnung hinter komplizierten Definitionen und Thesen zu verstecken. Es ist der subtile Rassismus, der besonders wehtut. Der unausgesprochene, die Blicke, die uneindeutigen Aussagen. Das Ungreifbare.
Mich erstaunt, wie empfindlich viele Akademiker reagieren, wenn man sie darauf hinweist, dass sie sich rassistisch oder sexistisch verhalten. Diese Kritik kratzt offenbar an ihrem Ego. Und am Bild des abwägenden Wissenschaftlers, der völlig frei von Vorurteilen ist. Dabei ist kein Mensch frei von Vorurteilen und Fehlern – und gerade Studenten, Akademiker und Wissenschaftler sollten ihre Worte und Taten kritisch hinterfragen können. Wo, wenn nicht in der Universität, ist Raum für Selbstkritik und Vielfalt?
An meiner Uni in London funktionierte das: Dort war der Vorsitzende der Vereinigung für lesbische, schwule und transsexuelle Studenten ein Muslim. Die Leiterin der Palästinagruppe war Israeli. Einige der Sekretärinnen trugen indische Gewänder, manche Dozentinnen Kopftücher, ein Referent buddhistische Mönchskleidung.
Zurück in Deutschland, erlebte ich dagegen gleich im ersten Monat Folgendes: Eine befreundete Medizinstudentin, kopftuchtragend, betrat in der Kölner Uni das Auditorium. Der Professor schaute sie mit gerunzelter Stirn an und sagte dann: »Die Putzkammer befindet sich am Ende des Flurs.« Meine Freundin antwortete: »Ach, und ich dachte für einen Moment, Sie wären der Hausmeister.«
[Exklusiv: Das Beispiel von Neslihan, das es aus zeitlichen (Platz-)Gründen nicht mehr ins Heft geschafft hat:
Als Neslihan am Londoner Flughafen ankommt rennt sie auf die Toilette, schließt die Tür eilig hinter sich zu, setzt ihren Koffer ab und fängt zitternd an zu heulen. »Jedes Mal passierte das«, sagt Neslihan. »Jedes Mal musste ich weinen, wenn ich endlich weg aus Deutschland war, wieder zurück in England. Eine riesige Last fiel von mir ab, ich war endlich dem Rassismus entkommen.«
Nach ihrem Master in Oxford hatte sich Neslihan, die junge erfolgreiche Tochter einer religiösen Istanbuler Familie, für eine Doktorandenstelle in Heidelberg beworben. »Das größte Trauma meines Lebens«, sagt sie über diese Zeit und lacht dabei. Das tut sie die ganze Zeit während sie von ihren Erlebnissen in der Heidelberger Akademia erzählt. Davon, wie die anderen Doktoranden sie mieden, Neslihans Bemühungen Deutsch zu sprechen ignorierten und ihr Englisch überhörten. Aber wie sich die gleichen Leute nicht scheuten, ihr islamkritische Texte von Salman Rushdie oder Ayaan Hirsi Ali zu schicken – gespannt darauf wie sie, die Kopftuchtragende Neslihan, darauf reagieren würde.]

SCHWEIGEN WERDE ICH GANZ SICHER NICHT

Das ist für dich. Du hast gekotzt. Immer wieder, am liebsten auf meinem Blog. Lass es raus, habe ich gedacht. Sollen doch alle sehen, wie krank du bist. Und trotzdem habe ich deine Kotze aufgewischt, weil ich den Gestank nicht mehr ausgehalten habe. Lange stand der Kotzeimer bei mir herum, jetzt kriegst du ihn wieder. Bitte schön, deine Kotze.

Advent, Advent, ein Moslem explodiert, hast du in weihnachtlicher Stimmung geschrieben. Und dich gefreut.

Häufig hast du dir richtig Mühe mit mir gemacht. Sorgfältig hast du Artikel rausgesucht und mir die Links zugeschickt. Du hast über mein Privatleben fantasiert, dir Bettgeschichten ausgedacht.

Und wolltest mir gute Manieren beibringen, mit Hinweisen wie diesem:

Es ist unhöflich, wenn Gäste nicht von alleine merken, wenn sie nicht mehr erwünscht sind. Ja, ganz genau, du bist ein unerwünschter Gast. Du gehörst nicht dazu.

Du hast mir nette Ratschläge gegeben:

Vielleicht wäre das ja jetzt der Zeitpunkt, den Absprung aus diesem, Ihnen so verhassten Land zu wagen.

