SAMSTAGMORGEN 9UHR

Heute bei der Samstagmorgen-Lektüre des Cicero habe ich mich so richtig willkommen gefühlt.

Ganz entspannt las ich die Novemberausgabe des Cicero zu Ende und entdeckte auf der vorletzten Seite eine Anzeige. Nicht irgendeine sondern diese hier. Ausgerechnet im Cicero – “Magazin für politische Kultur” – von der ich mehr Seriösität auch in der Anzeigenakquise erwartet hätte.
Einfach nur peinlich und furchtbar enttäuschend. Toll.

Nachtrag: Und ich konnte es mal wieder nicht lassen, gleich herumzurecherchieren und weiterzulesen. Auf fürchterlichen Webseiten bin ich gelandet. Alle Einwanderer sind Muslime, alle Muslime sind Einwanderer – das ist nur das Grundgerüst ihres schrecklichen Schubladendenkens.

Nach-Nachtrag: Ich werde mein Cicero-Abo kündigen…

Nach-Nach-Nachtrag: Hiermit geschehen.

WHAT IF HE IS?

Amerika wählt. So heißt eines der Seminare, die ich in diesem Semester besuche. In den letzten Wochen haben sich mehr und mehr Republikaner gegen McCain und für Obama ausgesprochen. Medial beachtet wurde vor allem die Unterstützung durch Collin Powell, ehemaliger Außenminister (Bush-Regierung 2001-2005).

Im folgenden Video vergleicht er sehr anschaulich McCain und Obama, wägt sie ab und erläutert seine Entscheidung (maßgebend war für Powell die Reaktion der Präsidentschaftskandidaten auf die Finanzkrise und der Rechtsruck der Republikanischen Führung). Was mich an seiner Äußerung besonders beeindruckt hat, ist sein Kommentar zu dem Thema Obama sei eigentlich ein Muslim und solle daher nicht gewählt werden – wie einige Kampagnen von Republikanern suggerieren. Zunächst stellt Powell klar: Obama ist kein Muslim, er war schon immer Christ. Aber die eigentlich richtige Antwort ist: “What if he is?” Was, wenn er es wäre?

Powells darauf folgende Argumentation zeigt US-Amerikas Fortschritt im Bereich der Akzeptanz, Toleranz und Integration religiöser/ethnischer Minderheiten – dies war und ist allerdings bitter nötig: Lange Zeit wurde eine Islamophobie verbreitet (hauptsächlich von konservativen Sendern wie Fox). Hier ein Text der ZEIT zu der Situation der Muslime in den USA.

Und hier nun endlich das Video:

Ex-US-Außenminister Powell unterstützt Präsidentschaftskandidat Obama und kommentiert die Gerüchte, Obama sei ein Muslim

In transkribierter Form die – wie ich finde – wichtige Stelle:
“I’m also troubled by, not what Senator McCain says, but what members of the party say. And it is permitted to be said such things as, “Well, you know that Mr. Obama is a Muslim.” Well, the correct answer is, he is not a Muslim, he’s a Christian. He’s always been a Christian. But the really right answer is, what if he is? Is there something wrong with being a Muslim in this country? The answer’s no, that’s not America. Is there something wrong with some seven-year-old Muslim-American kid believing that he or she could be president? Yet, I have heard senior members of my own party drop the suggestion, “He’s a Muslim and he might be associated terrorists.” This is not the way we should be doing it in America.”

Mehr zu Colin Powell hier (taz). Dort ist auch nachzulesen, dass er als Außenminister und gemäßigter Republikaner zunächste gegen den Irak-Krieg und Verteidungsminister Rumsfeld war. Wiki sagt dazu:

“Im Sommer 2002 kam es zu offenen Differenzen in der Irak-Frage. Letztlich unterstützte Powell jedoch den US-amerikanischen Angriff auf den Irak im März 2003. Am 5. Februar 2003 folgte Powells denkwürdiger Auftritt vor dem Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen. Powell plädierte für den Sturz Saddam Husseins, da dieser im Besitz von Massenvernichtungswaffen sei. Im September 2005 bedauerte Powell in einem ABC-Fernsehinterview diese Rede, in der er den Weltsicherheitsrat mit später als falsch erkannten Tatsachenbehauptungen von der Notwendigkeit des Irak-Kriegs zu überzeugen suchte und bezeichnet sie als einen „Schandfleck“ in seiner Karriere.”

