TYPISCH TÜRKISCHE OMA. KEINE CHANCE.

„Kacke! Alles kacke.“ Es ist Montagmorgen. Ich stehe an der Bahnhaltestelle und höre jemanden auf Türkisch meckern. „Diese bescheuerten Rolltreppen. Nichts funktioniert hier! Wäre ich doch bloß zu Hause geblieben.“ Ich schaue mich neugierig um. Eine alte türkische Oma, das Kopftuch fest unter dem Kinn geknotet, besteigt grummelig die letzte Treppenstufe und betritt den Bahnsteig. Sie atmet erschöpft ein und aus und schaut sich skeptisch um. Sie entdeckt mich, unsere Blicke treffen sich. Sie neigt den Kopf zur Seite, mustert mich durchdringend und stratzt dann mit ihren Stützstrümpfen entschlossen direkt auf mich zu. Ich bekomme Panik.

„Sprichst du Türkisch, meine Tochter?“, fragt sie mich. Dann lacht sie. Überflüssige Frage! „Ach, meine Schöne“, sagt sie, „Allah sei Dank, dass ich dich gefunden habe.“ Sie schlingt ihre Arme um meine Hüfte, um mich fest an sich zu drücken. Klein, pummelig weich und stark zugleich – so typisch türkische Oma halt. Ich ergebe mich. Dagegen habe ich keine Chance.

Sie hakt sich bei mir unter und beginnt einen langen Monolog über ihre Bus- und Bahn-Odyssee. Wenn sie schimpft, schüttle ich eifrig den Kopf und empöre mich mit ihr. Ihr Mann liegt seit einigen Wochen im Krankenhaus. Normalerweise fährt ihre Tochter sie dahin, heute konnte sie nicht. Deshalb wagte sie sich alleine durch den verwirrenden Schilder-Dschungel. „Allah ist Zeuge, ich bin doch jeden Tag bei ihm. Was bin ich so doof und gehe auch heute hin?“, ärgert sie sich. „Na, vielleicht hat das auch sein Gutes“, will ich entgegnen. Sie unterbricht mich: „Verwöhn deinen Mann ja nicht! Kacke ist das. Kacke.“

Kacke sind übrigens auch die Umbauarbeiten, an denen wir vorbeilaufen, die Treppen, der Hund, an dem wir vorbeigehen, und die Sitze in der Bahn, auf die wir uns setzten. Dabei rümpft sie die Nase. „Hör mir zu, meine Tochter“, sagt sie und beugt sich zu mir vor. Ihr Kopftuch ist nach hinten gerutscht, eine Strähne lugt hervor. „Vor dreißig Jahren, als ich nach Deutschland kam, sagte man mir, ich solle meinen Führerschein machen. Warum, dachte ich damals. Ich hatte doch einen starken Mann, gesund und kräftig. Der tat alles für mich. Und jetzt? Jetzt steht das Auto vor der Tür und niemand fährt es.“ Sie schüttelt den Kopf und ärgert sich. „Guck dir die Deutschen an! Meine Nachbarin ist 80 und düst mit ihrem Auto durch Berlin. Ach, ich war dumm und naiv. Deshalb sag ich dir, meine Schöne: Lerne eine Sache, falte sie zusammen und klemme sie in ein Loch in der Wand. Irgendwann wirst du sie brauchen. So Allah will.“ Sie nickt mir ermutigend zu. Ich lächle.

Gleich muss ich aussteigen. „Und noch was: Vertreib deine Zeit nicht mit Kochen! Guck, ich hab so viel gekocht und getan, mein Mann ist trotzdem krank geworden. Kacke.“ Sie grübelt. Irgendwas will sie mir noch mitgeben. „Und räum auch nicht so viel auf. Ein bisschen Unordnung macht nichts.“

Ich lächle und bedanke mich. Sie wünscht mir nicht zu viele Kinder und betet für mich. „Warte, meine Tochter“, ruft sie mir noch durch das Fenster hinterher: „Nicht vergessen: Lern Deutsch!“

taz, Tuch-Kolumne, 26.04.2011

Nachtrag: Die Berliner Omas sind irgendwie total cool. Sie belagern bei gutem Wetter in Grüppchen (niemals alleine) sämtliche Parkbänke und beobachten Vorbeigehende, -laufende und -joggende. So wie mich und meinen Mann als wir nebeneinanderher joggend an ihnen vorbeikamen. Sie grinsten sich gegenseitig zu, so als würden sie sagen: „Ach schau dir die Pärchen von heute an. Damals war uns der Haushalt Sport genug. Heute laufen sie ziellos im Park herum… Aber romantisch ist das schon.“ Und dann schauten sie uns hinterher. Selbstverständlich nicht um Unauffälligkeit bemüht.
Ich lieeebe diese Omis! Bald bereiche ich diesen Blog um ein Beweisfoto dieser großartigen Damen!