Manchmal warst du auch ganz klar, direkt und höflich:

Seien Sie nicht unhöflich, gehen Sie einfach.

Du rechnetest mir meine Lebenskosten vor:

Wenn Sie weiterhin auf ihrer Kultur beharren, dürfen sie sich nicht überrascht zeigen darüber, dass Sie oder Ihre Nachkommen den Preis dafür bezahlen. 

Wie nett von dir, mich vorzuwarnen. Es könnte ja gefährlich werden, nicht wahr?

Mit welchen Mitteln die Endlösung geschieht, hängt ganz entscheidend von den Muslimen ab. Assimilieren sie sich rechtzeitig in die vorherrschende Kultur, haben sie und vor allem auch ihre Nachfahren gute Karten, einer Gegenbewegung den Wind aus den Segeln zu nehmen und diese heil zu überstehen.

Du gabst mir auch Wahlfreiheit:

Entweder Kopftuch ab oder aus Deutschland RAUS !! 

Wobei ich finde, das Ausfallende passt ja eigentlich nicht so richtig zu dir:

Steck Dir Deinen blöden Allah doch in den Arsch, Du Moslemtrottel.

Richtig süß fand ich übrigens deine kreativen Sprüche. Der hier zum Beispiel:

Klebt der Terrorheini an der Wand, hat jede kluge Hausfrau Atta zur Hand! 

Du hattest auch großartige Kosenamen für mich. „Kleingangsterin“ zum Beispiel, „Islamistin im Schafspelz“, „Schleiereule“ oder – mein Favorit – „Kübel Gemüse“.

Einmal hast du mir davon erzählt, mit welchem Vergnügen du mir die Kehle durchschneiden würdest, wenn es so weit sei. Wenn die Deutschen aufhören würden zu buckeln.

Vor ein paar Wochen hast du mir schließlich „Erstick!“ ins Gesicht geschrien. Dazu hattest dich vor mir aufgebaut, während ich im Zug meinen Salat aß. „Hau ab!“, hast du gerufen und: „Geh zurück nach Hause! Scheiße!“ Dann hast du das Abteil verlassen.

Die anderen Fahrgäste haben dir erschrocken hinterhergeschaut. Aber ich kenne dich mittlerweile.

Mich schockierst du schon lange nicht mehr. Warum ich das schreibe? Sollen doch alle sehen, wie krank du bist. Ich weiß es ja schon. Und schweigen werde ich ganz sicher nicht.