Zitat-Quelle: ups. Wikipedia

EIGENTLICH

Eigentlich wär ich viel lieber in London auf dem Global Peace and Unity Event an diesem Wochenende. Samstag bis Sonntag treten muslimische Comedians, Sänger, Bands, Redner auf, es werden verschiedene Awards verliehen und eine riesengroße Messe mit tausend Ständen rund um Kultur und muslim lifestyle darf besichtigt werden. Und natürlich sind da noch Workshops mit Themen wie “How to create democratic political change”, “Islam in Europe: What the future holds Media literacy” oder “How to better understand how the media works”. Toll. Und ich bin nicht dabei. Sehr schön.

Neidisch surfen hier.

TICKER II UND MUSLIM LIFESTYLE


Am Dienstag sind die muslimischen Weihnachten/Zuckerfest/Bayram/Eid!

Da konnte ich meine Familie natürlich nicht alleine lassen und bin daher seit Freitag in der Heimat. Am Dienstagabend geht es aber wieder nach London.
Mein Praktikum mache ich übrigens bei emel, einem muslimischen Lifestyle-Magazin, Vertrieb in über 66 Ländern, 15 Airlines und derzeit dabei die 50. Ausgabe vorzubereiten. Ich mittendrin. Mit großen Augen:
Die Muslime hier in England sind wunderbar in die Gesellschaft integriert. Es gibt muslimische Anchorwoman beim BBC, TV-Sender, Magazine wie emel und überhaupt: Muslime in England haben eine Stimme, finden Gehör und kämpfen aktiv gegen Vorurteile und das negative Image der Muslime.
Es gibt hier einen “muslimischen Lifesytle”, der sich perfekt in die britische Gesellschaft eingliedert und sich als Teil dessen empfindet. Muslimsein ist genauso akzeptiert, toleriert und verstanden wie Christsein, Emosein oder Hippiesein.
Als ich im Flugzeug mein Fasten brach, da wussten meine Sitznachbarn – ein typisch englisches Ehepaar – bestens darüber Bescheid, wann Eid oder das tägliche Fastenbrechen ist.
Und ich? Ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus.

ALLE JAHRE WIEDER…

In London gibt es die “Healthy”-Fast-Food-Kette Subway auch in Halal-Version. Da kann muslim entspannt sein Fasten ganz fast mit Fast-Food brechen. Foto: RabboKrabbo

… ist Fastenzeit! Ab dem 1. September wird sich Qüpra von Sonnenaufgang bis -untergang ausschließlich von Sauerstoff ernähren. Während ihr alle friedlich schlaft, werden sie und ihre Mitmuslime euch alle aufessen. Muhahaha. Nein. Okay. Sie und ihre Mitmuslime werden sich spirituell besinnen (edit: wie ich hier drei Jahre später schrieb), erholen und außerdem: sich in großen Gruppen treffen, Wiedersehensfreude erleben, quatschen, dabei sehnlichst den Sonnenuntergang erwarten und dann endlich: die Bäuche mit wundertollen Gerichten vollkloppen. Die nicht-spirituellen Höhepunkte habe ich euch deshalb mal zusammengefasst:

Die Top 5 der nicht-spirituellen Ramadan-Höhepunkte!

1. Verschlafen – oder: Der allmorgendliche Triathlon
Morgens vor der Morgendämmerung hektisch aufwachen, nach unten in die Küche stürmen und versuchen wenigstens ein Stück Brot runterzubekommen. Und dann ruft jemand: “Noch fünf Minuten!” Auf Kommando trinken alle Wasser um ihr Leben. Ah, ein schöner Anblick.

