KÜNSTLICHE IDENTITÄT

Das Leben in London empfand ich in vielerlei Hinsicht inspirierend. Vor allem aber den künstlerisch spielerischen Umgang mit der Identität. Die überwältigende Größe der Stadt und die Anonymität des Alltags gibt den Menschen die Möglichkeit sich frei von gesellschaftlichen Zwängen neu zu erfinden und zu erproben. Nur die Wenigsten nehmen diese Möglichkeit wahr, aber die Wenigen kosten diese Möglichkeit in vollen Zügen aus.

An der Mode kann man diese Beobachtung festmachen. Beim Einkaufen schlenderte ich an Damen mit Ballonröcken und Männern in Windeln vorbei. Perfekt frisierte Jungshaare neben kahlrasierten Frauenhinterköpfen. Manche Gestalten stehen einfach nur da an der Straßenecke und sehen gut aus – in der Hoffnung, ein Modeblogger möge sie entdecken. Das Gesehen-werden-Wollen, der modische Schrei nach Aufmerksamkeit, gehört auch zu dieser Identitätsfindung. Erst eine Identität, die wahrgenommen und rezipiert wird, bestätigt den Menschen in seiner Identität.

Heute stieß ich auf den Künstler Ah Xia. Seine “China, China”-Reihe zeigt Skulpturen von Chinesen aus Porzellan (engl.: China). Sehr inspirierend.




Ah Xias Skulpturen erinnern mich an eine türkisch-spanische Künstlerin, die meine Freundin Mona und ich in einer Londoner Gallerie entdeckten. (Ihr Name ist mir leider entfallen) Eine sehr interessante Person.



Die beiden Porzellanfiguren hat sie mit “Identity I” und “Identity II” betitelt. Sie beschreibt die multiplen Identitäten, die die Künstlerin innehat. Das blaue Muster der rechten Figur ist traditionell türkisches Tulpenmuster und symbolisiert ihre türkische Identität.

Mein Freundeskreis in London war sehr bunt, anders und gegenteilig. Wir hatten oft nicht viel gemeinsam. Mindestens aber immer: Die Identitäten.

29 Comments KÜNSTLICHE IDENTITÄT

  1. Anonymous

    Identität …. Wie wäre es mit Persönlichkeit; oder Charakter; oder Individualität?

    Seit wann und warum ist es hipp, dass sich jeder Griesgram und jede Schnepfe in irgend ein (oder: listig, listig; mehrere!)Massenkollektiv(e) verhuschen muss?

    (Nicht nur religiös bestimmte Wahnkollektive, auch säkulare KulturalistInnen dürfen sich ausdrücklich mit angesprochen fühlen!)

    Was ist los? Haltet Ihr Euch für behindert, oder missgeboren, dass Ihr so versessen seid auf abtauchen und aufgehen? Aus wessen Geschichte soll das eine Lehre sein?

    Fuck identity; be yourself; werd’ a mensch!

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  2. Anonymous

    Es ist jedes Mal aufs neue lustig, wie anonyme Kommentatoren hier allem und jedem die Existenzberechtigung absprechen. Ich möchte mich in die Reihe dieser großen Menschen einreihen.
    Fuck yourself! Es gibt keine Menschen; es gibt nur Identitäten!

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  3. Anonymous

    Hey, Nr. 2 Du sagst es!

    Gott schuf Identitäten, die nur so aussehen, wie Menschen. Persönlichkeit, Individualität.. alles blos gotteslästerliche Arroganz; sei Deine Identität, werde ihr gerecht, verrate sie nicht, schütze ihre Ehre, geh’ in ihr auf!

    Hallo?!

    Das ist Faschismus pur, rein und abstrakt!

    Rasse, Klasse, Volk, Glaube; völlig egal – Hauptsache irgendeine Identität, der man dann “gerecht” zu werden hat, bei der man jeden Schwachsinn mitmacht, bei der man für nichts mehr verantwortlich zu sein braucht.

    Ich glaube, dass es bei diesem ganzen Identitätswahn um die Erlösung von der Verantwortung geht. Gottes Wille endlich enthüllt; ist das die neue Offenbarung, das Evangelium der multikulturellen Gesellschaft?

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  4. Anonymous

    Meine Güte! Egal über welches Thema Kübra schreibt, es wird immer wieder ein Grund gefunden, um rumzumeckern. Sie könnte über Giraffen und Pinguine schreiben und es wäre auch nicht recht.

