AENTSCHULDIGONG

Aentschuldigong (Sorry) for not updating my blog. Me busy-bee is beeing around the world in search for honey. Well, actually I’m in London right now, searching for a flat – this search turned out to be one of the most underestimated things in my life.
However there are some things I’d like to share with you. Like this interview with me published in Polish on Funkhaus Europa. And this interview I had with Mekonnen Mesghena, Head of Migration, Citizenship and Diversity department of the Heinrich Böll Stiftung in Germany – Very interesting interview about the importance of diversity in media! And before continuing my Ramadan Diary I have to admit: Shame on me! – I’m so bad in keeping a diary. I forgot to take picture three times by now. Argh. I hope it won’t get worse.
And the other thing I’d like to share with you: Check out orangelog.eu: Especially the articles, radio programms and videos by the participants of the m100 youth workshop last weekend in Potsdam! It was really great! Interesting, funny and lovely people from all over Europe! Thank you Sabine and Agnes for making this possible! And also many thanks to all the participants – I’ve learned so much from you (especially from East-Europe). And I hope to see you soon! Don’t forget: It’s all about context (


Bildcredit: Yannick Brusselmans

DIE SACHE MIT DEM URLAUB

Ich mache das ja auch. Diese Urlaubssache.
Zu Hochmittelalterzeiten sagten Ritter Urloup, wenn sie nach Erlaubnis fragten, um in die Schlacht zu ziehen. Heute sagen wir Urlaub, wenn wir in die Schlacht ziehen. Ist doch so. Urlaub = Schlacht. Was bitte sollen denn die Reisen nach New York, London, Paris, Madrid, Barcelona, Istanbul, Mumbai, Kairo, Amsterdam, … in die reizüberflutenden Großstädte dieser Welt sonst sein?
Also machen wir uns nichts vor.
Zack Zack, Flash Flash, Tack Tack, Brumm Brumm.
Die Augen sind weit aufgerissen und der Mund auch ein bisschen. Die übergroße digitale Spiegelreflex-Kamera baumelt vor dem Bauch herum, der Körper müsste eigentlich nach vorne kippen, doch der dicke Rucksack zieht nach hinten. Stehaufmännchen-ähnlich steht er dann da. Der Mensch im Urlaub.Der Urlaub-Mensch ist aber nicht nur Stehaufmännchen, sondern auch Schwamm. Ein Monsterschwamm, der alles Wissen, alle Wörter und Reize absorbiert. Unaufhaltsam stampft er von Museum zu Museum und lichtet alles ab. Auch Michelangelos Deckengemälde im Vatikan – aber nur heimlich, da verboten. Alles: Die Mind-the-Gap-Bepinselung am Londoner Bahnsteigrand, die nichtvorhandene Lücke zwischen Pariser Stoßstangen, die gelben New Yorker Taxen und die müden Männer vor türkischen Cafes.Der schwamm-artige, stehaufmännische Urlaub-Mensch mit seinen starren Blicken lässt jede Mumie im Londoner National Museum einen zweiten Tod sterben.

Und er frisst. Frisst sich durch die Essenschlacht der Nationalgerichte.
Und er kauft. Dem Euro-Teuro-Prinzip Folge leistend kauft der Urlaub-Mensch ganze Einkaufstraßen auf. So viel wie nur geht, alles viel billiger hier.

Noch ist der Schwamm nicht voll. Ein bisschen Lifestyle muss her. Bisschen Einheimische kennenlernen hier, Konzert da und unaufgeregt, gelangweilt oder “von-den-blöden-Touris-genervt” kucken. Auch Szene-Lokale, Insider-Restaurants und Underground-Bars wollen warmgesessen werden. Da gewesen sein. Das ist alles.

Stress.

Dieser Großstadtdschungelkampf ist Pseudo-Urlaub, das muss mal in die Köpfe. Spätestens dann, wenn man Zuhause ohne Umwege ins Bett fällt und den Tag durchpennt, ist klar: Urlaub ist was ganz anderes. Urlaub ist, was ich an diesem Wochenende anfangen werde. (Nach zwei Pseudo-Urlauben bitter nötig)

Entspannt von Kopf bis Fuß unter der warmen Sonne liegen mit Büchern, die man schon immer lesen wollte, Bildern, die man schon immer zeichnen wollte, Fotos, die man schon immer machen wollte, Wörtern, die man schon immer schreiben wollte. Ein Urlaub für den Kopf, den Körper und für die Sinne.

