DREI ANLÄSSE: FEIERN MIT DEN OHREN

Zwei Jahre sind es nun mittlerweile schon, seitdem ich regelmäßig eine Kolumne in der Taz führe. Zwei Jahre, in denen ich meine Beobachtungen und Eindrücke, meine Gedanken und Reisen einem größeren Publikum präsentieren durfte. Danke dafür, liebe Taz! Viele der Kolumnen waren sehr persönlich, manche handelten von Menschen, die mir sehr nahe standen.  Manchmal von Fremden, mit denen sich unsere Wege zufällig kreuzten. Erlebnisse, die mich sehr prägten, Gedanken, die mich sehr beschäftigen.

Eine schöne Zeit waren diese zwei Jahre, eine sehr intensive Zeit. Fortan werde ich noch einige andere, neue Wege ausprobieren. Deshalb wird es die Kolumne in Zukunft nur noch monatlich geben (ab Sonntag dem 20.05.). Zur Feier der zwei Jahre und zur Einleitung in den Monatsrhythmus und zum 4. Geburtstag meines Blogs habe ich mir eine kleine Überraschung überlegt:

Ein kleiner Hörspiel/Podcast-Versuch der im letzten Jahr veröffentlichten Kolumne 
“Typisch Türkische Oma. Keine Chance.” 
 Viel Spaß damit!
PS: Das ist mein erster Versuch, also seiet gnädig!

Typisch türkische Oma by Kübra Gümüsay

MANIFEST DER VIELEN HEIßT EIN BUCH.


Gestern Abend habe ich zum allersten Mal vor Publikum vorgelesen. Nein, eigentlich zum zweiten Mal. Beim ersten Mal, da war ich siebzehn Jahre alt, las den Text “Was möchten Sie?” und musste beim Lesen auf der Bühne weinen. Seitdem habe ich das Vorlesen vor Publikum tunlichst vermieden. Außer in der Schule. Da habe ich immer gerne vorgelesen und man hat mich auch immer gerne Vorlesen lassen. Das lag vor allem an der Geschwindigkeit meines Vorlesens bzw. an den Atempausen, die ich nicht einlegte.
So fand ich mich gestern Abend auf der Bühne wieder mit einem Buch auf dem Schoß, das sich “Manifest der Vielen” nannte, und sollte mit anderen Menschen daraus vorlesen. Tat ich dann auch. Ich schaute auch ab uns zu ins Publikum um Atempausen vorzutäuschen. Ich weiß nicht, ob es funktioniert hat. Ich jedenfalls glaubte Sauerstoff zu riechen.
Aber was ich eigentlich sagen wollte, ist dass das Buch nun draußen ist. Und ein Text von mir ist auch drin und damit auch draußen. Ich finde die anderen Texte echt cool. Das ist keine Kaufempfehlung, sondern eine Leseempfehlung. Wobei die Klugen unter euch natürlich ein Kaufempfehlung hier rauslesen könnten. Könnten.
Außerdem wollte ich mitteilen, dass der Abend gestern echt toll war. Da kamen viele tolle Menschen zusammen, die irgendwie und irgendwas mit MigrantInnen und dem Islam zu tun haben. Das war quasi eine Mini-Islamkonferenz, obwohl ich viele Menschen vermisst habe, die auch und sehr gut in diese Mini-Islamkonferenz gepasst hätten. Aber so ist es ja auch in der echten Islamkonferenz, damit war das Ganze wieder richtig authentisch.
Und ich durfte Menschen
, die ich aus unzähligen Mail- und Facebook-Unterhaltungen kannte, nun endlich in echt (neudeutsch: “real life”) sehen. Das war ganz merkwürdig. Zum Beispiel Migazin-Gründer Ekrem Senol, den kannte ich bis dahin nur in Schwarzweiß. Und andere Menschen, die viel kleiner, viel größer und sowieso ganz anders aussahen, als ich mir immer vorstellte. Das war so wie wenn dein Lieblingsbuch verfilmt wird. Es wird nie mehr so sein wie früher.