GUTER WILLE, GUTER WILLE…

Hatice bügelt, ich falte. Wir ordnen Teile meines Ceyiz, der Aussteuer, die jede türkische Braut von den Eltern mitbekommt, in meinen Schrank ein. Verziertes Bettzeug, handbearbeitete Handtücher, Decken und Kissenbezüge.

„Frag mich: Bist du glücklich? Bin ich nicht“, sagt Hatice. Urplötzlich. Sie steht vor dem Bügelbrett und hält inne. Ich bin irritiert. Ich kenne sie nur flüchtig, sie kam heute zu mir, um mir ein wenig im Haushalt zu helfen. Ich sehe, wie ihr eine Träne über die Wange läuft. Sie streicht sie weg. „Weißt du, Kübra, ich habe meine Ceyiz nie benutzt“, sagt sie und lächelt mich an.

Hatice ist Mitte vierzig, sie könnte meine Mutter sein. Sie hat traurige Augen, eine leise Stimme und eine herzliche, liebevolle Art. „Warum nicht?“, frage ich und lege die Wäsche zur Seite. Sie erzählt. Mit siebzehn Jahren kam sie als Braut aus der Türkei nach Deutschland zu einem Mann, den sie weder kannte noch liebte.

Ihr Vater hatte den Bräutigam ausgesucht, und mit dem Ceyiz im Gepäck hatte er seine Tochter nach Berlin geschickt. Man versicherte ihr, sie hätten ihr dort eine kleine Wohnung fertig eingerichtet. Nur sie fehle noch.

Sie kam in Berlin an und alles fehlte. Es gab nur die Wohnung der Schwiegereltern, darin eine Matratze im Wohnzimmer und eine kleine freigeräumte Ecke im Kleiderschrank. Fünf Jahre lang. Hatices Ceyiz blieb ungeöffnet im Keller. Es gab kein Zimmer, das sie hätte einrichten, kein Bett, das sie hätte beziehen können.


Mit der Geburt des ersten Kindes zogen sie und ihr Mann endlich aus – raus aus der Wohnung, in der ihre Schwiegereltern alles bestimmten und ihr Mann – „er ist ein liebenswürdiger Mensch“ – stillschweigend gehorchte.

Heute hat sie drei Kinder. Ihr Ceyiz ist noch immer ungeöffnet. „Es ist doch nie zu spät. Du kannst noch immer Deutsch lernen und deine Ceyiz auspacken“, sage ich und schäme mich meiner Unfähigkeit, etwas Sinnvolles zu sagen. „Ich habe keine Lebenslust mehr“, entgegnet sie.

Hilflos sehe ich Hatice zu. Ich ärgere mich über all die Menschen, die Fehler machten und die ich doch irgendwie verstehe. Ihren Mann, der aus falsch verstandenem Respekt vor seinen Eltern kuschte; die Schwiegereltern, die in der Fremde um jeden Preis die Familie zusammenhalten wollten, Hatices Vater, der nur das Beste für seine Tochter hoffte.

Nein, guter Wille heilt die schlechte Tat nicht. „Innerlich habe ich ihnen nie vergeben“, sagt Hatice. „Aber ich hatte bereits die drei glücklichsten Momente in meinem Leben: die Geburten meiner Kinder. Sie reichen mir auf ewig.“

Wie kann das reichen, frage ich mich. Ich kann sie nicht verstehen. In mir brodelt es.

Am Abend besuche ich Verwandte in Hamburg. Meine Tante liegt in den Wehen, und als wir in die Klinik kommen, ist das Kind bereits da. Meine Tante liegt erschöpft auf dem Bett und hat noch Schmerzen – aber sie lächelt glücklich. Ihre Augen leuchten. Sie strahlt. Und ich glaube, ich kann ein bisschen verstehen, was das große Glück weniger Momente vermag. Auch wenn es kein Unrecht ungeschehen macht.

taz, Tuch-Kolumne, 13.04.2011


EIN FREMDWOERTERBUCH UNTER ANDEREN BUECHERN. ALSO BLOGS. ALSO AUF DER RE:PUBLICA. UNTER MENSCHEN.


Blitz! Ich bin jetzt auf der
Re:Publica, der größten Konferenz über Blogs, soziale Medien und digitale Gesellschaft Europas! – wie ich eben erfahren durfte. Und über 3.000 Menschen sollen in den nächsten drei Tagen hier in Berlin dabei sein. Ja, viele Männer um mich herum. Wobei der Typ vor mir ein Kopftuch trägt. Und der Typ links lange Haare und Halbglatze.

Blitz! Dafür dass die Re:Publica so weiß und männlich ist, ist sie schon ziemlich bunt. Lustigerweise. Bunte Männer gibt es hier.

