#MOTHERHOOD: CLOUDS

clouds

I wrote this text just a few weeks after I gave birth to our little son. My feelings have changed since, but I still do feel the intensity of that moment, of the realization. And the changes are still ongoing. Every day feels new, different.

It’s been more than half a year since I’ve last been flying over the clouds, feeling oddly close but at the same time completely detached from this world – watching it from above. I loved this feeling; I cherished & sought it frequently.

Now I’ve recently discovered a whole new world: the little yet wondrous world of a newborn boy. Strangely, I feel similarly somehow: Close but detached; pulled out of this fast-paced life, I, too, have become a stranger to this world. The day I left the hospital, after days that felt like months with emotions unbeknownst to me, intense and overwhelming, I gradually realized that this world hadn’t had changed. It was me who had taken a new angle, a different perspective. I had started to see more of the obvious: The pretentiousness, shallowness and egocentricity we are suffocating in. People dazzled by the insane pace of this life, having lost direction but fiercly running. Aimlessly.

And I was so blind. And I wonder how blind I still am to many other things, obvious, yet invisible to me, now.

Sometimes it takes an abrupt change to see the pains and sorrows one has gotten used to. It can be anything that pulls you out of the circle of daily grind, that we call life, anything that forces you to slow down and eventually stop.

Then I remembered the story of a man who was discharged from prison after 15 years. To him, watching people on busses, trains and on the street was a strange sight. “People have become estranged from one another, they don’t interact anymore”, he said. No one had looked him in the eyes. No one took notice of him. Neither did they of each other. And so, he, who had missed fifteen years of technology, felt disconnected from the rest of us, those who impalpably forgot how to be in a room with strangers, how to endure the presence of others without distracting ourselves, staring at our smart phones, constantly typing & scrolling.

This world has changed us slowly. And we’re not even aware to what extent…

DEUTSCHLAND, WIEDERENTDECKT.

2015-04-Wohnung Hamburg

Als wir vor dem hohen, grau verputzten Hamburger Altbau standen, in der ich gleich eine Wohnung besichtigen würde, fasste mich mein Vater lachend am Arm. “Kübra, das ist das gleiche Haus, in dem wir vor fast 40 Jahren lebten. Damals, als wir zum ersten Mal nach Deutschland kamen.” Überrascht drehte ich mich zu meinem Vater. “Wirklich? Genau dieses Haus?” In just diesem Gebäude fanden meine Großeltern ihr erstes Zuhause – allerdings im 5. Obergeschoss, eine Qual für die Beine. Erst recht für meine damals hochschwangere Großmutter. So zogen sie schon noch einem Jahr weiter. Doch hier in dieser Gegend lernte mein Vater seine ersten deutschen Wörter, entdeckte dieses Land, in dem er später Fuß fassen, heiraten und seine eigene Familie gründen würde.

Nun, knapp 40 Jahre später, stand er mit mir, seiner Tochter, die inzwischen ihrerseits eine eigene Familie gegründet hatte, vor dem gleichen Haus. Auch sie auf der Suche nach einem Zuhause.

Die vergangenen Monate waren eine Wiederentdeckung für mich. Eine Wiederentdeckung Deutschlands, meiner Familie, ihrer Geschichte und Teile meines Ichs. Schon in meiner Studienzeit hatte ich immer wieder längere Zeit im Ausland verbracht, seit über vier Jahren lebte ich hauptsächlich in der Ferne, war aber nie ganz weg. Ich wollte nicht und konnte nicht. Mehrmals im Monat reiste ich nach Deutschland und versuchte an einem Wandel für eine tolerantere, offenere, freundlichere Gesellschaft mitzuwirken. Dann, Anfang des Jahres, als ich diesen Text für Die Zeit schrieb, hatten mein Mann und ich einen Entschluss gefasst: Nach über vier Jahren im Ausland, Stationen in Istanbul, Kairo, London und Oxford, wollten wir es nun in Deutschland probieren. Für eineinhalb Jahre, vorerst.

oxford eingepackt

Beloved Oxford, es waren sehr schöne Jahre!

