WENN FRAUEN DAS KOPFTUCH ABLEGEN.

Auf einer Geschäftsreise in Europa will es die ägyptische Journalistin Nadia El Awady endlich einmal ausprobieren: das Leben ohne Kopftuch. Nach Jahren nimmt sie es zum ersten Mal in der Öffentlichkeit ab. Sie läuft durch die Straßen und wartet auf eine Reaktion. Nichts passiert. „War ich immer so unsichtbar?“, fragt sie sich. Und während die Menschenmassen an ihr vorbeiströmen, fühlt sie, dass sie in der Masse untergetaucht ist – eine von vielen.

Es war ein komisches Gefühl, als ich ein weiteres Mal auf einem sozialen Netzwerk Bilder einer Freundin ohne Kopftuch entdeckte. Für alle sichtbar, öffentlich. Sie hatte das Kopftuch abgelegt, wie so viele andere in meinem Bekanntenkreis in den vergangenen Jahren. Wie würde man auf sie reagieren? Denn genauso wie viele in der muslimischen Community den Kopftuchtragenden „Religiosität“, „Spiritualität“ oder „Reinheit“ zuschreiben, verkehrt sich das bei einer Frau, die das Kopftuch ablegt ins Gegenteil. Weit mehr als bei einer Frau, die noch nie ein Kopftuch trug. So als ob sie mit dem Kopftuch auch dem Islam und der Gemeinschaft den Rücken gekehrt hätte. Sie gehört nicht mehr dazu. Selbst wenn niemand über sie spricht, ein stilles Urteil ist gefällt.

Es gibt Frauen, die das Kopftuch ohnehin nie tragen wollten, die dazu – offen oder subtil – gezwungen worden sind. Oder die sich so weit geändert haben, dass der Islam und das Kopftuch keine Rolle mehr in ihrem Leben spielen. Andere Frauen empfinden das Kopftuch als Einschränkung. Das Ablegen ist eine Befreiung für sie.Für meine Freundin A. war es eine Qual. Nach etlichen Job-Bewerbungen, nach eben so vielen Absagen, nach Monaten der Perspektivlosigkeit, nachdem man ihr wiederholt in Bewerbungsgesprächen dazu riet, das Kopftuch doch bitte abzunehmen, nach einer großen inneren Krise, nachdem sie sich zu schwach fühlte, um die Blicke und den permanenten Druck, sich beweisen zu müssen, auszuhalten, legte sie es ab. Unfreiwillig. Und doch, obwohl sie die Gleiche war, ebenso spirituell und muslimisch wie zuvor, war sie es nicht mehr in den Augen anderer.

S. hingegen hatte einen ganz anderen Grund: die Politisierung des Kopftuchs, die Bilder und Vorstellungen, die mit dem Kopftuch verbunden sind. „Ich war nur noch damit beschäftigt, den Islam zu verteidigen. Ich habe nur noch außen hin gearbeitet und dabei meine Spiritualität verloren.“ Um sich wieder näher und tiefer mit ihrer Religion zu beschäftigen, ohne von außen daran gehindert zu werden, ohne eine konstante Unruhe zu spüren.

Ja, die Politisierung des Kopftuchs durch die Außenwelt, hat die Trägerinnen zu Anwältinnen und Pressesprecherinnen des Islams gemacht, die sich unfreiwillig und unbewusst diesem Bild fügen. Und tatsächlich besteht hier die große Gefahr, das Eigentliche zu vergessen: den Glauben. Heute ist S. religiöser als zu der Zeit, in der sie noch ein Kopftuch trug. „Wenn ich mich wieder bereit dazu fühle, stark genug bin, werde ich es vielleicht bald wieder tragen. InshAllah – so Gott will.“

35 Comments WENN FRAUEN DAS KOPFTUCH ABLEGEN.

  1. Anonymous

    selam alaikum
    Verehrte Schwester,

    habe deinen Artikel bezgl. Kopftuch gelesen und muß Dir leider sagen, daß Du vielleicht mehrere dutzend Frauen motiviert haben könntest, die ihren Kopftuch mit Leib und Seele getragen haben und mit evtl. berufliche – oder schulische Schwierigkeiten zu kämpfen haben ihren Kopftuch “wenn auch für eine Zeit” ablegen.

    Wie Du auch selbstverständlich weißt, geht es im Islam nicht um ein Tuch; Denn was nützt ein Tuch, wenn alles andere – die inneren Werte, der Achlaq, die Muamelah nicht stimmt. Nichts! Desto trotzt sollten Vorbilder der muslimischen Jugend in Deutschland nicht zum Ablegen aufrufen, oder auch nicht ein Weg zum Ablegen deuten, wie man es aus deiner Kolummne herausfiltieren kann.

    Ich finde es schade; Deutungen zu machen, als die Hauptziele der Bedeckung – sei es für Mann und Frau – zu schreiben. Denn wir haben nämlich das Bedeckungsgebot im Islam leider nicht verstanden; Geschlechterliche Reizzonen sollten nicht auffallend sein ist ein Ziel dieses Gebotes; jedoch kümmert man sich ums Kopf und der Rest danach kommt ist egal. Und so ist es bestimmt nicht. Eine Warnung aus der Frühzeit hat der Prophet saw schon gemacht, wo er die bekleideten Menschen als “nackte Menschen” erwähnt. Die bekleideten Nackten!!! Das ist das Problem in unserer Community.

    Alles Gute…wa billahit Tawfiq

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  2. Annika

    Salam Alaikum,

    Du hast sehr schön beschrieben, dass Religiosität nichts mit dem Kopftuch zu tun hat. Dadurch, dass Du die verschiedenen Gründe beschreiben hast, finde ich nicht, dass Du dazu “aufgerufen” hast, das Ktuch abzulegen. Du hst vielmehr Deinen Respekt für die persönliche Entscheidung der Frauen bezeugt. Und darum geht es doch – jeder sollte sich frei gegen oder für das Ktuch entscheiden können.

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel!

    Viele Grüsse!

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  3. Tamer Y.

    Selamu Alejkum,
    ich finde den Artikel sehr gut, weil sehr tiefsinnig und sensibel und regt vor allem zum Nachdenken auf.
    Meine Frau trägt auch ein Kopftuch – freiwillig und nicht ‘von Anfang an’.
    Aber ganz ehrlich: Was wissen wir schon, wie es ist ein Kopftuch zu tragen – vor allem in einem Land wo gerade “Anti-islamischer” & “Anti-Muslimischer” Wind weht?

    Lieber Bruder Anonymus wahrscheinlich hast du auch einen Job: Bitte ziehe dich morgen mit Turban und arabischer Kleidung an, auf dem Kopf bitte noch ein Stirnband mit der Schachada und vergiß nicht, den Koran sichtbar in der Hand zu tragen. Dann viel Erfolg und viel Spass bei der Arbeit!
    Das sollte mal jeder Mann machen – erst dann würden wir vielleicht ansatzweise (–> aber eher nicht, wir Männer sind zu stumpf!) verstehen wie es unseren Schwestern geht, die ein Kopftuch tragen.
    (Ich überspringe mal bewußt den Punkt, sich mit einem Turban zu probieren irgendwo zu bewerben und vielleicht nach der 100. Absage noch ein herzliches “Elhamdulillah” zu sagen).

    Natürlich gibt es Ausnahmen auf beiden Seiten – aber wer ist den Schuld für das ganze falsche Bild von Muslimen? Hauptsächlich wir selber!
    Meine Wenigkeit ist persönlich davon überzeugt, dass wir noch gar nicht Begriffen haben welche Rechte unseren Schwestern haben – und brüsten uns aber ständig damit, wie toll der Islam ist und welche Rechte er den Frauen gibt (was ja auch stimmt). [Wie sollen wir die Rechte einer Frau verstehen, wenn wir nicht mal die Sunnah und damit den Propheten verstanden haben?]. Aber wie sieht die Realität aus: Weiterhin sind in vielen Gemeinden die Männer die “Macher”, auch wenn es sehr häufig die Schwestern besser machen können. Ihnen bleibt dann nichts anderes übrig, als durch dunkle Nebeneingänge lautlos zu verschwinden, so wie sie lautlos gekommen sind.

    Gott sei Dank ist es nicht überall so und es gibt Ausnahmen, auch wenn es noch die Minderheit ist. ABER WAS TUN WIR DENN, damit es unseren Schwestern besser und einfacher geht?? DAMIT SIE AUCH EINEN JOB BEKOMMEN (oder sollen sie doch lieber zu Hause bleiben??). WIR TUN NICHTS!! NICHTS AUF BUNDESEBENE und vielleicht was auf lokaler Ebene…aber wie gesagt, es ist nicht alles negativ und es gibt Ausnahmen!
    Was-selam
    Tamer Y.

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  4. Anonymous

    Wunderbarer Artikel.
    Ich denke Menschen, vielleicht speziell Frauen, aber ich denke, Männer genauso, sind in der Gesellschaft nie wirklich frei. Immer sollen sie bestimmte Sachen tun, andere lassen, ob das nun sei, das Kopftuch zu tragen oder es abzulegen, nie kann man für sich selbst eventuell “unbequeme” Entscheidungen treffen. Unsere Gesellschaft ist nicht tolerant (wobei “tolerant” selbst ein furchtbares Wort ist, aber ich habe kein besseres), denn wir beziehen alles auf uns selbst. Es ist für uns einfacher, wenn niemand aneckt, wenn niemand uns zeigt, dass es vielleicht andere Sichtweisen gibt, die unserer widersprechen. Daher wünschen wir nicht, dass wir bei unserem Stadtbummel mit der Kopftuchfrage konfrontiert werden wollen, genauso wie wir nicht wünschen, dass die Zeugen Jehovas bei uns klingeln. Ich denke, diese Angst vor dem Islam hat viel damit zu tun, dass wir mit Menschen, die Überzeugung leben und diese auch teilweise an ihrer Kleidung sichtbar machen, konfrontiert werden. Wir sind teilweise an religiösen Menschen nur die stillen Kirchgänger gewohnt, die sich sonntags still und leise in den Gottesdienst verziehen und montags wieder der unbekannte, durchschnittliche Mensch x sind. Oft genug sind wahrscheinlich in Diskussionen über die Kopftuchfrage Argumente wie die Unterdrückung der Frau, die durchaus wahr sein könnten, nur vorgeschoben, ich denke, unbewusst schwingt mit, dass wir diese Konfrontation mit dem Anderdenkendem, Anderartigem, und das, was diese eventuell über uns selbst aussagen könnte, scheuen.
    So, das war das, was ich dazu denke.
    Ich kenne zwar keine schöne Grußformel, aber Frieden sei mit euch.

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    1. Anonymous

      sehr gut erkannt. denn Islam ist ein aktive religion. er will dich, mich und alle. er will nicht den kopftuch alleine nur als stoff. er will unsere ganzes leben. oh nein, nicht nur das leben beeinflussen. er will uns genau selbst. du musst den Islam aktiv leben. deshalb haben viele muslimInnen probleme mit deren anderen probleme. sie machen probleme der anderen ihres selbst. wenn der chef mich nicht einstellt wegen meines kopftuchs, dann ist es sein eigenes problem. dann sitzt man zu hause und betet und macht einfach den nächstmöglichen. weil sie den Islam nicht alles geben bleibt ein teil für unislamische lebensweise:ergebnis schizophren. ein gelehrter sagte, wenn die nichtglaubigen dich erniedrigen versuchen, dann kannst du sicher sein dass du im richtigen weg bist. denn viele propheten haben gelitten. ich gehe gerne neben meine kopftuchtragengenden mutter her auf die strasse. als kind habe ich mich davor geschämt, könnt ihr es euch vorstellen? so schlimm ist der gesellschaftsdruck wenn du den sinn nicht erkennst. um selbstbewusst zu sein musst du den sinn der sache wissen.
      heute freue ich mich über böse blicke. ja ich suche regelrecht danach. obwohl in letzter zeit gibts davon auch weniger als früher. glauben wir nicht mehr so wie früher?

