BRUST RAUS, BAUCH REIN!

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Das musste jetzt mal raus. Offener Brief an Bätschlor. Hat jemand Briefmarken? Oder die Adresse?

Liebes Bachelor-System,

ich habe oft an dich gedacht. Leider mehrheitlich in negativem Kontext, ich Lästertante. Wer bist du, fragte ich mich. Ich habe mir dich vorgestellt.

Ich stelle mir dich vor wie ein herzloses, verbittertes, beschränktes und Scheuklappen tragendes altes Männchen, das nur jene Menschen mag, die sich ihm anpassen. Ein Männchen, das manchmal nicht weiß, wo er die Prioritäten hinsetzen soll: Soll er bei anderen alten, herzlosen Männchen gut ankommen oder bei Menschen, mit denen er tagtäglich zu tun hat? Ich kann dich verstehen – du möchtest nur das Beste für den Menschen, aber das Beste ist nicht immer das Beste. Das Beste ist betrachter- und menschabhängig. Ich zum Beispiel halte dein Verhalten für – offen gesagt – asozial. In keinster Weise berücksichtigst du meine Bedürfnisse. Ich möchte nämlich sehr viel machen und sehr viel lernen – ganz in deinem Sinne. Aber du raubst mir jede Zeit. Du gibst mir Termine, die ich unmöglich einhalten kann. Du bist einfach unmöglich. Jetzt sei doch mal selbstbewusst! Ist doch schnurzpiepegal, was die anderen alten Männchen auf der anderen Seite des Teiches oder in der EhUh denken. Sei herzlicher, sozialer. Mit deiner Strenge kommst du nicht weit voran. Und jetzt musst du mir einfach glauben, denn 1. bin ich älter als du und 2. weiß ich eh alles besser.

Brust raus, Bauch rein, Po raus, Nase hoch und würdige die anderen Männchen einfach mal keines Blickes – und blinzel uns Menschen mal zu.

Deine Menschin aka. Studentin,
Kübra

DANCIN’ KIM

Mehr zu dancin’ Kim gibt es hier. Eine tragische Geschichte:
(Achtung, erst Käsekuchen-Text lesen, dann den folgenden)

THE LIFE OF DANCIN’ KIM
From 1982 until her tragic death in 1988,
Dancin’ Kim Wood thrilled audiences with the hottest new dances of the day on her locally produced TV show, Totally Rad Dances with Dancin’ Kim! Shot in the back room of her mother’s dance studio, Totally Rad Dances aired on a handful of small local television stations, mostly in the South and Midwest, usually in the late night hours.
All of the tapes of Totally Rad Dances were believed to be lost, until November 2006, when a box containing old VHS tapes of Dancin’ Kim’s show were discovered in the basement of an abandoned house in St. Louis. Some of these films are now exclusively available on VideoJug.
After the disappearance of her husband, Dancin’ Kim’s mother Carol Wood supported herself and her three daughters by opening a small dance school in their hometown of Charlotte, North Carolina. In the 1960s, Carol Wood hosted a local dance TV show called Dancin’ Carol’s Groovy Dance Happening!
Growing up in her mother’s dance school, young Kim Wood could “dance before she could walk”, as friends said. Always eager to learn the latest dances, Kim developed her talent with a buoyant, almost manic, energy that was impossible to ignore.
Young Kim got her first taste of the spotlight in 1978, when the 13 year old won a local newspaper essay contest in which she delighted readers by announcing that, when she grew up, she wanted to be First Daughter Amy Carter, because she’s “super neat”. A community letter writing campaign to bring Amy Carter to Charlotte to meet young Kim succeeded, to a point. Amy Carter did visit Charlotte, but sadly, Kim was unable to meet with her because she was quarantined with the German measles.
The Big ’80s were a perfect match for the unstoppable energy of Dancin’ Kim, and she embraced every new trend of that era with an almost superhuman enthusiasm. From aerobics to Lambada: The Forbidden Dance, Dancin’ Kim was on the cutting edge of everything that was hot and now in the 80s. She started hosting her show in 1982, which was initially picked up by local stations in St. Louis, Raleigh-Durham, and Vineland, New Jersey. Oddly, no station in Charlotte picked up the show until 1984, when WCCB began airing it at 6 am on Saturday mornings.
In 1986, Kim volunteered to be a local organizer for the Hands Across America event. However, when she learned that path of the cross-country human chain wasn’t going anywhere near North Carolina, Kim organized her own local version, Hands Across The James K. Polk National Landmark. Dancin’ Kim’s relentlessly upbeat energy led to rumors about her rampant drug use, but her friends insist to this day that it’s not true. “Believe it or not,” one friend said, “Kim’s just high on life.” Of course, she’s higher on life than anyone who ever lived.
Dancin’ Kim seemed headed for major stardom. However, her life was tragically cut short at the age of 24 when she was killed in a freak accident at the Mecklenberg County Fair when she was struck by a metal clamshell-shaped car that disengaged from its moorings on the Tilt-A-Whirl while Kim was giving an aerobics demonstration.