Hamburg, dear Heimatstadt, here we come!

Euphorisch begann ich meinen Start in Deutschland. Was ich in diesen vier Jahren vergessen hatte: Die rigorose deutsche Bürokratie, die teils kleinkarierte Regelobsession (um einen Juristenfreund zu zitieren: “Deutschland ist kein Gerechtigkeitsstaat, sondern ein Rechtsstaat”) und den schrecklich angespannten Hamburger Wohnungsmarkt. Über zwei Monate legte ich die Arbeit auf Eis und widmete j.e.d.e.n e.i.n.z.e.l.n.e.n Tag den BürokratInnen und MaklerInnen dieses Landes. Dennoch regnete es Absagen und Fehlschläge. Anträge gingen hin und her, keine bürokratische Hürde ließ sich ohne langwierige Recherche und schier unendlich lange Beratungsgespräche klären. Es waren jedoch in erster Linie die MaklerInnen, die meine Euphorie schwinden ließen – gelinde ausgedrückt.

Regelmäßig stand ich vor Wohnungen und bekam von MaklerInnen zu hören, dass man mir die Wohnung doch nicht zeigen möchte. “Warum?” fragte ich. “Ich diskutiere nicht mit Ihnen!”, sagten sie. Wenn ich es dann mal durch die Tür schaffte, wurde ich mit großen Augen empfangen und widerwillig durch die Wohnung geführt: “Ich habe gelesen, es wird eine neue Küche eingebaut. Wie wird sie aussehen?” – “Wie eine Küche halt!” Der Makler steht im Flur und zeigt grob fuchtelnd in Richtung Küche. Dann dreht er sich um und geht zu den anderen Mietinteressenten, denen er wenige Minuten später ausführlichst die neue Küche beschreibt.

Ich war und bin es gewohnt, ich zu sein. Ehrlich und authentisch. No matter what. Nie sah ich mich derart genötigt, jemanden gefallen zu müssen: Die Maklerbranche weiß um die Abhängigkeit der Suchenden und nutzt sie schamlos aus. So übte ich mich darin möglichst bürgerlich, weiß und überdeutsch zu wirken, um den Maklern zu gefallen. In Smalltalks erwähnte ich “beiläufig”, dass wir aus Oxford hierher gezogen sind. Dass mein Mann und ich belesen, studiert, gebildet sind, ein regelmäßiges Einkommen haben, wirklich, wirklich angepasst sind und natürlich hervorragend Deutsch sprechen. All das, um zu beweisen, dass wir eine menschenwürdige Behandlung verdient haben (Sarcasm off). Denn mein Erscheinungsbild reicht hier offensichtlich nicht aus, um respektvoll und freundlich behandelt zu werden. Es ist immer wieder erstaunlich und traurig, wie ein kleines bisschen Entscheidungsmacht aus sonst womöglich ganz normalen Menschen machtlüsterne, arrogante Unmenschen machen kann. So kam es, dass jedes Mal, wenn sich MaklerInnen als nette Menschen entpuppten (die gab es nämlich durchaus auch – sie seien hier herzlich gegrüßt!), ich mich zurückhalten musste, um ihnen nicht jubelnd zum Menschlichsein zu gratulieren und eine Medaille um den Hals zu hängen.