Blitz! Es blitzt hier ständig. Sieht für einen Fotografen natürlich toll aus, wenn eine Kopftuchtragende (!) Frau (!) neben dem eben genannten Kopftuchtragenden Mann und dem anderen mit der Halbglatze/langen Haaren sitzt. Alle konzentriert am Laptop. Wie cool. Ich komme mir ganz schön blöd vor als Quotentürkin/muslimin/frau/kopftuchträgerin/… . Ein realistischeres Re:Publica-Bild wäre ein Haufen „weiß“ mit komischen Frisuren. Und einigen geschniegelten Yuppies dazwischen.

Blitz! Der Kopftuchtragende Typ vor mir ist übrigens „Traffic Schlampe“, eine eindeutig interessantere Beschreibung für die sonst langweilige Berufsbezeichnung „Suchmaschinenoptimierer“.

Blitz! Unglaublich. Jetzt gerade, in diesem Augenblick klebt eine Kamera an meinem Gesicht. Hallo! Ihr wisst, was das bei mir hervorruft. Wenn das so weiter geht, wird das Kopftuch eine ernstzunehmende Sascha-Lobo-Rothaar-Frisur-Konkurrenz. Morgen bringe ich ihm vorsorglich ein Kopftuch mit. Ich will nicht, dass wir uns streiten.

Blitz! Gedanke. Heute Abend darf ich das alles aber zusammen mit Sebastian Mraczny, Urmila Goel und Verena Reygers (Meredith Haaf kann leider doch nicht dabei sein. Von hier aus allerherzlichsten Dank für die Vorbereitung – sie ist quasi Herz des Ganzen!) vor dem Re:Publica-Publikum verdiskutieren: „Guck mal wer da spricht“. Ich bin gespannt, ob und was dabei rauskommt. Bei der Sendung „Süpermercado“ (Funkhaus Europa) haben wir das Thema heute schon kurz angerissen (Link folgt).

Blitz! Ich muss jetzt aber aufhören. Die Jungs um mich herum führen ein höchst intellektuelles in-real-life Gespräch über die Piratenpartei und die Handlungsunfähigkeit selbiger. In real life!

RETTET EIN BISSCHEN PLURALITÄT!

Die deutsche Medien- und Politiklandschaft ist weiß, männlich und so zwischen Anfang 30, Ende 40.

9,2 % der deutschen Bevölkerung bestehen aus Frauen mit Migrationshintergrund. Das sind die amerikanische Hausfrau, die türkische Managerin, die japanische Sängerin, die nigerianische Akademikerin, die tunesische Schriftstellerin, die französische Künstlerin oder die rumänische Ärztin.

Rein quantitativ müsste also fast jeder zehnte Artikel von diesen Frauen handeln. Müsste. Die multikulturellen Frauen tauchen medial nicht nur selten, sondern außerdem auch überzogen oft in einem negativen und problematisierten Kontext auf. Als „Migranten“ werden nur die Osteuropäerin, die Muslimin/Türkin oder die „Schwarze“ benannt. Genauer: die osteuropäische Prostitutierte, die muslimische Unterdrückte, das schwarze Menschenhandel- und Zwangsprostitutionsopfer. Ein stark verzerrtes Bild.

So war meine Freude groß als ich damals das multikulturelle Frauenmagazin Gazelle entdeckte – ein Magazin, das der multikulturell(en) (interessierten) Frau Raum, Bild und Stimme gibt. Sie ist endlich nicht nur Opfer und Problem, sondern auch Mensch und Lösung. Gazelle ist kein Medium für die Nische, sondern für alle.

Jetzt aber steht das Magazin kurz vor dem Aus. Das gibt’s doch nicht!

Das dachten sich auch die Mädchenmannschaft, der Philibuster und andere und wagen den Versuch Gazelle zu retten – mittels einer Abo-Aufruf-Aktion:

„Das multikulturelle Frauenmagazin Gazelle braucht insgesamt 1000 neue Leser­_innen, um das Magazin weiterhin am Leben zu halten und sogar vier mal im Jahr zu erscheinen.“

Mehr Infos hier.

Rettet ein bisschen Pluralität, Mensch!

ACH, DIE KNALLTÜTEN

Die Optimistin in mir wagt zu hoffen, dass wir irgendwann die richtigen Schlüsselfragen diskutieren.

„Gehört der Islam zu Deutschland?“ Wenn ich diese Frage noch einmal höre, knallts. Dann schnappe ich mir mein Sprengstoffgürtel und das tickende Bömbchen unter dem Kopftuch und gehe in die Luft – dorthin, wo dümmliche Fragen nicht hinkommen. In eine Welt frei von pseudo-intellektuellen Stellvertreter-Diskussionen. Eine Welt frei von Fragestellern, die eigentlich nur meinen: „Ätsch, ihr Muslime gehört nicht zu uns.“ Weil das aber zu plump wäre, tut er mal eben so, als ginge es ihm um einen ernsthaften lösungsorientierten Diskurs. „Ich meine es ja nur gut mit euch.“

Seit Wochen dröhnt ein höchst frustrierender medialer Diskurs in meinen Ohren, bei dem Selbstverständlichkeiten und Banalitäten ad absurdum diskutiert werden. Ob der Islam zu Deutschland gehört, lässt sich genauso schnell beantworten, wie ob Foucault, Hobbes, Newton, Adam Smith oder Harry Potter zu Deutschland gehören. Die Frage kann doch nicht ernsthaft ernst gemeint sein?

Doch, sie ist ernst gemeint. Kürzlich saß ich im Publikum einer top-besetzten Diskussionsveranstaltung und wollte mir anschauen, wo wir uns diskursmäßig derzeit befinden. Schockiert musste ich feststellen: Wir sind unten. Ganz tief unten.


Es war ein renommierter Spiegel-Journalist, der die Diskussion offenbar als Niveaulimbo begriff. Woher die Erregungsbereitschaft der Muslime käme, witzelte er. Ihnen fehle es an Sex und Alkohol. Dann fragte er ernst in die Runde ob es einen Zusammenhang zwischen dem Islam und Bildungsverweigerung gäbe.

Sollte ich lachen oder weinen? Aus dem Publikum schaute ich ihn an. Er wich meinem Blick aus. Dann stand ich auf, um einen Wortbeitrag zu leisten. Der Herr drehte seinen Kopf weg. „Sie dürfen mich ankucken oder verwirrt Sie meine Existenz?“, fragte ich. Ganz offensichtlich war dem so. Seinen Behauptungen zufolge dürfte ich schließlich gar nicht existieren.

„Iqra – Lies!“ ist das erste Wort, das dem Propheten überliefert wurde. Religiösität bedeutete für mich immer auch mich weiterzubilden, persönlich weiterzuentwickeln und nach Wissen zu streben. Nie etwas anderes. Nie habe ich Gegenteiliges beigebracht bekommen, gehört oder gelesen. Und da kommt ein schnieker Journalist dahergelaufen und stellt Zusammenhänge her, wo keine sind. Klar, er will eigentlich wissen, warum viele Migranten aus islamisch geprägten Ländern im deutschen Bildungssystem schlecht abschneiden. Dann soll er mir mal einen Schüler zeigen, der nicht lernt, weil er das theologisch begründen kann.

„Sie stellen die falschen Fragen“, sagte ich. Es sind Schicht- und Sozialprobleme, die er da anprangern sollte. Nach der Diskussionsrunde fragte ich ihn, wie er denn zu dieser Haltung komme. „Ich habe viele Bücher flüchtig gelesen“, erklärte er. „Flüchtig“, wiederholte ich. „Ja, das ahnte ich bereits.“

Dann drehte er sich mit vorgehaltener Hand zu mir um und verriet: “ Ich bin kein Islam-Experte. Man lädt mich halt ein. Und ein bisschen muss es ja knallen.“ Apropos knallen, irgendwo unter diesem Tuch müsste das Ding doch sein…


PS: Mein kleiner Bruder zu dieser Kolumne: „Was? Gehört Harry Potter zu Deutschland?“

GRUSELKINDER

Kürzlich war mein Henna-Abend. Das ist ein Abend vor der Hochzeit, an dem sich die Frauen versammeln, gemeinsam singen, tanzen und feiern. Mit Ritualen und traditionellem Gesang verzieren die Frauen die Hand der Braut und verabschieden sie in den Morgenstunden. Auch ich hatte einen wunderschönen Hennaabend. (An dieser Stelle Danke an meine Freundinnen, Familie und vor allem meine geliebte Schwester!) Aber darum soll es hier gar nicht gehen. Sondern um die Kinder, die merkwürdigen.

Auf türkischen Hennaabenden sind ganz viele Frauen, damit auch viele Mütter und konsequenterweise auch viele, sehr viele Kinder. Sie rennen umher, machen ab und an etwas kaputt und zerstören die ein oder andere Vase. In den romantischsten, wichtigsten, emotionalsten Momenten des Abends wird die Melancholie und Romantik kurz durch ein „Anneee“ eines eben auf das kleine Näschen gefallenen Kindes unterbrochen. Man schielt kurz in Richtung Geräuschkulisse und vertieft sich aber schnell wieder in Emotionalität. Das gehört dazu. Ohne wild umherirrende Kinder, keine authentische türkische Feier.

Als ich, die Braut, den Saal betrat wurde ich also umringt von kleinen Mädchen, die alle bei mir – „der Prinzessin“ wie sie riefen und ahhten während sie mein Kleid berührten – sein wollten. Ein wunderbares Gefühl. Auch ich hatte als kleines Kind die Braut bewundert und wollte sie zumindest einmal gesehen haben, um etwas von ihrem Zauber mitzunehmen. Eine kindlich unschuldige Neugier und Bewunderung. Es gibt aber auch ganz andere Kinder. Gruselige Kinder.