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  5. Anonymous

    Hallo, ich bin Nr.2.
    Der ironische Teil meines Kommentars war “Ich möchte mich in die Reihe dieser großen Menschen einreihen.” Der Rest war ernst gemeint, vorallem das fuck yourself. Ich glaube auch, dass du, Nr.3, gar keine Persönlichkeit oder Individualität hast. Aber wenn du noch eine Identität suchst gegen diese Kopftuch-Faschisten (Achtung, Ironie! Nicht dass das schon wieder falsch verstanden wird),
    Horst Seehofer verteilt grad deutsche nationalistische Identitäten für lau. Probiers doch auch mal mit Moscheen anzünden. Hat auch schon oft gegen Faschismus funktioniert. http://ow.ly/3n1D1
    Ich beende diesen Kommentar jetzt mit einer Hasstirade gegen Giraffen und Pinguine: GIRAFFEN UND PINGUINE, die gibt es gar nicht. Hirngespinste, die uns von den Medien diktiert wurden! Genauso wie Bielefeld!

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  6. Anonymous

    Nr. 2 und 5; sowie 4

    Allem und jedem die Existenzberrechtigung absprechen…

    Hallo?! Beitrag Nr.1 setzt sich mit einem nicht ganz unbedeutend modischen Identitätsbegriff auseinander und nicht mit allem und jeden. Wenn jemand meint, dort werde den veilfältigen identitätspolitischen Ansätzen Unrecht getan, dann wäre das interessant zu erfahren (nebst Gründen).

    Was ist das für eine Lesefähigkeit, die aus einem Beitrag zu einem relativ präzisen Gegenstand ein Verriss von “allem und jedem” macht?

    Und was ist jetzt genau ernst gemeint, dass es nur Identitäten, aber keine Menschen gäbe? Das, was der Beitrag polemisch attackiert, meinst du so ernst. Prima, dann ist man über dich wohl hinreichend informiert jetzt.

    Nach diesen Feststellungen von dir ergibt sich der Schluss dass Nr. 3 keine Persönlichkeit oder Individualität habe, ganz von selbst; allerdings nicht nur für Nr.3.

    Die Annahme, dass der Nicht-Mensch Nr.3 auf Identitässuche sein könnte, hat dagegen in deinen eigenen Prämissen überhaupt keine Basis und für den Rest mangelt es mir an schlechtem Geschmack.

    Vielen Dank für die Aufklärungen über Dich!

    Nr. 4 Ok, der Beitrag 1 konnte meckermäßig rüberkommen. Es wurde aber eher über einen Identitätsbegriff gemeckert, bei dem Identität einen Raum einnimmt, in welchem man sonst aber auch gewohnt sein könnte Verantwortung, Überlegung und Entscheidungen anzutreffen.

    Man könnte dem Beitrag 1 vorwerfen, dass er etwas an Kübras Beobachtungen von einem differenziert-wählerischem Umgang mit Identitätsmomenten vorbei schreibt, bzw. vorbeimeckert.

    Er meckert halt über einen Identitätsbegriff, wie er insgesamt in diesem Blog und auch sonst in unseren modernen Zeiten eine gewisse Rolle spielt.

    In Kübras Beobachtungen wird gerade dieser so ausgemeckerte Begriff etwas transzendiert und steht nicht so übel und fatal eng da, wie sonst oft. Insofern stehen sich Kübras Beobachtungen und die Polemik von Nr. 1 vielleicht etwas weniger fern als es manchem Anti-Meckerer vorkommen mag.

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  7. moslaemm

    Ist es nicht faszinierend, dass Du überall Deine Identität behalten darfst, nur nicht in Deiner eigenen doischen Heimat? ;)

    Manchmal frage ich mich, ob nicht vielleicht doch was an Sarrazins Thesen dran ist und Der Deutsche irgendwo in sich versteckt ein Nazi-Gen trägt. Diese auffällige Häufung der Kombination von Hass, Neid, Missgunst und Xenophobie tritt bei anderen Nationen nicht in diesem Ausmass auf.

    Nach meiner bescheidenen moslemischen Beobachtung … :->

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  8. Jens-Uwe Freiherr von Wichtingen Graf im Hegau

    Hallo, ihr anonymen Kommentatoren! Die Kategorie der Identität ist hochproblematisch. Das sehe ich genauso. Nur habt ihr denn Sinn von Kübis Rede in ihr Gegenteil verkehrt. Kübi muß man den Vorwurf machen, daß sie soziologische und politische Begriffe falsch verwendet, wie hier den Begriff der Identität. Hätte sie den Artikel statt mit “Künstliche Identitäten” z.B. mit “Kreativen Persönlichkeiten” überschrieben, wäre wohl alles in bester Ordnung gewesen.

    Kübi fühlt sich in London enfach wohler als etwa unter den Gartenzwergen. Das wollte sie wohl ausdrücken. London ist eine freie Stadt. Es erübrigt sich der Vorwurf, Kübi sei antiwestlich und antiliberal eingestellt. In London darfst Du alles sein: Hindu, Hippie, schwul oder eben Moslem. Allen Menschen wird hier gleichermaßen Wertschätzung entgegengebracht. Kein Mensch phantasiert hier eine imaginäre islamistische Weltverschwörung herbei und verlangt hier von Kübi, sich für ihr Kopftuch zu rechtfertigen, und zu Gewalttaten irgendwo in Somalia oder Pakistan Stellung zu nehmen. Na ja, zumindestens haben Menschen, die das tun, nicht so großen Einfluß.

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  9. Jens-Uwe Freiherr von Wichtingen Graf im Hegau

    Ach ja, wo wir bei totalitären Identitäten sind: Die gibt es hier rudelweise: PRO- und anti-deutsch-völkische, kemalistische, zionistische, genderstalinistische, feministische, evangelikale, katholische und andere Identitäten. Sie alle wollen Kübi an das Kopftuch und sich an ihren Bürgerrechten vergreifen. Da ist es ja kein Wunder, daß Kübi lieber in Londen als unter den Gartenzwergen lebt.

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  10. Anonymous

    Respekt in Berlin

    http://letter.code-ev.org/?p=14912

    Da habt ihr euren Respekt!

    Die Berliner Polizei setzt die Respektbedürfnisse der machthabenden Teheraner Wahlkampfexperten mit aller Beherztheit durch!

    Die Opfer: Menschen aus euren Herkunftländern, die dachten, hier gäbs ein bischen Freiheit.

    Toll, Identität vor ehrenrühriger Besudelung bewahrt; Respekt vor Gottesstaat, Friedensreligion und Handelspartner voll zur Geltung gebracht.

    Kein Fussbreit für Freiheit, Kritik und Reflexion.

    Toleranz? Alle mal lachen, bitte.

    Alles in bester multikultureller Respektordnung in Berlin-Dahlem.

    Beifall, Gratulation, Respekt!

    So holt man das schlechteste aus Deutschland hervor und setzt es on top. Auf diesen Beitrag haben die armen Gartenzwerge hier lange gewartet.

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  11. Anonymous

    Nr. 9: Hallo Freiherr,

    Eine beeindruckende Aufzählung gelang dir da. Nur fehlt leider der aktuelle Haupthexenhammer. Aber, was noch nicht ist, kann ja noch werden.

    Ich mache mir inzwischen Sorgen über das Los von Anhängern eines erotischen Kopftuchfetisches. Es soll Leute geben, die nur im Kontext von Seidentüchern richtig poppen können. Die finden sich jetzt auf einmal mit “Brenn in der Hölle, du Schlampe” und “Pass blos auf mein Bruder sticht dich ab” Hintergründen in eins geworfen.

    Kübra scheint mir ihren Anhängerscharen hier wieder mal weit voraus zu sein, wenn sie die Londoner Freiheit von Männern in Windeln preist. Überhaupt finde ich Kübra total subversiv – und das Beste: ihre Fans merken es nicht.

    Ein Marsch von Windelmännern mit Kürba als niquabitch durch Bradford und Neukölln; das wäre eine tolle Demo für eine rein persönlichkeitsgesteuerte Identitätenmixwahl.

    Ich käme vielleicht in Taucheranzug mit Taliban-Turban dazu und du in Zulu-Baströckchen mit Existentialistenpullover.

    Und die Aggro-Kids, die alle nur nicht wussten, ob sie selber vielleicht schwul sind oder nicht, stömen in Designrapperklamotten mit Gartenzwergmützchen herbei….

    Danach entscheiden wir auf einer Basisdemokratichen Schura, ob London oder Berlin hipper ist und erklären den Ex-Aggrokids, dass wir alle ein bischen Bi sind und nicht nur multikulturell, sondern auch multimorph pervers und das das völlig ok ist und dass sie das sofort ihren Eltern sagen sollen und das Sarrazin jetzt ein neues Buch schreiben muss und wir verpflichten uns, diese 450 Seiten dann aber auch zu lesen, bevor ihn zum nächsten Event wieder nicht einladen.

    Dann fordern wir die Banlieus zum Wettbewerb heraus, dann Beirut, dann Tel Aviv, Manhatten, Moskau, Belgrad, Bagdad, Buenos Aires und Buxtehude….

    Eyyyiih, Allhda, das wär so geil, weissu….

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  12. Anonymous

    Fortsetzung von Nr. 11

    Bin gerade gut drauf:

    Wir schmeissen Aschura mit einem phillipinischen Wettkreuzigen, einer indisch-pakistanischen Fakirauslese, einer original russischen Saunarutengeisselung mit gleichen Startbedingungen für Altgläubige und Exstalinisten, sowie mit der strikt säkularen Folsom Street Parade zusammen.

    Vorher demonstrieren wir für die freie Ausreise aller TeilnehmerInnen aus Peschawar, Nischnij Nowgorod, der Region Großjerusalem, allen besetzten und besiedelten Gebieten (ohne Ansehen des Besatzers, der Ureinwohner und der Neu-Nachbarschaften), der Stadt Van sowie aus dem Oberammergau zu diesem Event.

    Absehbare Folgen: Die Love-Parade wird wegen eingestandener Ödnis Pleite anmelden, Kemalistische Aschure-Suppe-Minimalisten werden sich zu einer Öffnung für Curry bereiterklären und sämtliche Christopher Street Day Traditionalisten werden um Teilnahme ansuchen und strikte Hetero-Toleranz geloben.

    Dafür drohen wir alle gemeinsam mit einem Boykott des Weihnachtsmannes, falls es bei der Ausreise der Katholischen Lesben aus dem Vatikan Schwierigkeiten geben sollte.

    Sodann bringen wir in einer ironischen Zeremonie dem Grundsatz der Gegenseitigkeit einen Osterhasen als symbolisches Opfer dar. Alle Proteste dagegen werden ohne Ansehen der Vorurteile ihrer Einreicher zurückgewiesen.

    Herr Ratzinger wird zur Teilnahme eingeladen, unter der Auflage, dass er alle halbe Stunde zwischen Bußgewand und Inquisitorenkutte wechselt.

    Als Ehernvorsitzende des zu gündenden Vereins “Multi heißt Multi und nicht Mono, ey” werden der erste Windelmann und die erste Ballonröckchenträgerin, die Kübra so göttlich inspiriert haben, weltweit intensiv gesucht.

    Als Anreiz, sich freiwillig zu stellen, wird ihnen die Nachfolgeschaft des alternativen Dalai-Lamas in Ko-Regie angeboten und Peking zu deren Anerkennung als einseitige Vorleistung aufgefordert.

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  13. Anonymous

    Nr. 11 und kein Ende..

    Wir gründen einen Sender extra für Saudi-Arabien mit dem Arbeitstitel: Shirk reloadet; bunte Traditionen außerhalb des Zerrspiegels der Orthodoxie. Falls dieser sabotiert werden sollte, drohen wir mit einer systematischen Burkaüberblendung von sämtlichen polnischen Pornoprogrammen in der Region.

    Der Hamas bieten wir ein Entcodierungsprogramm für die Transparentmachung des Burkafilters an, falls diese sich bereit erklärt, im Konfliktfall den Saudis mit der Anerkennung der schiitischen Zeitehe zu drohen.

    Hierfür erwirken wir in Teheran zur Belohnung für diesen Triumph der schiitischen Lebensfreude eine Umwidmung aller von den Zionisten kaputtgemachten Brennstäbe aus dem Atomprogramm zu Testvorrichtungen für Präservative.

    Im Iranischen Press-TV Studio London dementieren wir allerdings alle Spekulationen darüber, dass wir Vorboten des Mahdi sein könnten.

    Dafür, dass die Zionisten die restlichen Brennstäbe auch noch kaputt machen dürfen, verpflichten sie sich zu technischer Hilfe bei Umrüstung der Dinger zu Präsertestvorrichtungen.

    Falls das Burkaentblendungsprogramm im Iran nicht richtig läuft, übernimmt Israel die Verantwortung dafür und stellt exklusiv für den Iran eigene Pornos zum Selbstkostenpreis bereit. Persischstämmige Darstellerinnen werden darin nicht annonymisiert (immer nur Blondinen ist nämlich auch irgendwann langweilig) und der Mossad kriegt den Personenschutz vor deren Brüdern aufgedrückt.

    Wikileaks wird gebeten, sämtliche Vereinbarungen für die o.g. Maßnahmen streng vertraulich zu behandeln und alle US-Diplomaten bekommen erst mal Urlaub und einen Kurs im Kreativem Schreiben.

    Gaddafi bieten wir für seine Neutralität in dieser Frage eine zweite ukrainische Blondine für eine Nacht an, aber nur unter der Auflage, dass sie Kopftuch tragen darf, wenn sie will.

    Die Blondine befreien wir zuvor aus einem rumänisch-orthodoxen Exorzismus-Keller, in den sie auf Antrag ihrer Familie wegen Verdacht auf Hypersexualität geworfen wurde.

    Anschließend wird der Schwester der grosse Silivio-Berlusconi-Verdienstorden für Ausdauer vor dem Greise verliehen und Gaddafi mit der Veröffentlichung eines heimlich von der Blondine durchgeführten Koks-Testes erpresst.

    Zur Belohnung bekommt die Blondine ein Ballonröckchen mit Autogramm von Kübra (ist doch ok, oder?) und muss keinen Windelmann heiraten, wenn sie nicht will…

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  14. Jens-Uwe Freiherr von Wichtingen Graf im Hegau

    #11…13: Du brauchst nicht soviel phantasieren. So ähnlich geht es in London bereits jetzt zu. Naja, nicht ganz, aber dem Prinzip nach. Berlin, die Hauptstadt der Gartenzwerge ist jedoch noch nicht soweit. Die Gartenzwerge sind aber auf dem richtigen Weg. Man hat zunächst beim vernünftigsten Teil des Gartenzwergenvolks, also den Wissenschafts- und Technik-Morons unter den Gartenzwergen angefangen, die soziale Realität behutsam umzugestalten. Dies geschah, indem Joachim Bublath heimlich durch Ranga Yogeshwar ausgetauscht wurde. Bislang hat sich noch niemand über den Wechsel beschwert. Wahrscheinlich haben die Gartenzwerge den Wechsel nicht einmal bemerkt. Man kann also durchaus von einem Erfolg sprechen, so daß berechtigte Hoffnung besteht, daß Berlin einmal gegenüber London aufschließen wird.

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  15. Anonymous

    Hallo Freiherr,

    meine Phantasie ist gerade etwas erschöpft und das will ich gleich mal für eine sachliche Frage an dich als in Südafrika domeszilierender Sprachprofi nutzen:

    Kann es sein, dass die deutsche Sprache den Arabern noch viel mehr verdankt als die Razzia?

    Z.B. den nicht wirklich nett gemeinten “Kaffer” und sein “Kaff” aus dem arabischen “kafir”?

    Sind da vielleicht Araber und Afrikaaner gemeinsam über die Bantus hergezogen?

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  16. Jens-Uwe Freiherr von Wichtingen Graf im Hegau

    Falls es Dich wirklich interessieren sollte: Dieser Wikipedia-Artikel beschäftigt sich mit aus dem Arabischen entlehnten deutschen Vokabeln.

    Jetzt aber mal zum unterschwelligen Teil Deiner sachlichen Frage: Zunächst unterstellt ihr mir, daß ich der arabischen Zivilisation einen Heiligenschein aufsetzen würde, und dann beschwert ihr Euch darüber, daß die Wirklichkeit diesem Heiligenbilde nicht entspricht. Die Araber hätten ja auch Negersklaven gehabt. Sie hätten fremde Länder überfallen, wirtschaftlich ausgebeutet und den Welthandel zum Schaden der übrigen Welt monopolisiert. Die Araber sollen doch bitte mal schön still sein, und sich nicht andauernd über den europäischen Imperialismus und Kolonialismus aufregen! Das ist in etwa der Unterton Deiner sachlichen Frage.

    Weiter oben sprachen wir schon von problematischen Identitäten. Hier haben wir ein schönes Beispiel dafür. Kübi ist gewiß unschuldig an den Gewalttaten der osmanischen Sultane, genausowenig wie man den arabischstämmigen Migranten nicht die Fehler der längst verflossenen arabischen Zivilisation vorwerfen kann. Warum glauben manche Gartenzwerge eigentlich, andauernd die Ehre des Deutschen Volks verteidigen oder das Abendland vor dem Untergang retten zu müssen? Das ist ja erstaunlich. An dem, was Deutschland und das Abendland im Guten wie im Schlechten leisteten, waren die allermeisten dieser Gartenzwerge ja gar nicht beteiligt. Sie sind also an allen Verbrechen, die im Namen Deutschlands und des Abendlandes verübt worden, unschuldig. Genausowenig gibt es für die Gartenzwerge einen Grund, auf die Leistungen Deutschlands und des Abendlandes stolz zu sein. Wieso fühlen diese Gartenzwerge sich so für Deutschland und das Abendland verantwortlich?

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  17. Anonymous

    Freiherr, vielen Dank für Eingehen auf Frage und sinnvolle Fortführung der Debatte!

    Die Wiki-Liste hatte ich irgendwannmal schonmal entdeckt, aber nachdem ich dort “Razzia” vermissen mußte, mit Ignoranz für alle Zeiten gestraft. Dir fällt das Verdienst zu, dass ich die Liste nicht weiter ignorieren kann.

    Leider fehlt immer noch ein angemessener Razziaeintrag. Beim Stichwort “Razzia” dagegen fehlt der Hinweis auf die Vaterschaft der Wüstensöhne nicht: “Krieg, Raubzug, Angriffsschlacht” – so wird das arabische Original dort widergegeben. Von diesem Ursprung müssen deutsche Polizeibehörden noch lange inspiriert gewesen sein, als sie an ihre diesbezüglichen Einsatzfahrzeuge das Wort “Überfallkommando” pinselten.
    http://www.polizeisammler.de/berichte/modelle/ueberfo.jpg

    Jetzt zum Unterschwelligen: For the sake of the argument bekenne ich mich erst mal zu sämtlichen Untertönen, die du heraushörst.

