NEMRUT.

It was around 3 or maybe 4 in the morning after a long journey, climbing and hiking, when we finally sat down on top of the mountain Nemrut. We sat down to watch the sun rise, lighten the dark, announce itself through sparks and light shadows, grow and warm us – like so many of our kind before us. It was probably the most magical moment of our trip through the East of Turkey, a trip that made me discover another face of my country, another face of mine.

In a slightly quicker timelapse I would like to share with you a moment that happens every day, everywhere around the world. But it’s beauty lies in your eye, in your heart.

Music: The Cinematic Orchestra – First Light

BLAU ÄUGIG (1996) // RASSISMUS, DEN WIR NICHT SEHEN KÖNNEN

maxresdefault1968. Martin Luther King wurde ermordet. “Als unser Führer (John F. Kennedy) vor einigen Jahren ermordet wurde, hat uns seine Witwe zusammengehalten und vereint. Wer wird eure Leute kontrollieren?”, fragt ein weißer Reporter im Fernsehen. Eine junge Lehrerin in Riceville, Iowa wird Zeuge dieser Szene und ist verwirrt. Ist John F. Kennedy nicht auch Präsident der Schwarzen gewesen? Und sollte uns Weiße Martin Luther Kings Ermordung nicht auch entsetzen? So fängt die Geschichte von der Anti-Rassismus-Aktivistin (& Feministin) Jane Elliott an, deren Erkenntnisse noch heute von höchster Relevanz sind.

Schon vor Kings Tod hatte sich Elliott lange mit Rassismus beschäftigt, recherchiert, Bücher über die NS-Zeit gelesen, als sie schließlich beschloss mit ihrer Schulklasse ein Experiment durchzuführen. Sie fragte ihre Schüler, ob sie herausfinden wollten, wie es ist ein schwarzes Kind zu sein. Die Kinder bejahten.

An diesem Tag behandelte sie alle ihre blau-äugigen Schüler wie Weiße, privilegiert und überlegen gegenüber den nicht-blau-äugigen Schülern, die sie so behandelte wie schwarze Kinder in den USA behandelt wurden, so als seien sie weniger intelligent, weniger fleißig und fähig. Schon bald übernahmen die Kinder diesen Umgang, die “Überlegeneren” verhielten sich arrogant und überheblich gegenüber ihren Klassenkameraden. Ihre Leistungen verbesserten sich, sie wurden selbstbewusster. Auch die “Unterlegeneren” veränderten sich; selbst jene, die vorher dominant und durch ihre guten Leistungen hervorstachen, nahmen sich zurück, ihre Leistungen wurden schlechter.

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FRAGEN IM FERNSEHEN

Eva hat Abdul Zuhause besucht, hat mit seiner Schwester ein Kopftuch anprobiert, ist mit ihm durch Berlin gelaufen, in eine Moschee und hat neugierig Fragen gestellt. Miteinander sprechen, einfach mal aufeinander zugehen, einfach mal den Menschen im Gegenüber sehen. Das ist schön.
Darüber haben dann Franziska, Eva und ich im Münchner Klub Konkret Studio geredet. Ein großartiger Tag war das. Danke!(Und heute Morgen sprach ich im DeutschlandRadio Kultur darüber, dass Islamophobie mehr ist als nur eine Angst vor eine Religion: Klick zum Nachhören!)

BEAUTY (&) RACE – DOCUMENTARY COLLECTION

dark girls

shadeism

double happiness

한 hahn
(insights to a planned and not yet produced documentary on education and competition in korea – but also discussing the ideals of beauty in korean society)

western eyes

make me white
(this a clip made for (one of my favourites) a very impressive documentary on skin bleaching in asian communities, mainly in britain. however i couldn’t find the documentary “make me white” anywhere available online – but only this video.)

edit:

good hair (ft. chris rock) (thanks to “anonymous” for the tip)

Further reading: The Domination of Fair Skin: Skin Whitening, Indian Women and Public Health (pdf) (Thanks to Filiz!)