Kleine Mädchen in hübschen Kleidchen kamen zu mir, tuschelten und kicherten mit ihren Freundinnen. Manche setzten sich zur mir, strichen sich durch die Haare, lächelten stolz ins Publikum und gingen dann aber bald wieder spielen. Ein kleines stilles Mädchen mit schwarzen Haaren und rotem Kleid jedoch wich mir den ganzen Abend nicht von der Seite. Nach zwei Stunden kontinuierlicher Dauerverfolgung warf es ihre kurzen schwarzen Haare nach hinten, schaute mit ihren dunklen Augen zu mir nach oben und sagte mit einem aufgesetzten Grinsen: „Kuck! (schauderhafte Sprechpause) ich bin noch immer hier. (Eine noch schauderhaftere Pause) Bei dir!“ Gänsehaut.

Dieses kleine Mädchen mit dem stechenden Blick war merkwürdig. Es verfolgte mich auf Schritt und Tritt, beobachtete all meine Bewegungen und grinste dabei. Ahh! Sah denn niemand anderes dieses Kind? Kann es jemand bitte wegschicken? Ich verzweifelte. Irgendwann zischte ich dem Publikum zulächelnd: „Willst du nicht ein bisschen zu deiner Mutter?“ Bitte Gruselkind, bitte! Es grinste mich Chucky-Mörderpuppen-artig an und flüsterte: „Ich habe keine Mutter.“ Ahh, ich war in einem trashigen R.L. Stine-Gänsehaut-Fearstreet-Jugendbuch- Gruselroman gelandet.

„Mit wem bist du denn dann hier?“, fragte ich – wehleidig. „Mit meiner Großmutter.“ – „Oh, na dann geh doch zu ihr!“ Ich schöpfte Hoffnung. War das ein Licht am Ende des Gruseltunnels? Zu meinem Entsetzen schüttelte es den Kopf. „Nein“, sagte es mit ihrem aufgesetzten Grinsen, „ich bleibe hier, bei dir.“ Es trat noch einen Schritt näher mich heran und klammerte sich an meinem Kleid fest.

Irgendwann – urplötzlich – war das Mädchen verschwunden und ich erleichtert. Ausgelassen feierte ich und genoss den Abend. Während der Henna-Zeremonie als der Raum verdunkelt war und nur durch Kerzenlicht erhellt wurde, spürte ich eine kleine Hand auf meinem Knie. Es war wieder da, das Gruselmädchen. Leise sang es „Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne…“

Kinder haben so eine gruselige Art manchmal. So eine lustige, aber vor allem gruselige Art, manchmal.

Bildcredit geht an die wunderbare Fotografin meines Henna-Abends „Sekire“.

DIE TÜRKEN IN WIEN oder: HOCHDEUTSCH ALS INTEGRATIONSHINDERNIS


Plus in Wien: Zielpunkt


Laufen und Springen ist lebensgefährlich, weil Schreien doof ist.


Die nervigste Konstante in meinem Leben sind Identitätskrisen. Wer oder was bin ich? Wo gehöre ich hin? Irgendwann kam ich auf die richtige Fährte und fragte: Muss ich irgendwo hingehören? Also eigentlich dachte ich ja, das Thema sei in meinem Kopf endlich abgeschlossen. Ich bin, wonach mir lustig ist. Punkt. Ha! Hätte ich wohl gern. Denn was wäre eine Konstante ohne Konstanz? So holte mich die Identitätskrise kürzlich in Wien wieder ein. Ganz heimtückisch und unerwartet.

Wien, muss man wissen, ist fast wie München, mit dem Unterschied, dass Wien auch offiziell nicht in Deutschland liegt, sondern in Österreich. Und in Österreich ist nun mal vieles ganz anders als in Deutschland. Dort heißt die Supermarktkette „Plus“ nämlich „Zielpunkt“, „Aldi“ wird nicht nur in „Nord“ und „Süd“ unterteilt, sondern nennt sich: „Hofer“. In der U-Bahn-Werbung geht es um Abtreibung und in den Kirchen hängen Schilder wie „Schreien ist uncool.“ Außerdem sprechen die Menschen auch ganz anders. Sie rollen das R, haben eine Liverpoolsche Sprachmelodie, und von weitem klingt es wie Türkisch – finde ich.

Vieles ist anders und damit auch gut. Ich bin ja nicht in Deutsch-, sondern im Ausland. Man holt mich also am Flughafen ab, wir düsen durch die Stadt und kommen bei meinen türkischen Gastgebern an. Herzlich empfängt mich Melek, die Mutter des Hauses, mit Umarmungen, warmem Gebäck, heißem Schwarztee und lecker-üppigem Frühstück. Weil wir unter Frauen sind, hat sie ihr Kopftuch locker nach hinten gebunden und trägt ein T-Shirt. Sie hat ein warmes Lächeln. Wir unterhalten uns auf Türkisch über Gott und die Welt. Ich fühle mich wohl zu Gast bei türkischen Wienern.

