WHAT IF HE IS?

Amerika wählt. So heißt eines der Seminare, die ich in diesem Semester besuche. In den letzten Wochen haben sich mehr und mehr Republikaner gegen McCain und für Obama ausgesprochen. Medial beachtet wurde vor allem die Unterstützung durch Collin Powell, ehemaliger Außenminister (Bush-Regierung 2001-2005).

Im folgenden Video vergleicht er sehr anschaulich McCain und Obama, wägt sie ab und erläutert seine Entscheidung (maßgebend war für Powell die Reaktion der Präsidentschaftskandidaten auf die Finanzkrise und der Rechtsruck der Republikanischen Führung). Was mich an seiner Äußerung besonders beeindruckt hat, ist sein Kommentar zu dem Thema Obama sei eigentlich ein Muslim und solle daher nicht gewählt werden – wie einige Kampagnen von Republikanern suggerieren. Zunächst stellt Powell klar: Obama ist kein Muslim, er war schon immer Christ. Aber die eigentlich richtige Antwort ist: “What if he is?” Was, wenn er es wäre?

Powells darauf folgende Argumentation zeigt US-Amerikas Fortschritt im Bereich der Akzeptanz, Toleranz und Integration religiöser/ethnischer Minderheiten – dies war und ist allerdings bitter nötig: Lange Zeit wurde eine Islamophobie verbreitet (hauptsächlich von konservativen Sendern wie Fox). Hier ein Text der ZEIT zu der Situation der Muslime in den USA.

Und hier nun endlich das Video:

Ex-US-Außenminister Powell unterstützt Präsidentschaftskandidat Obama und kommentiert die Gerüchte, Obama sei ein Muslim

In transkribierter Form die – wie ich finde – wichtige Stelle:
“I’m also troubled by, not what Senator McCain says, but what members of the party say. And it is permitted to be said such things as, “Well, you know that Mr. Obama is a Muslim.” Well, the correct answer is, he is not a Muslim, he’s a Christian. He’s always been a Christian. But the really right answer is, what if he is? Is there something wrong with being a Muslim in this country? The answer’s no, that’s not America. Is there something wrong with some seven-year-old Muslim-American kid believing that he or she could be president? Yet, I have heard senior members of my own party drop the suggestion, “He’s a Muslim and he might be associated terrorists.” This is not the way we should be doing it in America.”

Mehr zu Colin Powell hier (taz). Dort ist auch nachzulesen, dass er als Außenminister und gemäßigter Republikaner zunächste gegen den Irak-Krieg und Verteidungsminister Rumsfeld war. Wiki sagt dazu:

“Im Sommer 2002 kam es zu offenen Differenzen in der Irak-Frage. Letztlich unterstützte Powell jedoch den US-amerikanischen Angriff auf den Irak im März 2003. Am 5. Februar 2003 folgte Powells denkwürdiger Auftritt vor dem Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen. Powell plädierte für den Sturz Saddam Husseins, da dieser im Besitz von Massenvernichtungswaffen sei. Im September 2005 bedauerte Powell in einem ABC-Fernsehinterview diese Rede, in der er den Weltsicherheitsrat mit später als falsch erkannten Tatsachenbehauptungen von der Notwendigkeit des Irak-Kriegs zu überzeugen suchte und bezeichnet sie als einen „Schandfleck“ in seiner Karriere.”

Zitat-Quelle: ups. Wikipedia

PRESS FORWARD

Die ersten Videos, die ich mir jemals bei YouTube anschaute, waren die “Ich-mach-jeden-Tag-ein-Bild-von-mir-und-lass-sie-zu-cooler-Musik-schnell-laufen”-Videos. Ich finde sie nach wie vor toll und ehre sie hiermit mit einem Post. Mein Lieblings-ImjTeBvmulszcMsl-Video ist das von JK Keller aus New York. 8 Jahre, jeden Tag ein Foto.
Das Video hier:

Allerdings nur in mittelmäßiger Qualität. Richtig schön wird’s hier. Auf seiner HP also, wo man dieses und andere Projekte weiter verfolgen kann. Das kann dann so aussehen.


Aktuell scheint das rote Hemd sein Lieblingshemd zu sein.


Jedenfalls ist die
ImjTeBvmulszcMsl-Idee ziemlich beliebt in der Netzwelt. Und bei den Simpsons.

DAS VERSTECKSPIEL HAT EIN ENDE

Ich habe keine Ahnung, wie ich das Bild horizontal spiegeln kann
auf meinem neuen Schoßcomputer jedenfalls nicht…
Ich habe ihn gefunden. In der TIME Ausgabe von letzter Woche. Er ist Kolumnist und schreibt von “Sizing Up Your Body – When friends and family are battling weight, it’s easy to forget what a healthy body looks like.”

Es geht aber hier nicht um die Kolumne sondern um den Kolumnisten selber, der nämlich Sanjay Gupta heißt. Sanjay Gupta! Das ist mein Held, der mir fünfte bis siebte Klasse Cornelsen-Englisch beibrachte, indem er mit Trundle, der Schildkröte, Jenny, Sally, seiner Schwester Sita und Co die tollsten Abenteuer erlebte. Es gibt ihn also wirklich. Ein altes schönes Bild habe ich leider nicht gefunden. Dafür eine Zeichnung. Die sollte helfen. Nostalgie pur!



Das ist Sanjay in einer Englischklausur der fünften Klasse.

Nachtrag: Ihr kennt ihn doch auch noch, oder? Freunde und Steffen zumindest!?

EIGENTLICH

Eigentlich wär ich viel lieber in London auf dem Global Peace and Unity Event an diesem Wochenende. Samstag bis Sonntag treten muslimische Comedians, Sänger, Bands, Redner auf, es werden verschiedene Awards verliehen und eine riesengroße Messe mit tausend Ständen rund um Kultur und muslim lifestyle darf besichtigt werden. Und natürlich sind da noch Workshops mit Themen wie “How to create democratic political change”, “Islam in Europe: What the future holds Media literacy” oder “How to better understand how the media works”. Toll. Und ich bin nicht dabei. Sehr schön.

Neidisch surfen hier.

TICKER II UND MUSLIM LIFESTYLE


Am Dienstag sind die muslimischen Weihnachten/Zuckerfest/Bayram/Eid!

Da konnte ich meine Familie natürlich nicht alleine lassen und bin daher seit Freitag in der Heimat. Am Dienstagabend geht es aber wieder nach London.
Mein Praktikum mache ich übrigens bei emel, einem muslimischen Lifestyle-Magazin, Vertrieb in über 66 Ländern, 15 Airlines und derzeit dabei die 50. Ausgabe vorzubereiten. Ich mittendrin. Mit großen Augen:
Die Muslime hier in England sind wunderbar in die Gesellschaft integriert. Es gibt muslimische Anchorwoman beim BBC, TV-Sender, Magazine wie emel und überhaupt: Muslime in England haben eine Stimme, finden Gehör und kämpfen aktiv gegen Vorurteile und das negative Image der Muslime.
Es gibt hier einen “muslimischen Lifesytle”, der sich perfekt in die britische Gesellschaft eingliedert und sich als Teil dessen empfindet. Muslimsein ist genauso akzeptiert, toleriert und verstanden wie Christsein, Emosein oder Hippiesein.
Als ich im Flugzeug mein Fasten brach, da wussten meine Sitznachbarn – ein typisch englisches Ehepaar – bestens darüber Bescheid, wann Eid oder das tägliche Fastenbrechen ist.
Und ich? Ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus.