PIRATENKRACH. ODER: WARUM DER LAUER AUSZOG. ODER: EIN PLÄDOYER FÜR UNWISSENHEIT

Das kommt jetzt ein bisschen aus heiterem Himmel, weil ich mich ja sonst nie (oder nur äußerst selten) öffentlich zu Piratensachen äußere.
Trotzdem, hier meine zwei sehr kurzen Cents zum Piratenkrach:
Twitter sei Dank sitze ich als Zuschauerin in der ersten Reihe der Piraten WG und motze hier mal aus der ersten Zuschauerreihe rein in die Manege. Die Piraten WG, müsst ihr wissen, besteht aus tausenden Mitgliedern, die sich enthusiastisch für die Partei engagieren, und Abertausenden, die einfach so da herumhängen und ziellos herummaulen. Der WG-Raum wiederum ist klitzeklein, vielleicht 25 m². Da ist Krach vorprogrammiert.
Das Problem der Piraten ist nämlich genau das: Sie haben zu viel miteinander zu tun. Sie kommunizieren zu viel miteinander, übereinander, untereinander. Sie wissen zu viel voneinander. Da passiert das, was sonst den verliebtesten Pärchen passiert: Man geht sich auf die Nerven.
Bei anderen Parteien würde das ja nicht anders ausgehen. Bei der CDU gäb’s unzählige abgesägte Stuhlbeine, ja gar Mord und Totschlag, müsste die gesamte Partei eine Woche im selben Häuschen verweilen. Die Piraten kamen bisher deshalb nur ohne Blut aus, weil sie das Internet kennen. Sie sind die vielen Rants und Trolle des Netzes gewöhnt und haben ein vergleichsweise dickes Netzfell. Aber selbst Digital Natives kommen mit dem Overkill an Miteinander nicht klar.
Muss man aber auch nicht. Es muss ja nicht jeder mit jedem klarkommen. Es muss nicht jeder mit jedem in allem übereinstimmen. Man kann sich aber trotzdem mögen. Das tun wir im Alltag doch eigentlich ständig. Wir verstehen uns mit ganz vielen Menschen super, weil wir uns nicht gut genug kennen, um uns nicht zu mögen.
Liebe Piraten, ihr wisst genug voneinander, um euch nicht zu mögen. Und sprecht, twittert, simst und screenshottet laufend darüber. So wird das nix. Ein bisschen weniger Miteinandersein! Feiert die Unwissenheit, die Illusion! Gönnt euch ne Pause voneinander!
Deshalb ist der Lauer heute laut, humpelnd und stolpernd aus der WG ausgezogen. In die Nachbarwohnung, das Ohr an der Wand.
Noch mehr Wichtiges zu diesem Thema findet ihr HIER.

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