Dann, plötzlich, klingelt ihr Handy, sie steht auf, stemmt ihren Arm in die Hüfte und spricht fließend Deutsch. Also Österreichisch. Oder Wiener Deutsch. Vielleicht Ostmittelbairisch. Ich weiß es nicht. Ich kann auch nicht verfolgen, was sie da sagt. Ich bin einfach nur schockiert. Eben noch saß Melek in der Schublade „mütterlich türkisch“, jetzt steht eine lustig frohe Frau mit Wiener Mundart vor mir – mit Kopftuch auf dem Kopf und türkischem Tee im Glas. Man kauft ihr das Österreichische sofort ab. Ohne Zweifel und Zögern. Melek ist eine waschechte Wienerin, ja so wienerisch, dass sie deutscher ist als deutsch.

Ich bin baff. So einfach ist das also. Ein Dialekt war es, das mir in meinen 22 Jahren Integrationsbemühung fehlte. Ich Hamburgerin eierte mit meinem Hochdeutsch durch die Gegend und mischte mich in Integrationsdebatten, dabei fehlte mir nur das Hamburgische. Das „Moin Moin“ meines Mathelehrers und das Grummeln von Käptn Blaubär. „Min Jung“ hätte ich Sarrazin anreden müssen und ein bisschen vom Hamburger Shitwetta snacken sollen. Wir wären bestimmt Freunde geworden.

Schafft das Hochdeutsche ab, verdammt noch mal! Das Goethe-Institut soll Sächsisch lehren oder Bayerisch. Und die Integrationskurse sollen Plattdeutsch unterrichten. Hochdüütsch kann jeden Dösbaddel snacken, Platt is för de Plietschen! Genauso isses.

PS: Kürzlich schenkte mir Arne einen Integration-Erste-Hilfe-Kasten (Danke!!): Ein Plattdeutsch-Lernpaket. Damit bin ich unaufhaltsam. Buh!

taz, Tuch-Kolumne, 1.03.2011


BEIM POSIEREN FÜR DAS FERNSEHEN

04.03.2011 – 15:01 (Kübra sitzt vor einem PC der Uni Hamburg und tippt wild herum)

Ich sitze gerade mit einem Kamerateam vom Hessischen Rundfunk in der Rechtsbibiliothek der Uni Hamburg und tue so, als würde ich studieren und arbeiten. In Wirklichkeit aber schreibe ich diesen Blogeintrag, was ja irgendwie passt – schließlich geht es neben der Vorstellung des Buches „Manifest der Vielen“ mit Hilal Sezgin mitunter auch um meine Arbeit als Bloggerin.

Wir sitzen also in der Bibliothek, einen Mitstudenten haben wir dazu verdonnert als Komparse neben mir sitzend zu arbeiten (Solltest du diesen Text jemals lesen, Student in blau, dann: Danke und liebe Grüße!). Ich glaube im Gegensatz zu mir arbeitet er wirklich. Ich ja hiermit auch. Also ist das Ganze damit nun wieder total authentisch. Uyuy, sonst hätte ich Schauspielern müssen und damit schwer scheitern können.

Aber zu dem was heute so geschah und dem, worum es geht:

Hilal Sezgin, Herausgeberin des Buches „Manifest der Vielen“ und ich, eine der dreißig Autoren, wurden vom Hessischen Rundfunk zu dem Buch und generell zu unserer Arbeit interviewt. Hilal ist schon weg, beim nächsten Shooting für ihr anderes Buch. Ich darf hier noch einige letzte Szenen drehen und drei Mal ganz locker, lässig und natürlich an den Schreibtisch setzen.

Übrigens, eben beim Außendreh: Ein etwas älterer Mann kam an uns vorbei. Er blieb stehen, schaute mich an und sagte dann: „Du bist doch Kübra, oder?“ Ich nickte, erstaunt. Und dann sagte er Augenzwinkernd: „Ich kenne dich.“

Uf. Wisst ihr, so mit einer Riesenkamera im Gesicht konzentriert auf den Bildschirm zu blicken und einen einigermaßen lesbaren, ja vielleicht sogar informativen, Text zu schreiben ist gar nicht so einfach. Ich habe Angst, dass ich vor lauter Konzentration die Kontrolle über mein Gesicht verliere. Oh wei!

Jetzt muss ich so tun, als würde ich tippen. Und jetzt tippe ich, tippe ich, tippe ich.

Ich schreibe ein Gedicht über das Tippen.

Nicht.