    Der historische Eroberungsdrang der Araber darf natürlich nicht dekontextualisiert werden und etwa an der UN-Charta gemessen werden. Es war halt ein spätvölkerwanderungsmässiges Phänomen gepaart mit einem Reichsgründungsansatz, an dem es einem Dschinghis Khan z.B. mangelte.

    Die Sklaverei in der arabischen Hemisphäre ist ein vergleichsweise neu aufgeschlagenes Kapitel und eine Dekontextualisierung führt auch hier zu nichts. Im zeitgenössischen Kontext fällt allerdings auf, dass die Sklavenausbeutung durch Araber weniger in “produktiver” Ausbeutung (Baumwollfelder) resultierte, sondern eher dienstleistungsmäßiger Ausbeutung im Kontext der ausgedehnten Luxussphäre, die man sich seinerzeit gönnte. OK, es war Renaissancezeit, man verstand es zu leben, in Orient und Okzident, aber ich wüßte nicht, dass sich europäische Renaissancefürsten mit Heerscharen von geraubt-versklavtem Gesinde umgeben hätten. Sie waren grosse Menschenfänger undMenschenhändler, die alten Araber, aber nicht so verwertungsversessene Ausbeuter, wie die Europäer, sondern eher undlänger Lebemänner, die im übrigen auch weisse SklavInnen keineswegs verabscheuten.

    Der Wiki-Eintrag unter Barbary Corsairs spricht von einer Entvölkerung der spanischen und italienischen Küstenlandschaften bis ins 19. Jahrhundert. Europäische Piraten durften sich den Korsaren anschliessen (Antirassismus) und viele Europäische Gekrönte Häupter zahlen Verschonungsgeld. Erst die kein Spass verstehenden US-Amerikaner gründeten ihr Marine Corps und wagten es, sich mit den unrassistischen Sklavenfängern anzulegen, obwohl sie selbst noch Sklaverei in den USA hatten.

    So verzwickt ist die Vorgeschichte von Freiheitskampf und Antirassismus. Immerhin in Saudi Arabien wurde die Sklaverei um 1960 herum dann auch abgeschaft.

    Für all das können heute Lebende natürlich gar nichts. Jede/r ist nur verantwortlich, für das, was er oder sie selbst gemacht, gebilligt, oder nicht übersehen haben. Logo.

    So, und jetzt zum Untergang der Deutschen.

    Ich gehöre nicht zu denen, die bei der Meldung, dass Deutschland sich abschafft bereits in Panik ausbrechen. Ich bin dann vielmehr ganz sachlich neugierig und frage mich absolut unaufgeregt, durch wen oder was die Deutschen denn abgelöst werden sollen. Und erst bei der Betrachtung der einschlägigen Antworten erwacht bei mir kritischer Instinkt.

    Von mir aus können sämtlich Gartenzwerge nach Polen zurückgesandt werden, von wo sie nämlich mehrheitlich eingeführt werden. Ich habe kein Problem mit der Erkenntnis, dass die meisten und die erfolgreichsten Nachfahren der Deutschen heute nicht in Europa, sondern in Nordamerika liegen. Ich neige sogar manchmal der Auffassung amerikanischer Konservativer Kritiker zu, die Deutschland als “failes nation” bezeichnen.

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  18. Anonymous

    Fortsetzung von 18

    “Failed nation” muss es natürlich heissen. Ich persönlich habe absolut kein Gartenzwerg-Nostalgie Problem. Andere mögen es haben und haben es bestimt, aber nicht ich.

    Grauen, Abscheu und Widerwillen entstehen bei mir erst beim Blick auf die Nachfolgekandidaten.

    Diese Symbiose aus Kleingangstern mit antisemitischer Märchenbuchgläubigkeit mit sozialwissenschaftlich verbrämten Antirassismusdiskurs ist vielleicht gerade die Sorte Untergang, die Deutschland verdient.

    Das ganze Abendland möchte ich dagegen nicht verdient in diesem Orkus sehen. Warum nicht?

    Weil irgendwie doch die Herausbildung der technisch wissenschaftlichen Zivilisation nebst einer gewissen humanistischen Wertebindung aus dem an Alpträumen keineswegs armen Abendlande hervorgegangen ist.