Taz, Tuch-Kolumne, 16. Juli 2012

ZERRIEBEN

Zürich, Dezember 2011
In den Monaten vor ihrem Verschwinden schaute sich Seher stundenlang Videos von islamischen Predigern im Internet an. Anfangs ist die religiöse türkische Familie unbesorgt. Dann distanziert sich Seher immer mehr von ihren Eltern. Schließlich kritisiert sie ihren Vater, er würde sein Geld unislamisch verdienen. In diesem Haushalt könne sie deshalb nicht Essen, nicht Trinken, das sei nicht halal, nicht islamkonform. Dann verschwindet sie.
Zwei Wochen später erreicht die Familie dann ein Anruf von einer salafitischen Gemeinde in Mönchengladbach. Die Tochter sei gesund und wohlauf. Sie sollen sich keine Sorgen machen, Seher sei bei ihnen untergekommen. Selbstverständlich werde man sich bemühen, sie nach Hause zu schicken, sagt das Gemeindemitglied am Telefon. Aber – das müsse auch gesagt werden – die Tochter habe recht. Der Vater solle sich eine neue Arbeit suchen.
Sehers Geschichte ist eine von vielen, die mir ein muslimischer Soziologe erzählt. Er betreut Familien, die sich hilfesuchend an ihn wenden. Familien, die nicht wissen, wie sie mit dem Salafismus und der neu gewonnen Religiosität ihrer Kinder, die so anders als ihre ist, umgehen sollen.
Für Nurhan sind diese Geschichten nichts Neues. Sie ist engagierte Schulsprecherin, erfolgreiche Schülerin und religiös praktizierende Muslimin. Lange war sie eine der wenigen Kopftuchträgerinnen auf ihrem Gymnasium, heute sind es deutlich mehr. Und denen ist Nurhan heute nicht islamisch genug mit ihrem bunten Kopftuch, der hellen Kleidung und ihrer Freude am Kontakt zu Frauen wie Männern; deshalb wird sie schon mal „Muslim light“ geschimpft.
Es ist Abiball-Zeit. Die Stufe diskutiert mit einem Lehrer die Organisation des Abends, Thema ist Alkohol. Weil viele Muslime in der Stufe sind, plädiert Nurhan dafür, erst ab der zweiten Hälfte des Abends Alkohol auszuschenken, kurz vor dem Partyteil. Zwei Sitze entfernt sitzt Hamza. „Ich dachte, du wärst eine richtige Muslimin“, sagt er zu Nurhan. „Warum sagst du das?“, fragt sie. „Wenn man in einem Raum so eng mit so vielen Frauen und Männern sitzt, im Haus des Shaytan (des Teufels), was passiert dann mit deinem Iman (Glauben)?“ Wer zum Abiball gehe, sei ein Munafiq, ein Heuchler. Nurhan ist verletzt, leise versucht sie, sich zu wehren.
Dann ruft der Lehrer alle, die nicht zum Abiball kommen, dazu auf, sich vor die Stufe zu stellen und zu rechtfertigen. Als niemand aufsteht, tut es Nurhan. „Das können Sie nicht verlangen“, sagt sie dem Lehrer, „der Abiball ist keine Pflichtveranstaltung. Es gibt einige, die können es sich finanziell nicht leisten, andere, die aus religiösen Gründen nicht wollen. Sie können sie doch nicht vor den anderen bloßstellen“, kritisiert sie.
„Ich will vermitteln“, sagt Nurhan und wird dabei zerrieben. Da sind die Lehrer, die über die „Islamisierung“ der Schule schimpfen und spöttisch über die muslimischen Schüler herziehen, und die Klassenkameraden, die Nurhan vorschreiben wollen, wie sie den Islam zu leben habe. „Aber die Salafisten haben auch viel Gutes gemacht“, sagt sie. „Sie haben viele von der Straße und aus der kriminellen Szene geholt. Sie haben ihnen Zusammenhalt geboten, wie eine Familie.“ Statt die Salafisten zu kritisieren, müssten die übrigen Muslime eine Alternative anbieten, sagt sie. Bis dahin werde sie sich zerreiben lassen müssen.

ISTANBUL: BIR BAŞKA HER ZAMAN

Başkasın sen her geldiğimde, başkasın sen her bakışımda.
Ama belki bunları sende düşünüyorsun benim her gelişimde.
Istanbul, Fatihde ve yakınlarda, Mart/Nisan 2012
:ich weiß nicht, in welchen von Euch Sprachen, der Gedanke zuerst in meinem Kopf war:
 
Jedes Mal, wenn ich da bin, bist Du anders.
Aber vielleicht denkst Du ja das Gleiche. Jedes Mal, wenn ich da bin
Istanbul, in und um Fatih, März/April 2012

I VOTE FOR ZAHNRÄDER

I don’t find football games particularly interesting. Sometimes I get a little enthusiastic, but this year during the UEFA Euro 2012 (EM) I managed to escape most matches. The reason is: There is something else I’m superduper enthusiastic and excited about:
Zahnräder has the chance to win 10.000 Euros from Vodafone Foundation! 
Zahnräder is a non-profit organization and a network of young Muslim social entrepreneurs from all over Germany – that I co-founded in 2010. This opportunity comes perfectly at the right time since we urgently need money to finance our next conferences in which we support projects financially and empower through consultancy and mentoring. Thank you Act for Impact, Vodafone and Social Entrepreneurship Akademie for this opportunity!
I’m constantly checking the voting – it’s a neck-to-neck race. Whoever gets most of the votes will win the money. It feels like a football game, only more exciting since it’s not only a little ball we’re kicking around.
So, please make me cry out of relief and happiness and vote for Zahnräder, here! The voting ends by Monday next week at 4 pm. Further information can be found here and here.
Also I’m very happy to announce that Ashoka Changemaker and Zahnräder are now official partners! Read on, here.
Thank you for your attention. I will now go and check the voting. Again.

Update (1st of July 2012) Yey, we have von 5.000 Euros! Thank you so, so much!

 

GEFILTERTE LEBENSBILDER – EIN MONAT

Nach einer Woche mit meiner Schwester, die mich damals in London besuchte, schrieb ich vor zwei Jahren “Wenn die Zeit wie im Fluge vergeht, dann war sie schön.” Nun schaute ich mir auf dem Handy die Fotos des letzten Monats an, der oft im Flug verging (nicht nur im übertragenden, sondern im tatsächlichen Sinne). Allerdings gefiltert durch diese Hipsterfunktion. Gut, dass das nicht wirklich mein Leben ist, sonst würd ich neidisch werden auf die warme Farbenwelt meines Filter-Ich.