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  5. Anonymous

    Ich finde dieser Artikel zeigt, wie Frauen mit Kopftüchern von der Gesellschaft unterdrückt werden, in denen ihnen das Tragen eines Stück Stoffs in der Arbeitswelt nicht erlaubt wird. Diese Frauen werden gegen ihren Willen gezwungen, kein Kopftuch zu tragen! Das ist Rassismus und Unterdrückung der muslimischen Frau pur !

    http://www.migazin.de/2012/04/25/amnesty-international-kritisiert-diskriminierung-von-muslimen/

    http://www.amnesty.ch/de/themen/rassismus-diskriminierung/dok/2012/bericht-selbstbestimmung-statt-vorurteile/bericht-choice-and-prejudice-discrimination-against-muslims-in-europe-.-april-2012.-123-seiten

    http://www.amnesty.ch/de/themen/rassismus-diskriminierung/dok/2012/bericht-selbstbestimmung-statt-vorurteile/kurzfassung-selbstbestimmung-statt-vorurteile-.-april-2012.-12-seiten

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  6. Anonymous

    Aber sich gegen das Kopftuchtragen zu entscheiden nur wegen dem Beruf, dabei lässt man alle anderen kopftuchtragenden Schwestern im Stich, die dasselbe Problem zu haben. Wie kann man das Kopftuch besser verteidigen als es selber zu tragen? …Deswegen denke ich manchmal, wenn alle diese Schwestern doch ihr Kopftuch behalten würden, dann wären sie mir eine größere Hilfe, stattdessen bekommen wir bei der Jobsuche zu hören “die eine andere hat das auch abgelegt” Danke dafür…

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  7. Anonymous

    Männer die einen Bart tragen und versuchen sich einiger Maßen islamisch anzuziehen haben mind. genau so viele Probleme wie Frauen, die ein Kopftuch tragen. Jedoch gibt es viel mehr Frauen die sich an das Gebot halten als Männer und deswegen fällt es denen natürlich einfacher darüber zu reden.

    Seien wir mal ehrlich: Ist es nicht beschämend in hautenger Jeans im Gemeinschaftsgebet aufzukreuzen und dann damit beispielsweise in den Sujud zu gehen? Also ich würde mich ehrlich gesagt schämen.

    Aber um auf das Thema zurückzukommen: Die Frauen müssen sich nicht beweisen oder Sonstiges. Es würde reichen und ist auch islamisch gesehen korrekter, wenn sie einfach zu Hause blieben und sich um den Haushalt kümmern würden. Aber die Frauen “müssen” ja arbeiten und die “müssen” ja mit den Männern konkurrieren. Wenn ihr mich fragt: Nein, müssen sie nicht.

    Und ihre Religion (hier das Kopftuch) wegen weltlichen Angelegenheiten aufzugeben zeigt, dass diese Person doch nicht so stark im Glauben ist, wie sie von sich behauptet. Gut, dann können wir gleich alle nackt rumlaufen und sagen “aber ich habe ein gutes Herz”. Der Glaube beschränkt sich nicht nur auf das Innere, sondern auch auf das Äußere, was nebenbei noch gesagt ein Zeichen von Heuchelei ist. Ich würde auch niemals auf die Idee kommen, einen Müllmann auf der Straße für einen Top-Manager zu halten, weil das Äußere dem widersrpechen würde.

    Wir machen uns das Leben unnötig schwerer als es schon ist.

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  8. Mutawakkil

    Das Tragen des Kopftuches ist eine Ibadah (ein Gottesdienst)…
    Kübra Gümüsay hat einmal mehr bewiesen, dass sie das Kopftuch als Style/Accessoire präsentiert, wie schon in vielen anderen Kolumnen und nicht als eine Pflicht, wie ein Bruder hier schon kommentiert/reklamiert hat. Er hat es aber zu sanft formuliert.
    Wenn eine Muslima in einer Zeitung schreibt und diese auch noch unter “Das Tuch” macht, dann wage ich zu bezweifeln, dass es hier wirklich um das Kopftuch geht. Was ALLAH (swt) vorgeschrieben hat ist KEiN Tuch, sondern die Bedeckung…
    Kübra Gümüsay versteht es vielleicht als “Tuch”, aber nicht wie es KY versteht, wie es ALLAH sagt, das ist wichtig.
    Ich lese die Kolumnen von KY, in der Hoffnung, dass sie es irgendwann einsieht, versteht, aber jedesmal so enttäuscht zu werden, macht mir keine Hoffnung, ganz im Gegenteil, zeigt, dass KY und Konsorten dem Islam nur Schaden zufügen. Gewollt oder ungewollt sei dahin gestellt. Sicher ist, dass die neue “Kopftuch-Generation” in Deutschland in Sachen Emanzipation den Nicht-Muslimen in fast nichts nachsteht. Und das ist eine große Beleidigung, weil der Islam die einzige Lebensweise ist, die die Frau am besten behandelt, sie beschützt und verehrt und das seit über 1400 Jahren.
    Kübra Gümüsay hör endlich auf, Frauen mit Kopftuch ins falsche Licht zu führen. Im Islam gibt es keinen Zwang, natürlich hat jeder das Recht seine Lebensweise so zu gestalten, wie er mag. Wir leben ja auch in einer nicht-islamischen Gemeinschaft. Aber einen auf Integration machen und auf Populismus zu spekulieren. Da bist Du bei den Muslimen falsch, bei der TAZ richtig, aber dann lass mal schön “Das Tuch” aus dem Spiel.
    Nenn es doch “Ich”…
    Das Tragen des Kopftuches ist eine Ibadah (ein Gottesdienst)
    Möge ALLAH uns zu denjenigen machen, die der Rechtleitung, nämlich dem edlen Koran und der überaus wertvollen Sunnah unseres geliebten Lehrers Muhammad (asm), folgen insha ALLAH

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    1. Anonymous

      was ist denn ein Salafist? ich kenne keinen Muslim, der sich selber Salafist nennt…ist denn nicht alles auslegungssache? die einen leben strenger, die anderen lockerer, vielleicht ist das beste, die goldene Mitte zu wählen aber mit der Aufrichtigkeit, den einzigen GOTT in jeder Handlung zu fürchten und SEINE Liebe zu erstreben.

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  9. Anonymous

    Selam aleykum, auch ich habe das Kopftuch nach über einem Jahr wieder abgelegt – weil ich festgestellt habe, daß es andere Sachen, andere Arten des Gottesdienstes gibt. Auch ich bin gefragt warum – warum ich es trage, warum ich es wieder abgenommen habe.
    Ich finde es sehr schade, daß “wir” Muslime Frauen nach dem Äußeren bewerten: Trägt sie Tuch, trägt sie keines, wie lang ist ihr Kleid / Abaya / Schultertuch / Ärmel, schminkt sie sich… Dem “Westen” wird immer vorgeworfen, daß Frauen dort nur nach ihrem Äußeren beurteilt werden – wir sind nicht besser. Wir sollten endlich anfangen, die Menschen nach ihrem Herzen zu beurteilen – ein Atheist kann ein wunderbarer Mensch sein, ein gläubiger Moslem ein Ekelpaket. Uns steht es nicht zu, zu beurteilen, ob etwas bei einem anderen Menschen richtig oder falsch ist – jeder ist für sich, für seine Sünden, für seine guten Taten, selber verantwortlich.