Kurzum: Der Start in Deutschland war holprig. Und trotzdem genau richtig so. Im Türkischen sagen wir “hayırlısı olsun”, im Arabischen “khair inshAllah”, also möge das geschehen, was gut und gesegnet für uns ist – auch wenn es nicht das ist, was wir uns wünschen. Dieser Satz geht einem leicht über die Lippen. Oft sagen wir ihn tröstend, denn insgeheim sind wir trotzdem enttäuscht, wenn unsere Träume nicht Wirklichkeit werden. Ich habe in den vergangenen Monaten gelernt, diese Worte ernst zu nehmen. Ich lernte, sie nicht nur zu sprechen, sondern auch mit dem Herzen zu fühlen. Erst das half mir, mich gegenüber den täglichen Grenzüberschreitungen zu schützen. Am Ende waren mir die Maklerbranche und die erniedrigenden Erfahrungen tatsächlich egal. Was mir blieb war große und tiefe Dankbarkeit. Dafür, dass ich lernen durfte. Dafür, dass ich mich in Geduld üben durfte. Dafür, dass ich in einer Lebensphase, in der nichts Sinn zu machen schien, Sinn fand. Dafür, dass ich an Stärke gewann – wohlwissend, dass ich den Luxus (und damit einhergehend: Verantwortung) habe, auf diese Probleme hinweisen und sie öffentlich machen zu können – für andere. Dass ich nicht zum Schweigen verdammt bin.

In den Wochen danach entdeckte ich den Blick für die Schönheiten wieder, die mich aus der Ferne euphorisch machten: Der Wandel, die Bewegung, die Energie und die großartigen Menschen, die dahinter stecken. Menschen, deren Augen strahlen, ehrlich und aufrichtig. Ich freue mich und genieße es, zurück zu sein.

Letztlich klappte es nicht mit der Wohnung in dem Haus, wo meine Familiengeschichte in Deutschland ihren Anfang nahm. Am Ende wurde es eine Wohnung dort, wo meine Familie ihre Wurzeln schlug und ihr Glück fand. Eigentlich hätte ich das von Anfang an wissen und fühlen können. Ich brauchte nur etwas Zeit, um mit dem Herzen zu sprechen: Hayırlısı olsun.

Hamburg, Deutschland, wir sind zurück!

umzug bild

Umzug: läuft. #yeah

STOFF FÜR VERKRAMPFTE | DIE ZEIT 13/2015

Die Zeit Schwarzer Zitat KopieAls Karlsruhe im letzten Monat nach 12 Jahren endlich das pauschale Kopftuchverbot für Lehrerinnen aufhob, war auch ich sehr froh darüber. Gleichzeitig war klar: Nun liegt es an uns, der Zivilgesellschaft, den weiteren Verlauf dieser Debatte und unserer Normen zu prägen – sie zu Freiheit oder Verboten zu führen. Empörte Stimmen wurden lauter – paternalistische Finger, hoch gestreckt und belehrend. Sigh. Eine Antwort, die musste sein.

Nun auch online und hier nachzulesen.

DIE GEISTER, DIE WIR RIEFEN

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In der aktuellen Die Zeit teile ich ein Gefühl: Hoffnung.

Es hat sich etwas verändert in Deutschland. Es ist nicht mehr das Land, das mich vor vier Jahren in die Ferne trieb. Überrascht stellte ich das in den vergangenen Monaten fest, in einer Zeit, in der ich mich oft fragte, ob es denn noch schlimmer werden kann. Verzweifelt blickte ich auf Deutschland, auf die im Stillen brennenden Moscheen, die rassistischen Märsche, niedergeschlagen. Doch inmitten des Chaos, dieser menschlichen Tiefpunkte, entdeckte ich einen Wandel: Einen neuen Umgang mit dem wachsenden Rassismus, endlich. Starke Stimmen gegen Intoleranz, Rassismus, Anti-muslimischen Rassimus, endlich. Noch in seinen Anfängen, aber wichtig. Symbolisch. Letzte Woche dann, nach dem grausamen Anschlag in Paris, blieb dieser Wandel standhaft. Er wuchs. Und ich war einmal mehr überrascht.

So war es mir wichtig, diese Veränderung, diese Quelle der Hoffnung zu benennen, denn ich sehe meine Aufgabe in dieser Gesellschaft nicht darin zu kritisieren. Ich sehe meine Aufgabe darin, diese Gesellschaft nach Kräften ein kleines bisschen besser zu machen. Oft bedeutete das in der Vergangenheit für mich eine kritische Stimme zu sein. Auch künftig wird das so sein. Aber manchmal bedeutet es auch, eine Stimme zu sein, die über die Anfänge von Schönem spricht. Es bedeutet, Hoffnung zu teilen. Trotz allem. Oder gerade deswegen.

