LENA MAKES A MOVIE

Lena Khan is young, sympathetic, ambitious, talented and has an awesome plan: Producing a mainstream movie! She’s almost got all it needs, except for a little bit of financial support maybe. In this video she explains why. Any questions? No? Well, then here you go.
Lena Khan ist jung, sympathisch, ambitioniert, talentiert und hat Großes vor: Einen Mainstream-Film drehen! Sie hat schon fast alles zusammen, fast. Ein bisschen Geld fehlt ihr noch. Im Video erklärt sie warum. Noch Fragen? Nein? Dann bitte hier spenden.

FRAGEN IM FERNSEHEN

Eva hat Abdul Zuhause besucht, hat mit seiner Schwester ein Kopftuch anprobiert, ist mit ihm durch Berlin gelaufen, in eine Moschee und hat neugierig Fragen gestellt. Miteinander sprechen, einfach mal aufeinander zugehen, einfach mal den Menschen im Gegenüber sehen. Das ist schön.
Darüber haben dann Franziska, Eva und ich im Münchner Klub Konkret Studio geredet. Ein großartiger Tag war das. Danke!(Und heute Morgen sprach ich im DeutschlandRadio Kultur darüber, dass Islamophobie mehr ist als nur eine Angst vor eine Religion: Klick zum Nachhören!)

YUVA KIYMETİ

Auf Franks staubigem Papierstapel lag ein Zettel. Ein türkisches Lied stand darauf in Schreibmaschinenschrift geschrieben. Ein bisschen Geschichte, Vergangenheit und Erinnerung hielt ich in den Händen. „Wert der Heimat“ lautete die Überschrift. „Sie setzten mich in einen Zug in der Türkei“, sang Metin Türköz, „grüßt mir die Frau und die Freunde.“ Die zweite Strophe begann er mit: „Für meine drei Kinder habe ich diesen Weg eingeschlagen…“
 Großvater, Großvater, dachte ich.
Vaters Vater, Großvater.
“Wie geht es dir?”, frage ich.
“Allah sei dank”, sagst du lächelnd.
Und weinst.
 “Wenn du willst, kannst du ihn haben”, sagte Frank und hielt mir den Zettel hin. “Besser, ihn besitzt jemand, der ihn zu schätzen weiß.”
Schätzen ist ein schönes Wort, Großvater.

Frankın masasında tozlanmış bir kağıt duruyordu. Eski bir türkü, daktilo ile yazılmıştı. Sanki geçmişi, tarihi, hatıraları tutuyordum ellerimde. „Yuva kıymeti“ diye yazmış yazan insan. „Türkiyeden bindirler Trene / Selam söyle eşe dosta yarene“ Sonra „Üç yavrum yüzünden düştüm yollara“ diyor. 

Dedem, ah, Dedem, diye geçiriyorum içimden.

„Nasılsın?“, diye soruyorum.
„Elhammmdulillah“ diyorsun, sakin ve gülümseyerek.
Ağlıyorsun.

„Istersen senin olsun“ diyordu Frank. „Bir şey ancak değerini bilenin yanında kıymetlidir.“
Kıymet ne güzel bir kelime, değilmi Dedem?

HIDDEN STORYSYMBOLS FOR THOSE WHO SEE

one of the countless awesome dialogues (edited screenshot from „twelve angry men“).
It was the title that prevented me from watching this movie for all those years: Twelve Angry Men. I could only think of boring adventures by pseudo-heroic action figures. At one point I bothered researching the movie and realised that it might actually be interesting. Twelve jurors are about to file an 18-year-old Mexican-American, guilty of murdering his father. When one juror questions the decision, he opens up a discussion and in its course each juror is confronted with his preconceptions and prejudices.

However when I suggested my husband to watch the movie together, he gave me a painful look, a look generally given when you’ve listened to your favourite song a little too often and you are just about on the edge of disliking it for the rest of your life. When I then finally watched the 1957 version of the movie – alone – he ended up sitting next to me. „12 Angry Men“ can be watched over and over again. Why is that?