    Danke für diesen Artikel und inshAllah – so Gott will – kommt die Umma in dem Punkt mal zur Vernunft. Es gibt soviel Schönes, soviel Tiefes im Glauben – und wir beißen uns an einem Stück Stoff die Zähne aus.

    Dilara

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  10. Anonymous

    @Dilara

    Seit wann kann ein Mensch in das Herz eines anderen Menschen gucken? Man kann sich alles schön reden wie man will, aber die Wahrheit bleibt gleich und wird sich nicht ändern.
    Ja, man soll mit den Menschen gut umgehen, egal welchen Glauben sie vertreten. Aber als Muslima den Islam auf ihre Art und Weise zu verbiegen ist, nun ja wie soll ich sagen, absolut unislamisch.
    Kübra Gümüsay macht auch mit dem Islam was sie will. Da wo es ihr nicht passt, wird es einfach passend gemacht.
    Schwester, schreib Artikel über Politik etc. aber bitte nicht über den Islam. Du bist zu inkompetent diesbezüglich.

    Burak

    Burak

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    1. Anonymous

      Das war eine komische Formulierung von mir: Ich meinte damit nicht, daß wir anderen Menschen ins Herz schauen kann (das kann nur Einer) – sondern daß wir Menschen eben NICHT beurteilen sollten danach was sie anhaben oder was sie sagen. Sondern, was sie tun oder nicht tun.
      Ich verbiege den Islam nicht, ich versuche ihn in mein Leben zu integrieren, inshAllah. Aber auch der Prophet hat nicht von heute auf morgen alles geändert und wir leben in einer anderen Zeit und an einem anderen Ort.
      Ob ich inkompetent bin – das hast auch nicht Du zu entscheiden.
      Dilara

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  11. Kübra Gümüsay (geb. Yücel)

    Zum ersten und letzten Mal: Ich schreibe nicht über den Islam, mache keine theologischen Interpretation, sondern schreibe über die Muslime, denen ich begegne, die ich beobachte, ihre Probleme und ihr Leben. Ich sage nicht, was guter Islam ist, ich sage auch nicht, was schlechter Islam ist. Ich werte nicht. Ich werte nicht das Kopftuch, ich lasse jedem Menschen die Freiheit selber für sich zu entscheiden. Ich lebe religiös und lasse anderen die Freiheit, es anders zu tun.

    In meinen Texten erzähle ich aus dem Leben von Burqa-Trägerinnen, Kopftuchträgerinnen und Frauen ohne das Kopftuch. Ich erzähle von erfolgreichen Menschen, die Mitten im Leben stehen, und anderen, die im Abseits stehen, die wir nicht hören. Ich erzähle von Sufisten, Salafiten, Nichtmuslimen und allen anderen dazwischen.

    Ich erzähle. Ich erlaube mir keine Wertung, denn ich will nicht werten. (Dass kein Mensch tatsächlich wertfrei schreiben kann, ist natürlich eine andere Diskussion.)

    Und wer sich erlaubt, Schlüsse auf mich und meine persönliche Religiosität daraus zu ziehen, dem begegnen wir ohnehin irgendwann. Das Urteil darüber überlasse ich dann Ihm.

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    1. Mutawakkil

      Zitat: Ich sage nicht, was guter Islam ist, ich sage auch nicht, was schlechter Islam ist. Ich werte nicht. Ich werte nicht das Kopftuch, ich lasse jedem Menschen die Freiheit selber für sich zu entscheiden.
      Zitat Ende
      ALLAH sagt im edlen Quran: Wahrlich, die Lebensweise vor Allah ist Islam. (Al-i Imran 19)
      und ALLAH sagt weiterhin:
      Heute habe Ich eure Glaubenslehre für euch vollendet und Meine Gnade an euch erfüllt und euch den Islam zum Bekenntnis erwählt. (Maide 3)
      Zitat
      Ich werte nicht das Kopftuch, ich lasse jedem Menschen die Freiheit selber für sich zu entscheiden. Ich lebe religiös und lasse anderen die Freiheit, es anders zu tun.
      Zitat Ende
      ALLAH sagt diesbezüglich Folgendes im edlen Quran:
      Und sag zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham hüten, ihren Schmuck nicht offen zeigen, außer dem, was (sonst) sichtbar ist. Und sie sollen ihre Kopftücher auf den Brustschlitz ihres Gewandes schlagen. (Nur 31)
      Jeder Muslim/jede Muslima, gibt mit dem Glaubensbekenntnis seine/ihre Einverständniserklärung ab, indem er/sie alles annimmt, was ALLAH ihm/ihr auferlegt. Die Lebensweise ist Islam, und diese Lebensweise wird uns von ALLAH vorgeschrieben und von Seinen Gesandten vorgelebt.
      Jetzt frage ich Dich Kübra: die o.g. Verse aus dem edlen Quran sind Dir bekannt, und Du sprichst von gutem/schlechtem Islam und von der Wertung des Kopftuches?
      Ich möchte Dich, da Du Dich ja als religiös bezeichnest, an folgenden Vers erinnern:
      Und es soll aus euch eine Gemeinschaft werden, die zum Guten aufruft, das Rechte gebietet und das Verwerfliche verbietet. Jene sind es, denen es wohl ergeht. (Al-i Imran 103)
      Wo ist Dein Aufruf zum Islam (Frieden, Hingabe)? Gerade Du bist jetzt gefragt, wo Du Dich doch unter dem “TAZ-Tuch” öffentlichem Ansehen erfreust …wo ist Dein Veranwortungsbewußtsein? Wo ist Deine Taslimiya, Deine Ergebenheit?
      Ich denke, dass Du vielen Muslimen eine Antwort schuldig bist.
      Oder meinst Du etwa, daß Du in den (Paradies)garten eingehen wirst, noch bevor Gleiches über Dich gekommen ist, wie über diejenigen, die vor Dir dahingegangen sind? Not und Leid widerfuhr ihnen, und sie wurden erschüttert, bis daß der Gesandte und diejenigen, die mit ihm glaubten, sagten: „Wann kommt Allahs Sieg?“ Aber wahrlich, Allahs Sieg ist nahe. (Bakara 214)
      walhamdulillahirabbilalemin

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    2. Anonymous

      Ist schon gut Pierre, musst dich hier nicht als Mutawakkil tarnen.

