MUSLIM MINORITIES & RELIGIOUS FREEDOM – BERKLEY CENTER, GEORGETOWN UNIVERSITY

Last year, the Georgetown Universities’ Berkley Center for Religion, Peace & World Affairs hosted a conference on Muslim Minorities & Religious Freedom, featuring some of my favourite people and teachers such as Sheikh Hamza Yusuf and John Esposito – a true honour to be allowed to speak along those brilliant minds. I enjoyed discussing the situation in Europe with Jocelyne Cesari (Berkley Center) and Maajid Nawaz (former LIB Candidate, UK), moderated by Jennifer Bryson (Zephyr Institute).

It was important to me to point out how not only anti-Muslim racists and Muslim extremists play into the same narrative, but also ex-Muslims and Muslims who serve as “native informants” by building a career on the back of the Muslim community, giving credebility to racists by supporting their views about Muslims, taking advantage of their existing problems and/or misleadingly ascribing social issues to Islam and Muslims. Akif Pirincci, Necla Kelek and others are only a few of the many German examples. I also argued that it – unfortunately – takes damage caused at other minorities for mainstream society to notice racist pushes against the Muslim community as such:

“Every time other minorities are collateral damage of Islamophobic pushes, the debate shifts.
Only then it is revealed that those pushes against Muslims are not based on certain honest and sicere intellectual concerns (as pretended) with certain practices, but are simply symbolic and populist acts.”

 

WIE INKLUSIV IST DIE NETZFEMINISTISCHE SZENE?

Abschrift des Vortrags bei der FES Veranstaltung “Wessen Internet? Geschlechterverhältnisse und Gender-Debatten im Netz” im April 2015

Die feministische Netzszene lebt in der Illusion inklusiv zu sein – denn tatsächlich bietet uns das Internet bis dahin ungekannte Möglichkeiten der Teilhabe und Partizipation. Minderheiten müssen nicht mehr darauf warten, dass ihnen jemand aus der dominanten Netzöffentlichkeit ein Mikrofon hinhält, um zu sprechen – sie können sprechen, indem sie es einfach tun.

Die Inklusivität in der feministischen Netzszene macht sich deshalb an ganz anderen Punkten fest, als wie außerhalb des Netzes: Kleidung, Äußerlichkeiten spielen kaum eine Rolle, ebenso geographische Lokalisation sind weniger ein Ausschlusskriterium und auch das geheime Undergroundwissen darum, wo in welchen versteckten Szenelokalen und Orten die wichtigen Debatten stattfinden – sie finden im Netz nämlich relativ öffentlich statt. Das Netz bietet Neufeministinnen und Interessierten die Möglichkeit, Debatten zu verfolgen und langsam, mit der Zeit, die unausgesprochenen Regeln der Netzcommunity zu verstehen und ein Gefühl für den Habitus zu bekommen. Wer ist wichtig? Welche Themen dominieren? Was sollte man wissen? Wie wird gesprochen? Was kommt gut an, was nicht?

Rein theoretisch also gute Grundvoraussetzungen für die Stimmenfindung und Diskurspartizipation von Minderheitenperspektiven. In der Praxis hakt es – zum einen deshalb, weil die netzfeministische Szene einen selbstbewussten Umgang mit dem Netz voraussetzt – für uns im Internet sozialisierte „Digital Natives“ kein Problem, durchaus aber eines für solche, die nicht schon in jungen Jahren mit Bloggen, Netzkultur, Technik und Co vertraut waren und sind. Der sogenannte Digital Divide.

Zum anderem ist es das fehlende Bewusstsein für die Privilegien, die wir innehaben: Unser Wissen, unsere Bildung, unsere Sprache, unsere Hautfarbe, ethnische Zugehörigkeit, unsere sexuelle Orientierung, unsere Bildungshintergrund, unsere soziale Schicht, unsere Religion, unsere Körper – alles Faktoren, die uns Privilegien bescheren bzw. benachteiligen können.

Dass zu einigen der Punkte niemand etwas sagt, sich darüber beschwert, heißt nicht, dass es keine sich Beschwerenden, Benachteiligten gibt, sondern lediglich, dass wir nicht im Stande sind, sie zu hören.