2. Der Solidaritäts-Blick
Den vielsagenden Solidaritäts-Blick werfen sich Muslime beim Vorbeigehen an gut riechenden Restaurants zu und meinen: “Ja, ich weiß, es riecht gut. Aber komm, halt durch! Noch 3 Stunden, 14 Minuten und 34 Sekunden. Das schaffst du!”

3. Einladungs-Wut
Pünktlich zu Ramadan packt jeden Muslim die Einladungswut. Drei Einladungen zum Abendessen aus drei unterschiedlichen Ecken der Stadt sind noch das geringste Problem, denn…

4. Koch-Wut
Gekoppelt an die Einladungs-Wut packt jeden Muslim außerdem auch die Koch-Wut. Es wird so fürchterlich viel gekocht, dass das Essen nie, nie, nie – noch nie in meinen 20 Jahren – fertig gegessen wurde.
Doch trotzdem:

5. Größenwahnsinn
Weil man seit Sonnenaufgang weder getrunken noch gegessen hat, glaubt muslim beim Essenauffüllen, er/sie könnte die ganze Welt verschlingen. Entsprechend erstaunt der Blick, wenn muslim – inzwischen satt – auf den Teller blickt, dessen Boden er noch nicht mal erreichen konnte.

X. Ja und es gibt noch tausend andere Gründe!
Der ultimative Höhepunkt ist aber der Fastenbrechen-Augenblick: Der Moment, in dem sich jeder eine Dattel greift, auf die Uhr blickt (Countdown im Kopf), den Blick senkt und sich besinnt, dankt, denkt, bedenkt und fühlt. Die wunderbare Stille wird behutsam vom Gebetsruf unterbrochen, den jemand vorträgt. Manchmal kann dieser Moment so ergreifend sein, dass man nur zögerlich die Dattel zum Mund führt. Fasten lässt fühlen.

REZEPT



Man nehme: Eine Rapperin, die sich “Bitch” nennt, und lasse sie über ihr 50-jähriges Vorbild Madonna und das Kopftuch schreiben. Yeah.


Lady Bitch Ray gehört nicht zu den Menschen, von denen ich intelligente Worte erwartet hatte. Dann erfuhr ich: Sie promoviert, ist Dozentin an der Uni Bremen und spielt ein schlaues Spiel mit den skandal-besessenen Medien: Schaut her, es ist so einfach berühmt zu werden. Ich brauche nur die Pseudo-Tabus brechen und anstößige, provokante Texte rappen. Gesagt, getan. Zack, jetzt ist sie “berühmt” und die Medien nur noch lächerlich.


Nun hat Lady Bitch Ray vor einigen Wochen im spex-Magazin geschrieben, warum sie Madonna so toll findet und – jetzt kommt die Überraschung – schreibt über das Kopftuch als religiöses Symbol. Was mich deshalb überrascht, weil es einfach nicht zu ihrem Spiel mit den Medien passt – der “Bitch”, die nur über das Eine reden will.


In ihrem Ausflug in die Kopftuchdebatte schrieb sie folgende Worte:

[Madonna habe durch Videos wie "Like A Virgin" oder "Like A Prayer" das Kreuz als Accessoire benutzt und entmystifiziert.]


“Ich wünschte mir, dass etwas Ähnliches bald mit dem Kopftuch passiert. Denn das Kopftuch ist heute als religiöses Symbol dermaßen aufgeladen, dass es dringend einer Mode bedarf, um es zu entpolitisieren. Es muss einen weiblichen Star geben, der das Kopftuch neu besetzt und zum Massentrend macht. Jede Frau muss ein Kopftuch tragen wollen, bis man Musliminnen nicht mehr von anderen Frauen unterscheiden kann. Die Frage, ob das Kopftuch ein Symbol der Unterdrückung ist oder nicht, wird sich dann gar nicht mehr stellen – denn Mode ist Mode, nicht Unterdrückung. In den fünfziger Jahren war es ja schon mal so: flottes Cabrio, Sonnenbrille, Kopftuch – damals war das ein cooles Accessoire. Religiöse Symbole müssen entzaubert werden, damit die Leute sich nicht mehr um ein Stück Stoff streiten, sondern sich endlich mal auf die wirklich wichtigen Fragen konzentrieren.”