At times, movies were understood as another form of storytelling, such as a book, poem or picture would do. Embroidered and enriched with symbols and metaphors, every time you watch it, you would dive deeper and discover more of the movie’s secret messages.

I remember watching the 1979-movie adaptation of the book „Woyzeck“ by Georg Büchner in school together with our drama-teacher. He would stop every five minutes and ask us to analyse the scene. First annoyed by these ever-chronic-interruptions, we would find it more and more fun discovering the hidden symbols in a scene. I do even recall a small bug that reappeared again and again throughout the movie and our joy whenever we’d encounter it.

I was amazed by this approach on watching (and making) movies. Until then, movies, to me, were representatives of a more simplistic art, taking away the freedom of interpretation, the imagination, dictating the speed, the colours and images. Whereas books would challenge my mind, I felt movies were limiting me. So I found it interesting how „Woyzeck“ would give back power to its audience. The power to make more of the movie and the freedom to stay on the surface, if you like.

Ever since, I found independent cinema more entertaining than mainstream/Hollywood movies, which made me feel exploited, dismissed, not taken seriously and even intellectually insulted. Watching „12 Angry Men“ reminded me of „Woyzeck“ and of the thoughts I had back then.

The last time I really felt both challenged and entertained by a movie was „Incendies“ by Denis Villeneuve. „Incendies“ is a devastating fiction-drama („with no historical value“ as the director says) about a pair of siblings who undertake „a journey to an unnamed, sectarian-violence-riddled Middle Eastern country in order to fulfil their late mother’s final request.“ In a unique way, this film manages to explore symbolically the mysteries of a vicious cycle. You don’t know where evil started and you don’t know where it will end. You don’t even really know how to stop it. And the deeper you dig, the more complex it gets. You stumble upon more holes and more subterranean passageways that again lead to more holes and more subterranean passageways, leading seemingly to the infinite. A vicious cycle.

„Incendies“ is worth watching twice, even three times or more – for those who see more than the obvious.

will not tell more about this scene to avoid spoilers :) – screenshot from „incendies“

screenshot from the opening scene „incendies“

another screenshot from the opening scene of „incendies“

I find the following scene – which is the opening scene of the movie – very intriguing. Especially if you watch it again, after having watched the movie. Radio Head!

HEISS GEHT’S HER, INNERISLAMISCH.

Schon lange bin ich müde geworden von den vielen Talkshows und Medienbeiträgen, in denen Pseudo-Intellektuelle und rassistische Populisten im Mantel der Islamkritik den Islam und die Muslime diskutieren wollen. Spannung wollen die Macher suggerieren, Kontroverse.

Dabei finden die wirklich spannenden Diskussionen zum Islam ganz woanders statt, nämlich unter Muslimen selber. In diesem Jahr gründete die Journalistin und Doktorandin Nimet Seker Horizonte, Zeitschrift muslimische Debattenkultur. Ernsthaft geht es zu, nachdenklich.

Seker bringt mit dem Magazin das zu Papier, was untergeht in Populärmedien: Die intellektuelle Vielfalt unter den muslimischen Denkern und Schreibern in Deutschland. Versteckte Schätze, Gedanken und Diskussionen, in denen nicht zimperlich umgegangen wird mit der Welt. Auf der Webseite des Kalam Verlags heisst es zu Horizonte:

Horizonte möchte im Diskurs über die Religion des Islam aus theologischer, aber auch anderen wissenschaftlichen Perspektiven intellektuelle, kreative und innovative Denkimpulse geben. Neben theologischen Fragen sollen Diskussionsbeiträge genereller Art zur islamischen Religion publiziert werden. Geplant sind Themen wie Reformislam, feministischer Islam, Sufismus, Islam und Ökonomie oder auch Islam in der Psychotherapie; somit soll der Fokus auf bisher nicht behandelte oder kaum bekannte Ansätze liegen. (mehr)