Während wir in der netzfeministischen Szene für die allermeisten hier aufgelisteten Punkte Bereitschaft zeigen, reflektiert darauf zu reagieren, scheitern wir häufig an einem unserer womöglich wichtigsten politischen Machtinstrumente: Unsere Call-Out-Kultur. Dazu gehören Shitstorms, Empörung und Proteste, Instrumente also, die wir gegen das Etablissement verwenden, um Machtstrukturen aufzubrechen und die Gesellschaft zu bewegen. Wir können auf Missstände hinweisen, auch wenn man unsere Kritik lieber nicht hören möchte. Wir müssen uns nicht mehr im Stillen ärgern; wir können das öffentlich tun und Druck ausüben – erfolgreich. Positionen, für die wir vor drei Jahren noch belächelt worden sind, sind heute mehrheitsfähig. Das haben wir vor allem den unermüdlichen Aktivist_innen unter uns zu verdanken, die genau von diesen Instrumenten Gebrauch machten, trotz persönlicher Einbußungen und Abstriche. So sind wir es gewohnt, vieles – zurecht – in Argwohn, Skepsis und kritisch zu betrachten. So sehr, dass wir es aber nicht mehr schaffen, unsere Kampfausrüstung abzulegen, wenn wir untereinander sind. Und falls wir es doch tun, haben wir sie schwupdiwupp wieder an, weil wir fürchten, unsere (vormals) Verbündeten könnten unsere Ideale verraten.

Handeln bedeutet immer auch einen Kompromiss mit der Realität einzugehen.

Die Ideale, die wir als Aktivist_innen vertreten, sind nämlich genau das: Ideale. Eine Zukunft, nach der wir streben. Nicht aber eine gesamtgesellschaftliche Realität, in der wir uns bewegen, und womöglich eine, die wir nie erleben werden. Deshalb ist es das Streben, der Weg, die den Aktivismus ausmachen. Das unermüdliche Streben. Streben wiederum bedeutet Handeln, Bewegen und Anstoßen. Unsere Gedanken, unsere Kritik, fassen wir in Worte, starten Kampagnen und organisieren Aktionen. Und jedes Mal, wenn wir in der dominanten Öffentlichkeit handeln, jedes mal, wenn wir dort einen Text veröffentlichen, sind wir genötigt – vorerst – Teile unserer Ideale aufzugeben, um die Brücke zwischen der Realität und der gewünschten Zukunft zu schlagen. Zu weit liegen beide noch auseinander.

Doch genau dafür kritisieren wir einander. Wir schauen nicht darauf, wohin wir uns bewegen, sondern darauf, wo wir sind. Unverzeihlich sind wir dabei. Intolerant gegenüber den Menschen, die uns am nächsten sind. Wir kritisieren einander beizeiten so gehässig als wären wir Feinde, als sei das Kritisieren an sich eine Tugend. Wir baden uns im Wissensfetisch, Kampfeslust und einer arroganten Erhabenheit gegenüber jenen, die noch nicht das Wissen erlangt haben, mit dem wir uns heute stolz schmücken. Die Einsichten, die wir heute haben, setzen wir bei anderen als Mindestwissen voraus. Das macht uns ängstlich und stumm. Nicht nur Anfänger_innen, sondern auch alte Hasen.

Und jetzt wollte ich übergehen zu dem Punkt, dass wir mehr Raum für Schwäche zeigen müssen, um inklusiver zu werden. Doch die ganze Zeit über steht ein riesengroßer rosa Elefant im Raum. So groß, dass ich diesen ganzen Vortrag umschmeißen und über etwas ganz anderes reden wollte.

Wenn ich Inklusion fordere, was fordere ich speziell für die muslimische Frau? Ich merkte: Mir genügt das Bemühen der feministischen Netzcommunity. Das Bemühen genügt mir. Wenn man mich fragt, ob der Netzfeminismus inklusiv ist, würde ich sagen: Ja. Er ist der inklusivste mehrheitlich weiße Raum, den ich kenne. Ich könnte kritisieren, dass ich auf vielen Panels die einzige Muslima bin, (und häufig auch die einzige PoC) und dass ich in unseren Diskursen die Berücksichtung der muslimischen Perspektive vermisse usw usf. Aber nein, es fällt mir schwer, diesen Raum zu kritisieren. Ohne den Netzfeminismus hätte ich zum Beispiel nie meinen Raum im Feminismus gefunden. Warum bin ich so genügsam? Hätte ich nicht die Verantwortung – gerade weil ich in vielen Punkten privilegiert bin – mehr einzufordern?