Ich möchte diesen Text mit einem Video abschließen, das ich oben eingebaut habe, aber erst hier unten erkläre – um euch zu verwirren. Statt eines Buchtrailers gibt es ein exklusives Musikvideo. “Tanz den Sarrazin” gerappt von Volkan T. (Mein Lieblingssatz in dem Lied ist “Ich integrier mich mit dir.”) Die Sängerin Sesede Terzyan finde ich wunderbar, wunderbar gelassen. Sie spielt übrigens die Hauptrolle in dem Theaterstück “Verrücktes Blut”. Habe das Stück noch nicht gesehen, muss es aber tun. Weil hat ja mit Migranten zu tun – und soll außerdem auch großartig sein!

Ich tauche in dem Video auch kurz auf und tue so als würde ich Lesen. Nein, ich lächle beim Lesen normalerweise nicht. Ich wollte bloß nett aussehen.

Jetzt kurz ohne Ironie und so: “Manifest der Vielen”, herausgegeben von Hilal Sezgin (Danke, danke und großartige Sache!) und mit Texten von vielen, vielen tollen Menschen. Blumenbar Verlag. Folget dem Link.

SARRAZIN UND ICH MACHEN SATIRE BEI BBC


Das war ein leichtes Spiel, letzten Dienstag. Da saß ich in Hamburg im Studio, zugeschaltet zur BBC Sendung “World Have Your Say” mit Thilo Sarrazin in Berlin. Eine Stunde durfte man den Herren befragen. Allerdings wartete und wartete und wartete ich, auf heißen Kohlen sitzend. Zwischendurch hielt ich es nicht mehr aus und sagte “May I interrupt?”, das Studio in London erklärte: “We’re lobbying for you, Kubra.” So viele Menschen wollten an diesem Abend mit dem Thilo sprechen.

Neben den vielen Anrufern aus aller Welt waren auch zwei Deutsche mit Migrationshintergrund dabei. Sie glänzten in ihrer Argumentation (und ihrem Englisch): Ulas Atay, Journalist, als Gast im Studio in Berlin und Elif Duygu Cindik, Psychiaterin – aus München zugeschaltet.

Dabei fiel mir auf: Dass Argumente schlecht sind, merkt man vor allem daran, dass sie in fremden Sprachen nicht funktionieren. Gute Inhalte hingegen können in jeder Sprache brillieren – ganz egal, wie gut oder schlecht man die Sprache spricht.

Deshalb hatte der Thilo eigentlich schon verloren bevor er überhaupt anfangen konnte. Als er dann auch noch satiresk akzentelte, war es um ihn geschehen. Auch um uns – zu lustig war das Ganze.

Ich kam also gegen Ende (ab 39.40) erst dran. Ich fragte ihn unter anderem, was er denn von mir erwarte. Als er dann allen Ernstes sagte: “I want yu tu intekräyt.” Da musste ich losprusten. Und auch sonst, waren seine Reaktionen (beileibe keine Antworten) auf meine Fragen nur lustig. Dybth beschreibt sehr schön, warum es für ze Jörmänies außerdem auch peinlich ist: Germany schafft sich away.

Thilo ist einfach traurig und lustig. Ich frage ihn mal, ob wir zusammen eine Satiresendung machen wollen. Ich als Produzentin, er der Hauptact. Das Tolle ist doch, er braucht sich nicht einmal verstellen.

Die BBC-Sendung hier (noch 6 Tage zum Download offen; also schnell ein Stück Satirehistorie sichern)
Auf Stream kann man sich die Sendung hier anhören (ab 43.00 schalte ich mich ein).
Spiegel Online schrieb auch etwas zu der Sendung: “I am Thilo Sarrazin from Börlin”

DIESE KETTE IST VERBOTEN. UND DIESE SCHUHE. UND DIESE MUSIK. UND….

pimp your myspace at Gickr.comWeißt du, vor zwei Jahren hätte ich mit Leuten wie dir nicht einmal geredet”, sagt Shahjehan zu mir. Er ist dünn, verschwitzt und seine Augen sind müde. Wir sitzen im Backstage-Bereich eines Konzertsaals in London. Er hat gerade eine großartige Show beendet. Shahjehan ist Gitarrist der pakistanisch-amerikanischen Punk-Band “The Kominas”. Und muslimisch. “Mit euch wollte ich nichts zu tun haben”, sagt er und meint praktizierende Muslime.

Er war voller Wut auf die Community, er trank viel, nahm Drogen. Er zerstörte sich. Nun ist er trocken, sein Glaube gibt ihm Halt. Als Punkmusiker aber wollen ihm andere Muslime seinen Glauben absprechen. Ein guter Muslim dürfe keine solche Musik machen, schon gar nicht Punk-Musik. “Ich bin kein perfekter Muslim. Ich bin kein guter Muslim. Aber das geht niemanden etwas an”, sagt er und ich spüre seine Wut von vor zwei Jahren, als er mit mir noch nicht geredet hätte.

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Meine Mutter und ich besuchen eine der schönsten Londoner Moscheen. Es ist Zeit für das Mittagsgebet, wir machen uns bereit. Als wir den Gebetsraum der Frauen betreten, schaut mich eine Frau prüfend an. “Die Kette muss ab, Schwester”, sagt sie schließlich und deutet auf meine Lieblingskette mit den großen Steinen. “Haram”, also strengstens verboten, fügt sie hinzu.

Wir haben keine Lust auf eine Diskussion, also nehme ich die Kette ab – obwohl die Frau weder Autorität noch irgendeine Funktion in dieser Moschee besitzt. In wenigen Minuten fängt das Gebet an, wir haben uns hingestellt. Urplötzlich steht die Frau wieder hinter uns und tippt meiner Mutter auf die Schulter. Sie hat die Pumps meiner Mutter aus dem Schuhregal herausgesucht und hält sie nun hoch. “Haram!”, sagt sie laut und deutet dabei auf das eingenähte Steinchen an der Rückseite des Schuhs.

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“Salam, Schwester!”, ruft Aisha und umarmt mich herzlich. Noch bevor ich den Gruß erwidern kann, fängt sie an wie ein Wasserfall zu reden. Sie habe gehört, ich käme aus der Türkei. Ihr Bruder lebe und studiere Medizin in Ankara, der Hauptstadt. Ankara sei so eine tolle Stadt. Und Istanbul erst. Letztes Jahr, da habe sie … Sie spricht und spricht. Sie ist selbstbewusst und lustig. Sie redet von Mode, Kunst und Politik. Sie ist eine schwarze Britin und Studentin an meiner Londoner Universität. Und außerdem ist sie von Kopf bis Fuß in Schwarz gekleidet, nur ihre Augen kann man sehen. Aisha trägt ein Niqab.

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Imran steht vor der Bühne und hört einer Band bei der Probe zu. Als ein neues Lied angestimmt wird, wippt er mit dem Oberkörper mit, sein dichtes schwarzes Haar schwingt hin und her. Er ist ganz vertieft in die Musik, seine Augen sind geschlossen. Mit imaginären Trommelstöcken schlägt er in der Luft, wie Shahjehan spielt er bei “The Kominas”, er ist der Schlagzeuger. Plötzlich dreht er sich zu mir um, springt über zwei Sitzreihen, setzt sich neben mich und sagt: “Das ist mein Lieblingslied! Das Lied handelt von dem Gefährten unseres Propheten, Hazrati Ali.”

taz, Tuch-Kolumne 29.09.2010

DER SOMMER WAR SONNIG. AUF DEM TÜRKENMARKT.









Maya, mit der ich Deutschland erkundete, und ich begannen unsere Rundreise in Hamburg. Und düsten weiter nach Berlin, wo wir einen kurzen, aber erlebnisreichen Tag verbrachten. Vor allem der sogenannte “Türkenmarkt” hat es mir angetan. Die Farbenvielfalt, die lecker-fruchtigen Wassermelonen und das viele Obst, der Kunstperlen-Stand, Mitbringsel aus der Türkei, Marokko, Kenia und überall, … Es ist laut, viele fröhliche und lachende Menschen drängen sich durch die Menge. Die Sonne scheint und macht das Bazaar-Erlebnis komplett.

Am Ende des Türkenmarkts entdecken wir einen großen Steg am Wasser, auf dem Künstler auftreten können. Ein britisch-spanisches Duo hat gerade ihren Auftritt als wir uns hinsetzen. Die britische Sängerin singt mit klarer und hoher Stimme, ihr spanischer Begleiter spielt auf der Gitarre. Um uns herum sitzen viele junge Väter mit ihren Kindern, Yuppies, Alternative und Künstler. Die Großfamilien, die am Türkenmarkt ihre Einkäufe erledigten haben, bleiben lächelnd stehen und schauen aus der Ferne zu.

Da schaut die Sängerin zu ihrem Gitarristen hinüber und fängt plötzlich zu Lachen an. Sie entschuldigt sich. Sie müsse immer so lachen, wenn er, der Spanier, sein super ernstes Flamenco-Gesicht aufziehe. Der Gitarrist wird rot. (In Bild Nummer 6 kann man übrigens sein Flamenco-Gesicht bewundern.)

Wir wollen ein bisschen mehr Kreuzberg sehen, beschließen Maya und ich. Kurz vor der berühmten Hochhausunterführung, auf einem kleinen Marktgelände findet ein Protest gegen den Bau eines Dammes in der Türkei statt. Gäbe es die Transparente nicht, wäre ich vermutlich gar nicht darauf gekommen. Es sind nämlich nur ganz wenige Menschen da und eine Sängerin singt türkische Folklore-Lieder. Als wir uns dazugesellen stelle ich fest: Die Sängerin ist Deutsche. Und ganz überrascht bin ich, als sie just in dem Moment eines meiner Lieblingslieder singt. Jetzt höre ich auch den Akzent raus. Das erinnert mich an die amerikanische Sängerin Brenna Maccrimmon, die auch auf Türkisch singt. Sehr schön. Lauscht hier:

Mit Musik geht es weiter. Maya und ich entdecken einen kleinen Laden mit türkischen Musik-Instrumenten, vor allem dem Saiteninstrument Saz. Bestimmt zwanzig Saz hängen von der Decke herab, an den Seitenwänden sind Regale voll mit CDs türkischer Bands und Musiker. Durch eine Seitentür gelangt man in einen Raum mit alten und neuen Filmen der türkischen Kino-Szene. Hier und da entdecke ich peinliche Bilder von heute berühmten türkischen Schauspielern und Sängern (zum Beispiel Mahsun Kirmizigül mit nacktem Oberkörper, einem ernsten Blick und einem Baby im Arm; hier im Netz wiedergefunden).

Während der Ladenbesitzer und ich uns über türkische Folklore-Musik unterhalten, spielt Maya auf der Trommel. Ein Gruppe junger Touristen bleibt am Laden stehen. Einer aus der Gruppe, ein junger Holländer, schnappt sich ein Saz und fängt zu spielen an. Richtig toll spielt er. “Zum ersten Mal!”, erklärt er uns stolz.

Eines habe ich an diesem Tag gelernt: Musik verbindet wirklich.

DER SOMMER WAR SONNIG. AUF DEM SUFI SOUL FESTIVAL













Ich war im letzten Jahr ein bisschen traurig, weil ich es nicht zum Sufi Soul Festival geschafft hatte. Umso glücklicher war ich, als ich mich in diesem Sommer endlich auf dem Festival wiederfand. Die Sonne schien und wärmte meinen Rücken. Überall Bäume und Natur. Mittendrin das kleine Festivalgelände mit Bücher-Ständen, Essen aus aller Welt, Schmuck, Schals und orientalischen Düften. Das Ganze wurde belebt durch Muslime aus ganz Europa. Sie waren zusammengekommen, um schöner Musik zu lauschen, auf Decken liegend die schöne Luft einzuatmen, sich auszutauschen und gemeinsam zu beten.

Wir lernten wunderbare Menschen kennen. Und trafen Freunde wieder. So zum Beispiel Sakinah und Rabiah aus London. Seit über vier Jahren machen die beiden Schwestern Musik und sind mittlerweile mit ihrer Band “Pearls of Islam” relativ bekannt und erfolgreich. Vor zwei Jahren sah ich sie zum ersten Mal auf einer Bühne in London, einige Monate später kreuzten sich durch Zufall unsere Wege und seitdem sehen wir uns immer wieder. Die Welt ist klein. Und schön.

Ganz besonders toll war “Ottoman Empire Soundsystem”, eine vier-köpfige Band (Chaldun, Bilal, Suleyman und Prasanna) aus vier Ländern dieser Welt. Sie zaubern aus Reggae, Skaa und World Music wunderbare Lieder, die entspannen und bewegen. Irgendwann werde ich mehr über die Musik und die tolle Band dahinter schreiben. Bis dahin kann ich die Band-Seite herzlichst empfehlen und dort mein Lieblingslied “Taischu Fi Dunya” (Lied 4).

Die Bilder sind übrigens nicht alle von mir. Um ehrlich zu sein: Alle schönen Bilder sind von jemand anderem, nämlich meiner begabten und liebsten Rabo.


SO SIEHT’S AUS. DIE NÄXTE WOCHE.

Oh, Mitleidsrunde. Erbarme dich meiner. Eine anstrengende Zeit hat heute ihr Ende gefunden (Danke lieber Gott!). Ich musste letztes Wochenende plötzlich umziehen – und das mitten in der Examenszeit. Kein Internet, kein Telefon – und zwischendurch weder warmes Wasser, noch Heizung. Dabei war unser Londoner Haus noch nicht einmal besonders alt.

Aber das ist Schnee von gestern, kalter Kaffee, Knäckebrot. Heute habe ich meine letzte Prüfung überstanden und wohne in einem warmen Haus, mit warmen Wasser, aber weiterhin ohne Internet und Telefon. Was insofern blöd ist, als dass ich noch Essays zu schreiben habe. Das heißt, ich werde noch ein Weilchen die Bibliothek hüten müssen.

Bevor ich aber wieder im Dunklen zwischen Büchern sitzend die Sonne erzürne: Morgen geht es nach Oxford auf diese Konferenz. Am Freitag kommt meine geliebte Schwester und wir gehen dahin. Am Samstag werde ich mit ihr in meinen Lieblingscafes sitzen und Brick Lane unsicher machen – oder einfach nur das, worauf sie Lust hat. Am Sonntag werde ich mit dicken und verheulten Augen versuchen Texte für meine Essays zu lesen, weil sie an just jenem Morgen wieder zurück in Heidelberg sein wird. Am Montag lese ich die Texte dann nochmal (siehe Sonntag).
Am Dienstag reden wir über Araber in Israel, danach treffe ich Elif Safak. Und dann ruhe ich mich aus. InshAllah. So Gott will.

Und eben war ich hier. Deshalb das Video. Hach!

LONDON LIEBEN LERNEN: DIE FREUDE AM SEIN

Die Vergangenheit weicht der Zukunft. Das Staunen weicht der Freude. Freude über die Freude, die dich umgibt. Über die Freude am Reichtum. Geistig. Kulturell. Du bist im Garten.

Höre zu. Und Erzähle. Freude über das Erzählte. Freude über die Freude. Und noch mal. Höre zu. Freude über das Gehörte. Freude über die Freude. Du bist im Garten.

Freude über die kostbare Rose, die du bist. Denn du bist. Und du bist nichts. Du bist im Garten.

Kein Vater-, kein Mutterland. Kein Gedanke, kein Konstrukt. Kein Stand, keine Zahl. Du bist nichts, außer….

Du bist im Garten.

“Der niederen Seele, die sich darauf beschränkt, den Garten zu bewundern, bleibt das Gesicht des Gärtners vorenthalten.”*

Und woanders sehen wir noch nicht einmal den Garten.

Wer hätte gedacht, dass ich ausgerechnet hier in London endgültig aus den Konstrukten ausbreche und einen Blick in den Garten werfe? Und ich genieße und schätze die aufrichtige Freude meiner Mitmenschen an des Gegenübers Kultur, Religion, Gefühle, Gedanken und Worte. Nicht nur den Raum für das Individuelle, sondern den Blick für das Individuum. Kein Vorurteil. Und wenn doch, dann der Wille zur Urteilslosigkeit. Man schätzt die Rosen. Und einige sogar den Gärtner.

Aber ja doch. Ich weiß. Ich lebe hier in des Seifenblases Seifenblase.

* Zitat: Rumi.

PACER

Am Wochenende waren wir auf der Brick Lane (meiner absoluten Lieblingsstrasse in London), da trafen wir diese beiden netten Menschen im Schaufenster eines Ladens. Hört euch ihre Musik auf myspace.com/pacerpages an.

I’ve been on Brick Lane this weekend – my favorite street in London and we met these two musicians singing behind a shop window. Listen to them on myspace.com/pacerpages.