TEDX Berlin: ORGANISED LOVE

Dear readers of this blog,

this past year has been a difficult one for me (as it was for many others). I saw hate grow, hateful people occupy our public agenda, rise into power and I fear that more is to come.

I grew tired, tired of responding to hateful people.
I got sick, sick of watching hate dictate our lives.

So I chose to react on my terms. Live my life on my terms.
As pathetic as it may sound to some:
I have chosen to organise LOVE.

Love,
A former intellectual cleaning lady

PS: To read more about organised love, go on organisedlove.com

PPS: Thanks to all of you for your overwhelming support & love! I truly appreciate it and do not take it for granted…

ISLAMISCHER FEMINISMUS – INTERNATIONALE ANNÄHERUNGEN

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Unsere internationalen Gäste Anse Tamara Gray, Hind Makki, Malika Hamidi und Hanane Karimi im Kulturzentrum der Sehitlik Moschee, Berlin. credit: Nafisa.de

Diese Woche fand endlich eine Konferenz zum Thema Islamischer Feminismus statt ausgerichtet von der Friedrich-Ebert-Stiftung und dem Aktionsbündnis muslimischer Frauen. An der Erstellung des Konzeptes habe ich im Auftrag der FES mitgewirkt. Bei dieser ersten Konferenz war uns mir wichtig, zunächst eine internationale Perspektive einzuholen und die Thematik in einen internationalen Kontext zu setzen bevor wir uns auf der nächsten auf Deutschland fokussieren. Anse Tamara Gray aus den USA, die den Eröffnungsvortrag hielt, erklärte den islamischen Zugang zum Feminismus (ihr Vortrag wird demnächst auf der FES Seite veröffentlicht). Sie selbst setzt in ihrer Arbeit auf Bildung, Bildung, Bildung – insbesondere auch religiöse Bildung. Und ist der festen Überzeugung: Erst wenn Frauen (gilt natürlich auch für Männer) selbst die Schriften lesen, verstehen und kennen, können sie verhindern, dass ihnen ihre religiösen Rechte (wie zum Beispiel das Recht auf Bildung, eigenes Geld zu verdienen oder politisch aktiv zu sein – von FGM und anderen Mißständen ganz zu schweigen) entzogen werden und ihre Religion missbraucht wird. Mehr zu ihrem Vortrag findet ihr auch hier.

Hind Makki aus den USA, Malika Hamidi aus Belgien und Hanane Karimi aus Frankreich gaben Einblicke in die Debatten in ihren jeweiligen Ländern, die Bewegungen, Herausforderungen und Entwicklungen. Schnell wurde deutlich, dass sie sich hierbei ähneln.20160206002133 Islamophobie bzw. antimuslimischer Rassismus prägen die Arbeit muslimischer Feministinnen – während sie einerseits versuchen Mißstände in muslimischen Communities anzugehen, versuchen sie gleichzeitig die Instrumentalisierung dieser zu verhindern. Das kann manchmal lähmend wirken. Und – wie auch in Deutschland der Fall – den Eindruck erwecken, Probleme würden verschwiegen oder ausgeblendet werden. Hind Makki erzählte in ihrem Vortrag eindrucksvoll, welchem Gegenwind muslimische Feministinnen ausgesetzt sind, wenn sie genau diese Mißstände offenlegen und wie sie der potentiellen Instrumentalisierung durch rechte Gruppen trotzen. In den USA kam ihnen die feministische Arbeit religiöser Christinnen und Jüdinnen zu Gute, in deren Reihen sie medial verortet worden sind.

Es war womöglich das erste Mal, dass internationale muslimische Feministinnen auf einem öffentlichen Podium in Deutschland saßen und miteinander über diese Themen diskutierten, ohne dass ihnen von anderen Vortragenden entweder der Islam oder der Feminismus abgesprochen werden, in denen sie nicht ihre intellektuelle Existenz beweisen und verteidigen müssen. Es gibt zahlreiche akademische Konferenzen zu diesen Themen, wenige aber, die sich auf die Praxis fokussieren, die Intellektuellen, die Handelnden – jene, die ihre feministische und gesellschaftliche Arbeit, ihren Einsatz für Gerechtigkeit theologisch begründen.