“Sometimes I simply grab my pen and let it move…”, I wrote. What I really ment to say was that the conference I attended was – at that point – superboring.

“Land, ho! / Land in Sicht!” Irgendwann kam ich auf die Idee, beim Fliegen aus dem Fenster zu schauen und entdeckte ganz aufgeregt die Welt von oben. In diesem Fall eine britische Küste.

In Oxford lehrte uns Rafeef Ziadah, palästinensische Wortkünstlerin, das Leben – mit ihrem Stück “We teach life, Sir”  Berührend und sehenswert.

In der diesjährigen Wedding-Ausgabe erschien eine Kolumne von mir zum Thema “Turkish Wedding”, wie ich bereits hier im letzten Satz ankündigte: Klick.
Viel wichtiger: »Der Wedding« #04 wurde für den bundesdeutschen Designpreis 2012 in der Kategorie Kommunikationsdesign nominiert! Glückwunsch!

In einem meiner Aus-dem-Fenster-Kuck-Momente entdeckte ich dieses Mal – wieder ganz aufgeregt – ein anderes vorbeifliegendes Flugzeug. (Hier in groß)

Noch ein letzter Flugzeug-Moment:
Selbst kurz vor der Landung – nach der Technische-Geräte-Bitte-Aus-Ansage (!) der Stewardess – fotografierte ich wagemutig Hamburg.

Auf dem MJD-Meeting in Bad Orb sang die US-amerikanische muslimische Boyband Native Deen. Und ich muss sagen, Bewegungstechnisch unterscheiden sich muslimische Boybands nicht wirklich von dem Rest. Auch sie fassen sich mit beiden Händen an die Brust und schauen sentimental zur Seite, während die anderen in der Band mit ausgstreckter Hand dramatisch in den Himmel schauen oder mit geballter Faust nachdenklich zu Boden.

“Huy! In der aktuellen Cosmopolitan wurde ein Tweet von mir nachgedruckt”, tweetete ich. Der Dank gilt zwei Leserinnen, die mich darauf hinwiesen.

Das Land, in dem Tischdecken, Schneidebrett, Messer und Wurscht für das Frühstück in der Deutschen Bahn mitgebracht werden. Schaffner gespielt empört: “Die Decke ist ja nicht einmal gebügelt!” Großes Gelächter. Dann Mutter: “Doch doch, alles gebügelt…”
Später, als die Bahn überall pünktlich hielt:
Vater: “Sach mir einer die Deutsche Bahn käm spät, kann man ja die Uhr nach stellen!”
Mutter: “Ja, immer wenn wir fahren.”
Vater: “Wir haben das Glück gepachtet.”

Auf dem Katholikentag in Mannheim saß ich auf dem Podium zum Thema “Blogger auf den Barrikaden”. Felix Neumann, der Moderator, hat die Diskussion als Storify zusammengestellt.
Während ich über das Veranstaltungsgelände lief, lächelten mich alle richtig nett an. Ich grinste bei dem Gedanken, das wir Muslime das auch machen, wenn ein Nichtmuslim auf einer muslimischen Veranstaltung an uns vorbeiläuft. Wer weiß, was ein Lächeln alles bewirken kann…
Dort traf ich übrigens diesen netten Herren. Man fragte mich später, ob er ein Rockstar sei. Das lasse ich so stehen.

“Buffallos für nur 30 Euro! Also knapp 60 Mark. Hätt’s das damals für das Geld gegeben…”

Für die aktuelle Zeit Geschichte “Der Islam in Europa” schrieb ich die Geschichte von Molla Mehmet nieder, einem für mich besonderen Mann im Südwesten der Türkei, der lange, sehr lange lebte.

Einer meiner Lieblingsmenschen hat geheiratet. Drei Tage lang, in drei Städten. Sehr schön…

Im Auto meines Onkels entdeckte ich das hier:

“Luxus Duschbad 
DDR
Dusch dich richtig
Eine Hand wäscht die andere

Als mir diese 1987er Ausgabe von Günter Wallraffs “Ganz Unten” in die Hände fiel, wunderte ich mich über den komischen Titel. Ist das eine Satire, fragte ich mich. “Alter Killer” oder so? Und dann fiel der Groschen. Das ist Türkisch.