"UND DANN WURDE ICH MUSLIM" ODER: MULTIMEDIA-REPORTAGEN

Wer diesen Blog schon etwas länger verfolgt, weiß von meinem Faible für Kurzfilme. Nun ist es aber so, dass ich immer weniger Zeit habe, um auf die Suche nach diesen wertvollen Stücken alternativ-kreativer Filmkunst zu gehen.

Aber wofür hat man Freunde? So schickte mir Oign (oder Evgeny, wie man ihn eigentlich schreibt – ein übrigens hervorragender Fotograf. Siehe hier.) kürzlich den Link zu 247omedia, einer Produktionsfirma für Multimedia-Reportagen (engl. webdocumentaries). Bei diesem Reportagestil werden Videos mit Bild und Audio verbunden. Eine kluge Methode, die – wie ich finde – den Beitrag zu einem intensiven und eindringlichen Erlebnis werden lässt.

So möchte ich als Alternative zu den Kurzfilm-Kritiken, die es hier sonst gibt, eine Multimedia-Reportage-Reihe von 2470media “Und dann wurde ich Muslim” über deutsche Konvertiten zum Islam empfehlen.

Besonders interessant finde ich den Beitrag über Wolf Ahmed: “Wie ist das mit dem, was jen­seits ist? Wolf Die­t­er Ari­es, Jahr­gang 1938, war in der Pu­ber­tät, als er sich Fra­gen die­ser Art stell­te. Er wuchs in ei­nem bür­ger­li­chen Haus­halt im Han­no­ver der Nach­kriegs­zeit auf und hat sich mit 16 für den Is­lam ent­schie­den. Da­mit wur­de er zum Exo­ten im ei­ge­nen Land.”

Schön wieder einmal bestätigt zu bekommen: Den Islam gibt es nicht erst seit den 50er Jahren in Deutschland.

Die Multimedia-Reportagen sind sehr im Kommen. Ein schönes anderes Beispiel hierfür ist zum Beispiel die Stadtteil-Reihe (zu Hamburg St. Georg), von Patrick Schulz und Jannah Clemens. Dort wurde unter anderem Ahmet Yazici, Geschäftsführer des Lindenbazar und Vorsitzender der islamischen Gemeinden Norddeutschlands, vorgestellt. Schulz und Clemens verwenden für ihre Videos nur Bilder und Audio-Daten. Anders und sehenswert. Siehe hier.

SAPAK BY FIRAT MANCUHAN (2008)

Ich habe hier ja lange keine Kurzfilme mehr vorgestellt. Doch während meiner Kurzfilm-Inaktivitätszeit habe ich mir ein kleines, aber schönes Archiv aufgebaut. Bei meinen Reisen in diese Welt bin ich auf die unglaublich kreative und innovative türkische Kurzfilm-Szene gestoßen.Mich überrascht meine Überraschung. Denn die Türkei, vor allem Istanbul und der Osten der Türkei, bieten so viel Bilder, Geschichten, Menschen, Gesichter, Farben, Geräusche und Düfte. Da sollte mich diese leider noch sehr unbekannte Szene nicht wundern. Im vergangenen Jahr habe ich viele tolle türkische Filme gesehen, wie zum Beispiel “Iki dil, bir bavul” oder “Kiz kardesim” (Mommo), die übrigens unbedingt empfehlenswert sind.

Mein erster Beitrag aus der türkischen Kurzfilmwelt heißt “Sapak” (2008) von Fırat Mançuhan, 1981 (Ankara) geboren und Student an der Marmara Universität in Istanbul.

Sapak ist ein dunkler Film. Irritierend. Früh glaubt man zu wissen, wie das Ganze enden wird, was dann natürlich geschieht – typisch Kurzfilm eben. Und nicht nur das – Sapak bietet eine ungeahnte Tiefe.Der Film ist angeregt durch die Serienmorde im Oktober 2006 auf der Autobahn zwischen den türkischen Städten Bursa und Ankara. Sieben Tote in drei Tagen.