    Die Ausbreitung ewigkeitsbeanspruchender offenbarungsgebundener Wertmuster und Verhaltensweisen, die jugendliche Begeisterung für strenge Zucht, wenn sie nur bitte schön von woanders kommt, das subtile Zusammenspiel von Heiligen Jungfrauen und Halsabschneidern, das hochselektive “Hat nichts mit Islam zu tun” und “ist meine Religion habe ich ein Recht drauf” Geschrei stimmt mich argwöhnisch über die Richtung der Reise.

    Weder ein Gartenzwerg noch ich waren beteiligt an Werken, Wundern, oder Widerlichkeiten des Abendlandes. Kein Verdienst kann hierfür jungen und lebenden Leuten beansprucht werden.

    Mir geht es allein um die Bedingungen der Möglichkeit für die Fortsetzung der Veranstaltung “technisch-wissenschaftliche Zivilisation nebst humanistischer Wertebindung.”

    Das Multi-kulti laissez faire bietet deswegen keine Basis, weil die andere Seite nämlich weiss, was sie will. “Freiheit ist nicht für uns gemacht” ist die Botschaft der Mutter für die Tochter; aber die Freiheiten, die die Gesellschaft der Ungläubigen bietet, wollen sie haben.

    Konvertieren müssen immer die anderen beim persönlichen integrieren.

    Für die Tochter gibts den Cousin von der Heimaterde mit dort schon abgeleistetem Wehrdienst (oder einen Sohn von Helmut Kohl).

    Der Sohn kriegt seine Blondine nur, wenn sie konvertiert (ist ja hipp); sonst gibts auch ein Heimaterdegewächs, dessen Auswahl eine Konzentration auf die Gebärfähigkeit nahelegt.

    So. Das war jetzt rassistisch. Aber wenn Herr Erbakan und Herr Erdogan das vor Tausenden als Programm ausrufen, dann ist es ein sympathischer Schuss Patriotismus, der den Deutschen halt so abgeht, seit Reeducation, Ami-Bevormundung, Juden, etc.

    DAS IST ES WAS MICH ANKOTZT!

    Kann das jemand verstehen, ist das so schwer, ist das so sehr von einem anderen Stern? Um sämtliche Altabendländler und Urdeutsche, die das nicht kapieren, ist es mir nicht schade.

    die sich zu Künstlern umschulen lassen

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  19. Anonymous

    Noch ne Fortsetzung

    Sorry, habe da oben vergessen, den letzten Satz zu löschen. Ja, ich hätte besser alles löschen sollen, sehr witzig…

    Ich gehöre nicht zu denen, die meinen “Eurabia” sei schon gelaufen und alles sei schon verloren. Schon allein wegen des Türkentums in Europa wird “Eurabia” nicht laufen, auch wenn Herr Choudray stolz verkündet, man vermehre sich achtmal so schnell, wie die gottlosen Engländer.

    Zur Erinnerung: Jeder Nichtfarbige UND Nichtmoslem, der das sagt, ist Rassist; so sind unsere Gartenzwerg-Diskursgesetze, die wir uns gemacht haben.

    Moslemische Aktivisten nutzen das nur aus; erfunden haben sie das nicht. Zum Teufel also zuallererst mit unseren Gartenzwerg-Diskursgesetzen; wenn das geschafft ist, kann sich der Rest sogar erübrigen. D.h. können die Moslems integriert werden in europäische Gesellschaften, die wieder, oder erstmals (besser) wissen, warum sie vielleicht doch was Bewahrenswertes verkörpern und (auch im Interesse anderer) überleben sollten.

    Als Afrikaner würde ich mich jedenfalls nicht auf Entwicklungshilfe und Spenden aus einem Eurabien verlassen wollen. Als Flutopfer und Hungerleider kann man übrigens nicht umhin, die deutschen Gartenzwerg(ex)christen zu mögen, egal was der Mullah, oder das Regierungsfernsehen dazu sagen.

    Ein wahrhaft beklagenswertes Schicksal.

    Also zusammengefasst:
    Die Ehre des deutschen Volkes geht mir am Arsch vorbei.

    Die technisch-wissenschaftliche Zivilisation nebst humanistischer Wertebindung halte ich (bis zum Einfall von etwas besserem) für bewahrens- und fortführenswert.

    Die einzige halbwegs offenbarungsgläubige Zivilisation, die es zu etwas gebracht hat, ist die Jüdische. Die (historischen) Christen sind entweder offen vom Glauben abgefallen (34 % in D.) oder ganz mehrheitlich nicht mehr wirklich Hardcore-Offenbarungsgläubig.

    Genau das kriegen sie von den Moslemaktivisten immer aufs Butterbrot geschmiert, verbunden mit dem Vorschlag, ihnen die Kirchen zu überlassen, zum Weitergebrauch als Moscheen.