      Immer schön die Koranverse herauspicken die einem gerade in die Argumentation passen, gelle?

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  12. Anonymous

    Teil 1 :

    Liebe Schwester Kuebra, Möge Allah dich und deine Familie beschützen, rechtleiten und belohnen, amin.Es ist sicherlich nicht leicht, an deiner Stelle zu sein, ich kann mir vorstellen viele haben Anforderungen, Erwartungen an dich. Moege Allah dich stärken. Bitte erlaube mir, ein paar Gedanken zu deiner Kolumne grundätzlich und zu diesem Beitrag im Speziellen zu äussern.

    Ganz grundsaetzlich denke ich, dass jede Schwester, die eine Kolumne schreibt und diese Kolumne “Das Tuch” genannt wird, sich selbst Schaden zufügt. Ich war nicht dabei und kann also nicht sagen, wessen Idee es war, die Kolumne so zu nennen. (Wobei ich mir kaum vorstellen kann, dass die taz-Redaktion das über deinen Kopf hinwegentschieden hat oder dich gezwungen hat, die Kolumne so zu nennen, wallahua3lam). Wenn es eines Tages in Deutschland muslimische JournalistInnen geben sollte die wirklich angekommen sind, dann nicht mit der Reduzierung (die du, zu recht, in deinem Artikel schliesslich selbst anprangert) auf eine Äusserlichkeit. Man stelle sich nur vor wie seltsam und komisch es wäre, hätte ein Bruder eine Kolumne namens “Der Bart”. Wir zementieren damit die Ecke in die wir gestellt werden. Warum man das als Muslim(a) mitmachen sollte ist mir ein Rätsel. Wenn ich schreibe will ich über alles mögliche schreiben können und für den Inhalt kritisiert, gelobt, gehasst und geliebt werden, nicht aber mit etwas Äusserlichem. Ich bin mir sicher das ist auch dein Ziel, aber mit diesem Kolumnentitel stehst du dir leider selbst im Weg. Bitte verzeih mir, ich möchte dich nicht verletzen oder beleidigen, ich möchte nur aufrichtig sein.

    Was den Inhalt der Kolumne angeht (die ich regelmässig lese, auch weil wir Muslime Anteil nehmen sollten an unseren Geschwistern, vor allem wenn sie in der Öffentlichkeit stehen – ich erinnere mich noch was fuer absurde Dinge von Muslimen ueber Schwester Ferishta Ludin gesagt worden sind als sie vor Gericht ging, das war unglaublich, und darf eigentlich in keiner Gemeinde passieren!) muss ich sagen, dass ich manchmal wirklich unguecklich bin. Als Muslima. Als kopftuchtragende Muslima.

    Die aktuelle Kolumne ueber das Kopftuch….ich weiss ueberhaupt nicht, ob dir klar ist, wieviel Nahrung du den Islamophoben gibst. Du versuchst etwas zu erklären, das verstehe ich. Aber ich glaube das ist nicht der richtige Weg. Die Menschen, die auf deine Kolumne reagieren zeigen eines ganz deutlich: Sie haben Augen, wollen aber nicht sehen. SubhanAllah. Im Gegenteil, es ist Aufwind für sie. Merkst du das? An deiner Stelle würde ich überhaupt nicht über das Kopftuch schreiben! Auf der anderen Seite würde ich die Kolumne aber auch nicht Das Tuch nennen.

    Reply
  13. Anonymous

    Teil 2
    An die Schwestern die sich ständig unter Druck fühlen und es schwer haben, wegen des Kopftuches: Gebt nicht auf. InshaALlah beten wir alle für euch. Es gibt eine Sache die wir als Menschen nicht dürfen, und das ist, über andere zu urteilen. Das steht nur Allah zu. Aber gleichzeitig sind wir angehalten ehrlich zu sein. IN ERSTER LINIE ehrlich zu uns selbst. Wenn ich das Kopftuch ablege (möge das inshaALlah nie passieren) dann müsste ich mir eingestehen, das ich eine spirituelle Krise habe. Ob die nun in mir selbst angefangen hat oder von aussen durch Druck sit eine andere Frage. Aber woher es auch kam, es hat dazu geführt, das ich am ende etwas, das Allah, der Barmherzige, der Liebende, der mich Versorgende von mir verlangt hat. Wie Beten. Fasten. Gut zu meinen Nachbarn sein. Fair mit den Menschen umzugehen. Vergebend zu sein. So auch das Kopftuch. Und dann höre ich damit auf. NATÜRLICH ist das ein Zeichen einer spirituellen Krise. Niemandem NIEMANDEM schulde ich mehr Dankbarkeit und Liebe als Gott. Niemand hat ein grösseres Recht darauf. Für niemanden sollte ich etwas lieber tun als für Gott. Liebe Schwestern, seht euch nicht im Kampf mit jemandem, oder unter Druck von jemandem. Das kann solche Folgen haben, das man denkt, ich verteidige mich nur noch. Ich weiss. Und das ist schlimm. Aber ihr seid in der Lage, die Perspektive zu wählen inshaAllah. Nicht die Medien oder sonstwer. Das könnt ihr, ihr seid in der Lage dazu, wir alle sind es. Atmet teif durch, ihr seid in keinem Kampf. Ihr seid Liebende. Liebende, die nichts sehnlicher wünschen, als das ALlah zufrieden mit ihnen ist. Macht euch das nicht kaputt in dem ihr euch zu sehr damit beschäftigt was andere – Muslime, Nichtmuslime, Arbeitgeber, die Medien – ueber euch sagen oder denken. Seid ehrlich zu euch selbst, das sind wir uns alle schuldig.

    Möge ALlah uns stärken und verzeihen und uns in die Lage zu versetzen die Dinge klar zu sehen, so wie sie sind, amin.

    Reply
  14. Anonymous

    @Kuebra

    Salam alaikoum liebe Schwester.

    Ich wollte dich nicht irgendwie verletzen oder so. Im Nachhinein habe ich es sogar ehrlich gesagt bereut meinen Beitrag hier gepostet zu haben.
    Ich hoffe du kannst mir verzeihen.