In dem fiktiven Film ging es Mançuhan dabei um viel mehr als nur eine spannend-dunkle Geschichte zu diesen Morden zu dichten. Er ließ sich von Maulana Dschelaleddin Rumi inspirieren, einem der berühmtesten islamischen Mystiker. Er sagte (ungefähre Übersetzung):

“Komm, komm wer du auch bist,
Vagant, Anbeter, Flüchtling.
Es hat keine Wichtigkeit
Unsere Karawane ist nicht eine der Verzweiflung.
Unsere Karawane ist eine des unendlichen Glücks.
Komm, auch wenn du deine Vorsätze tausend mal gebrochen hast.
Komm, komm wieder. Komm!”

“Gel, gel, ne olursan ol yine gel,
İster kafir, ister mecusi, ister puta tapan ol yine gel,
Bizim dergahımız, ümitsizlik dergahı değildir,
Yüz kere tövbeni bozmuş olsan da yine gel…“

 

“Mevlanas unendliche Toleranz, setzt unendliche Empathie voraus”, sagt Mançuhan. “Im Grunde sind wir Menschen alle gleich. Was uns unterscheidet, sind die unkontrollierbaren Umstände, die uns zum Mörder oder Helden machen”, erklärt er. Was ist Schuld? Und wer trägt sie? Hat nicht jede Tat, ob gut oder schlecht, einen anderen erklärenden, ja vielleicht gar rechtfertigenden Grund? Und genau diesen schmalen und doch weiten Grad, das Schwarze im Weißen, das Weiße im Schwarzen, unsere Moral, führt uns der Film vor Augen.

Hier, der Film auf Türkisch, mit englischen Untertiteln:

Edit: Den Film gibt es leider nicht mehr im Internet. Schade. Aber den Trailer findet man noch hier:

FILM ZUM FREITAG (5) //////////////////// DER KURZE MOMENT

Bildcredit: Der kurze Moment
Den dieswöchigen Film zum Freitag habe ich leider noch gar nicht gesehen. Ihn soll es aber, wenn die Menschen da draußen kräftig mittrommeln und helfen, im Kino, auf Festivals, im Fernsehen, auf DVD und irgendwann auch im Internet zu sehen geben:Der kurze Moment

So heißt der Film. Roman von Elephantwalks ist Kameramann gewesen und Christoph von Christowski war für das Production Design verantwortlich. Ein Film von 32 jungen Filmemachern mit einem Durchschnittsalter von 20,3(!) Jahren – der Film kann nur gut werden! Innerhalb von 5 Tagen (und Nächten) produzierten sie diesen 7-Minüter, der sehr spannend klingt:

Darum geht es nämlich (aus dem Promotext)

“Lohnt das Leben die Mühe, gelebt zu werden? Robert hat alles verloren. Sein Kind, seine Frau, seinen Lebensmut. Er beschließt zu sterben. Doch als er schon auf der Brücke steht, bereit zum Sprung, begegnet er dem Tod – persönlich. Und der ist gar nicht so ein harter Kerl, wie er zunächst scheint…”

Sehr ungewöhnlich, wenn sich Jugendliche mit dem Tod beschäftigen. Das Drehbuch stammt übrigens von Jan Olaf Krems (21, Regie) und Jannis Funk (20, Produktion). Ich jedenfalls bin schon furchtbar ungeduldig! Einen ganz kurzen Spannungsmacher (ergo: Trailer) gibt es schon.

So kann man helfen

Die kreativen Köpfe haben sich ein tolles Finanzierungssystem ausgedacht: Die ersten 20 Sekundes des Kurzfilmes stehen zum Verkauf offen. Dafür bieten die Macher 100.000 Zuschauer, darauf wetten sie! Wenn sie die 100.000 Zuschauer-Grenze nicht erreichen, so gibt es einen Teil des Geldes zurück.

Mehr Infos: Auf der Webseite!

This weeks friday’s short film “Der kurze Moment” is a special one as I haven’t seen it yet. It is a 7-minute-short film produced by 32 young film-makers (average age: 20.3) within five days (and nights). Roman from Elephantwalks and Christoph from Christowski have also worked on this project – that is why I know about it. I am very curious!”Der kurze Moment” means “A/The short moment”. It is about Robert who has lost everything in his life – his child, his wife. As he stands on a bridge, having decided to die, death appears – in persona. And he is not such a badass as Robert thought he would be.