Deshalb findet sich diese Woche in Die Zeit ein Text von mir, der statt alledem, was ich kritisch sehe (unter anderem: Die JeSuisCharlie-Aktionen & der Missbrauch von Meinungsfreiheit, unsere gesellschaftlichen doppelten Standards, was Mitgefühl und Trauer betrifft, oder unser genereller Zugang zum Thema Islam & Muslime), sich auf die Veränderungen und die Hoffnung, die ich hierfür fühle, fokussiert.

Später müssen wir uns fragen, welche Gefahren dieser Wandel birgt. Ob so mancher Rassismus subtiler und damit schwieriger greifbar wird. Und ob dieser Wandel nur so lange anhält, wie die rassistischen Stimmen laut & sichtbar sind.

Doch zunächst, Platz für Hoffnung. Damit wir die Geister, die wir riefen, auch irgendwann wieder loswerden – so Gott will.

Nachtrag: Der Text ist nun online, hier entlang.

“In einer Zeit, in der es so leicht gewesen wäre, die Gesellschaft zu spalten, bringt uns ausgerechnet eine Tragödie zusammen. Hoffnung keimt in mir auf: Dieses Land verändert sich. Ein neues Wirgefühl entsteht. Eines, das seine Muslime einschließt und sich selbstbewusst gegen Rassismus wehrt.”

RAMADAN IN JERUSALEM. FIVE YEARS AGO.

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“We know too well that our freedom is incomplete without the freedom of the Palestinians” – Nelson Mandela

 

Don’t ask me why, because I just don’t know. I don’t know why I’ve never written a word on this blog about my short but deeply moving trip to Palestine (not to Gaza unfortunately) five years ago during Ramadan. Back then, I was in the midst of some life changing decisions and experiences, not sure what to make of these memories, how to handle them. What to say, what to write. Even now, I’m struggling. This time for different reasons though. I’m drowning in the sea of words that will not leave my mouth, that my fingers won’t type. There is anger, desperate anger. And I know, me writing down these words will most likely help no one but me and my conscience. Nothing I will write, will save a life. Nothing I write, will stop the terror that is happening in Gazza right now. And as I write, bombs are being dropped on civilians. And as I write a mother is loosing her child, a brother his sister, a daughter her father, a loved a loved one. With every heart that stops, another one is wounded.

And as I write, I feel foolish for taking up space and time, when I’ve got actually nothing to say. Nothing in comparison to people in Gaza. Nothing in comparison to those whose hearts have witnessed the ugliest face of our kind. I feel shame.

Five years ago on Laylat al-Qadr I asked Amal, a Palestinian girl I met when we – once again – had been locked up in the Al-Aqsa mosque by Israeli soldiers over night (which we actually didn’t mind. This way we got to spend more time in the mosque praying), what I could do, she smiled and said: “Don’t forget us. Pray for us. Come visit us.”

I don’t want you to be forgotten. I don’t want these images to be lost. I want Palestine and Palestinians to be seen. I want them to be part of our collective memory. Hence our collective future.

Want, want, want…

Back to prayers…

#GazaUnderAttack

IS ISLAM COMPATIBLE WITH GENDER EQUALITY? – DEBATING AT OXFORD UNION

Oxford Union Debate Winners

A few weeks ago (23rd of May 2014), I was debating at the Oxford Union along with i.a. Myriam Francois Cerrah & Adam Deen opposing the motion “This house believes Islam is incompatible with gender equality.” We won the debate with great results: 166 opposition : 51 proposition!

I was waiting for the audio recording to be released, but that doesn’t seem to happen anytime soon. So, here we go, this is the transcript of my speech:

Ladies & Gentleman,

Here I am, claiming that Islam is compatible with gender equality. And it might seem a little absurd saying that – looking at our world today.