Deshalb bin ich gespannt auf die Folgekonferenz, bei der wir uns auf Deutschland fokussieren und einige der Verbesserungsvorschläge, die bereits angeklungen sind, bestmöglich umsetzen werden. Übrigens: Dr. Kathrin Klausing und Nina Mühe werden demnächst auf Nafisa.de einige Interviews mit den Referentinnen veröffentlichen – auch darauf bin ich sehr gespannt!

Alle Bilder haben die Damen von Nafisa.de zur Verfügung gestellt. Dankeschön!

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#MOTHERHOOD: CLOUDS

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I wrote this text just a few weeks after I gave birth to our little son. My feelings have changed since, but I still do feel the intensity of that moment, of the realization. And the changes are still ongoing. Every day feels new, different.

It’s been more than half a year since I’ve last been flying over the clouds, feeling oddly close but at the same time completely detached from this world – watching it from above. I loved this feeling; I cherished & sought it frequently.

Now I’ve recently discovered a whole new world: the little yet wondrous world of a newborn boy. Strangely, I feel similarly somehow: Close but detached; pulled out of this fast-paced life, I, too, have become a stranger to this world. The day I left the hospital, after days that felt like months with emotions unbeknownst to me, intense and overwhelming, I gradually realized that this world hadn’t had changed. It was me who had taken a new angle, a different perspective. I had started to see more of the obvious: The pretentiousness, shallowness and egocentricity we are suffocating in. People dazzled by the insane pace of this life, having lost direction but fiercly running. Aimlessly.

And I was so blind. And I wonder how blind I still am to many other things, obvious, yet invisible to me, now.

Sometimes it takes an abrupt change to see the pains and sorrows one has gotten used to. It can be anything that pulls you out of the circle of daily grind, that we call life, anything that forces you to slow down and eventually stop.

Then I remembered the story of a man who was discharged from prison after 15 years. To him, watching people on busses, trains and on the street was a strange sight. “People have become estranged from one another, they don’t interact anymore”, he said. No one had looked him in the eyes. No one took notice of him. Neither did they of each other. And so, he, who had missed fifteen years of technology, felt disconnected from the rest of us, those who impalpably forgot how to be in a room with strangers, how to endure the presence of others without distracting ourselves, staring at our smart phones, constantly typing & scrolling.

This world has changed us slowly. And we’re not even aware to what extent…

WIE INKLUSIV IST DIE NETZFEMINISTISCHE SZENE?

Abschrift des Vortrags bei der FES Veranstaltung “Wessen Internet? Geschlechterverhältnisse und Gender-Debatten im Netz” im April 2015

Die feministische Netzszene lebt in der Illusion inklusiv zu sein – denn tatsächlich bietet uns das Internet bis dahin ungekannte Möglichkeiten der Teilhabe und Partizipation. Minderheiten müssen nicht mehr darauf warten, dass ihnen jemand aus der dominanten Netzöffentlichkeit ein Mikrofon hinhält, um zu sprechen – sie können sprechen, indem sie es einfach tun.

Die Inklusivität in der feministischen Netzszene macht sich deshalb an ganz anderen Punkten fest, als wie außerhalb des Netzes: Kleidung, Äußerlichkeiten spielen kaum eine Rolle, ebenso geographische Lokalisation sind weniger ein Ausschlusskriterium und auch das geheime Undergroundwissen darum, wo in welchen versteckten Szenelokalen und Orten die wichtigen Debatten stattfinden – sie finden im Netz nämlich relativ öffentlich statt. Das Netz bietet Neufeministinnen und Interessierten die Möglichkeit, Debatten zu verfolgen und langsam, mit der Zeit, die unausgesprochenen Regeln der Netzcommunity zu verstehen und ein Gefühl für den Habitus zu bekommen. Wer ist wichtig? Welche Themen dominieren? Was sollte man wissen? Wie wird gesprochen? Was kommt gut an, was nicht?