Quelle: videojug.com

KÄSEKUCHEN

Von Käsekuchen über Mr. T zu Mr. Jackson.


Wanne hat uns erpresst: Nur wer im 80er-Jahre-Stil verkleidet zu ihrem 21. Geburtstag kam, würde auch Käsekuchen bekommen. Da wir allesamt käsekuchensüchtig sind, beugten wir uns Wannes Bedingung. Auf der Suche nach 80er-Fashion-Tipps googlete, wikipediate und youtubete ich.

So stieß ich auf Mr. T, den muskulösen Afro-Amerikaner mit dem Iro, dreimillionen Goldketten am Hals, ärmellosem Sweatshirt und Schmuck an Fingern und Handgelenk. Mr. T sollten die in den 90ern Sozialisierten unter uns aus mehr oder weniger unterhalten amerikanischen Filmen kennen oder der Serie “A-Team” (als B.A. = “Bad Attitude”).

Hier sind Mr.Ts Fashion-Tipps (bzw. die von “Xena and Zena” und Marta und….):


Die 80er waren komische Fernsehjahre. Das beweist die Existenz des folgenden Videos. “Dancin’ Kim” von “Totally Rad Dances” möchte uns zu lauter Jacksons aka. Zombies machen.


“Thriller” Michael Jackson in sieben Schritten

1. Rights out
2. Lefts out
3. Zombie stomp
4. Zombie stomp back
5. Zombie claws up
6. Zombie march across
7. Swing claws

“Euphorisch” und im Detail zeigt uns Dancin’ Kim die Schritte in ihrem Video.


Allerdings hat die liebe Kim das Allergrundlegendste vergessen: Das Auf-den-Kopf-Fallen. Ohne eine Gehirnerschütterung wird man sich niemals so “zombie”-like und toll bewegen können wie Kim – geschweige denn Mr. Jackson.

So viel zu den 80ern. Ohne Wannes Käsekuchen gäbe es diesen Post nicht und wir hätten nie so 80er-schick ausgesehen. Dafür danke liebste Wanne und noch mal: Herzlichen Glückwunsch!

DELUXE HAARE

“Irgendwann erzählte mir meine Großmutter, dass sie mir als Kind jeden Abend ganz lange die Haare streichelte – damit sie nicht kraus werden.”

Eine Anekdote aus dem Leben eines Deutsch-Sudanesen, der mit weißer Großmutter, weißer Mutter, weißem Stiefvater und weißer Steifschwester im Bonzenviertel Eppendorf der einzige Schwarze weit und breit war. Die Großmutter, in Nazi-Deutschland aufgewachsen, kürte den Jungen zum Lieblingsenkelkind.
Die abendlichen Haarestreicheleinheiten sind vorbei: Das Lieblingsenkelkind hat heute tatsächlich glattes Haar und ist bekannt unter dem Künstlernamen Samy Deluxe.