That is all I know. I will let you know as soon as the film will be available online. The producers are planning to present “Der kurze Moment” on DVD, TV, (filmscreenings) Festivals and the internet.

FILM ZUM FREITAG (4) //////////////////// VALIDATION oder THINK POSITIVE




“Validation” heißt der Kurzfilm zum Freitag in dieser Woche. Der Kurzfilm ist relativ bekannt im Internet, sein Regisseur ist es aber, der den Kurzfilm besonders macht: Kurt Kuenne, ein preisgekrönter Filmproduzent und Verfasser von Fiction- und Dokumentarfilmen. Was ihn für mich besonders macht, ist das konsequente Produzieren von Filmen, die alle eine positive/moralische Botschaft haben – ohne aber den moralischen Finger zu heben.

So handelt der 16-minütige Kurzfilm “Validation” von einem jungen Parkplatz-Angestellten, der beim Parkschein-Abstempeln den Kunden Komplimente macht, ihnen Selbstbewusstsein gibt und glücklich macht. “You!” – “You are awesome” – “You’ve got an amazing face” – “You have amazing cheekbones” – positiv gedacht und schon lächelt der Mensch. Das Parkplatzgeschäft floriert: Kunden parken nur dort, um vom Parkplatwächter gelobt zu werden. Alles läuft gut bis sich der Parkplatwächter unglücklich verliebt – in eine junge Frau, die einfach nicht lächeln will.

Ein anderer toller Denk-Positiv-Kurzfilm von Kuenne ist “Slow”, den man sich hier anschauen kann. (Ja, das ist wirklich der gleiche Schauspieler wie der depressive Anzugsträger aus der Anfangsszene bei “Validation”.) Ein junger Mann, unglücklich mit seinem Beruf, seiner Straße, seiner Stadt, seinem Land und der ganzen Welt, gerät vollends in eine Lebenskrise, als zufällig ein Foto von ihm in der Zeitung erscheint: Der Gedanke, dass sein Foto die Welt bereist, Spaß hat und das Leben genießt, macht ihn verrückt. Bis eine Frau ihm – ungewollt – die Augen für das Schöne öffnet.

Berühmt geworden ist Kuenne übrigens mit dem Dokumentarfilm “Dear Zachary – A Letter To A Son About His Father” über seinen Kindheitsfreund Andrew, der 2001 ermordet wurde. Nach seinem Tod beschließt Kuenne die Erinnerungen der Freunde und Verwandten an Andrew zu dokumentieren und widmet den Film Andrews Sohn, Zachary, der ihn nie erleben konnte – er war noch ungeboren, als sein Vater starb.

Positiv denken. Oder vielmehr Lachen. Darum geht es übrigens in meinem derzeit absoluten Lieblingsvideo “Merci!” von Christine Rabette. Seht hier.


Think positive! This is the message of this weeks fridays film “Validation”, a enchanting short film about a parking attendant who is saving his customers day by paying them compliments. The parking company florishes as customers park there only to hear those motivating words of the parking attendand: “You!” – “You are awesome” – “You’ve got an amazing face” – “You have amazing cheekbones!” Life seems to be perfect – until he loses his heart to a girl that never smiles. A heartwarming story – just like all the other movies produced by Kurt Kuenne. He impresses with his positive messages – without waggering a finger. Another very interesting movie of him is “Slow” – same message: think positive!

One of my favourite videos these days is “Merci!” by Christine Rabette. A contagious smile – that saves your day!

FILM ZUM FREITAG (3) //////////////////// THE STRING PUPPET

Lebenszeichen an die Zivilisation. Ich melde mich aus der Uni-Versenkung, dem Hausarbeiten-Dschungel. Weil heute Freitag und damit Zeit für den Film zum Freitag ist, habe ich mich rausgekämpft.

Apropos Dschungel. Eva von Hurra sendet Videogrüße aus dem Regenwald mit einer sehr beeindruckende Aufnahme mitten aus der Natur.