Diesen Quatschblogeintrag habt ihr der folgenden Sendung zu verdanken:

RILKE WAR EIN MUSLIM

War er nicht. Ist ja auch nicht so wichtig. Wichtiger ist, dass Worte Kunst sein können und Kunst verbindet.

Deshalb liebe ich Poetry Slams, die moderne Wort- und Sprachkunst. Sie machen unsere Wörter durch merkwürdige Aneinanderreihungen, kunstvolle Wiederholungen und überraschende Betonungen zu neuen Wörtern mit neuen Bedeutungen. Einige geben den Worten eine Seele. Andere Poetry Slammer reduzieren Worte auf das nackte Wort und spielen mit der Entblößung.

Um Überraschen, Fühlen, Umdenken und Nachdenken geht es beim Poetry Slam. Ein Spiel mit der Sprache.

Und nicht zuletzt: Poetry Slam ist eine kunstvoller Umgang mit der Realität, dem Alltag, dem Erlebten und Gedachten. Sie kann einen wunderbaren Einblick in die Gedankenwelt eines Menschen geben, sie bricht die Realtität runter auf die Welt hinter den Augen eines Menschen.

Was geschieht hinter muslimisch-deutschen Augen? Was sehen diese Augen? Wie werden sie gesehen? Welche Gedanken, wollen gesagt und gesprochen werden. Welche Wort gefasst?

Kunst ist unsere gemeinsame Sprache. Sie verbindet.

So bin ich in allergrößter Vorfreude auf die Ergebnisse von „Poet gesucht – Muslimische Sprachkunst aus der Republik“, einem Wettbewerb von Waymo und der Muslimischen Jugend Deutschland. Bewerbungsschluss: 15. April. Lest hier und mach die Augen auf! Vielleicht entdecken wir doch noch den muslimischen Rilke.

MANIFEST DER VIELEN HEIßT EIN BUCH.


Gestern Abend habe ich zum allersten Mal vor Publikum vorgelesen. Nein, eigentlich zum zweiten Mal. Beim ersten Mal, da war ich siebzehn Jahre alt, las den Text „Was möchten Sie?“ und musste beim Lesen auf der Bühne weinen. Seitdem habe ich das Vorlesen vor Publikum tunlichst vermieden. Außer in der Schule. Da habe ich immer gerne vorgelesen und man hat mich auch immer gerne Vorlesen lassen. Das lag vor allem an der Geschwindigkeit meines Vorlesens bzw. an den Atempausen, die ich nicht einlegte.
So fand ich mich gestern Abend auf der Bühne wieder mit einem Buch auf dem Schoß, das sich „Manifest der Vielen“ nannte, und sollte mit anderen Menschen daraus vorlesen. Tat ich dann auch. Ich schaute auch ab uns zu ins Publikum um Atempausen vorzutäuschen. Ich weiß nicht, ob es funktioniert hat. Ich jedenfalls glaubte Sauerstoff zu riechen.
Aber was ich eigentlich sagen wollte, ist dass das Buch nun draußen ist. Und ein Text von mir ist auch drin und damit auch draußen. Ich finde die anderen Texte echt cool. Das ist keine Kaufempfehlung, sondern eine Leseempfehlung. Wobei die Klugen unter euch natürlich ein Kaufempfehlung hier rauslesen könnten. Könnten.
Außerdem wollte ich mitteilen, dass der Abend gestern echt toll war. Da kamen viele tolle Menschen zusammen, die irgendwie und irgendwas mit MigrantInnen und dem Islam zu tun haben. Das war quasi eine Mini-Islamkonferenz, obwohl ich viele Menschen vermisst habe, die auch und sehr gut in diese Mini-Islamkonferenz gepasst hätten. Aber so ist es ja auch in der echten Islamkonferenz, damit war das Ganze wieder richtig authentisch.
Und ich durfte Menschen
, die ich aus unzähligen Mail- und Facebook-Unterhaltungen kannte, nun endlich in echt (neudeutsch: „real life“) sehen. Das war ganz merkwürdig. Zum Beispiel Migazin-Gründer Ekrem Senol, den kannte ich bis dahin nur in Schwarzweiß. Und andere Menschen, die viel kleiner, viel größer und sowieso ganz anders aussahen, als ich mir immer vorstellte. Das war so wie wenn dein Lieblingsbuch verfilmt wird. Es wird nie mehr so sein wie früher.

Ich möchte diesen Text mit einem Video abschließen, das ich oben eingebaut habe, aber erst hier unten erkläre – um euch zu verwirren. Statt eines Buchtrailers gibt es ein exklusives Musikvideo. „Tanz den Sarrazin“ gerappt von Volkan T. (Mein Lieblingssatz in dem Lied ist „Ich integrier mich mit dir.“) Die Sängerin Sesede Terzyan finde ich wunderbar, wunderbar gelassen. Sie spielt übrigens die Hauptrolle in dem Theaterstück „Verrücktes Blut“. Habe das Stück noch nicht gesehen, muss es aber tun. Weil hat ja mit Migranten zu tun – und soll außerdem auch großartig sein!