Seit über einer Woche bin ich nun im Politik-Ressort der “Zeit” und durfte dort Alt-Kanzler Helmut Schmidt erleben. Es war, als säße man mit einem Stück Geschichte in einem Raum. Sehr beeindruckend. Deshalb tweete ich hinterher: “Wow. Die Politische Konferenz mit Schmidt & Co bei “Die Zeit” ist spannender als jeder Film und informationsreicher als jede Vorlesung.”

6. Juni: “Heute morgen von 4 bis 7 Uhr flog die Venus vor der Sonne entlang. Meine Mutter musste das natürlich unbedingt live im Planetarium erleben. Was man nicht alles für Mütter tut. :) (Auf dem Bild seht ihr eine Szene der supercoolen All-Simulationen im Hamburger Planetarium)” Mehr dazu hier.

Bei einem Essen an der Hamburger Alster habe ich mich erkältet. Es will hier einfach nicht Sommer werden. Deshalb liege ich heute krank im Bett und schreibe das hier.

Und in der aktuellen Zeit Campus Ausgabe kickt ein kopftuchtragendes Gehirn Sarrazins Buch.

Mehr Bilder und kurze Sätze auf Twitter (@kuebra) und Facebook.

HOW TO: KINDER AUF FESTLICHKEITEN STILL KRIEGEN

Letztes Jahr, als ich heiratete, schrieb ich über die gruseligen Kinder auf meinem Henna-Abend. (Hier zum Nachlesen) Kleine Kinder sind ja ein Begleitphänomen türkischer Festlichkeiten, eine  unverzichtbare Geräuschkulisse, Leid und Glück zugleich.

Trotzdem erwischen wir uns alle immer wieder im Bemühen, die kleinen Kiddies still kriegen zu wollen. Wir meckern, wir argumentieren, wir schauen böse, wir drohen mit der Mutter, locken mit Süßigkeiten und erzählen ihnen Fantasiegeschichten über Kinder, die beim Schreien von Aliens entführt worden sind und bis heute als schreiender Stromaggregator im All dienen.

Nichts davon nützt. Ich habe aber nun kürzlich auf dem Henna-Abend meiner Schwester die ultimative Lösung gefunden und muss sie nun mit meinen Mitbürgern teilen, die sich seit Jahren um eine stille Festlichkeit bemühen:

All diese kleinen schreienden Gören und Buben werden irgendwann selbst zu Erwachsenen, die um jeden Preis die kleinen schreienden Gören und Buben still kriegen wollen. All diese kleinen schreienden Gören und Buben werden selber irgendwann heiraten, feiern und sich nach Stille sehnen. Das Tolle ist: Sie wissen das. Sie wissen ganz genau, wie nervig sie sich selbst finden würden, wären sie Erwachsen.

Und hier kommt das tolle Argument der universalen Gerechtigkeit. Zu den schreienden Mädchen sagte ich auf dem Henna-Abend nach tausend gescheiterten Versuchen:

“Irgendwann, irgendwann, wenn ihr heiratet, wird euch das Gleiche widerfahren. Weil ihr hier so herumgetollt und geschrien habt, obwohl wir euch so oft um Stille gebeten haben, wird Gerechtigkeit walten. Auf eurer Hochzeit werden kleine Kinder mit schmutzigen Händen an eurem weißen Kleid ziehen, herumschreien und heulen. Ihr werdet keinen Moment der Ruhe haben. Eure Hochzeit wird der schrecklichste Tag eures Lebens. Er wird grausam und eklig. Das Leben wird sich ganz, ganz, ganz böse und schlimm an euch rächen.”

Dann schaute mich eines der Mädchen mit glasigen großen Augen an, voller Angst und Furcht. “Aber, aber ich hab doch grad gar nicht geschrien…” “Vorher hast du herumgeschrien”, sagte ich ihr. Wir beide wussten, dass ich sie noch vor einer halben Stunde dabei erwischt hatte. In Reue schaute das kleine Mädchen an mir vorbei und starrte in die Luft. In ihren Augen sah ich wie ihr Traumprinzessinnensuperwunderschönkleid mit kleinen schokoladigen Kinderhandabdrücken übersät wurde. Sie schwieg.

Ja, auch wir Erwachsenen können gruselig sein.