Eben erfuhr ich, dass der Artikel “Allahs digitale Gemeinde” auf taz.de online ist. Dort wurde ich ursprünglich falsch zitiert, doch das haben die von der taz netterweise schnell geändert. Trotzdem war ich unglücklich mit dem Artikel:

Es ist sehr schade, dass MyUmma in dem Artikel nicht zu Wort kommt. So besteht der Artikel nur aus einer Außenansicht von MyUmma. Interessanter wäre es gewesen, die Macher selber sprechen zu lassen. Doch ich glaube, da gibt es aber keinen bösen Willen von Seiten der taz. Das lief alles wohl etwas unglücklich, wurde mir erzählt. Vielleicht wird sich Ferit Abi von MyUmma aber noch auf dem MyUmma-Blog dazu äußern.

Und um das mal klar zu stellen:
Ich finde MyUmma toll! Die Plattform bietet jungen Muslimen die Möglichkeit sich untereinander auszutauschen, Netzwerke zu bilden und sich zu engagieren. Genau wie StyleIslam steht MyUmma für eine kreative, offene und gebildete Generation junger Muslime, die selbstbewusst ihre Religion lebt und sich als Teil der deutschen Gesellschaft versteht. Ganz ohne Widerspruch. Das ist der muslim lifestyle. Daher hatte ich mich damals besonders gefreut, als ich den Blog-Wettbewerb von MyUmma als Jury-Mitglied unterstützen durfte.

UPDATE: Die taz hat bei Ferit Abi von MyUmma angerufen, hier die Twitter-Nachricht:“Bin überrascht – taz.de meldet sich Samstag abend um ca. 22:00 und entschuldigt sich für die unzureichende Recherche und die Konsequenzen.” Mich freut es sehr. Die taz – das muss man ihr unbedingt lassen – ist, wie ich hier schon schrieb, der absolute Vorreiter in Sachen Dialog und Austausch mit Minderheiten in Deutschland – nicht nur die Muslime betreffend. Und sie haben einen guten Willen, wie ich oben schon erwähnte. Danke, liebe taz! Und lieber Herr Schulz!
(Samstag, 08. August 2009)

Dass ich selber kein Mitglied bei MyUmma bin, liegt daran, dass ich schon ausreichend im Netz unterwegs bin mit StudiVZ, Facebook und diesem Blog hier. Bekanntlich führt diese erhöhte Internetaktivität zu diesem Resultat. Und: Um etwas gut zu finden, muss man nicht Mitglied sein.


Zum Thema:

Der dieswöchige Film zum Freitag wurde von Alexander Frank im Rahmen der Berlinale Talent Campus Garage Studio 2008 produziert. Frank ist ein noch sehr junger (27-jähriger) Regisseur. Bei Garage Studio als einer von vier Regisseuren mit Unterstützung eines professionellen Teams arbeiten zu dürfen, ist ein toller Karrieresprung. Die Idee zu seinem Kurzfilm kam ihm wohl über Nacht. Sagt er jedenfalls. Außerdem sagt er über seinen Film: “Es ist ein Film, der überraschen wird” und untertreibt damit.

“The String Puppet” ist irritierend und eindringlich zugleich. Der Kurzfilm handelt von zwei Soldaten, die auf einen Kindersoldaten treffen. Die fast unerträgliche Spannung versucht einer der Soldaten durch das Vorführen eines Puppenspiels aufzulockern – bis… Wie Frank bereits sagte, der Film ist sehr überraschend. Seht selbst. Ich jedenfalls verschwinde jetzt wieder in der Versenkung.

THE STRING PUPPET – Alexander Frank

Hällow. I just wanted to say, that I’m still alive. University is holding me captive. But fortunately I managed to escape to feature this weeks Friday Film: The String Puppet by Alexander Frank. Read more about the film and the director here and here.

Sorry, for keeping the English version so short. University is knocking at my door. Help!