    Meine Aussage rührte daher, dass du in einem deiner letzten Artikel dein Bedauern über Frauen geäußert hattest, die sich vorstellen können, eine polygame Ehe einzugehen. Das ist ja so gesehen eine Aussage, die das religiöse Gebot irgendwie schon negativ wichtet.

    Aber wie dem auch sei. Ich habe niemals behauptet, du seist eine schlechte Muslima oder so, Allah swt bewahre. Du bist sogar meiner Ansicht nach eine viel bessere Muslima als ich ein Muslim. Ich habe extra eben für dich und deine Familie Dua gemacht und wünsche mir, dass es noch mehr solcher Schwester wie dich gibt.

    Ich weiss, dass du den Muslimen nur das Beste wünschst und bitte dich nochmals mir zu verzeihen.

    Burak

    PS: Du würdest mir einen großen Gefallen tuen, wenn du mir sagen würdest, dass du mir verziehen hast.

    Reply
  15. Anonymous

    @Anonymous (letzte) und an alle

    Ich persönlich denke, dass es Kommentare gibt, da wäre es besser ihr sagt es nicht öffentlich. Schreibt eure Meinung lieber per E-Mail an Kübra: “info (at) ein-fremdwoerterbuch (dot) com “

    Außerdem es gibt nichts ,womit man nicht Nahrung an Islamophoben geben kann. Also solche Argumente finde ich einfach unnötig. Wenn ein Mensch den Islam schlecht sehen will und davor Angst haben will, dann wird er in jedem Text etwas finden! Das hat nichts mit Kübras Texten zu tun!!!! Und ich als eine Muslima mit Kopftuch wurde wegen diesem Artikel auch zum Nachdenken gebracht, nämlich über Muslimas ohne Kopftuch und wie ich über diese denke. Ich denke nicht, dass Kübra jetzt irgendetwas Falsches gemacht hat mit diesem Artikel.

    Ihre Artikel zeigen verschiedene Perspektiven und bringen uns alle zum Nachdenken!! Danke für alle deine tollen Artikel liebe Kübra. Wie ich dir per E-Mail geschrieben habe, du hast eine besondere Fähigkeit :)

    Lass dich nicht von einigen Kommentaren zu sehr hier beeinflussen.

    Wir alle denken zu sehr darüber nach, welche Intention hinter so einem Artikel stecken kann, interpretieren es falsch und viel zu sehr denken wir darüber nach, wie so ein Artikel von anderen missverstanden werden kann.

    Mich als jemand mit Kopftuch hat dieser Artikel natürlich auch überrascht und die erste Frage war, willst du etwa darauf hinaus, dass wir darüber nachdenken sollen, Kopftuch abzulegen oder bringst du nicht einige dazu darüber nachzudenken? Aber du willst doch nur verschiedene Perspektiven zeigen und vielleicht auch eher zeigen, dass wir gezwungen werden das Kopftuch abzulegen, vielleicht willst du auch, dass wir alles von allen Perspektiven betrachten und letzendlich einfach zu dem Schluss kommen, dass wir alle Menschen sind :)

    Vielleicht hast du auch keine Intention und willst uns einfach zum Nachdenken bringen. Das schaffst du bei jedem deiner Artikel, liebe Kübra :)

    Das Problem ist manchmal: Wie kann man andere Perspektiven zeigen ohne dass die Leser es als Appell sehen und irgendeine ganz bestimmte Intention dahinter suchen?

    Naja, lass dich auf jeden Fall nicht von den Kommentaren zu sehr beeinflussen.

    Reply
  16. Anonymous

    @Kübra:

    Salam alaikoum liebe Schwester,

    es tut mir Leid, falls ich dich irgendwie verletzt habe oder so. Ehrlich gesagt, habe ich es im Nachhinein sogar bereut, meinen Beitrag hier gepostet zu haben.

    Meine Aussage rührte daher, dass du in einem deiner letzten Artikel dein Bedauern über Frauen geäußert hattest, die sich vorstellen können, eine polygamen Ehe einzugehen. Das ist meiner Meinung nach eine Aussage, die das religiöse Gebot der Polygamie schon negativ wertet.

    Aber ich habe nie behauptet, du seist eine schlechte Muslima, Allah swt bewahre. Ehrlich gesagt finde ich sogar, dass du eine bessere Muslima bist als ich ein Muslim und Allah swt weiss es besser. Ich habe extra für dich und deine Familie eben Dua gemacht und bitte Allah swt darum uns alle rechtzuleiten.

    Ich weiss, dass du für Muslime nur das Beste willst und ich schätze dies sehr an dir. Deswegen bitte ich dich mir meine Grobheit zu verzeihen.

    Burak

    PS: Du würdest mir einen sehr großen Gefallen tuen, wenn du mir sagen würdest, ob du mir verziehen hast oder nicht.

    Reply
  17. mathias

    Wirklich ein sehr schöner Artikel, der vieles auf den Punkt bringt. Aber ich denke, dass Religion auch viel mit dem Kopf und dem Bewusstsein zu tun hat. Man muss im Glauben nicht alles erklären und begründen können. Aber es ist natürlich positiv, wenn auch religiöse Menschen sich selbst testen können und ungestraft neue Wege bestreiten können.

    Reply
  18. Anonymous

    Slm liebe Geschwister und Leser,

    Islam ist keine reine Gebetsreligion, sondern regelt neben der Beziehung zwischen mir und meinem Schöpfer auch die Beziehung zwischen mir und mir selbst. Dazu gehört dann auch was ich esse, trinke und eben auch wie ich mich kleide. Ich füge mich diesen Regeln, weil ich diesbezüglich die Entscheidung meinem Schöpfer überlassen habe und mich Seinem Urteil ergebe.
    Allah der Erhabene spricht die Menschen an und teilt ihnen mit, dass wenn sie Allah und seinen Gesandten lieben, Ihnen gehorchen. Die Liebe zu seinem Schöpfer drückt sich also in der Umsetzung seiner Vorgaben aus und keineswegs nur in irgendeiner “inneren” Form.
    Ich weiss, dass es heute verdammt schwierig ist, das so zu leben, insbesondere, wenn das bedeutet es wie im Falle der Kopfbedeckung öffentlich zu zeigen. Aber niemand hat behauptet, dass es immer leicht ist, Muslim zu sein. Es ist eine Prüfung, denn Allah der Erhaben spricht zu den Menschen und fragt sie, ob sie denn denken, dass wenn sie gläubig sind, nicht geprüft zu werden? Denn auch die vor ihnen seien auch schon geprüft worden und selbst oder gerade den Propheten wurde nichts geschenkt und sie waren ein Beispiel für Standhaftigkeit.
    Vielerseits wird der Kompromissbegrieff bemüht, wenn es darum geht, dass eine Schwester ihre Kopfbedeckung ablegen soll. Kompromiss bedeutet für mich, dass es zwei Seiten gibt, wobei jede Seite etwas abgibt und man sich irgendwo in der Mitte trifft. Wenn aber eine Schwester ihr Kopftuch ablegt, so ist das einfach nur ein einseitiges Ablassen von einem dezidierten Teil ihrer islamischen Lebensweise. Wo ist denn da der Kompromiss?