Mich wurmt das.

Einer der Gründe hierfür ist: Weil die muslimische Frau in Deutschland ganz existentielle Kämpfe führt. Es geht nicht um Anerkennung in der netzfeministischen Community, sondern um die simple Akzeptanz der Existenz als denkender, eigenständig handelnder, selbstständiger Mensch mit einem eigenen Willen. Nicht mehr nur die infantil, schwachen Frauen ohne Denkvermögen, die leeren Kopfes das tun, was ihnen ihre Männer befehlen.

Im Gegensatz zu Queer-Feministinnen oder Schwarzen/PoC Feministinnen haben wir eine ganz andere Ausgangssituation im Feminismus. Während der Feminismus sie immer mit meinte – sie aber nicht berücksichtigte, ihre Stimmen unterdrückte, aber das ist eine ganz andere und lange Geschichte – war die muslimische, religiös praktizierende, kopftuchtragende Muslima nie mitgemeint. Sie war im Gegensatz zu den anderen Formen die Versinnbildlichung des Antifeminismus.

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Taz Podiumsdiskussion zum Lehrerinnenkopftuch in Bremen – Niko Wolff, Fotoetage

Als ich kürzlich in Bremen zur Aufhebung des pauschalen Kopftuchurteils für Lehrerinnen auf einem Panel saß, wurde ich später im Flur von einer Gruppe Altfeministinnen aufgehalten, die auf mein Kopftuch zeigend sagten: „Dafür! Haben wir nicht gekämpft!“

Das ist der Punkt, an dem wir stehen.
Wir werden als das Gegenteil von dem gelesen, was der Feminismus abzielt.
Frauen, unterwürfig, unterdrückt, ohne eigenen Willen.

Das heißt, in einem Raum zu sein, in dem eine muslimische Frau als denkender Mensch wahr und ernst genommen wird, wird noch als Erfolg verbucht, nicht als Selbstverständlichkeit.

Denn es geht für die muslimische, kopftuchtragende Frau in Deutschland noch um einfachste, existentielle Dinge: Arbeiten dürfen, im Leben stehen dürfen, sichtbar sein dürfen. Nicht an den Rand gedrängt werden.

Deshalb tue ich mich so schwer, die klassischen Inklusionsthemen einzufordern: Mehr Sichtbarkeit in den Debatten und andere Dinge, die muslimische Feministinnen daran hindern, sich vermehrt in der netzfeministischen Community willkommen zu fühlen.

Wenn ich Inklusion fordere, was fordere ich speziell für die muslimische Frau?

Wenn die stärksten Stimmen gegen das Lehrerinnenkopftuch Altfeministinnen ala Schwarzer sind und die stärksten, aber insgesamt schwachen Stimmen dafür, diejnigen Frauen sind, die davon betroffen sind, dann läuft etwas falsch. Wir alle wissen, was Intersektionalität bedeutet, wir alle wissen, dass die nachhaltige Minderung von einer Form der Diskriminierung nicht ohne die Bekämpfung von anderen Formen erfolgen kann. Dass Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, antimuslimischer Rassismus etc. alle stark miteinander verflochten sind.

Deshalb wünsche ich mir, dass die netzfeministische Szene diesen Frauen den Rücken stärkt, in Räumen, in denen sie keinen Zugang hat, ihre Anliegen weiterträgt – nicht an ihrer Stelle oder in ihrem Namen spricht, sondern ihrer Stimme Gehör verschafft.

Es kann nicht sein, dass wir 2015 in einem Land leben, wo wir noch immer darüber diskutieren, ob wir einer Frau aufgrund eines Kleidungsstücks, das sie trägt, und unserem damit assoziierten Bild und unseren Vorurteilen, ein Berufsverbot verhängen, sie aus der Mitte unserer Gesellschaft ausgrenzen, sie unsichtbar machen. Und dass diese ad absurdum geführte Diskussion an sich nicht für furchtbar großen Aufschrei sorgt.