After all, isn’t Islam seen as the religion of sexual oppression? Not only tolerating but fuelling violence towards women? The religion of forced marriages, death stoning, female genital mutilation, polygamy, depriving young girls of their right for education – a women hating ideology? – As the proposition might indicate in the following hour.

I am not arguing today that misogyny in Muslim communities does not exist. Because it does exist. However, many women today here in this room and around the world have not only witnessed these awful practices, but have also fought against them – based, encouraged and empowered by their religion, their faith, Islam.

Today I will start by providing you with three common examples which are misused to argue that Islam is to blame for misogyny:

1 – Forced Marriages
2 – Female Genital Mutilation (FGM)
3 – Women’s Deprivation From Education

Forced Marriages

At least half of the forced marriages that have been reported to UK’s forced marriage unit in 2012 involved communities that are predominantly Muslim. And unfortunately, in many cases, Islam is being misused to justify this awful custom.

However, forced marriage is a cultural practice. And it violates your right as a woman and – surprise surprise! – as a Muslim. The vast majority of theologians, scholars, Sheikhs and Imams condemn this practise and agree: Islam does not allow anyone – male or female – to be married without his or her own consent. According to a Hadith, narratives detailing the life and practise of the Prophet (Peace Be Upon Him), when a girl who was married off against her will, came crying to our Prophet (PBUH) saying she hadn’t agreed to the marriage, he promptly declared the marriage invalid.

Female Genital Mutilation

And scholars, Sheikhs and Imams have also condemned many times female genital mutilation.

Let’s have a look at the case of Khalid Adem, an Ethiopian American, who was convicted for female genital mutilation (FGM) in the United States in 2006. He is charged for personally removing his 2-year-old daughter’s clitoris with a pair of scissors. At court his wife explained his motivation: “He said it was the will of God.” FGM however, does not come from the scripture of Islam, but in fact from an age old tradition in many regions in Africa, based on the assumption that women’s enjoyment of sexual intercourse might turn them “immoral.”

And up until a few decades ago nearly 4 out of 5 women in Ethiopia were victims of FGM. In a country whose population is 63 percent Christian. Can we now blame Christianity for FGM – when Christians in Ethiopia argued it was the will of God? No. This inexcusable custom that is unfortunately practised today in many other regions in Africa predates, Islam, Christianity and even recorded history.

Women’s Deprivation From Education

In April this year the militant Nigerian group “Boko Haram” caused outrage around the world when they kidnapped around 276 female students from their school – again, inexcusable. I will leave their use of violence and terror aside and focus on their justification for stealing these children:

They claim that education for girls goes against Islam. This, however, has no basis whatsoever in Islamic scripture. On the contrary, the Prophet Muhammad (PBUH) wisely emphasised that every Muslim man and woman has a duty to seek education. In fact, the very first command that was revealed was “Iqra!”, “Read!” symbolising the duty of every Muslim: to pursue and seek knowledge. And there is no difference being made between men and women.

As a matter of fact, women of the Prophets community had the right to comment forthrightly on any topic, even the Quran. And both God and the Prophet (PBUH) assumed their right to speak out and readily respond to their comments. They, too, have participated actively in the creation of religious knowledge in the early days of Islam.

Muslim women have been scholars, Muftiyahs and Qari’ahs for centuries. Some of the greatest male scholars, like Hasan alBasri, Ibn Hajar and Ibn Taymiyyah, all had female scholars as teachers and contemporaries – like Rabia al-Adawiyya, one of Islam’s first mystics.*

And I could give you hundreds of other examples, starting from the first person to convert to Islam, Prophet Muhammad’s (PBUH) wife Khadijah. A woman who was married three times and had children from all her marriages. A successful business woman, 15 years older than her husband Prophet Muhammad (PBUH). Imagine the reactions today, a young man marrying his 15 years older boss and single mother.