Man kann viel über Reyhan Sahin (ihr bürgerlicher Name) diskutieren. Nach wie vor gehöre ich nicht zu ihren Fans. Sie spricht aber über das Kopftuch ohne die gängigen Vorurteile über kopftuchtragende Frauen zu schüren oder die Religion zu dämonisieren, sondern rein als ein Stück Stoff – mit einem interessanten Ansatz. 
Und das rechne ich ihr hoch an.


Der ganze Text? Hier.

MOZART UND SAZ


Ein türkischer Kurzfilm rechnet ab.

“Mutlu ol! Bu bir emirdir.” (Sei glücklich! Dies ist ein Befehl.)

Da der Kurzfilm auf Türkisch ist und Nichttürken nebst des Nichtverstehens der Sprache zumeist außerdem auch nicht über die nötigen Hintergrundinformationen verfügen, hier die Erklärung:

Der Kurzfilm handelt von den Maßnahmen Atatürks während der türkischen Staatsgründung, um die Gesellschaft zu verwestlichen bzw. die westliche Kultur näherzubringen. Beispielsweise wurde hierfür die arabische durch die lateinische Schrift ersetzt, die islamische Zeitrechnung abgeschafft, der Sonntag als Feiertag eingeführt und – darum geht es in dem Kurzfilm – in den Radios durfte nur noch westliche Musik gespielt werden.

Sehr lustig wird in dem Kurzfilm die Absurdität dieses Verbots dargestellt: Die Soldaten verbieten den Musikern das Spielen türkischer Volkmusik, sie sollen Stücke von berühmten westlichen Komponisten spielen. Dabei haben die Soldaten höchste Schwierigkeiten überhaupt die Namen der Komponisten auszusprechen. Einer der Soldaten mit einem sehr starken dörflichen Dialekt fordert die Musiker auf, sich zeitgemäß zu verhalten, modern zu werden und glücklich zu sein. “Sei glücklich”, (Mutlu ol!) befiehlt er. Als dann der Saz-Spieler mit Leichtigkeit und auf türkische Art Beethoven und Mozart auf seinem traditionell türkischen Saz spielt, stimmen nach kurzem Zögern auch die Soldaten mit ein (das Lied, das sie zuletzt spielen).

Es bleibt die Erkenntnis, dass man ein Volk zu nichts zwingen kann – schon gar abrupt und mit Gewalt seine jahrhundertealten kulturellen Wurzeln loszulassen. Und: Das eine Kultur die andere nicht ausschließen muss.

Mozart und Saz – das geht also wunderbar.

NATIONAL IRGENDWAS

“Don’t be proud of anything you couldn’t influence” ist eine meiner Standardfloskeln.“But what if you don’t have anything else to be proud of?” frage ich mich nun. Gedankensplitter.stolz2In der Süddeutschen vom Mittwoch las ich einen Artikel über junge nationalistische Deutschtürken, die schon in dritter Generation hier leben, sich nicht integrieren konnten und sich nun in ihren türkischen Nationalstolz flüchten. Ein klitzekleiner Anteil der hier lebenden Deutschtürken/Türken/Türkdeutschen fühlen so. Leider kenne ich einige, die sich genau so fühlen wie im Artikel beschrieben.

 

Die, denen ich begegnet bin, waren oder sind frustiert von der deutschen Gesellschaft. Sie haben viel getan, um sich zu integrieren, aber haben immer und immer diesen Unterschied zwischen sich und den anderen gespürt. Auch ich fühle mich manchmal wie ein Gast, der sich aufdrängt – zum Beispiel wenn Dinge geschehen, wie in diesem Post. Aber ich würde mich deshalb niemals auf das Türkentum berufen. Vielleicht deshalb nicht, weil ich meine Religion habe? Meine Religion, so habe ich den Eindruck, löst mich vom Nationalitätsgedanken. Hautfarbe, Herkunft – whatever. Vor Gott bist du gleich.
 
Außerdem besteht zwischen der Religion und der Nationalität ein gravierender Unterschied: Einen Glauben kann man sich aussuchen, die Herkunft nicht.
 