Ist der Netzfeminismus inklusiv? Sie hat noch einen langen Weg vor sich, aber ich bin zuversichtlich.

THE POWER OF STORIES – MUSLIMS ON THE WEB | TEDX

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A few months ago, I had the honour to speak at TEDx Oxbridge in Oxford. When I thought about what I’d like to share most, what lessons life had given me and what had touched me most, I decided on “The Power of Stories.” After years of debating, political and social activism, I came to realise that although these are important and essential tools for a healthy discourse, there was something more important to me, something more powerful: stories. A lesson taught to me by a man I have never met.

As the talk went online yesterday, I was and still am overwhelmed by the wonderful and beautiful e-mails, comments & words from family, friends & strangers all around the world. My husband Ali and I are currently traveling through the East of Turkey, discovering new stories, new worlds & lives. What a beautiful place this world can be.

And I’d like to thank Him, my family & loving husband Ali, Niraj & the rest of the awesome TEDx Oxbridge team, my supportive friends (you know who you are)  & maybe most importantly: All the people not only I have met, but who have also met me, who have opened the doors to their lives and stories, made me wander around their world and see through their eyes. Although I might never have truly understood how it is to be them, never fully grasped what I saw through their lenses, walking in their shoes made me walk past horizons I didn’t even know existed. Thank you.


PS: On Fb, I had promised to share a juicy behind-the-scene-story about elephants & bicycles. Here we go!

EINFACH MAL MACHEN: ZAHNRÄDER

“It’s better to light a candle than to curse the darkness”
Spruch auf einem der Zahnräder-Jutebeutel  | Bild von Seren Başoğul

Mitte April fand in Heidelberg die Zahnräder Konferenz 2013 statt – über 100 Muslime aus ganz Deutschland und sogar Österreich und der Schweiz kamen zusammen, um sich auszutauschen, zu netzwerken, über ihr Engagement zu informieren, neue Unterstützter zu gewinnen und sich für das Preisgeld zu bewerben.

Schon zum dritten Mal fand nun die bundesweite Zahnräder Konferenz statt, zahlreiche Konferenzen haben bereits auf lokaler Ebene stattgefunden – und trotzdem: Jedes Mal überwältigt mich die Energie der vielen engagierten und aktiven Menschen, die ich dort treffe. Obwohl ich dieses Mal ziemlich, ziemlich erschöpft und müde vom ganzen Reisen in den Tagen zuvor war, mit meinem Presseteam während der Konferenz hart arbeitete und deshalb nur halbwegs aufnahmefähig war, haben mich die Menschen, ihre Ideen und ihre Begeisterung unheimlich beeindruckt.

Man hat es schon oft gesagt, aber nicht oft genug: Integration ist von gestern. Partizipation ist die Zukunft. Genau das tun junge Muslime in Deutschland. Sie beschäftigen sich mit Umweltthemen (Gewinner 2010: HIMA; Gewinner 2013: NOUR Energy; Bodenproben;…), Barrierefreiheit (Gewinner 2013: Deaf Islam), Kunst (Gewinner 2011: i,Slam; Muslim Talents; Schattenwelten; Islamische Denkfabrik;…), Bildung (Gewinner 2010: Study Coach; Grüne Banane; Gewinner 2013: Spielen bildet und verbindet; …) Medien (Gewinner 2010: Cube Mag; Gewinner 2010: Muslime TV; …), Politik, Wirtschaft, Psychologie, Wissenschaft … man kann die Liste endlos weiterführen. Continue reading

DER ALLER-SUPADUPA-HYPER-ÜBERTRIEBEN-BESTE DEUTSCHE

“Sie [Die Deutschen] sind mittlerweile zu einem Haufen von Duckmäusern pervertiert, die unter der linksgrünen Gesinnungsdiktatur in völliger Furcht um ihr gesellschaftliches Ansehen, inzwischen auch um ihre Existenz nichts mehr politisch Unkorrektes zu sagen wagen, schon gar nicht würden sie dafür demonstrieren. Denn wie wir derzeit den Medien entnehmen, wird eher ein Salafist zum Polizisten, als ein Deutscher, der sich zum Patriotismus bekennt. Zudem haben die Deutschen ihr Leben und die Verantwortung dafür zur Gänze dem Staat anvertraut. Der Nachbarsjunge ist von Ausländern erschlagen worden? Ja schade um ihn, da soll sich aber der Staat drum kümmern. Was hab ich denn damit zu tun? Nachher denkt man, ich bin ausländerfeindlich.”

Das Schlachten hat begonnen”

Ich will gar nicht viele Worte verlieren, denn über Menschen
wie Akif Pirinçci ist eigentlich alles schon einmal gesagt worden.

TRAVEL

 
Traveling teaches you to give, to love and to move. It makes you give love and move your love. Travels give love to you and move you around the world. Travel. Give. Love. Move.

 I love coming home, relishing the steadiness and then slowly discovering how those stories you’ve heard, people you’ve met, experiences you’ve had, pop up in your mind. Ready to be written down. Or put together in a short film.
I have had been traveling a lot recently, hence the few updates. When my camera got stolen in Berkeley, California (that’s another story…) I had nothing but my iPhone left to capture those beautiful landscapes I was quickly moving by. And to my surprise, it turned out to work quite well.
The two last trips to the US have changed my perception of this country. Leaving the big cities to be with the people, to look behind closed sparkling doors to discover darkness, pain, poverty, discovering strength and determination alongside indulgence.

The beautiful and thoughtful music is “Remembrance” by the minimalist instrumental ensemble Balmorhea from Texas.

FRAGEN IM FERNSEHEN

Eva hat Abdul Zuhause besucht, hat mit seiner Schwester ein Kopftuch anprobiert, ist mit ihm durch Berlin gelaufen, in eine Moschee und hat neugierig Fragen gestellt. Miteinander sprechen, einfach mal aufeinander zugehen, einfach mal den Menschen im Gegenüber sehen. Das ist schön.
Darüber haben dann Franziska, Eva und ich im Münchner Klub Konkret Studio geredet. Ein großartiger Tag war das. Danke!(Und heute Morgen sprach ich im DeutschlandRadio Kultur darüber, dass Islamophobie mehr ist als nur eine Angst vor eine Religion: Klick zum Nachhören!)

HIDDEN STORYSYMBOLS FOR THOSE WHO SEE

one of the countless awesome dialogues (edited screenshot from “twelve angry men”).
It was the title that prevented me from watching this movie for all those years: Twelve Angry Men. I could only think of boring adventures by pseudo-heroic action figures. At one point I bothered researching the movie and realised that it might actually be interesting. Twelve jurors are about to file an 18-year-old Mexican-American, guilty of murdering his father. When one juror questions the decision, he opens up a discussion and in its course each juror is confronted with his preconceptions and prejudices.

However when I suggested my husband to watch the movie together, he gave me a painful look, a look generally given when you’ve listened to your favourite song a little too often and you are just about on the edge of disliking it for the rest of your life. When I then finally watched the 1957 version of the movie – alone – he ended up sitting next to me. “12 Angry Men” can be watched over and over again. Why is that?

At times, movies were understood as another form of storytelling, such as a book, poem or picture would do. Embroidered and enriched with symbols and metaphors, every time you watch it, you would dive deeper and discover more of the movie’s secret messages.

I remember watching the 1979-movie adaptation of the book “Woyzeck” by Georg Büchner in school together with our drama-teacher. He would stop every five minutes and ask us to analyse the scene. First annoyed by these ever-chronic-interruptions, we would find it more and more fun discovering the hidden symbols in a scene. I do even recall a small bug that reappeared again and again throughout the movie and our joy whenever we’d encounter it.

I was amazed by this approach on watching (and making) movies. Until then, movies, to me, were representatives of a more simplistic art, taking away the freedom of interpretation, the imagination, dictating the speed, the colours and images. Whereas books would challenge my mind, I felt movies were limiting me. So I found it interesting how “Woyzeck” would give back power to its audience. The power to make more of the movie and the freedom to stay on the surface, if you like.

Ever since, I found independent cinema more entertaining than mainstream/Hollywood movies, which made me feel exploited, dismissed, not taken seriously and even intellectually insulted. Watching “12 Angry Men” reminded me of “Woyzeck” and of the thoughts I had back then.