Zu sehen in Gangster-Pose: Oign (hinter der Kamera), sein Bruder Ahläx, ich, Sämi Delühks und Ex-Freihafen-Chefköchin Miehrte.

Für die taz führte ich ein Interview mit ihm. Lesen? Hier.

IRRTUMSLEXIKON

Eigentlich wollte ich nur ein bisschen über mein kürzlich erworbenes Wissen über Sudoku bloggen, doch das schaukelte sich hoch zu Folgendem:

Sudoku, das Kästchenspiel, kommt aus der Schweiz. Die Japaner haben dem Spiel den Namen Sūji wa dokushin ni kagiru gegeben. Da dieser Name nicht sehr handlich und mundgerecht ist, hieß das Kästchenspiel fortan nur noch “Sudoku” und lässt uns alle im Glauben, die Japaner hätten’s erfunden.
Aber wir halten fest: Wer hat’s erfunden? Die Schweizer!

Die Japaner beanspruchen noch viel mehr für sich – erfuhr ich von Marc. Der Walkman zum Beispiel wurden in Deutschland erfunden, doch alle Welt hält Japan für den Erfinderort.

Die Spaghetti kommen aus China, nur der Name aus Italien. – fiel mir so ein als gängiger Irrtum. Schon googelte und wikipediate ich das Netz nach Irrtümern und stieß auf die “Enzyklopädie der populären Irrtümer/ Geschichte”, dem noch in der Entwicklung befindlichen Wikibook. Es gibt mehre Irrtumslexika, aber dieses hier kostenlos und damit Gegenstand der nächsten Sätze:

Willy Brandt hieß eigentlich Herbert Frahm. Frankenstein war kein Monster und Einstein kein schlechter Schüler und außerdem erhielt er den Nobelpreis nicht für die Relativitätstheorie sondern die Erklärung des photoelektrischen Effekts.

Mehr könnt ihr selber nachlesen (hier).

KIPPELIG

Es ist so weit, es ist so weit. Die neue FREIHAFEN ist da!
Ich empfehle: Die Fotoserie. Mir war ganz schwindelig. Man prüfe nach, warum.

Moin Moin,

Der Mensch kann nun mal nicht anders. Er zieht das Risiko förmlich an: Er besteigt den Mount Everest, fliegt auf den Mond, fährt Auto und kippelt. Das Risiko birgt Gefahr und Gefahr bedeutet zerreißende Spannung. Weil wir ein wenig Spannung in euer Leben bringen wollen, taufen wir das 24. Heft „Auf der Kippe“. Hiermit stiften wir euch dazu an, euren Kippelorgien im Schulunterricht freien Lauf zu lassen, geben euch eine Anleitung dafür, wie man Gesetze kippt und sich ohne weitere Hilfsmittel durch den Großstadtdschungel entlanghangelt. Außerdem stürmen wir wieder einmal die Wohnung ahnungsloser Hamburger.

Da wir nicht alles schön reden wollen, denunziert Rob, unser Deluxe-Hater vom Dom, Fußballfans und Harleyfahrer.

Und: Wie jeden Sommer verkünden wir auch in diesem Jahr die schönsten Festivals der heißen Jahreszeit.

Übrigens: Birte hat uns nach einem wunderbaren Jahr als Co-Chefin verlassen. Herzlichen Dank für die schöne Zeit! Die ehrenvolle Nachfolge an der Seite von Kübra treten Lotti und Björn an. Glückwunsch, jetzt habt ihr die Scheiße am Hacken kleben.

Also Menschensfreunde, ergötzt euch an der Spannung in diesem Heft, lest euphorisch und lasst euch schön braten!