HER MIT DER SCHMUTZIGEN WÄSCHE!

drawing by me.
Mal unter uns. Wenn ich schon Rassismus und Islamophobie in der Gesellschaft anprangere, dann muss ich bitte schön auch über die vielen Probleme innerhalb der muslimischen Gemeinden sprechen, nicht wahr? Ein bisschen auf die Köppe der Muslime hauen. Na klar, her mit der schmutzigen Wäsche!
Eine sehr beliebte schmutzige Wäsche ist ja der Sexismus, das Patriarchat und die unterdrückten Frauen der Muslime. Darum ging es kürzlich auch im Artikel der ägyptisch-amerikanischen Journalistin und Aktivistin Mona El Tahawy in ihrem Artikel „Warum hassen sie uns?“
Eine nackte Frau, die Haut schwarz bemalt, der Augenbereich Niqab-ähnlich ausgespart, schaut verschüchtert in die Kamera und ziert das Titelbild des amerikanischen Magazins Foreign Policy. El Tahaways These: Arabische Männer hassen uns Frauen. Um ihre These zu untermauern folgen Beispiele, wie das saudische Fahrverbot für Frauen, Genitalverstümmelung und Jungfrauentests in Ägypten – einmal querbeet durch die arabische Welt.
Als mit Erscheinen des Artikels im Internet heiße Diskussionen über den Artikel tobten, schrieb ein weißer Leser belustigt, der Ärger der arabischen und muslimischen Leser rühre nur daher, dass man ihre schmutzige Wäsche offen der westlichen Gesellschaft vorgeführt habe. Wie lustig.

Doch die meisten Kritikerinnen sind arabische, muslimische und asiatische Feministinnen und Aktivistinnen. Frauen, die genau die gleichen Themen anprangern wie Mona El Tahawy, darüber schreiben und an der Basis gegen den Sexismus ankämpfen.

Ihre Kritik war unter anderem, El Tahawy würde die arabisch-muslimische Frau als ein hilfloses Wesen, den Mann als aggressiven Patriarchen darstellen und damit westliche Stereotypen über die Muslime und Araber füttern. Sie würde sich als vermeintlich einzige Sprecherin muslimischen Frauen positionieren und sich als mutige Journalistin profilieren.
„Ach komm doch, Kübra. Kritisier die Muslime, der Glaubwürdigkeit wegen“, empfahl mir kürzlich jemand, der es gut mir meinte. So geht es doch viel einfacher, erfolgreich zu werden. Bücher mit den Titeln „Die Unterdrückung der muslimischen Frau“ oder „Sex, Schleier und Sehnsucht“ würden sich doch verkaufen wie warme Semmeln. Lasst mich Stereotypen bedienen, die voyeuristischen Fantasien befriedigen und mich selbst als heroisch-mutige Journalistin profilieren, die sich vom Rest der rückständigen Muslime absetzt. Ich werde die gute Muslimin sein. Die, die in das Bild passt.
Heißt das, man soll Muslime nicht kritisieren? Heißt das, ich werde nie über den Sexismus in muslimischen Gemeinschaften schreiben? Die Frage ist nicht, ob man kritisieren darf, die Frage ist: wo und wie.
Als Feministin spreche ich in muslimischen Gemeinden über Sexismus, ich motiviere Frauen, sich von Rollenbildern zu befreien. Ich spreche über Homophobie oder Antisemitismus. Das werde ich noch öfter auf meinem Blog oder in muslimischen Medien tun. Das muss aber nicht in einer Kolumne geschehen, die mehrheitlich von weißen Nichtmuslimen (Nachtrag: gemeint ist Mehrheitsgesellschaft) gelesen wird. Und nicht selten kommt es vor, dass ich Muslime in dieser Kolumne kritisiere und Missstände benenne. Jedoch in dem Bemühen, nach Ursachen zu suchen.Denn jede banale Vereinfachung macht die Realität kaputt.

Taz, Tuch-Kolumne, erschienen am 21. Mai 2011

Oben verlinkt, hier nochmal zum Nachlesen: Die Reaktionen auf Mona Eltahawys Foreign Policy-Artikel hat AlJazeera Stream in einem Storify-Dokument zusammengefasst.