FILM ZUM FREITAG (2) //////////////////// INSIDE und DIE VIELEN ICHs

Jeremy Sisto in “Inside”

Auf meiner kleinen Wochenendreise vor einigen Wochen stolperte ich über das sehr aufwühlende Buch “Aufschrei” von Truddi Chase. Die Autorin beschreibt darin ihr eigenes Leben:

“Als Truddi Chase zum ersten Mal in ihrem Leben einen Psychotherapeuten aufsucht, diagnostiziert er eine multiple Persönlichkeit: Ihre eigene Person war erstarrt und an ihrer Stelle war eine Vielzahl von Persönlichkeiten getreten, die in ihrem Körper lebten und sie nach außen hin vertraten und verteidigten. Truddie Chase war sich dieses Zustandes nicht bewusst. Sie erinnerte sich auch nicht an den Grund, warum sie eine multiple Persönlichkeit entwickelt hatte: Seit ihrer frühesten Jugend war sie von ihrem Stiefvater sexuell missbraucht worden. Wer dieses Buch einmal gelesen hat, wird es nie wieder vergessen!” (Aus dem Klappentext)

Eine wirklich sehr erschütterndes Dokument, das uns Nicht-Multiplen das Denken und Fühlen einer multiplen Person versucht näherzubringen – was leider nur ansatzsweise möglich ist. Seitdem ich das Buch in den Händen hielt und ein wenig darin las, lässt mich Truddi Chase und die Multiple Persönlichkeitsstörung nicht mehr los. Es ist faszinierend, was für Schutzmechanismen der Körper und die Psyche bilden, um traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. Truddi überlebte die traumatischen Erlebnisse ihrer Kindheit, indem sie neue Persönlichkeiten entwickelte, die die Erlebnisse stellvertretend für sie verarbeiteten. Die eigentliche Truddi bliebt damit unversehrt. Ihre 92(!) Persönlichkeiten nennen sich “die Truppe” und haben jeweils eigene Namen und Charaktereigenschaften. Truddi selber soll nach dem ersten Missbrauch durch ihren Stiefvater (da war sie gerade mal zwei Jahre alt!) in eine Art Schlaf gefallen sein. Seitdem (über)leben ihre Persönlichkeiten für Truddi.


Das Thema ist unglaublich interessant, ich habe seitdem noch ein wenig mehr herumgelesen: Hier ein Video von Truddi Chase bei der Talkshow von Oprah Winfrey, hier wird in einem MPS-Forum (Multiple-Persönlichkeitsstörung) über das Buch diskutiert (sehr interessant zu erfahren, was multiple Personen von dem Buch halten) und hier die IMDb-Seite zu der Verfilmung “Voices Within: The Lives Of Truddi Chase” (1990).

Es gibt zahlreiche andere Werke in Literatur und Film, die sich mit MPS befassen. “Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde” ist ein sehr bekanntes Stück Weltliteratur. Ein kontrovers diskutierter MPS-Fall hingegen ist der von “Sibyl” bzw. Shirley Ardell Mason. In den 50er Jahren stellte die amerikanische Pyschologin Cornelia B. Wilbur bei Mason MPS fest und behandelte sie daraufhin. Masons traumatische Kindheit und ihre Therapie wurden in dem Buch “Sybil” und dem gleichnamigen Film 1976 und 2007 (Remake) dokumentiert. Den 1967er Film könnt ihr euch hier kostenlos anschauen. Kontrovers blieb Masons Fall deshalb, da der Psychologe Herbert Speigel nach mehreren Sitzungen mit Masons überzeugt war, Wilbur habe sie aus finanziellen Gründen manipuliert. Mason sei also gar nicht Multiple.


Der Freitagskurzfilm dieser Woche handelt auch von Multipler Persönlichkeitsstörung. Inside heißt der interessante Film von Trevor Sands. Ein typischer Kurzfilm, weil das Ende eine überraschende Wendung enthält – so wie es auch bei Kurzgeschichten immer der Fall ist. Nicht unbedingt der beste Kurzfilm, doch weil mich das Thema derzeit sehr beschäftigt, sehens- und empfehlenswert.

Trevor Sands produzierte Inside ursprünglich als Start-off – wenn man will – Arbeitsprobe, um als Regisseur überhaupt bekannt zu werden. Mit Jeremy Sisto in der Hauptrolle hat er jedenfalls einen guten Fang gemacht. In dem Buch “Short Films 101: How to make a short film and launch your filmmaking carreer” (von Frederick Levy) gibt Sands Tipps für künftige Kurzfilmproduzenten und gewährt interessante Einblicke in die Inside-Produktion. GoogleBooks-Einblick hier. Zur offiziellen Inside-Webseite hier entlang.