Rein theoretisch also gute Grundvoraussetzungen für die Stimmenfindung und Diskurspartizipation von Minderheitenperspektiven. In der Praxis hakt es – zum einen deshalb, weil die netzfeministische Szene einen selbstbewussten Umgang mit dem Netz voraussetzt – für uns im Internet sozialisierte „Digital Natives“ kein Problem, durchaus aber eines für solche, die nicht schon in jungen Jahren mit Bloggen, Netzkultur, Technik und Co vertraut waren und sind. Der sogenannte Digital Divide.

Zum anderem ist es das fehlende Bewusstsein für die Privilegien, die wir innehaben: Unser Wissen, unsere Bildung, unsere Sprache, unsere Hautfarbe, ethnische Zugehörigkeit, unsere sexuelle Orientierung, unsere Bildungshintergrund, unsere soziale Schicht, unsere Religion, unsere Körper – alles Faktoren, die uns Privilegien bescheren bzw. benachteiligen können.

Dass zu einigen der Punkte niemand etwas sagt, sich darüber beschwert, heißt nicht, dass es keine sich Beschwerenden, Benachteiligten gibt, sondern lediglich, dass wir nicht im Stande sind, sie zu hören.

Während wir in der netzfeministischen Szene für die allermeisten hier aufgelisteten Punkte Bereitschaft zeigen, reflektiert darauf zu reagieren, scheitern wir häufig an einem unserer womöglich wichtigsten politischen Machtinstrumente: Unsere Call-Out-Kultur. Dazu gehören Shitstorms, Empörung und Proteste, Instrumente also, die wir gegen das Etablissement verwenden, um Machtstrukturen aufzubrechen und die Gesellschaft zu bewegen. Wir können auf Missstände hinweisen, auch wenn man unsere Kritik lieber nicht hören möchte. Wir müssen uns nicht mehr im Stillen ärgern; wir können das öffentlich tun und Druck ausüben – erfolgreich. Positionen, für die wir vor drei Jahren noch belächelt worden sind, sind heute mehrheitsfähig. Das haben wir vor allem den unermüdlichen Aktivist_innen unter uns zu verdanken, die genau von diesen Instrumenten Gebrauch machten, trotz persönlicher Einbußungen und Abstriche. So sind wir es gewohnt, vieles – zurecht – in Argwohn, Skepsis und kritisch zu betrachten. So sehr, dass wir es aber nicht mehr schaffen, unsere Kampfausrüstung abzulegen, wenn wir untereinander sind. Und falls wir es doch tun, haben wir sie schwupdiwupp wieder an, weil wir fürchten, unsere (vormals) Verbündeten könnten unsere Ideale verraten.

Handeln bedeutet immer auch einen Kompromiss mit der Realität einzugehen.

Die Ideale, die wir als Aktivist_innen vertreten, sind nämlich genau das: Ideale. Eine Zukunft, nach der wir streben. Nicht aber eine gesamtgesellschaftliche Realität, in der wir uns bewegen, und womöglich eine, die wir nie erleben werden. Deshalb ist es das Streben, der Weg, die den Aktivismus ausmachen. Das unermüdliche Streben. Streben wiederum bedeutet Handeln, Bewegen und Anstoßen. Unsere Gedanken, unsere Kritik, fassen wir in Worte, starten Kampagnen und organisieren Aktionen. Und jedes Mal, wenn wir in der dominanten Öffentlichkeit handeln, jedes mal, wenn wir dort einen Text veröffentlichen, sind wir genötigt – vorerst – Teile unserer Ideale aufzugeben, um die Brücke zwischen der Realität und der gewünschten Zukunft zu schlagen. Zu weit liegen beide noch auseinander.

