PIRATENKRACH. ODER: WARUM DER LAUER AUSZOG. ODER: EIN PLÄDOYER FÜR UNWISSENHEIT

Das kommt jetzt ein bisschen aus heiterem Himmel, weil ich mich ja sonst nie (oder nur äußerst selten) öffentlich zu Piratensachen äußere.
Trotzdem, hier meine zwei sehr kurzen Cents zum Piratenkrach:
Twitter sei Dank sitze ich als Zuschauerin in der ersten Reihe der Piraten WG und motze hier mal aus der ersten Zuschauerreihe rein in die Manege. Die Piraten WG, müsst ihr wissen, besteht aus tausenden Mitgliedern, die sich enthusiastisch für die Partei engagieren, und Abertausenden, die einfach so da herumhängen und ziellos herummaulen. Der WG-Raum wiederum ist klitzeklein, vielleicht 25 m². Da ist Krach vorprogrammiert.
Das Problem der Piraten ist nämlich genau das: Sie haben zu viel miteinander zu tun. Sie kommunizieren zu viel miteinander, übereinander, untereinander. Sie wissen zu viel voneinander. Da passiert das, was sonst den verliebtesten Pärchen passiert: Man geht sich auf die Nerven.

ELFIS BRISLEY

You walk into a newspaper building in another part of the world, Bahrain, open up the archive of 1971 and there he is: Elfis Brisley. You giggle. And then you stop. You think.
You thought you always knew but you never truly grasped: Histories happen simultaneously. Histories interact.
And traveling is the act of leaving places and histories behind. The act of interfering in another history, creating a new kind. And it, again, makes you appreciate a truth you thought you always knew but never truly grasped: You’ve never been everywhere. You’re constantly missing out. Time goes by unforgivingly everywhere.
And your road is just one of 7 billion other roads.

RASSISTIN? ICH?

Kritik an rassistischen Wörtern ist richtig. Verletzte Journalistenstölzlein nicht. (Das Bild zeigt das Cover der Zeit 17. Januar 2013)
Vor ein paar Jahren besuchte ich in Wien ein Café und entdeckte dort auf der Karte „Mohr im Hemd“ mit einer leckeren schokoladigen Beschreibung. Ich hatte aber bereits bestellt und schrieb später auf Facebook: „Das nächste Mal in Wien möchte ich Mohr im Hemd essen.“ Es hagelte Kritik. „Mohr“ sei eine rassistische Bezeichnung für Schwarze. Einer schrieb, ich sei eine Rassistin.
Aber, aber, schrieb ich, das hätte ich doch nicht so gemeint. Ich fühlte mich zu Unrecht kritisiert. Ich hatte doch keine böse Absicht.
In den letzten Wochen tobte es in der deutschen Feuilletonlandschaft. Nach der Ankündigung des Verlegers des Kinderbuchs „Die kleine Hexe“, in der neuen Ausgabe unter anderem das N-Wort zu ersetzen, veröffentlichte die Wochenzeitung Zeit eine Titelgeschichte zu dem Thema. Nicht nur dort, sondern auch anderswo verteidigten zahlreiche Feuilletonisten das N-Wort, und so manch einer witterte Zwang, gar Zensur.