Oh God. I’ve written so much in German, can’t even try to translate all of it. Well, it’s basically about dissociative identity disorder(DID) in literature and movies. Recently the book “When Rabbit Howls” (1987) by Truddi Chase has caught my attention: An autobiography about Chases experiences as a multiple and traumatic experiences in her childhood (she was abused by her stepfather for many years – from the age of two(!) to sixteen). Watch this interviewwith Truddi Chase at Oprah Winfrey. A movie was made of Chases life in 1990: “Voices Within: The Lives Of Truddi Chase”.

The famous book “Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde” also deals with DID. Another DID-case that was published as both a book and a movie (1976) is “Sybil”. Sybils real name is Shirly Ardell Mason. Read more about her here. A remake of the 1976 movie (that can be watched here for free) was released in 2007.

Naturally this weeks short film-feature is also about DID. Inside by Trevor Sands. The short movie was originally produced for one reason: “The purpose was to create a sample of my work to showcase what I was capable of as a director to help me get a feature project off the ground – either one that I had written or a studio project that was open as directing assessment” says Sands in“Short Films 101: How to make a short film and launch your filmmaking carreer” by Frederick Levy.

Inside is what I would call a typical short film: ending with a surprising twist. Anyways. DID is such an interesting topic, you really need to watch Inside to get an idea of DID.

FILM ZUM FREITAG (1) //////////////////// THE LOST TRIBES OF NEW YORK

In den nächsten Wochen werde ich mich aus uni-technischen Gründen aus der Zivilisation zurückziehen. Müssen. Um diese Zeit zu überbrücken und weil ich Kurzfilme liebe und gerne mit anderen teile, gibt es fortan jeden Freitag einen Kurzfilm – als Belohnung für die hoffentlich sehr erfolgreiche und arbeitsintensive Woche sozusagen. Vielleicht schaffe ich es zwischendurch noch zu bloggen, ansonsten könnt ihr euch bis freitags Kurzfilme (oder Filme) anschauen, die ich hier schon vorgestellt hab. Klickt hier.

Das Bild ist übrigens ein Screenshot aus dem Kurzfilm “Procrastinaition” von Johnny Kelly. Den Film hatte ich auch schon mal vorgestellt, ist aber ewig her.

THE LOST TRIBES OF NEW YORK

Der erste Film, den ich poste, ist ein etwas anderer Blick auf die New Yorker. Wer schon mal dort war, weiß, dass die Menschenmassen, die Lichter und die imposanten Gebäude von den einzelnen Menschen ablenken. Von solchen Menschen, die eigentlich gehört werden sollten. Die beiden Kultur- und Stadtanthropologen Andy und Carolyn London lassen in ihrem Kurzfilm “The Lost Tribes Of New York City” genau diese bislang ungehörten Menschen von ihrer Liebe zu ihrer Stadt erzählen – in Form von animierten Objekten des Stadtbildes. Sehr interessante Annäherung.

Und: Eine schöne Gelegenheit für NYC-Verliebte in Erinnerungen zu schwelgen.

Andy und Carolyn London gehören übrigens zu den interessantesten New Yorker Produzenten von Kurzfilmen – vielfach preisgekrönt. Mehr zu den beiden auf ihrer Webseite.

Forth term of university has almost finished. Almost. Meaning that I still have to write loads of theses. That’s why I will be blogging sporadically – except for one day in a week: Each Friday I will feature a short film. As you might have noticed, I’m sort of a short-film-enthusiast (don’t know if such a word exists. Well, now it does).

My first short-film feature is “The Lost Tribes Of New York” produced by the urban-anthropologists Andy and Carolyn London. They have made a great short film on New Yorks overlooked citizens. The sound of the interviews is transported to animated objects on the streets of New York. Read more about Andy and Carolyn on their website.

If you feel that next Friday is still long way off, then take a look at other short films I have posted so far.