Doch genau dafür kritisieren wir einander. Wir schauen nicht darauf, wohin wir uns bewegen, sondern darauf, wo wir sind. Unverzeihlich sind wir dabei. Intolerant gegenüber den Menschen, die uns am nächsten sind. Wir kritisieren einander beizeiten so gehässig als wären wir Feinde, als sei das Kritisieren an sich eine Tugend. Wir baden uns im Wissensfetisch, Kampfeslust und einer arroganten Erhabenheit gegenüber jenen, die noch nicht das Wissen erlangt haben, mit dem wir uns heute stolz schmücken. Die Einsichten, die wir heute haben, setzen wir bei anderen als Mindestwissen voraus. Das macht uns ängstlich und stumm. Nicht nur Anfänger_innen, sondern auch alte Hasen.

Und jetzt wollte ich übergehen zu dem Punkt, dass wir mehr Raum für Schwäche zeigen müssen, um inklusiver zu werden. Doch die ganze Zeit über steht ein riesengroßer rosa Elefant im Raum. So groß, dass ich diesen ganzen Vortrag umschmeißen und über etwas ganz anderes reden wollte.

Wenn ich Inklusion fordere, was fordere ich speziell für die muslimische Frau? Ich merkte: Mir genügt das Bemühen der feministischen Netzcommunity. Das Bemühen genügt mir. Wenn man mich fragt, ob der Netzfeminismus inklusiv ist, würde ich sagen: Ja. Er ist der inklusivste mehrheitlich weiße Raum, den ich kenne. Ich könnte kritisieren, dass ich auf vielen Panels die einzige Muslima bin, (und häufig auch die einzige PoC) und dass ich in unseren Diskursen die Berücksichtung der muslimischen Perspektive vermisse usw usf. Aber nein, es fällt mir schwer, diesen Raum zu kritisieren. Ohne den Netzfeminismus hätte ich zum Beispiel nie meinen Raum im Feminismus gefunden. Warum bin ich so genügsam? Hätte ich nicht die Verantwortung – gerade weil ich in vielen Punkten privilegiert bin – mehr einzufordern?

Mich wurmt das.

Einer der Gründe hierfür ist: Weil die muslimische Frau in Deutschland ganz existentielle Kämpfe führt. Es geht nicht um Anerkennung in der netzfeministischen Community, sondern um die simple Akzeptanz der Existenz als denkender, eigenständig handelnder, selbstständiger Mensch mit einem eigenen Willen. Nicht mehr nur die infantil, schwachen Frauen ohne Denkvermögen, die leeren Kopfes das tun, was ihnen ihre Männer befehlen.

Im Gegensatz zu Queer-Feministinnen oder Schwarzen/PoC Feministinnen haben wir eine ganz andere Ausgangssituation im Feminismus. Während der Feminismus sie immer mit meinte – sie aber nicht berücksichtigte, ihre Stimmen unterdrückte, aber das ist eine ganz andere und lange Geschichte – war die muslimische, religiös praktizierende, kopftuchtragende Muslima nie mitgemeint. Sie war im Gegensatz zu den anderen Formen die Versinnbildlichung des Antifeminismus.

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Taz Podiumsdiskussion zum Lehrerinnenkopftuch in Bremen – Niko Wolff, Fotoetage

Als ich kürzlich in Bremen zur Aufhebung des pauschalen Kopftuchurteils für Lehrerinnen auf einem Panel saß, wurde ich später im Flur von einer Gruppe Altfeministinnen aufgehalten, die auf mein Kopftuch zeigend sagten: „Dafür! Haben wir nicht gekämpft!“

Das ist der Punkt, an dem wir stehen.
Wir werden als das Gegenteil von dem gelesen, was der Feminismus abzielt.
Frauen, unterwürfig, unterdrückt, ohne eigenen Willen.

Das heißt, in einem Raum zu sein, in dem eine muslimische Frau als denkender Mensch wahr und ernst genommen wird, wird noch als Erfolg verbucht, nicht als Selbstverständlichkeit.

Denn es geht für die muslimische, kopftuchtragende Frau in Deutschland noch um einfachste, existentielle Dinge: Arbeiten dürfen, im Leben stehen dürfen, sichtbar sein dürfen. Nicht an den Rand gedrängt werden.

Deshalb tue ich mich so schwer, die klassischen Inklusionsthemen einzufordern: Mehr Sichtbarkeit in den Debatten und andere Dinge, die muslimische Feministinnen daran hindern, sich vermehrt in der netzfeministischen Community willkommen zu fühlen.