Ich tauche in dem Video auch kurz auf und tue so als würde ich Lesen. Nein, ich lächle beim Lesen normalerweise nicht. Ich wollte bloß nett aussehen.

Jetzt kurz ohne Ironie und so: „Manifest der Vielen“, herausgegeben von Hilal Sezgin (Danke, danke und großartige Sache!) und mit Texten von vielen, vielen tollen Menschen. Blumenbar Verlag. Folget dem Link.

UND DANN WAR SIE STUMM…

Komm her, mein Kind“, sagt der alte Professor und führt die 17-Jährige in sein Büro. Gemächlich setzt er sich hinter seinen massiven Schreibtisch und lehnt sich zurück. Durchdringend schaut er sie an. Dann holt er tief Luft: „Auch ich bin Muslim, Allah sei dank“, sagt er, „Ich bete manchmal. Und Arabisch kann ich auch ein bisschen.“ Er lächelt sie väterlich an. Das junge Mädchen rutscht auf ihrem Stuhl herum. „Du kannst mir vertrauen“, beteuert der Professor. „Wer hat dich beauftragt?“, fragt er schließlich.

Die junge Studentin blickt ihn stumm an. Heiß und kalt wird ihr. Still und regungslos sitzt sie da. „Welches Regime hat dich beauftragt? Saudi-Arabien?“, wiederholt er und blickt auf das Stück Tuch auf ihrem Kopf, das ihr in einigen Wochen die Sicherheitskräfte vor der Uni abziehen werden. Das Kopftuch ist an türkischen Universitäten verboten.

Noch im selben Jahr verlässt das junge Mädchen die Universität. Sie, die in der Schule immer die Beste war, kehrt als gebrochener Mensch in ihre anatolische Kleinstadt zurück.

Zwei Jahre später liegt sie in Deutschland im Krankenhaus. Ihr erstes Kind ist auf dem Weg. Das Krankenzimmer teilt sie sich mit einer Afghanin und einer Deutschtürkin. Beide verstehen die Ärzte. Sie nicht. Die Deutschtürkin hilft ihr. Und wenn sie mal nicht da ist, sprechen die Ärzte mit der Afghanin. Die Afghanin erzählt es später der Deutschtürkin und sie wiederum übersetzt. Die werdende Mutter fühlt sich erniedrigt. Sie spricht fließend Arabisch und Englisch, hat Gedichte in türkischen Zeitungen veröffentlicht. Nichts hilft ihr hier.

Nach der Geburt ihres Kindes, es wird ein Sohn, besucht sie einen Deutschkurs. Sie lernt schnell, aber die Lehrerin ist ungeduldig mit ihr. Sie spricht langsam und mit Akzent.

Ihr gefällt ein Kleid in einer kleinen Boutique. Die Verkäuferin klackert mit ihren roten Nägeln auf dem Tresen und beobachtet sie. Im Kopf baut die junge Mutter ihre Frage zusammen. Sie will nach dem Preis des Kleides fragen, natürlich fehlerfrei. Die Verkäuferin wartet nicht. Sie reißt ihr das Kleid aus der Hand, sagt energisch „Zu teuer“ und hängt es wieder auf. Die Fremde schweigt.

Sie stürzt sich in die Erziehung ihrer drei Kinder, sie sollen erfolgreich sein. Ihr Sohn hat in der vierten Klasse ein gutes Zeugnis. Er soll auf das „Jimmy lazim“, eine gute Schule. Danach kann man studieren, haben ihr die Nachbarn erzählt. Die Lehrerin aber glaubt nicht an ihren Sohn. Sie schickt ihn trotzdem hin.

Auf dem Gymnasium ist Elternabend. Ihr Mann muss arbeiten, deshalb geht sie alleine. Die Eltern setzen sich zusammen mit ihren Kindern in eine Runde und besprechen mit der Lehrerin den Klassenstand. Es gibt Lob. Auch ihr Sohn ist gut, hat viele Freunde und ist beliebt. Sie freut sich. Ob die Eltern noch etwas anzumerken hätten, fragt die Lehrerin. Sie meldet sich. Ihr Sohn nimmt ihre Hand und legt sie runter. „Mama“, sagt er, „bitte rede nicht.“

Sie schweigt.
Im Bus, im Supermarkt und im Wartezimmer.

Das ist die Geschichte meiner Mutter, Tanten, vieler ihrer Nachbarinnen und Freundinnen. Das ist die Geschichte der Frauen, die wir als „stumm“ bezeichnen. Das ist die Geschichte der Frauen, die noch mehr, noch lauter, noch länger erzählen müssten.

taz, Tuch-Kolumne, 16.02.2010