ARRANGED MARRIAGE

Den Film kostenlos anschauen: hier.
Arrangierte Ehe klingt irgendwie immer auch nach Zwangsehe. Ein allgemeines Missverständnis. Um das mal festzuhalten: Zwangsehen sind Ehen, bei denen mindestens eine Seite zum Heiraten gezwungen wird. Arrangierte Ehen hingegen sagen lediglich aus, dass in das Kennenlernen der Partner andere, meistens die Familien oder sogar die gesamte Gemeinde, involviert sind.Ein typischer Ablauf einer arrangierten Ehe in muslimischen Familien kann so aussehen: Äußert ein junger Mensch seinen Heiratswillen, gehen Familie und Gemeinde auf Suche und stellen dem Heiratswilligen potentielle Partner vor. Sollte es funken, lernen sich die potentiellen Eheleute und auch die Familien näher kennen. Und wenn auch dann alles passt, die beiden Heiratswilligen wirklich willig sind mit der Person zu heiraten, dann – ja, dann wird gefeiert.Die arrangierte Ehe gibt es jedoch nicht nur bei Muslimen, sondern in fast identischer Form auch bei Juden. Und genau dazu gibt es den wunderbaren Film “Arranged”Die beiden jungen Lehrerinnen Rochel (Zoe Lister-Jones), orthodoxe Jüdin, und Nasira (Francis Benhamou), praktizierende Muslimin, lernen sich an einer Grundschule in Brooklyn, New York kennen. Beide sind in ihrem ersten Lehrjahr, moderne Frauen, die sich über ihre Religion definieren und sich dadurch von den übrigen Lehrerinnen unterscheiden. So entwickelt sich nach und nach eine vorsichtige Freundschaft zwischen den beiden. Als sie auf der Suche nach einem Partner sind – hauptsächlich auf die traditionelle Art – merken sie, wie viel sie trotz unterschiedlicher Religion gemeinsam haben. “Friendship Has No Religion” heißt es dazu sehr passend im Untertitel.Arranged is unbedingt empfehlenswert. Der Film ist unterhaltsam und lehrreich, vor allem der dokumentarische Charakter macht ihn authentisch. Das liegt vermutlich an der Ideengeberin Yuta Silverman, eine orthodoxe Jüdin aus Brooklyn. Der Film basiert auf ihren Erfahrungen und ihrer Freundschaft zu einer Muslimin. Sie ist es auch, die penibel darauf achtet, dass beide Religionen nicht nur in ihren Facetten sondern auch in ihren Details korrekt wiedergegeben werden. Im Making-of erfahren wir, dass sie jeden Tag am Set dabei war. Überhaupt waren anscheinend alle Beteiligten leidenschaftlich dabei, um einen Film mit viel friedlicher Smybolik zu produzieren.Während der Produktion brach der Krieg zwischen Israel und dem Libanon aus. Die Macher trotzten aber der Zeit und produzierten weiter, einmal mehr darin bestätigt, wie wichtig solche Filme sind.Den Film kann man sich übrigen kostenlos hier anschauen. Klicken!Arranged (2007)

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Arranged (2007) is a great film about two young first-year teachers at a public school in Brooklyn. Both having their religiosness in common – but one being an Orthodox Jew, the other a Syrian-born Muslim – learn they share much more than they ever thought they would. Mainly because they are both going through arranged marriages. A wonderful film, building bridges and sending out peaceful messages – especially given that the film was produced during the Israel-Libanon war.

Learn more about the film on their website. Watch for free here. And the Making ofhere.

Bildcredit: Film Movement

STRANGERS

Unterschiede trennen uns nicht, sie verbinden uns
Strangers (2002) ist ein wunderbarer Kurzfilm von den zwei talentiersten Jung-Regisseuren Israels, Erez Tadmor und Guy Nattiv. Die beiden Regisseure arbeiten ganz ohne Worte und erzeugen mit viel Symbolik eine Spannung zwischen den Charakteren: Zwei junge Männer in der Pariser U-Bahn finden sich inmitten des israelisch-arabischen Konfliktes wieder – bis ihre Unterschiede sie nicht trennen, sondern verbinden. Strangers gehört zu jenen Filmen, von denen man sich nicht nur mehr wünscht, sondern auch inständig hofft, dass sie gesehen werden.STRANGERS by Erez Tadmor, Guy Nattiv