Entspannte Grüße, Lotti Goroncy, Kübra Yücel und Björn Hochschild

WARUM ICH BLOGGE

Prokrastination!
Na, wer kennt den Begriff? Nun, Prokrastination ist nach “Burnout” DIE Trendkrankheit unserer Zeit schlechthin.
Das ist die Erkenntnis am Ende des Tages, dass man alles mögliche getan hat, aber nicht das, was man sollte. Man hat die Toilette geputzt, E-Mails gecheckt, “Wissen” bei YouTube und Wikipedia aufgesogen, die studiVZ-Profile der Freunde analysiert, aber NICHT die Hausarbeit angefangen, NICHT den Essay geschrieben und NICHT den Text zum Seminar gelesen.
Kurz: Das Aufschieben von Verpflichtungen. Und damit man kein schlechtes Gewissen bekommt, man hätte nix getan, tut man lauter andere tolle Dinge. Diagnose: Prokrastination.
Übrigens bitte ich euch darum, das Wort auf Englisch auszusprechen, auf Deutsch muss man sich so verkrampfen (“pchrrrokchhhrastination”). Also fortan nur noch Procrastination.

Ein sehr kreativer Umgang mit Procrastination ist hier in einem Video von Johnny Kelly zu beobachten: (hat mir Björn vor einigen Wochen zugeschickt)

Mehr könnt ihr hier lesen oder auf der eigens für diese Krankheit geschaffenen Webseite (die Person muss ja fürchterlich unter Procrastination leiden!)

Ich muss mich an dieser Stelle verabschieden. Denn Procrastination bedeutet außerdem auch: Bloggen.

ANLASARAK, HAK VE ÖZGÜRLÜK

Einigkeit und Recht und Freiheit auf Türkisch. Zwei Versionen.

Fußball vereint. Die Nationalhymne noch viel mehr. Sollten einige Türkeifans also noch immer trauern, gibt es eine schöne Aufmunterung für das Deutschland-Spanien-EM-Finalspiel heute Abend:
Die deutsche Nationalhyme türkischlich:

Also viel Spaß bei dem Spiel heute Abend!

 

OHNE MUSLIME KEIN EUROPA


“Ohne Muslime kein Europa” lautet der Titel eines Artikels in der Frankfurter Rundschau. Anlass: Jürgen Habermas trifft auf Tariq Ramadan. Thema der Diskussion: Muslime in Europa.Viele von euch werden den Soziologen Jürgen Habermas kennen, wenige aber nur den Schweizer Islamwissenschaftler Tariq Ramadan (auf Platz 8 der “The World’s Top 20 Public Intellectuals”;
Umfrage von Foreign Policy). Unter jungen Muslimen ist er ziemlich populär: Immer wieder motiviert und drängt er junge Muslime sich am gesellschaftlichen Geschehen zu beteiligen und zu paritizipieren – ohne sich aber zu assimilieren. Mittlerweile gilt er als einer der Vordenker des “europäischen Islams”.

So trafen die beiden am 23. Juni 2008 in Elmau auf der Tagung “Muslims and Jews in Christian Europe” aufeinander und diskutierten. Ramadan kritisierte in seinem Vortrag die Situation der Muslime in Europa. Vor kurzem erst hatte ich darüber gebloggt, warum ich “deutscher” sein muss als “Deutsche” um “deutsch” zu sein. Eine ähnliche Problematik scheint sich nun also bis auf die europäische Ebene hinzuziehen: “Hat man eine andere Hautfarbe, trägt man einen fremden Namen, tut man sich gar schwer mit der Landessprache, werden immer neue Loyalitätsbeweise verlangt.” Am Ende steht die These: Muslime werden die ersten Europäer!
Ein höchst interessanter Artikel und wenn ihr herausfinden sollt, warum Muslime die ersten Europäer werden, dann bitte lesen:


Frankfurter Rundschau 25.06.2008

Ohne Muslime kein Europa

VON ARNO WIDMANN

Am 23. Juni 2008 um 15.05 Uhr ist es zu einer denkwürdigen Begegnung
gekommen. Tariq Ramadan, einer der umstrittensten Kämpfer für die
europäischen Muslime, begrüßte mit einem Handschlag Jürgen Habermas,
den Cheftheoretiker der Neuen Unübersichtlichkeit. Danach kam es nicht
etwa zu einem Streitgespräch oder zu einem Dialog. Das hatte die Regie
der auch sonst höchst prominent besetzten Tagung "Muslims and Jews in
Christian Europe" nicht vorgesehen. Ramadan hielt einen etwa
zwanzigminütigen Vortrag, und Habermas stellte ihm im Anschluss daran
ein paar Fragen. Habermas sprach von einer nicht gerade gleichwertigen
Verteilung der Rollen. Es war dennoch eine sehr eindrückliche
Veranstaltung.

Tariq Ramadan ging aus von Umfragen, die ergeben, dass 80 Prozent der
in Europa lebenden Einwanderer aus muslimischen Ländern keine
praktizierenden Moslems sind. Für sie stellen sich also die meisten der
so gern als Integrationsprobleme ins Feld geführten religiösen Fragen
nicht. Sie werden dennoch argwöhnisch beobachtet und einem Klima des
Verdachts ausgesetzt. Es genügt nicht, Steuern, Kranken- und
Sozialversicherung zu bezahlen, seine Pflichten als Staatsbürger zu
erfüllen, gesetzestreu zu sein. Hat man eine andere Hautfarbe, trägt
man einen fremden Namen, tut man sich gar schwer mit der Landessprache,
werden immer neue Loyalitätsbeweise verlangt. ...

Fortsetzung hier.

PS: Vielen Dank an Mustafa Yoldas für die tollen Hinweise auf Artikel etc!

LIEBESERKLÄRUNG

an die türkische Fußballnationalmannschaft:

Niemand hätte je gedacht, dass ihr so weit kommt! Nichts, nicht einmal unzählige Spielerausfälle, konnten euch davon aufhalten, so weit zu kommen.

Ihr habt ganz Europa in Atem gehalten, die aufregendsten Spiele geliefert, ihr habt Geschichte geschrieben.
Und heute: Mit Deutschland zusammen habt ihr uns bis zur letzten Minute unterhalten. Dankeschön!

So feiern heute die Türken, dass ihre Mannschaft so weit gekommen ist!
So feiern heute die Deutschen, dass ihre Mannschaft im Finale ist!
So haben die Deutschtürken den größten Grund zur Freude!

Ein Spiel noch, dann lösch ich all mein Fußballwissen.
Für die Türkischsprachigen unter euch: Milli Takim Anneleri!

MUST-HAVE-SEEN-AND-DONE IN LONDON

Solltest Du in nächster Zeit ein günstiges Ryanair-Wochenende in London bei den besten Gastgebern, Wanne und Goofy, planen, so gibt es neben der 0815-Tour meine persönlichen must-have-seen-and-done:1- Essen (South Hall)

Zu jedem vernünftigen Sight-Seeing gehört gutes und unvergessliches Essen. So sollte man unbedingt in ein indisches Pseudo-Halal-Restaurant in South Hall (Londons Karachi oder Neu-Delhi). Das Essen ist scharf und lecker, aber nur nebensächlich, denn bis es zum Essen kommt gibt es ein Hindernis zu überwältigen: Der bekiffte Kellner. Er nimmt die Bestellung durchschnittlich fünf Mal auf, wiederholt sie sieben Mal und lacht gruselig mit pakistanisch/indischem Akzent. Wie Lachen mit Akzent geht, muss man selbst herausfinden.

2- Royal-Mailbox besteigen (Brick Lane)

Mittlerweile hat jeder Londonbesucher ein Foto von sich in einer typisch roten Londoner Telefonzelle. Nur die kühlsten Innseiter jedoch besitzen ein Foto AUF einer typischen roten Londoner Royal-Mailbox. Die allerkühlsten stehen in Brick Lane, wo man nach dem scharfen Essen in South Hall wunderbar English Tea trinken kann.