    Ein Denkanstoß,

    Slm und tschüss

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    1. Anonymous

      Diese Argumentation lese ich zum ersten Mal und sie ist einfach toll *_* Du hast vollkommen Recht!! Danke für diesen tollen Denkanstoß!

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  19. Tamer Y.

    Respekt, dass du, Schwester Kübra, alle Kommentare so zulässt.

    Deinen Artikel schreibst du eben als ‘neutralen’ Bericht – du berichtest eben. So habe ich das auch verstanden.
    Ich verstehe aber uns nicht. Ich verstehe aber, warum der Islam in den USA und in GB besser und erfolgreicher ankommt als hier (trotz 9/11 etc.).. Und warum dort auch Frauen mit dem Tuch besser angenommen werden, als hier….

    Deine Kolumne heißt “das Tuch”? oh mein Gott wie konntest du nur einen solchen Namen wählen?? Vielleicht geht es aber auch um die Tücher/Schleier, die zwischen uns uns Allah stehen?
    Mögen wir doch von Allah mehr Weisheit bekommen – vor allem hier in Deutschland. Amin!
    Ich verstehe wirklich nichts mehr. Als hätten wir nicht andere, ernsthaftere, anzupackende Probleme zu diskutieren, geschweige denn zu lösen.
    Nein, wir Muslime, können am besten die anderen hin- und zurechtweisen, wie die Religion zu leben ist und was falsch und was richtig ist – vor allem bei erfolgreichen Menschen/Muslimen.
    Moment da war doch ein Hadis…oder mehrere, nach denen unser Prophet nie, NIE, NiE !!! seine Frauen, Unterstützer, Freunde etc. zurechtgewiesen hat. NICHT EIN EINZIGES MAL!

    Servus Alejkum

    PS: Noch eine kleine Story am Ende. Oh mein Gott meine Frau trägt Jeans und Kopftuch und ja sie trägt es etwas modisch (aber ohne dass ein Haar rausguckt)! Auf jeden Fall erfüllt sie die islamischen Vorschriften. [Aber wahrscheinlich habe ich nach einigen Leuten ja die Religion verlassen? –> auch wenn man mich nicht kennt. –> Wie konnten nur die Jeans erfunden werden??]
    Noch nie wurde meine Frau deswegen angepöbelt, außer in 2 Fällen: Beides Mal Brüder mit 1,5m Bart und arab. Kleidern hatten doch tatsächlich den Mut vor Allah eine Dienerin anzugreifen und zu erniedrigen und sie zu beschimpfen und dass noch in einem deutschen Kaufhaus vor anderen Leuten. Möge Allah diese Feiglinge rechtleiten – denn meine Frau war alleine mit unseren Kindern. Das sie verschreckt wurden brauche ich nicht sagen. Vor allem die Kinder verstanden nicht was da passierte.

    Ich verstehe, dass ich nichts verstehe! Mir tut alles weh! Aber die Hoffnung stirbt zu letzt!
    Vielleicht kann man sich hier einbringen, da wo es echte Probleme gibt und unserer Hilfe bedarf: http://www.janegoodall.de/ & http://www.rootsandshoots.org/

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  20. Anonymous

    liebe kübra,

    als eine nichtkopftuchtragende nichtreligiöse Orientalin, die nicht müde wird, die freiheit _zum_ tragen des kopftuchs zu verteidigen, möchte ich dich gern unterstützen.

    du solltest keinen rechtfertigungsdruck für deine artikel und deine person empfinden, wie ich finde. du leistest meiner bescheidenen meinung nach sehr viel für das miteinander und verständnis, wo andere sich für klare separation und gegenseitiges missvertrauen entscheiden. leider zwar, aber dies ist ihre freie entscheidung. jeder hat seine eigenen beweggründe, die teilweise sogar verständlich sind.

    den vermeindlichen gesellschaftlichen oder religiösen schaden, den du nach der meinung einiger kommentatoren verursachen sollst, den sehen sie höchstens in ihrer eigenen interpretation und lebensweise.

    allen anderen mitleserInnen:
    die kübra schreibt aus ihrer erfahrungswelt heraus – das betont sie auch immer wieder in ihren interviews – statt allgemeingültigkeit für sich zu beanspruchen, wie einige unter euch es für sich tun.
    freie meinungsäusserung ist ein teures gut, aber dennoch sollte man es nicht unterlassen, die eigene meinung dreimal hin und her zu wiegen und diese erst dann kundtun, wenn die meinung nicht dazu da ist, das eigene ego zu erhöhen. und dabei wohlweißlich der kübra und ihrer arbeit schaden.

    mfg
    mel

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  21. Anonymous

    Hallo und salam liebe Kübra,
    als aller erstes möchte ich mich für diesen Beitrag bedanken. Ich bewundere deinen Mut wirklich sehr und bewundere gleichzeitig wie schön neutral (ohne zu werten) du über Themen schreibst. Ich als Muslimin (trage auch einen Kopftuch) fühle mich in keiner Weise dadurch angegriffen, im Gegenteil. Ich begrüße es sogar sehr auch über solche Themen reden zu können und auch dahinter zu stehen. Wer sich für ein Kopftuch entscheidet hat auch das recht sich gegen ein Kopftuch zu entscheiden. Ich meine jeder Frau liegt es frei, ob sie es trägt oder irgendwann (aus welchen Gründen auch immer) ablegt. Es gibt keinen Zwang in der Religion, das sollten wir bitte alle mal bedenken. Noch sagt das tragen oder das nicht-tragen eines Kopftuches nichts über die Frau oder ihre Taten aus. Also steht es keinem Menschen zu über die Frauen zu urteilen, die sich gegen ein Kopftuch entscheiden. Darüber hinaus finde ich, dass zu diesem Thema auch nur Frauen befragt werden können und auch nur sie es sind die wirklich was dazu sagen können. Die Stimmen der Frauen sind das einzige was zählt. Auch finde ich nicht, dass du liebe Kübra, zum “Kopftuch ablegen” anregst, vielmehr regst du mich dazu an, über diese Frauen nachzudenken und ihre Lage zu verstehen und das sie auch ohne Kopftuch eine gute Muslima sein können und wir uns nicht erlauben sollten über sie zu urteilen. Denn nicht ein Stück Tuch mehr oder weniger auf den Kopf wird am Ende zählen. Und auch wenn manche von einer Sünde reden und vorschnell urteilen, sollten wir uns doch bitte zu aller erst über unsere eigenen Sünden im Klaren sein. Vielleicht sind unsere eigenen viel größer als ihre? Denkt mal darüber nach. Und fangt endlich damit an Frauen zu respektieren, ob mit oder ohne Kopftuch.