Wenn ich Inklusion fordere, was fordere ich speziell für die muslimische Frau?

Wenn die stärksten Stimmen gegen das Lehrerinnenkopftuch Altfeministinnen ala Schwarzer sind und die stärksten, aber insgesamt schwachen Stimmen dafür, diejnigen Frauen sind, die davon betroffen sind, dann läuft etwas falsch. Wir alle wissen, was Intersektionalität bedeutet, wir alle wissen, dass die nachhaltige Minderung von einer Form der Diskriminierung nicht ohne die Bekämpfung von anderen Formen erfolgen kann. Dass Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, antimuslimischer Rassismus etc. alle stark miteinander verflochten sind.

Deshalb wünsche ich mir, dass die netzfeministische Szene diesen Frauen den Rücken stärkt, in Räumen, in denen sie keinen Zugang hat, ihre Anliegen weiterträgt – nicht an ihrer Stelle oder in ihrem Namen spricht, sondern ihrer Stimme Gehör verschafft.

Es kann nicht sein, dass wir 2015 in einem Land leben, wo wir noch immer darüber diskutieren, ob wir einer Frau aufgrund eines Kleidungsstücks, das sie trägt, und unserem damit assoziierten Bild und unseren Vorurteilen, ein Berufsverbot verhängen, sie aus der Mitte unserer Gesellschaft ausgrenzen, sie unsichtbar machen. Und dass diese ad absurdum geführte Diskussion an sich nicht für furchtbar großen Aufschrei sorgt.

Ist der Netzfeminismus inklusiv? Sie hat noch einen langen Weg vor sich, aber ich bin zuversichtlich.

RAUM FÜR SCHWÄCHE | MISSY MAGAZINE 01/15

Netzfeminismus

Im aktuellen Missy Magazine (01/15) geht es um großartige Themen – unter anderem aber auch um eines, das längst überfällig war: Hass im Netz. In meinem Beitrag (Bild zeigt Auszüge daraus) geht es um unseren Umgang innerhalb der netzfeministischen Szene. Wie kritisieren wir & warum? Die Gehässigkeit und Missgunst führt zuweilen zur Lethargie, lässt uns verstummen. Sie sind aber nicht einzigartig und lassen sich in ähnlicher Form auch in zahlreichen anderen Netzcommunities (in welcher nicht?) wiederfinden. Deshalb kann sich hier jede/r Mal an die eigene Nase fassen und sich fragen: Wie gehen wir miteinander um?

STOFF FÜR VERKRAMPFTE | DIE ZEIT 13/2015

Die Zeit Schwarzer Zitat KopieAls Karlsruhe im letzten Monat nach 12 Jahren endlich das pauschale Kopftuchverbot für Lehrerinnen aufhob, war auch ich sehr froh darüber. Gleichzeitig war klar: Nun liegt es an uns, der Zivilgesellschaft, den weiteren Verlauf dieser Debatte und unserer Normen zu prägen – sie zu Freiheit oder Verboten zu führen. Empörte Stimmen wurden lauter – paternalistische Finger, hoch gestreckt und belehrend. Sigh. Eine Antwort, die musste sein.

Nun auch online und hier nachzulesen.

DIE GEISTER, DIE WIR RIEFEN

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In der aktuellen Die Zeit teile ich ein Gefühl: Hoffnung.

Es hat sich etwas verändert in Deutschland. Es ist nicht mehr das Land, das mich vor vier Jahren in die Ferne trieb. Überrascht stellte ich das in den vergangenen Monaten fest, in einer Zeit, in der ich mich oft fragte, ob es denn noch schlimmer werden kann. Verzweifelt blickte ich auf Deutschland, auf die im Stillen brennenden Moscheen, die rassistischen Märsche, niedergeschlagen. Doch inmitten des Chaos, dieser menschlichen Tiefpunkte, entdeckte ich einen Wandel: Einen neuen Umgang mit dem wachsenden Rassismus, endlich. Starke Stimmen gegen Intoleranz, Rassismus, Anti-muslimischen Rassimus, endlich. Noch in seinen Anfängen, aber wichtig. Symbolisch. Letzte Woche dann, nach dem grausamen Anschlag in Paris, blieb dieser Wandel standhaft. Er wuchs. Und ich war einmal mehr überrascht.

