WAS DAGEGEN?

Mein letztes Interview gliedert sich wunderbar in meine Freak-Liste ein: Anlässlich des Welt-Astra-Tages führte ich ein Pseudo-Interview mit dem Hamburger Bier, Astra. Wenn das nicht komisch genug ist, dann hier bitte die Hintergrundinfo, dass sich mein Bier-/Alkohol-Wissen auf das Wissen um deren bloße Existenz begrenzt.


Für alle ebenfalls bierfreien Exoten: “Was dagegen?” ist DER Werbespruch der Astra-Biermarke.

FREAK

Es scheint sich bei mir wohl so ein Faible für Interviews mit ungewöhnlichen Menschen herauszukristallisieren.
Nach dem Ufo-Menschen, einem aufbrausenden Schweinske-Filialleiter nun ein Botschafterkandidat für die ostfriesischen Inseln.

Übrigens ist das eine schöne Gelegenheit eure künftige Diplomatenkarriere in Angriff zu nehmen. Die ostfriesischen Inseln sind ein schneller, schmerzloser und direkter Weg zum privilegierten Leben: hier.
Das Interview mit einem der vielen Botschafter-Kandidaten (eurem künftigen Konkurrenten), hier.

Morgen erscheint ein Porträt mit einem Rollenspiel-Spieler auf Deutschlands größtem Fantasy-Rollenspiel-Festival. Toller Typ. Ich habe den ganzen lieben langen Vormittag damit verbracht, jemanden auf dem Festival zu erreichen – die Tatsache verdrängend, dass es in der Fantasywelt keine Handys gibt. Nach mehreren Stunden am Hörer dann der erlösenden Anruf vom oben genannten. Und dann hat er mich ja fast vom Fantasy-Rollenspielen begeistert. Ja, viele mögen das für freakisch halten – aber lasst euch nicht irritieren, dass ich diese Dinge unter dem Titel “Freak” poste. Damit will ich lediglich Verwirrung stiften. Denn diese Menschen sind keine Freaks. Sie sind einfach nur mutig und anders – also volksmündisch: cool. Kübrisch: kühl.

Nachtrag: Magier-Porträt lesen? Hier.

Bild: http://oyleractionphotos.com/

DELUXE HAARE

“Irgendwann erzählte mir meine Großmutter, dass sie mir als Kind jeden Abend ganz lange die Haare streichelte – damit sie nicht kraus werden.”

Eine Anekdote aus dem Leben eines Deutsch-Sudanesen, der mit weißer Großmutter, weißer Mutter, weißem Stiefvater und weißer Steifschwester im Bonzenviertel Eppendorf der einzige Schwarze weit und breit war. Die Großmutter, in Nazi-Deutschland aufgewachsen, kürte den Jungen zum Lieblingsenkelkind.
Die abendlichen Haarestreicheleinheiten sind vorbei: Das Lieblingsenkelkind hat heute tatsächlich glattes Haar und ist bekannt unter dem Künstlernamen Samy Deluxe.

Zu sehen in Gangster-Pose: Oign (hinter der Kamera), sein Bruder Ahläx, ich, Sämi Delühks und Ex-Freihafen-Chefköchin Miehrte.

Für die taz führte ich ein Interview mit ihm. Lesen? Hier.

KIPPELIG

Es ist so weit, es ist so weit. Die neue FREIHAFEN ist da!
Ich empfehle: Die Fotoserie. Mir war ganz schwindelig. Man prüfe nach, warum.

Moin Moin,

Der Mensch kann nun mal nicht anders. Er zieht das Risiko förmlich an: Er besteigt den Mount Everest, fliegt auf den Mond, fährt Auto und kippelt. Das Risiko birgt Gefahr und Gefahr bedeutet zerreißende Spannung. Weil wir ein wenig Spannung in euer Leben bringen wollen, taufen wir das 24. Heft „Auf der Kippe“. Hiermit stiften wir euch dazu an, euren Kippelorgien im Schulunterricht freien Lauf zu lassen, geben euch eine Anleitung dafür, wie man Gesetze kippt und sich ohne weitere Hilfsmittel durch den Großstadtdschungel entlanghangelt. Außerdem stürmen wir wieder einmal die Wohnung ahnungsloser Hamburger.

Da wir nicht alles schön reden wollen, denunziert Rob, unser Deluxe-Hater vom Dom, Fußballfans und Harleyfahrer.

Und: Wie jeden Sommer verkünden wir auch in diesem Jahr die schönsten Festivals der heißen Jahreszeit.

Übrigens: Birte hat uns nach einem wunderbaren Jahr als Co-Chefin verlassen. Herzlichen Dank für die schöne Zeit! Die ehrenvolle Nachfolge an der Seite von Kübra treten Lotti und Björn an. Glückwunsch, jetzt habt ihr die Scheiße am Hacken kleben.

Also Menschensfreunde, ergötzt euch an der Spannung in diesem Heft, lest euphorisch und lasst euch schön braten!

Entspannte Grüße, Lotti Goroncy, Kübra Yücel und Björn Hochschild

DENKEN

Die neue FREIHAFEN widmet sich in ihrer neuen Ausgabe einem Thema, an das Menschen nur sehr ungern denken, weil sie gerade jenes sowieso nur ungern und selten tun: Denken. Schön verpackt in das Wörtchen “DENKMAL” wirkt das Titelthema weniger abschreckend.
Dringend lesen und gerne kommentieren – noch lieber: Mach mit! Als AutorIn, FotografIn, LayouterIn, GrafikerIn, OrganisatorIn! (mitmachen(äht)freihafen.org) Hier also das Editorial – Viel Denk- und Lesevergnügen!

Moin Moin 

Sorglos würden wir heute leben, wenn der Mensch nicht zum Denken verdammt worden wäre. Um nichts hätte man sich Gedanken machen müssen. Nicht über den Hunger, den Durst, die Atombombe, den Krieg, die Umwelt oder die Liebe.

Bevor wir nun also abschweifen und neidisch auf die mit einem schlichten Instinkt ausgestattete Tierwelt blicken, arrangieren wir uns schnellstens mit dieser unglücklichen Situation und machen diesen Umstand zu unserem Thema: Denkmal. Ein Denkmal soll an etwas erinnern und zum Denken anregen. Doch was, wenn sich alle Erinnerungen auslöschen? Oder wenn der eigene Körper zum Denkmal einer ungeliebten Vergangenheit wird?

Wir durchbrechen Denknormen und reisen zurück in die 68er. Und wenn wir schon mal da sind, plädieren wir auch gleich für das positive Denken. Und: Welche Personen haben ein Denkmal verdient? Außerdem sind wir bei einem höchst interessanten Hamburger Zuhause: Ein ehemals obdachloser Weltreisender. Kurios: Wir erfahren, warum ein Wirtschaftsingenieur mit Schaumstoffschlägern um sich prügelt. Zu guter Letzt möchten wir Frau Dorothea Scharff hiermit ein Denkmal setzen: Vielen lieben Dank für die sehr großzügige Spende!

Ganz unbedenkliche Grüße, Birte Lehmann und Kübra Yücel