Ein Urlaub, der mich schon beim Schreiben ins Schwärmen bringt und entspannt. Das, meine Lieben, ist Urlaub.

Davon sollten wir uns öfters mal was gönnen. So haben wir genug Energie für den nächsten Pseudo-Urlaub, der einfach zu viel Spaß macht, als dass man ihn aufgeben könnte.

Dieser Song ist übrigens wie ein Kurzurlaub: Einfach mal Augen schließen und anhören.

The Pied Piper by Yoriyos.

EMEL, DUSSELDORF, NYT UND FREMDGEHEN

Jetzt, wo der Hausarbeitenstress beendet ist, Dinge, die in meinem Kopf herumschwirrten:

EMEL 50th ISSUE
Das muslimische Lifestyle Magazin aus London hat nun ihre Golden-Edition herausgebracht, weil 50. Ausgabe. Und ich war dabei! Aber: Meine Lieblingskolumnistin hört auf. Weil: Thema der Kolumne war das aufregend chaotische Singledasein in orientalischer Kultur (also Heiratskandidaten, die plötzlich neben Mama und Papa auf der Wohnzimmercoach sitzen; arrangierte Dates von Mama und ihren Freundinnen; arrangierte Dates von den eigenen Freundinnen; muslimisches Speed-Dating (Ja, das gibt es!!)) Und da sie nun endlich Mr. Perfect gefunden hat, findet mit dem Singelsein auch die Kolumne ihr Ende.
In der Reportage “Celebrating Best of Britian” werden random Muslime im Arbeitsalltag vorgestellt – vom British Airways-Piloten über die Polizistin bis hin zur Kopftuchtragenden Lehrerin.

Wo wir beim nächsten Thema wären: (Achtung Ironie)

In Düsseldorf sind Baskenmützen verboten. Jedenfalls dann, wenn man muslimische Lehrerin ist und die Baskenmütze als Surrogat für das Kopftuch verwendet. Deutschland ist nämlich ein Land, in dem Staat und Kirche strikt getrennt werden. Und weil wir konsequent sind, bleiben die Nonne und das Kreuz im Klassenzimmer, das Kopftuch und das ultimative Symbol der Unterdrückung, die Baskenmütze, müssen draußen bleiben.
Nachtrag: Hier schrieb man auch schon zu diesem Thema.

Ich hatte Collin Powell schon mal zitiert. Er sagte: “Is there something wrong with some seven-year-old Muslim-Amercian kid believing that he or she could be president?”
Und ich frage: Is there something wrong with some seven-year-old Muslim-German girl believing that she could be a teacher? Obviously yes in Dusseldorf.

Apropos Muslim-Americans:
Die New York Times schrieb diesen sehr interessanten Artikel und drückte damit aus, was ich fühlte, aber nicht aussprach.

Und sonst:
Ich habe überlegt umzuziehen. Nach WordPress. Weil ich auch so eine Tagwolke haben will. Nach ein bisschen Herumschnüffeln, ging ich fremd. Doch ich bereue, denn mein aktuelles Layout ist doch ganz schniecke. Nur mein Adresse finde ich zu lang. Was kann ich tun? Wer kann mir helfen?


EIGENTLICH

Eigentlich wär ich viel lieber in London auf dem Global Peace and Unity Event an diesem Wochenende. Samstag bis Sonntag treten muslimische Comedians, Sänger, Bands, Redner auf, es werden verschiedene Awards verliehen und eine riesengroße Messe mit tausend Ständen rund um Kultur und muslim lifestyle darf besichtigt werden. Und natürlich sind da noch Workshops mit Themen wie “How to create democratic political change”, “Islam in Europe: What the future holds Media literacy” oder “How to better understand how the media works”. Toll. Und ich bin nicht dabei. Sehr schön.

Neidisch surfen hier.

TICKER II UND MUSLIM LIFESTYLE


Am Dienstag sind die muslimischen Weihnachten/Zuckerfest/Bayram/Eid!

