LENA MAKES A MOVIE

Lena Khan is young, sympathetic, ambitious, talented and has an awesome plan: Producing a mainstream movie! She’s almost got all it needs, except for a little bit of financial support maybe. In this video she explains why. Any questions? No? Well, then here you go.
Lena Khan ist jung, sympathisch, ambitioniert, talentiert und hat Großes vor: Einen Mainstream-Film drehen! Sie hat schon fast alles zusammen, fast. Ein bisschen Geld fehlt ihr noch. Im Video erklärt sie warum. Noch Fragen? Nein? Dann bitte hier spenden.

DIE DIGITALE TÜRKISCHE FAMILIE – WHAT’S UP?

Lampenreflektion auf dem iPhone

Mit meinen beiden kleinen Fingern versuche ich hastig, mein Handy zu bedienen. Der Rest meiner Hand ist schmutzig und fettig. Ich stehe in der Küche und verzweifle gerade mal wieder an einem türkischen Teiggericht. Über Skype rufe ich meine Oma in Deutschland an. „Oma, ich kriege die Börek nicht hin!“ Eigentlich kann ich ja backen, aber die Hefe! Die Hefe will nicht, wie ich will. In England gibt es eben nicht so tolle Feuchthefe wie in Deutschland, rede ich mir ein. Und frage verzweifelt: „Ich kann das doch, ne, Oma?“

Sie beruhigt mich und diktiert mir schnell ein Börek-Rezept ohne Hefe. „Was ist los?“, fragt mein Opa besorgt im Hintergrund. Das Übliche, will ich antworten. Ich rufe in der nächsten Stunde noch vier Mal an, dann sind die Börek endlich fertig.
“Und?“, fragt mich meine Tante wenige Minuten später über WhatsApp, dieses kostenlose Kurznachrichten/Chatding, über das neuerdings jeder mit einem Smartphone kommuniziert. „Haben die Börek geklappt?“ „Woher weißt du das?“, frage ich. Meine Oma hat mit meiner Mutter telefoniert und die hat gerade eben mit meiner Tante gesprochen. „Geht so“, schreibe ich meiner Tante und schicke ihr Bilder von den versalzenen Börek.

ABSCHIEDSBRIEF

Viele meiner Gegenstände bedeuten mir nicht viel, die meisten gar nichts. Einige Werkzeuge hingegen etwas mehr. Ein Abschiedsbrief.
Zuletzt haben wir uns an einem schwülen Abend im Westen der USA gesehen. Ich aß in einem italienischen Restaurant und telefonierte. Du lagst neben mir auf dem Tisch. Wir saßen draußen. Nach einem langen Tag wollte ich beim Essen ein wenig frische Luft genießen. Telegraph Avenue, eine schöne Straße. Die einzig schöne Straße dieser Stadt wie man mir später erzählte. Ich glaube es gern. Viel Glück hat mir die Stadt nicht gebracht.
Am Nebentisch saßen zwei Männer. Von ihnen hatte ich kurz vorher noch Bilder gemacht mit dir. Die Sonne ging hinter ihnen unter, der Himmel war in ein tiefes Rot eingetaucht. Lässig schauten sie einander an. Es war mir unangenehm, als sie sich dann ausgerechnet neben uns ins Restaurant setzten. Ihnen offensichtlich auch.
Zwei Tage später an der Ostküste der USA, kramte ich in meinem Koffer nach dir. Schnappte mir dein Haus, die Kameratasche. Du warst nicht darin. Entsetzt suchte ich überall im Koffer, in meinen Taschen. Nirgends warst du zu finden. Dann ging ich Schritt für Schritt die letzten Tage durch. Ich rief im Hotel an, indem ich zuletzt übernachtet hatte, dann die Menschen, die ich zuletzt gesehen hatte und schließlich führte die Spur zurück in das Restaurant auf der Telegraph Avenue, fünf Flugstunden entfernt.
Ich frage mich, ob die beiden Männer es merkwürdig gefunden haben, sich selbst in dir zu sehen.
Jetzt sitze ich da, seit Monat ohne deinesgleichen. Keine Augen mehr wie diese hier. Du bist weg. Kein Text ohne Bild habe ich mir immer gesagt. Für jeden Text, den ich schreibe, musste ein Bild her. Deine Abwesenheit hat mich nun mehr zum Zeichnen gebracht. Das finde ich schön. Gleichzeitig muss jedes Bild, das ich zeichne, fotografiert werden. Mir missfällt die Qualität. Und noch mehr missfällt es mir, diese Funktion auf meinen Handy nutzen zu müssen, um das Bild zu retten. Und dieses Filterding macht die mühsame Zeichnung billig.
Ach. Ich muss mir deinesgleichen anschaffen. “Sağlık olsun” (Hauptsache Gesundheit), sagte meine Mutter, als sie hiervon erfuhr. Ich hoffe, es geht dir gut.
Zum Abschied habe ich dich gezeichnet. Mit einem Handy fotografiert und durch einen grässlichen Filter geschickt.

"MUSLIME SIND JETZT TEIL DES MAINSTREAMS"

“Wir befinden uns in einer Übergangsphase, in der Muslime immer sichtbarer werden – das empfinden manche als Problem. Sie glauben, dass Menschen, die durch ihre Kleider als Muslime erkennbar sind, nicht integriert seien. Das Gegenteil ist wahr: Gerade weil Muslime im Alltag sichtbar werden, sind sie integriert. Sie haben das geografische und soziale Ghetto, in dem viele anfangs lebten, verlassen. Muslime sind jetzt Teil des Mainstreams.”

Tariq Ramadan im Interview das ich für Zeit Campus 01/2013 führte – weiterlesen hier.

Der Islamwissenschaftler Tariq Ramadan, 50, ist Professor an der Universität Oxford. Die Zeitschriften Time, Foreign Policy und Prospect bezeichneten ihn mehrfach als einen der hundert wichtigsten Intellektuellen der Welt.