What I argue

I am not denying that Islam can be (and is) read in patriarchal modes and be misused to justify privileges to men and inhumane practises against women. But I firstly point out that those readings are being challenged by respected religious scholars and are disputable. Secondly I argue that Islam can and is being read in anti-patriarchal modes and hence is indeed compatible with gender equality.

And thirdly I argue that the readings I am referring to are not a tool to belittle and sugar-coat Islam and please a Western audience – it is an appeal to certain Muslim communities to look at the texts, keeping in mind that the readings are not the words of God, but the holy Quran is. The readings, tafsir of the Quran are interpretations of humans, influenced by society, history and politics. Who has dominated the readings of the Quran in the past decades? Men. Men who have lived and were socialised in patriarchal societies. Naturally, their readings have been influenced by those factors, too.

Nevertheless, male and female scholars have been challenging in the past and continue to do so in the present, patriarchal readings of Islam.

Yes, as I have said earlier, misogyny does exist in Muslim communities. And it also does exist in communities of other faith and no faith. These practises are not unique to Islam, they are not rooted in the Islamic scripture.

By eliminating religion, you cannot eliminate misogyny.
By clinging on to a “misogynistic Islam”, you will not bring any change to society.

Conclusion

When I’m talking here to you today, I am not primarily addressing a Western audience explaining the misuse of Islam; I am also talking to a Muslim audience explaining our misuse of Islam. And that it is us and the way we read the Holy Scripture that will bring an end to misogyny.

If the motion today were: Many Muslims are not acting in compatibility with gender equality, yes, I would wholeheartedly agree.

But the motion today is: Islam is not compatible with gender equality. That is, to put it simply, wrong.

By voting for the motion today, you are turning on the volume for those misogynist Muslims who misuse Islam to justify their practices. You are turning on the volume of orientalist and euro-centric Islamophobes who reduce Islam to those who misuse it.

By voting against the motion today, you say that, yes, Islam is compatible with gender equality. And you will turn on the volume for thousands of men and women around the world, who have been and are fighting against misogyny. on. a. daily. basis.

Thank you.

*Great read: Women in history who rock – by woodturtle

YOU. ACCORDING TO SOCIAL MEDIA.

Who are you, digitally?

We present ourselves differently on every social media platform – they highlight another feature of our life and character. Each platform has its own rules and norms we adjust and comply to – to their stars, topics and dynamics. It is fascinating how different kinds of people flourish and become influential on each platform. People with seemingly interesting lives will float Facebook, if words are your strength you’d go for Twitter and Instagram is for the visually talented amongst us who look at life not in words but through images.

We all behave (even if only slightly) differently, depending on where we are. However, the spaces on the internet – unlike the different spaces we act in real life – are not autarkic, they interact and can be viewed simultaneously. Are we coherent in who we present to be on the Internet? Do we take this into consideration when (inter)acting?

Sometimes, when we become aware of this, we censor ourselves. We reduce ourselves to our common denominator to hide those opinions and perspectives of our life that would be conflicting with certain circles of friends, groups or audiences – fearing their judgement, disagreement, disapproval and maybe even arguments. But more often than not, we reveal more than we normally would, falsely imagining to be speaking to a private audience. It is like shouting through a bullhorn on stage at a crowded stadium and misbelieving no one would hear us, except for the five people in the front row who are applauding you.

We know more about each other than we want to. This, however, we only realise when we actually meet. Have you ever met in real life a person you were “friends” with online and had to pretend not to know what that person did last week because you weren’t really “friends”? Not to know that he/she had just split up, lost his/her grandmother, went on a vacation in X and finally found a job? If you have experienced a similar situation, you know the awkward feeling I’m talking about. The moment you meet that person, it feels so wrong to know so much.

I felt very alienated from Facebook for a long time, as the amount of information some people were posting was overwhelming and they gradually occupied more and more space on my timeline and consequently in my life and privacy. People who I wouldn’t meet up with in real life. It was, as if Facebook was forcing people into my life. Those on the other hand who mattered to me ended up being quite and sometimes even invisible. As I was yearning their presence in my life, e-mails and phone conversations grew to be more important.