NACHTRAG
Die Frage der Kritik lässt sich um einen (unsichtbaren) Aspekt ergänzen: Neben dem Wo und Wie, das Warum.
Warum sollte man von Missständen berichten?
Um zu zeigen, wie rückständig, schlecht, verachtenswert jemand/eine Gruppe ist? Weil ich damit schneller Gehör finde, von der Mehrheitsgesellschaft mir auf die Schultern klopfen lassen kann, mehr Geld verdiene, auf mehr Podien eingeladen werde und mehr Applaus erhalte? Weil es so einfach einfacher ist?
Eine Freundin erzählte kürzlich, wie eine sehr bekannte/berühmte türkischstämmige Journalistin ihr während eines Praktikums in einer Fernsehredaktion einen Ratschlag gab: Sie solle sich Undercover in eine bestimmte muslimische Gemeinschaft einschleichen (werde ich hier nicht spezifizieren) und dann einen Skandalartikel darüber verfassen. Dann hätte sie einen Posten in der Redaktion sicher. Meine Freundin lehnte ab.
Das Skandalberichten über die “eigenen Leute” macht halt Geld. Eine Talkshow-Einladung hat man damit sicher in der Tasche. Es macht Spaß, eine von “denen” da sitzen zu haben, die der Mehrheitsgesellschaft sanft den Bauch streichelt und erzählt, dass sie ja vollkommen Recht hätten mit ihren Vorurteilen und Ängsten, denn man komme ja selber daher. “Und die, die müssen’s ja wissen!”
Necla Kelek, Seyran Ates oder Ayaan Hirsi Ali. Alles Frauen, “die’s wissen müssen.” Frauen, die ihren Hintergrund und (schlechte) persönliche Erfahrungen nutzen, um sich durch populistisch-pauschalisierende Vereinfachungen auf dem Rücken der Menschen über die sie schreiben, zu profilieren, sich von ihnen als die “Besseren” abzuheben und um sich von der Mehrheitsgesellschaft applaudieren zu lassen. Sie machen Geld in einem schmutzigen Geschäft.
Und die Grenze ist nicht eindeutig. Vor einigen Wochen schrieb ich einen Artikel mit dem Titel “Nur weil ich schwarz bin”. Ich warnte davor, dass der inflationäre Gebrauch des Rassismus-Vorwurfs den eigentlichen Opfern schaden werde. “Victim Blaming“, also Opferschelte, sei das, warf man mir von Seiten feministischer und anti-rassistischer Aktivisten vor. Mit einer (weißen, nicht-muslimischen) Freundin, die ebenfalls die gleiche Kritik aussprach, traf ich mich, weil ich überrascht war und die Kritik verstehen wollte. “Meine Absicht war doch nur”, sagte ich, “zu warnen, potentielle Opfer zur Selbstkritik aufzurufen.” Ich erklärte ihr, dass Selbstkritik ein essentieller Bestandteil der Diskussion innerhalb der muslimischen Communities sei. “Aber der Artikel ist nicht in einem Medium erschienen, das sich direkt und vor allem an Muslime wendet”, sagte sie – zu Recht. Mit dem Text hatte ich Applaus von Leuten erhalten, die mir sonst nie applaudierten (ganz im Gegenteil). Das gab mir Anlass meine eigene Position und Rolle zu überdenken.
Also nochmal, warum sollte man von Missständen berichten?
Um die Missstände zu bekämpfen. Ein Bericht über Missstände sollte nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung, der Entschärfung sein. Der Journalist, so meine möglicherweise utopische Überzeugung, sollte ein ernsthaftes Interesse an der Problematik haben und auf ein friedliches Miteinander abzielen. Das ist nicht naiv. Das ist nicht verklärt. Das ist, ebenso wie Neutralität, ein Bestreben. Eines jedoch, dass sich vielleicht realisieren lässt. (Man zeige mir einen neutralen Journalisten und ich widerrufe meine Aussage. Bis dahin: Ein guter Journalist ist einer, der weiß, dass er nicht neutral ist, damit umgeht und Konsequenzen zieht).
Und hier sind wir bereits in einer ganz grundlegenden Diskussion gelandet. Der ethische Journalist vs. der (Boulevard-)Journalist, der sich an den Problemen anderer ergötzt und an ihnen verdient. Selbst wenn beide über exakt das gleiche Thema berichten, unterscheidet sich neben dem Warum auch das Wie gewaltig voneinander.
Ich spreche über Islamophobie, Sexismus, Homophobie und Rassismus in der Gesamtgesellschaft vor der Gesamtgesellschaft. In einem muslimischen Medium hingegen würde ich nicht pauschalisierend darüber schreiben, wie islamophob die Deutschen doch seien.
Über Sexismus und Homophobie innerhalb der muslimischen Communities spreche ich vor muslimischen Publikum (und da es auch innermuslimisch Rassismus gibt, spreche ich auch dort über Rassismus). In einem nichtmuslimischen Medium würde ich hingegen nicht pauschalisierend darüber schreiben, wie homophob die Muslime doch seien. Denn ich habe ein ernsthaftes Interesse an der Lösung dieser Missstände.
Habe ich deshalb zwei Gesichter? In den Augen mancher: sehr wahrscheinlich. Aber zumindest zwei Gesichter der gleichen Medaille.
Um die Frage des Wie und Wo noch mal an einem Beispiel zu erläutern: In Medien, die sich durch islamophob-populistische Artikel einen Namen gemacht haben, würde ich unter keinen Umständen über innermuslimische Probleme schreiben. In (meiner Meinung nach) ausgewogenen Qualitätsmedien jedoch sehr wohl, allerdings im Versuch reflektiert, tiefgehend und lösungsorientiert an das Thema heranzugehen. Und in einem muslimischem Medium würde ich über das innermuslimische Problem nicht nur schreiben, sondern auch schön auf die Kacke hauen.
Also: Scheue ich mich innermuslimische Probleme anzusprechen? Nein, nein, nein, nein und nein. Um nur Taz-Kolumnenbeispiele zu nennen.
Es geht nämlich um das Wie, Wo und auch: Warum.