The last time I really felt both challenged and entertained by a movie was “Incendies” by Denis Villeneuve. “Incendies” is a devastating fiction-drama (“with no historical value” as the director says) about a pair of siblings who undertake “a journey to an unnamed, sectarian-violence-riddled Middle Eastern country in order to fulfil their late mother’s final request.” In a unique way, this film manages to explore symbolically the mysteries of a vicious cycle. You don’t know where evil started and you don’t know where it will end. You don’t even really know how to stop it. And the deeper you dig, the more complex it gets. You stumble upon more holes and more subterranean passageways that again lead to more holes and more subterranean passageways, leading seemingly to the infinite. A vicious cycle.

“Incendies” is worth watching twice, even three times or more – for those who see more than the obvious.

will not tell more about this scene to avoid spoilers :) – screenshot from “incendies”

screenshot from the opening scene “incendies”

another screenshot from the opening scene of “incendies”

I find the following scene – which is the opening scene of the movie – very intriguing. Especially if you watch it again, after having watched the movie. Radio Head!

WHEN IMAGES MAKE IT TO REALITY

I wish you all a blessfull month of Ramadan – Ramadan Kareem! – Ich wünsche euch einen gesegneten islamischen Monat Ramadan 

And I wish you all a blessfull month of August – Happy August! – Und ich wünsche euch einen gesegneten September

From the city to the desert, from life on the streets to death in the tombs. This summer I was in a circle, thirsty for knowledge, finding solitude, discovering, learning, praying. In Egypt. Ramadan Kareem. 

Music by Aysenur Helen (Album “Sufiname”)

IMPRESSIONEN

Die letzten Tage waren voller intensiver Eindruecke, Impressionen und Erfahrungen. Menschen, die ich traf, Orte, die ich sah, Woerter, die ich hoerte. Das American Indian Museum in Washington D.C. war nur ein Teil dieser Zeit, die noch andauert. Um die ersten Eindruecke zu verarbeiten und mich erstmals am Videoschneiden zu probieren, habe ich dieses Video zu der Musik von Philip Glass zusammengestellt. Jetzt aber muss ich mich erstmal sputen, zur Konferenz “Netroots Nation” in Minneapolis. Je oefter ich das Video mir ankucke, umso mehr Fehler entdecke ich. Schnell weg.

NOCH WENIGE STUNDEN BIS MITTERNACHT

Ich hocke hier gerade in einer anderen Zeitzone auf einer Konferenz über “Blogging for Social and Political Change” und bin deshalb etwas rechenfaul – ein paar Stunden sind es jedenfalls bis zum Ende des Publikumsvoting fuer den Grimme Online Award, so viel konnte ich errechnen.Egal, ob es klappt oder nicht, die Nominierung ist mir eine riesengrosse Ehre. Und die Blogger-Kollegen auf der Konferenz hatten die grandiose Idee das tolle Video zu machen. Danke an Sana Saleem fuer das Zusammenschneiden. (Ich lerne langsam – aber sicher!, – wie das Ganze funktioniert.)

Ich sende liebste Gruesse und Salams von Minneapolis nach Deutschland und allen anderen Laendern der Welt. Ahoi!

VIDEOWOERTER #1 VOR BANANENKARTONS


Es stauten sich in letzter Zeit viele, viele Gründe an, um endlich einen Videoblogbeitrag zu machen: Nicht nur die Grimme Online Award Nominierung vor einigen Tagen, sondern auch der 3. Bloggeburtstag, der noch nicht gebührend gefeiert wurde. Zusammen mit Vinzenz, der auch meine Hochzeit gefilmt hatte, schritten wir also zur Tat:

Tada! Wir präsentieren euch hiermit die ersten Videowoerter. Dieses Mal aus Berlin, wo ich noch eine Woche wohnen werde bevor es für drei Monate nach Kairo geht. Das nächste Mal melde ich mich aus Kairo, dann aber mit schlechter Qualität und furchtbarem Schnitt, weil ich nicht den talentierten Vinzenz zur Seite haben werde. Oder aber ich finde einen ägyptischen Vinzenz, das wär natürlich großartigst!

Übrigens: Das Publikumsvoting läuft noch. Wer für ein fremdwörterbuch (oder eine andere Webseite) stimmen will, der folge diesem Link. Danke!

Viel Spaß und vor allem: Danke, danke, danke!