Twitter serves as my daily newspaper, the platform I use most actively. The fact that you are not – at least in theory – limited to friends and acquaintances in your conversations but could address anyone who is on the platform and engage in a discussion, is unique. It is always fascinating to watch how people come together and leave through conversations – those who would’ve never met otherwise (speaking of social bubbles).

Instagram - to me – is a creative space that challenges me to look at life from a visual angle. I love sharing stories, but I usually change names and places to keep people anonymous. How can I continue telling stories? I’m still figuring that out. How can words become images?  I think I’ve found my personal answer. The 50 thoughts project has turned into a playful way to combine both visuality, thoughts and texts into one piece: Adding another layer of meaning to your words through the way you choose to place them on a sheet of paper. I thoroughly enjoy experimenting with this.

But the 50 thoughts project has also turned into a wonderful opportunity for me to leave my self-constructed boxes about what I am legitimised to speak and write about and what not. I love the freedom it unintentionally gives: I have a space to fill. Every single week. One thought I can share. This project has allowed me to communicate myself differently and made me more conscious about how I let myself be defined in the digital space.

As I observe my presences and actions on different platforms, as I observe the actions of others, I discover a world in which we tell different stories of who we consider we are, slowly uncovering ourselves, standing in front of each other – naked and vulnerable. Almost as if we were waiting for a little child to wake us up and scream ”But they aren’t wearing anything at all!”

But we will not stop any time soon, I guess.

#13 DARKNESS | 50

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Is it a coincidence that this text turned out to be the darkest so far?
But we can read it. It is bright enough…

-

I could’ve named this one hope. I could have named this one curiosity.
But I think it is a task. To try and understand even those who do not seem to carry anything worth understanding and searching for. Whose actions we despise, whose gaze spread darkness.
What do you know about the light, if you do not know the darkness?
And when did we start believing, it was us who lived in the light?

One thought every Friday for a year #13 | 50

#10 DAS GUTE | 50

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The last couple of weeks have been intense, I was working a lot and did not have time to write my thoughts down on the typewriter, they were left in my notebook. Finally, this week, I will be uploading three thoughts.

Thought #10 is about kindness. I used to decide if someone was good and kind based on how that person treated me. But with years I realised, that it was more important how they treated others, the weak, the poor, the overseen, the ignored and unheard.

What am I ought to do with the praise, the kindness and smile of the tormenter of others?

/ Die letzten Wochen waren sehr anstrengend. Ich fand nicht einmal Zeit die wöchentlichen Gedanken auf der Schreibmaschine abzutippen, sie warteten geduldig in meinem Notizbuch. Diese Woche hatte ich nun endlich Gelegenheit und werde drei Gedanken veröffentlichen.

Gedanke #10 handelt vom Guten im Menschen. Mit den Jahren traf ich Menschen, die gut, zuvorkommend und freundlich zu mir waren, aber arrogant, erniedrigend und verletzend zu anderen. Was soll ich, fragte ich mich, mit dem Lob eines Peinigers? Sei er noch so nett, so lieb, so freundlich, so zuvorkommend zu mir – misst sich der Wert eines Menschen nicht an jenen, die er am wenigsten wertschätzt? Wie behandelt er Arme, Schwache, Unsichtbare, Überhörte, Verachtete?

Und dann fragte ich mich: Sind nicht wir alle irgendwie, irgendwo Peiniger anderer Menschen? Auf der Suche nach dem Guten in anderen, sollten wir nicht zuerst das Gute in uns suchen? Wir alle kennen uns, das Gute in uns, vertrauen darauf. Wir kennen unsere Intentionen, ruhen uns auf ihnen aus. Doch prüfen wir uns auch in den Momenten, in denen es am unwichtigsten und nebensächlichsten erscheint?

One thought every Friday for a year #10 | 50