    gruß, sarah

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  22. Lena Sophie

    Liebe Kübra,

    je mehr ich mich mit dem Islam in Deutschland beschäftige, desto mehr fällt mir auf, wie das Kopftuch in den Mittelpunkt gerückt wird.
    Es wird Symbol einer Unterdrückung der Frau, die vielleicht mit dem Islam begründet wird, aber genauso in anderen Religionen weltweit vorkommt. Egal was das Ursprüngliche Thema ist, schlussendlich kommt es immer zur Kopftuchdebatte.

    Da habe ich manchmal den Drang meinen armen Laptop anzubrüllen, weil ich mir wieder eine Diskussionsrunde des deutschen Fernsehens gegeben habe.
    “Warum wird um so ein Stück Stoff so viel Aufhebens gemacht?!”
    Wäre ich Muslima, würde ich das Kopftuch tragen, dann würde ich mich wahrscheinlich auch schweren Herzens wie deine Freundinnen dazu entscheiden es früher oder später abzulegen.
    Aber ich würde mich gezwungen fühlen. Gezwungen von einer Gesellschaft, die mir unterstellt, dass mein Vater, mein Bruder, mein Ehemann oder sonst wer mich zwingt ein Kopftuch zu tragen.
    Zur zwanghaften Freiheit gezwungen. Vielleicht würde ich ungern das Haus verlassen. Würde zu Hause bleiben und lesen anstatt mich mit Menschen in einem Café zutreffen.
    Wie kann so eine Frechheit nur passieren?!

    Und dann habe ich immer wieder den protestartigen Drang mir (als Papierchristin) das Kopftuch aufzuziehen, durch die Straßen zu laufen und stark zu sein.
    Aber was würden die Menschen denken? Wahrscheinlich würden sie mich für eine arme junge Frau halten, die konvertieren musste, weil ihr Mann aus (hier beliebiges islamisches Land einfügen) mich gezwungen hat.

    Was würden sie denken, wenn ich sage, dass ich nichts bin, eine ungläubige, die das Kopftuch gewählt hat (und sei es auch nur für einen Tag) um sich vielleicht sicherer zu fühlen um zu zeigen, dass es eine Entscheidung ist ein Kopftuch zu tragen. Eine Entscheidung die jeder für sich macht.
    Könnte ich auf die Religionszugehörigkeit in meiner Geburtsurkunde hinweisen und mich selbst mit einer Nonne vergleichen, die ja genau genommen auch nichts anderes trägt als eine Ganzkörper Hijab?

    Würden sie vielleicht dann Ruhe geben mich und die armen Frauen (ja mir tuen Frauen mit Kopftuch leid, weil sie sich eben dumme Sprüche anhören müssen und das nur wegen einem Stück Stoff, der die anderen Menschen nicht zu interessieren hat!)nicht in ein Bild zu rücken, dass zwar vorkommen mag aber nicht die Regel ist und jeden entscheiden lassen, was er trägt und warum er es trägt? Würde sie es nicht weiter interessieren, weil ich eben nicht in das Bild eines armen Hascherls passe. Endlich akzeptieren und tolerieren?

    Liebe Kübra, ich hoffe das du dich niemals gezwungen fühlst das Kopftuch abzulegen und ich hoffe das deine beiden Freundinnen (nachdem nun zwei Jahre vergangen sind) glücklich sind, egal ob mit oder ohne Kopftuch!

    Liebst
    Lena Sophie

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  23. compl4xx

    Guten Abend :)

    ich will euch allen für den Einblick in eure Religion und eure Diskurse danken, das hat mir heute ein paar Perspektiven geöffnet.
    ich habe noch nie eine so höfliche Kommentarspalte gesehen, und sie bei diesem Thema am allerwenigsten erwartet. meinen Respekt.
    Und einen so hohen Grad an Selbstreflektion, wie er hier teilweise auftritt, wünsche ich mir auch im Rest der Gesellschaft.

    Als agnostischer Philosoph kann ich meinen Senf nur insofern dazu geben, dass jede*r ihren eigenen Weg mit einer Religion finden muss. und jede*r hat wohl ihre eigene Auslegung der jeweiligen heiligen Schriften; die Bedeutung entfaltet ein Text ja immer erst in unserem Kopf. auch wenn dieser Gedanke hier von vielen nicht geteilt wird, aber die haben sicher stattdessen einen für sie passenden Gedanken =)
    Nur bitte beurteilt nicht all eure Geschwister nach eurer eigenen Interpretation. und vor allem nicht eure Schwestern, die haben genug zu tragen.

    herzliche Grüße,
    compl4xx

    Reply
  24. Layla

    Auch ich trage Kopftuch und weiß wie schwer es ist für eine Person die KopfTuch trägt ich denke das der Islam aus dem Herzen kommen muss und das es sicher viele Mädchen Frauen gibt die kein Tuch tragen aber mehr Religion in ihrem Herzen haben kann als eine mit Tuch der Islam beginnt ihm Herzen und verstand

    Reply
  25. Veronica

    Arme Kübra
    Ein harmloser Artikel ruft umgehend die Fundamentalisten auf den Plan – oder sollte ich sagen: die Sittenwächter?
    Unterschiede auszuhalten, scheint gerade innerhalb der Religionen das größte Problem zu sein.
    Es scheint, dass zumindest die Frauen mehr unter ihren Glaubensgeschwistern zu leiden haben,als unter dem Anpassungsdruck der Mehrheitsgesellschaft.

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