Die aktuelle Ausgabe der zweimal jährlich erscheinenden Zeitschrift besticht durch ihre Geradlinigkeit: Kritisch, sachlich und zielgenau. So wird zum Beispiel das nach der Sarrazin-Debatte unter Muslimen durchaus beliebte Buch „Die Panikmacher“ von Patrick Bahners kritisch rezensiert, hinsichtlich des sich durch fast alle Schriften unserer Gesellschaft ziehenden Orientalismus und Eurozentrismus. Im ersten Moment überraschend, im zweiten: Warum nicht?

Ebenso die kritische Durchleuchtung des Buches „Radikale Reform“ von Tariq Ramadan, einem der führenden islamischen Denker unserer Zeit. Warum nicht?

Deshalb wird innerislamisch kritisiert, Diskurskritik betrieben und reflektiert. Die Zeitschrift bemüht sich nicht darum zu gefallen. Mit manchem mag man übereinstimmen, mit anderem nicht. Eine ehrliche Diskussion bleibt der Kern der Zeitschrift.Mit Horizonte wird die Islamdebatte auf jene Foren zurückgezogen, wo sie eigentlich zu führen ist. Bei den Muslimen selber. Keine Sorge. Sie sind kritisch, aber eben auch lösungsorientiert. Und das ist spannend.

Die zweite Ausgabe der Horizonte erscheint im Dezember mit dem Schwerpunkt Al Ghazali, einem der bedeutendsten religiösen Denker im Islam.

ZAHNRÄDER, DAS NETZWERK

Seit der erfolgreichen Konferenz im letzten Jahr hat sich viel getan im Netzwerk Zahnräder. Wir haben die Altersgrenze (35) aufgehoben, um Aktive und Engagierte jeden Alters anzusprechen (und damit den Nachfragen nachgegeben), neue Projekte und Arbeitsbereiche geschaffen und sind innerhalb weniger Monate von sieben Gründungsmitgliedern auf über 60 Aktive gewachsen, verteilt über die ganze Welt.

Das Netzwerk ist von Muslimen für die Gesellschaft – wobei Muslime undefiniert ist, das kann der einzelne für sich entscheiden. So kommen Aktive aus den verschiedensten Gesellschaftsbereichen zusammen, von Kunst, Kultur über Medien und Wirtschaft bis hin zu Politik und Technik – alles dabei.

Im Vordergrund stehen dabei der Netzwerkgedanke, Kommunikation, Projekt- und Arbeitsprozessoptimierungen, Innovation und Nachhaltigkeit. Deshalb ist Zahnräder kein Substitut zu Verbänden und Vereinen, sonder ein Komplementär – eine offene Kommunikationsplatform zum Vernetzen und projektbezogener Zusammenarbeit.

Die Bewerbungen für die diesjährige Konferenz in vom 7. bis zum 9. Oktober laufen derzeit auf Hochtouren, noch bis zum 1. September kann man sich hier bewerben. Bewerben kann man sich mit einem Vortrag zu einem Thema der persönlichen Expertise, das kann Mode, Kunst, Musik, eine Idee zu einem gesellschaftlichen Projekt oder die Vorstellung der eigenen Arbeit oder Projekte sein. Neben des Preisgelds für die besten drei Projekte, gibt es in diesem Jahr ausserdem die Möglichkeit sich als Impulsprojekt zu bewerben. Nähere Informationen finden sich auf Zahnraeder-Netzwerk.de

Auf Englisch finden sich hierzu Informationen auch auf der Webseite meines Mannes guemuesay.com,

auch sonst empfehlenswert!