3- Menschenkenntnis (überall in London)
Must-have-done-unbedingt ist Verlorengehen und jeden intelligent aussehenden Passanten nach dem Weg zu fragen. So merkt man schnell, wie schlecht man mit Menschenkenntnis ausgestattet ist und lernt London richtig kennen. Nach mindestens einem Tag Verlorengehen kennt man London wie die eigene Westentasche.

4- Die Oytser card (in Bus und Bahn)
“Biep”! Puh. “Biep!” Puh. “Grummel”. Ahhhh!
Ganz cool und lässig steigt man in den Doppeldeckerbus, hält die Oyster card (Plastikkarte zum Bus- und Bahnfahren) an die Maschine neben dem Fahrersitz und geht normalerweise ganz entspannt vorbei – außer es “grummelt” (= kein Geld mehr im Plastik): Dann heißt es erstmal zwei Pounds blechen. Überhaupt ist die Oyster card das Sorgenkind jeder London-Reise. Nach jeder Bus-/Bahnfahrt ruft einer: “Oh mein Gott, wo ist meine Oyster card?”. Und die große Suche beginnt. Die Oyster card geht in fünf Tagen bei einer Gruppengröße von sieben Personen mindestens zwei Mal verloren. So entsteht eine wunderbare Hassliebe zur Oyster card. DAS Mitbringsel aus London eben.
Übrigens erzählte mir Rabo, dass die Oyster card in Hong Kong “Octopus card” heißt.

5- Promi-Gefühl (Camden Market)
0815-Londonbesucher laufen am zweiten Tag ins Madame Tussauds, um Wachs zu fotografieren (kann man übrigens auch in Hamburg) und um Promiluft einzuatmen. Einfacher geht das auf dem Camden Market: An jeder Ecke stehen die wunderbaren Sonnenbrillenstände. Wählt man die richtige “Sonnenbrille”, so sieht man zum Beispiel aus wie Kanye West – wie diese Damen hier.

NNNNNE?!

Furchtbar. Mehrmals täglich mutiert Toffer B. zu einem “Nnnne?!”-Monster.
Das geschieht dann so:
Sobald die akademische Viertelstunde zur Pause schlägt und wir den Seminarraum verlassen, vibriert das Monster in Toffer B.s Tasche, er drückt auf den grünen Kopf und die Mutation beginnt. Erst erhöht sich seine Stimme um einige Oktaven, dann zappelt er herum und lässt die geschockt umstehenden Kommilitonen seine Sachen tragen, schließlich bringt er nur noch alle 2 Minuten ein “Nnnne?!” heraus. (daher auch: “Nnnne?!”-Monster) Das Gruselige daran ist, 1. dass Toffer von seiner Mutation bis vor kurzem nichts gemerkt hat und 2. dass ein Großteil der deutschen Bevölkerung davon betroffen ist.Okay, vielleicht habe ich ein wenig übertrieben – das ändert jedoch nichts an dem Ernst und der Relevanz des gesellschaftlichen Mißstandes: Diese gespielte Überfreundlichkeit am Telefon, die extremst hohe Stimme und jeder – wirklich jeder – Satz endet mit “…, nnnne?!”. Das “Wir schaffen das schon, nnnne?!” oder “Dann hätten wir das also geklärt, nnnne?!” wird jeder kennen. Ein einfaches “…, ne?!” reicht vollkommen aus. Ich verstehe nicht, wieso man den Gesprächspartner in den Wahnsinn treiben und “nnnne?!” sagen muss.Nun: Toffer B. hat inzwischen von seinem Fehler gelernt und ist auf bestem Wege zur Genesung.
Werfen wir das “Nnnne?!” zu den anderen Unwörtern/-lauten der deutschen Sprache zu “halt”, “emmm” und “sozusagen.”

Nnnne, Toffer?!