HIDDEN STORYSYMBOLS FOR THOSE WHO SEE

one of the countless awesome dialogues (edited screenshot from “twelve angry men”).
It was the title that prevented me from watching this movie for all those years: Twelve Angry Men. I could only think of boring adventures by pseudo-heroic action figures. At one point I bothered researching the movie and realised that it might actually be interesting. Twelve jurors are about to file an 18-year-old Mexican-American, guilty of murdering his father. When one juror questions the decision, he opens up a discussion and in its course each juror is confronted with his preconceptions and prejudices.

However when I suggested my husband to watch the movie together, he gave me a painful look, a look generally given when you’ve listened to your favourite song a little too often and you are just about on the edge of disliking it for the rest of your life. When I then finally watched the 1957 version of the movie – alone – he ended up sitting next to me. “12 Angry Men” can be watched over and over again. Why is that?

At times, movies were understood as another form of storytelling, such as a book, poem or picture would do. Embroidered and enriched with symbols and metaphors, every time you watch it, you would dive deeper and discover more of the movie’s secret messages.

I remember watching the 1979-movie adaptation of the book “Woyzeck” by Georg Büchner in school together with our drama-teacher. He would stop every five minutes and ask us to analyse the scene. First annoyed by these ever-chronic-interruptions, we would find it more and more fun discovering the hidden symbols in a scene. I do even recall a small bug that reappeared again and again throughout the movie and our joy whenever we’d encounter it.

I was amazed by this approach on watching (and making) movies. Until then, movies, to me, were representatives of a more simplistic art, taking away the freedom of interpretation, the imagination, dictating the speed, the colours and images. Whereas books would challenge my mind, I felt movies were limiting me. So I found it interesting how “Woyzeck” would give back power to its audience. The power to make more of the movie and the freedom to stay on the surface, if you like.

Ever since, I found independent cinema more entertaining than mainstream/Hollywood movies, which made me feel exploited, dismissed, not taken seriously and even intellectually insulted. Watching “12 Angry Men” reminded me of “Woyzeck” and of the thoughts I had back then.

The last time I really felt both challenged and entertained by a movie was “Incendies” by Denis Villeneuve. “Incendies” is a devastating fiction-drama (“with no historical value” as the director says) about a pair of siblings who undertake “a journey to an unnamed, sectarian-violence-riddled Middle Eastern country in order to fulfil their late mother’s final request.” In a unique way, this film manages to explore symbolically the mysteries of a vicious cycle. You don’t know where evil started and you don’t know where it will end. You don’t even really know how to stop it. And the deeper you dig, the more complex it gets. You stumble upon more holes and more subterranean passageways that again lead to more holes and more subterranean passageways, leading seemingly to the infinite. A vicious cycle.

“Incendies” is worth watching twice, even three times or more – for those who see more than the obvious.

will not tell more about this scene to avoid spoilers :) – screenshot from “incendies”

screenshot from the opening scene “incendies”

another screenshot from the opening scene of “incendies”

I find the following scene – which is the opening scene of the movie – very intriguing. Especially if you watch it again, after having watched the movie. Radio Head!