So war es mir wichtig, diese Veränderung, diese Quelle der Hoffnung zu benennen, denn ich sehe meine Aufgabe in dieser Gesellschaft nicht darin zu kritisieren. Ich sehe meine Aufgabe darin, diese Gesellschaft nach Kräften ein kleines bisschen besser zu machen. Oft bedeutete das in der Vergangenheit für mich eine kritische Stimme zu sein. Auch künftig wird das so sein. Aber manchmal bedeutet es auch, eine Stimme zu sein, die über die Anfänge von Schönem spricht. Es bedeutet, Hoffnung zu teilen. Trotz allem. Oder gerade deswegen.

Deshalb findet sich diese Woche in Die Zeit ein Text von mir, der statt alledem, was ich kritisch sehe (unter anderem: Die JeSuisCharlie-Aktionen & der Missbrauch von Meinungsfreiheit, unsere gesellschaftlichen doppelten Standards, was Mitgefühl und Trauer betrifft, oder unser genereller Zugang zum Thema Islam & Muslime), sich auf die Veränderungen und die Hoffnung, die ich hierfür fühle, fokussiert.

Später müssen wir uns fragen, welche Gefahren dieser Wandel birgt. Ob so mancher Rassismus subtiler und damit schwieriger greifbar wird. Und ob dieser Wandel nur so lange anhält, wie die rassistischen Stimmen laut & sichtbar sind.

Doch zunächst, Platz für Hoffnung. Damit wir die Geister, die wir riefen, auch irgendwann wieder loswerden – so Gott will.

Nachtrag: Der Text ist nun online, hier entlang.

“In einer Zeit, in der es so leicht gewesen wäre, die Gesellschaft zu spalten, bringt uns ausgerechnet eine Tragödie zusammen. Hoffnung keimt in mir auf: Dieses Land verändert sich. Ein neues Wirgefühl entsteht. Eines, das seine Muslime einschließt und sich selbstbewusst gegen Rassismus wehrt.”

RAMADAN IN JERUSALEM. FIVE YEARS AGO.

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“We know too well that our freedom is incomplete without the freedom of the Palestinians” – Nelson Mandela

 

Don’t ask me why, because I just don’t know. I don’t know why I’ve never written a word on this blog about my short but deeply moving trip to Palestine (not to Gaza unfortunately) five years ago during Ramadan. Back then, I was in the midst of some life changing decisions and experiences, not sure what to make of these memories, how to handle them. What to say, what to write. Even now, I’m struggling. This time for different reasons though. I’m drowning in the sea of words that will not leave my mouth, that my fingers won’t type. There is anger, desperate anger. And I know, me writing down these words will most likely help no one but me and my conscience. Nothing I will write, will save a life. Nothing I write, will stop the terror that is happening in Gazza right now. And as I write, bombs are being dropped on civilians. And as I write a mother is loosing her child, a brother his sister, a daughter her father, a loved a loved one. With every heart that stops, another one is wounded.

And as I write, I feel foolish for taking up space and time, when I’ve got actually nothing to say. Nothing in comparison to people in Gaza. Nothing in comparison to those whose hearts have witnessed the ugliest face of our kind. I feel shame.

Five years ago on Laylat al-Qadr I asked Amal, a Palestinian girl I met when we – once again – had been locked up in the Al-Aqsa mosque by Israeli soldiers over night (which we actually didn’t mind. This way we got to spend more time in the mosque praying), what I could do, she smiled and said: “Don’t forget us. Pray for us. Come visit us.”

I don’t want you to be forgotten. I don’t want these images to be lost. I want Palestine and Palestinians to be seen. I want them to be part of our collective memory. Hence our collective future.

Want, want, want…

Back to prayers…

#GazaUnderAttack