Wer also keinen Glauben hat, der klammert sich an seine Herkunft, weil er nichts anderes zum Klammern hat?

—-

Man kann es sich aber auch einfacher machen. Meine Mutter sagte immer (auf Türkisch) “Halte deinen Stolz stets unter deinen Füßen”. Soll heißen:
You don’t need to be proud of anything!

Der Artikel in der Süddeutschen, hier.

OHNE MUSLIME KEIN EUROPA


“Ohne Muslime kein Europa” lautet der Titel eines Artikels in der Frankfurter Rundschau. Anlass: Jürgen Habermas trifft auf Tariq Ramadan. Thema der Diskussion: Muslime in Europa.Viele von euch werden den Soziologen Jürgen Habermas kennen, wenige aber nur den Schweizer Islamwissenschaftler Tariq Ramadan (auf Platz 8 der “The World’s Top 20 Public Intellectuals”;
Umfrage von Foreign Policy). Unter jungen Muslimen ist er ziemlich populär: Immer wieder motiviert und drängt er junge Muslime sich am gesellschaftlichen Geschehen zu beteiligen und zu paritizipieren – ohne sich aber zu assimilieren. Mittlerweile gilt er als einer der Vordenker des “europäischen Islams”.

So trafen die beiden am 23. Juni 2008 in Elmau auf der Tagung “Muslims and Jews in Christian Europe” aufeinander und diskutierten. Ramadan kritisierte in seinem Vortrag die Situation der Muslime in Europa. Vor kurzem erst hatte ich darüber gebloggt, warum ich “deutscher” sein muss als “Deutsche” um “deutsch” zu sein. Eine ähnliche Problematik scheint sich nun also bis auf die europäische Ebene hinzuziehen: “Hat man eine andere Hautfarbe, trägt man einen fremden Namen, tut man sich gar schwer mit der Landessprache, werden immer neue Loyalitätsbeweise verlangt.” Am Ende steht die These: Muslime werden die ersten Europäer!
Ein höchst interessanter Artikel und wenn ihr herausfinden sollt, warum Muslime die ersten Europäer werden, dann bitte lesen:


Frankfurter Rundschau 25.06.2008

Ohne Muslime kein Europa

VON ARNO WIDMANN

Am 23. Juni 2008 um 15.05 Uhr ist es zu einer denkwürdigen Begegnung
gekommen. Tariq Ramadan, einer der umstrittensten Kämpfer für die
europäischen Muslime, begrüßte mit einem Handschlag Jürgen Habermas,
den Cheftheoretiker der Neuen Unübersichtlichkeit. Danach kam es nicht
etwa zu einem Streitgespräch oder zu einem Dialog. Das hatte die Regie
der auch sonst höchst prominent besetzten Tagung "Muslims and Jews in
Christian Europe" nicht vorgesehen. Ramadan hielt einen etwa
zwanzigminütigen Vortrag, und Habermas stellte ihm im Anschluss daran
ein paar Fragen. Habermas sprach von einer nicht gerade gleichwertigen
Verteilung der Rollen. Es war dennoch eine sehr eindrückliche
Veranstaltung.

Tariq Ramadan ging aus von Umfragen, die ergeben, dass 80 Prozent der
in Europa lebenden Einwanderer aus muslimischen Ländern keine
praktizierenden Moslems sind. Für sie stellen sich also die meisten der
so gern als Integrationsprobleme ins Feld geführten religiösen Fragen
nicht. Sie werden dennoch argwöhnisch beobachtet und einem Klima des
Verdachts ausgesetzt. Es genügt nicht, Steuern, Kranken- und
Sozialversicherung zu bezahlen, seine Pflichten als Staatsbürger zu
erfüllen, gesetzestreu zu sein. Hat man eine andere Hautfarbe, trägt
man einen fremden Namen, tut man sich gar schwer mit der Landessprache,
werden immer neue Loyalitätsbeweise verlangt. ...

Fortsetzung hier.

PS: Vielen Dank an Mustafa Yoldas für die tollen Hinweise auf Artikel etc!