Da konnte ich meine Familie natürlich nicht alleine lassen und bin daher seit Freitag in der Heimat. Am Dienstagabend geht es aber wieder nach London.
Mein Praktikum mache ich übrigens bei emel, einem muslimischen Lifestyle-Magazin, Vertrieb in über 66 Ländern, 15 Airlines und derzeit dabei die 50. Ausgabe vorzubereiten. Ich mittendrin. Mit großen Augen:
Die Muslime hier in England sind wunderbar in die Gesellschaft integriert. Es gibt muslimische Anchorwoman beim BBC, TV-Sender, Magazine wie emel und überhaupt: Muslime in England haben eine Stimme, finden Gehör und kämpfen aktiv gegen Vorurteile und das negative Image der Muslime.
Es gibt hier einen “muslimischen Lifesytle”, der sich perfekt in die britische Gesellschaft eingliedert und sich als Teil dessen empfindet. Muslimsein ist genauso akzeptiert, toleriert und verstanden wie Christsein, Emosein oder Hippiesein.
Als ich im Flugzeug mein Fasten brach, da wussten meine Sitznachbarn – ein typisch englisches Ehepaar – bestens darüber Bescheid, wann Eid oder das tägliche Fastenbrechen ist.
Und ich? Ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus.

MUST-HAVE-SEEN-AND-DONE IN LONDON

Solltest Du in nächster Zeit ein günstiges Ryanair-Wochenende in London bei den besten Gastgebern, Wanne und Goofy, planen, so gibt es neben der 0815-Tour meine persönlichen must-have-seen-and-done:1- Essen (South Hall)

Zu jedem vernünftigen Sight-Seeing gehört gutes und unvergessliches Essen. So sollte man unbedingt in ein indisches Pseudo-Halal-Restaurant in South Hall (Londons Karachi oder Neu-Delhi). Das Essen ist scharf und lecker, aber nur nebensächlich, denn bis es zum Essen kommt gibt es ein Hindernis zu überwältigen: Der bekiffte Kellner. Er nimmt die Bestellung durchschnittlich fünf Mal auf, wiederholt sie sieben Mal und lacht gruselig mit pakistanisch/indischem Akzent. Wie Lachen mit Akzent geht, muss man selbst herausfinden.

2- Royal-Mailbox besteigen (Brick Lane)

Mittlerweile hat jeder Londonbesucher ein Foto von sich in einer typisch roten Londoner Telefonzelle. Nur die kühlsten Innseiter jedoch besitzen ein Foto AUF einer typischen roten Londoner Royal-Mailbox. Die allerkühlsten stehen in Brick Lane, wo man nach dem scharfen Essen in South Hall wunderbar English Tea trinken kann.

3- Menschenkenntnis (überall in London)
Must-have-done-unbedingt ist Verlorengehen und jeden intelligent aussehenden Passanten nach dem Weg zu fragen. So merkt man schnell, wie schlecht man mit Menschenkenntnis ausgestattet ist und lernt London richtig kennen. Nach mindestens einem Tag Verlorengehen kennt man London wie die eigene Westentasche.

4- Die Oytser card (in Bus und Bahn)
“Biep”! Puh. “Biep!” Puh. “Grummel”. Ahhhh!
Ganz cool und lässig steigt man in den Doppeldeckerbus, hält die Oyster card (Plastikkarte zum Bus- und Bahnfahren) an die Maschine neben dem Fahrersitz und geht normalerweise ganz entspannt vorbei – außer es “grummelt” (= kein Geld mehr im Plastik): Dann heißt es erstmal zwei Pounds blechen. Überhaupt ist die Oyster card das Sorgenkind jeder London-Reise. Nach jeder Bus-/Bahnfahrt ruft einer: “Oh mein Gott, wo ist meine Oyster card?”. Und die große Suche beginnt. Die Oyster card geht in fünf Tagen bei einer Gruppengröße von sieben Personen mindestens zwei Mal verloren. So entsteht eine wunderbare Hassliebe zur Oyster card. DAS Mitbringsel aus London eben.
Übrigens erzählte mir Rabo, dass die Oyster card in Hong Kong “Octopus card” heißt.

5- Promi-Gefühl (Camden Market)
0815-Londonbesucher laufen am zweiten Tag ins Madame Tussauds, um Wachs zu fotografieren (kann man übrigens auch in Hamburg) und um Promiluft einzuatmen. Einfacher geht das auf dem Camden Market: An jeder Ecke stehen die wunderbaren Sonnenbrillenstände. Wählt man die richtige “Sonnenbrille”, so sieht man zum Beispiel aus wie Kanye West – wie diese Damen hier.