Das Organisationsteam freut sich! Und ich freue mich auch :)

For my English-speaking readers: My husband Ali Aslan Gümüsay has written a blogpost on his website about Zahnräder, its aims, structure and networking in general. Strongly recommended! guemuesay.com

BEAUTY & RACISM – DOCUMENTARY COLLECTION

dark girls

shadeism

double happiness

한 hahn
(insights to a planned and not yet produced documentary on education and competition in korea – but also discussing the ideals of beauty in korean society)

western eyes

make me white
(this a clip made for (one of my favourites) a very impressive documentary on skin bleaching in asian communities, mainly in britain. however i couldn’t find the documentary „make me white“ anywhere available online – but only this video.)

edit:

good hair (ft. chris rock) (thanks to „anonymous“ for the tip)

Further reading: The Domination of Fair Skin: Skin Whitening, Indian Women and Public Health (pdf) (Thanks to Filiz!)

IM SPIEGEL

Vor einem Monat bin ich mit ein paar Freunden durch Marokko gereist. Im Bahnhof von Fes ging ich ins Bad um mich frisch zu machen. Vor dem Spiegel leistete mir eine Frau in meinem Alter Gesellschaft. Während ich aus meiner Handtasche eine Bürste heraus holte und begann meine Haare zu kämmen, fing sie zeitgleich an ihr (sehr schön verziertes) Kopftuch neu zu stecken. Ich wuschelte meinen widerspenstigen Pony zurecht, sie zupfte am Tuch hin- und her, das sich nicht weniger zu sträuben schien. Nach gefühlten 5 Minuten saßen Haare wie Tuch zur allgemeinen Zufriedenheit. Noch ein letzter Blick in den Spiegel, dann lächelten wir uns an. Es war ein verstehendes Lächeln, eine kurze Verbindung. Sie ging zu den Gleisen und ich zurück zu meinen Freunden, schmunzelnd.

Vielen Dank an Claudia Knigge für diese wundervolle Geschichte, die sie mir vor zwei Tagen schickte, und ganz besonders vielen Dank, dass ich sie hier teilen darf. :)

UY UY UY!

Das Schlimmste was man einem Blogger antun kann (neben „Das bloggst du aber bitte nicht!“) ist Folgendes: Auf der Republica (der größten Bloggerkonferenz Europas) anrufen und dem Blogger mitteilen, dass man für den Grimme Online Award nominiert ist – und jetzt kommt’s: Nachlegen, dass alles bis zum 11. Mai geheim gehalten muss.

Genau das ist mir nämlich passiert. Es war eine Qual! In mir drin hüpften tausend Kübras wild durch die Gegend, freuten sich und schlugen Saltos. Ich grinste also grundlos durch die Gegend, horchte bei jedem „Grimme“-ähnlichen Wort verdächtig auf und ward paranoid, mir könnte die Neuigkeit doch noch entgleiten. Meinen ganzen Blogger-, Twitter-, Facebook- und sonst wie Internetaffinen-Freunden durfte ich nichts verraten. Man stelle sich diese Tortur mal vor.

Aber das ist jetzt kalter Kaffee. Heute war endlich, endlich, endlich, endlich die langersehnte Pressekonferenz, bei der das Grimme-Institut, die 25 Nominierten für den Award bekannt gab. Damit darf ich endlich auch ausplappern, was in den vergangenen Wochen meinen Redefluss hemmte: Yey! Ein Fremdwörterbuch ist nominiert! Ein Ritterschlag. Danke, danke, liebes Grimme-Institut, Nominiertenkommission und wer sonst noch Schuld an der Nominierung ist. Mein Blögchen fühlt sich geehrt, das ist ein tolles Geschenk zum 3. Bloggeburtstag (geb. Mai 2008)!

Ganz wichtig!

Und jetzt seid ihr lieben Fremdwoerterbuchleser dran. Wenn ihr wollt, dann dürft ihr hier beim Publikumsvoting für „ein fremdwörterbuch“ voten. Ich freu mich in jedem Fall. Und jetzt gehe ich gebührend Herumhüpfen und verabschiede mich in die non-virtuelle Welt mit Sonne und so. Ahoi!