    Hier müssen die Restchristen kapieren, dass sie ihre leeren Kirchen eher in die Luft sprengen sollten, als irgendwelchen Moslems zu überlassen.

    Als Moscheen würden sie dann sowieso von irgendwelchen konkurrierenden Moslems in die Luft gesprengt, könnte man meinen, wenn man einen Blick auf Pakistan wirft, mein Lieblingsland in viellerlei Hinsicht.

    Eine von Offenbarungsglauben dominierte Gesellschaft in Europa wird natürlich nicht zu einem Kalifat oder zu etwas auch nur annähern Potentem. Es wird eine Art Großlibanon, wo man ein bis anderthalb tyrannisch verrückt Großsekten hat, die sich dann gegenseitig “respektieren”, d.h. interne Narrenfreiheit zubilligen und alle acht bis zehn Jahr aus schwer rekonstruierbaren Gründen übereinander herfallen. (Könnte dann fast so aussehen, wie normale Europäische Geschichte).

    Oder die Reise geht in Richtung Pakistan, mit einer maßlos in Korruption und jeder Form von Mißbrauch und Dekadenz ausschweifenden Elite, die es versteht, jede Kritik religiös zu manipulieren und aggressiv-terroristisch nach aussen zu leiten.

    Türkentum oder Eurabia sehe ich nicht für Europa. Eher Libanon oder Pakistan, beides natürlich zum Schaden und zur Plage für den Rest der Welt; mehr zum Schaden und mehr zur Plage, als es Europa je gewesen ist.

    Reply
  20. Anonymous

    Weiter im Text und zur spannenden Frage:

    Was kann Kübra dafür? Sie ist die Ikone eines “es geht doch mit dem Kopftuch” (und dem Rest an Genderapartheit, Unterdrückung und Stumpfsinn); nach Wochen im Keller und gebrochenem Nasenbein kann Kübras Eloquenz im “Talk dich blöd Fernsehen” als letzte Warnung für eine Morsal Obeidi oder eine Hatun Sürücü eigesetzt werden.

    “Stell dich nicht so an, tu nicht so, als würde dich das Kopftuch zum Dorftrottel machen”, können Bruder, Onkel, Gemahl und Papa einer widerspenstigen Ex- oder noch nicht ganz Exmuslima ins Gesicht schreien, wenn Kübra jungfräulich weise einen Gartenzwerg in der Glotze an die Wand talkt.

    Batteriesäure, Rasiermesser und Pistole haben mit Kübra und Co. eine Vorwarnstufe erhalten, deren Verbreitung vielleicht sogar Leben rettet, aber Zivilisation und Freiheit kostet.

    Nach der Pleite der DDR hat es so einen Typus von hipp-dynamischen Jungexfuntionären gegeben, die ihre Interviews mit dem Satz einleiteten: Also, ich bin nicht dreimal täglich gefoltert worden in der DDR nd das saublöde Talkpublikum lacht sich schlapp, heute die “Kübi-Fans”, wenn Kübra sagt: Befreit jemand anderen.

    Alles völlig legal und im Freiheitsrahmen; nur halt ausserhalb eines Rahmens, von dem die Offenbarungsgläubigen, um die es geht, überhaupt keinen Plan haben: Menschlichem Anstand. “Rechte nehmen wir uns nicht; wir haben sie”. Stimmt; kein Einwand. Ihr habt sie und führt sie ad absurdum.

    Das ist euer Werk, euer Beitrag, euer unsterbliches Verdienst; das ist die Bereicherung, der immer mehr Menschen den Respekt verweigern und derentwegen sie beginnen leise die Toleranz in Gänze zu verfluchen.

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  21. Anonymous

    Beirut war mal das Paris des Orients; sowas kann verdammt schnell gehen; und Sarajevo stand mal für Slibovitz und Multikulti; bergab geht es immer schneller als bergauf. In Saravejo waren die Moslems noch die am relativ wenigstens durchgeknallten; aber für die fatale Logik des Multikulti, um die es mir immer genauso geht, wie um die Offenbarungsfreunde, ist es doch ein gutes Beispiel. Die Nachfolgekriege Yugoslawiens bieten überhaupt viel Lehrreiches für Europa.

    Ja, Bukarest war das Paris des Balkans, und das wurde nicht von Moslems kaputt gemacht. Ich habe kein Problem mit Tatsachen; ich interessiere mich nurfür die aktuellen zuerst.

    Durchgeknallt kann man grundsätzlich unter sehr verschiedenen Vorzeichen sein; nur: heute ist heute. Und warnen war schon immer uncool.

    PS
    Dankeschön für das Wiedersehen mit Klaus Kinski, du beweist Geschmack auch im Groll!

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