MUSLIME.TV – EIN INTERVIEW

Letztes Wochenende war ich in Madrid auf dieser Konferenz und traf dort Nuri Senay von Muslime.tv wieder, dem Gewinner der Zahnräder-Konferenz. Unglaublich toll, was er bisher als Podcaster und nun als Videocastler leistet. Er stellt Workshop-Ergebnisse vor, vermittelt die Atmosphäre der Orte, an denen er ist, interviewt Schüler, Studenten und Prominente der muslimischen Szene – wie Kristiane Backer oder die wunderbare Sängerin Hülya Kandemir.

Hier ist übrigens seine Bewerbungsrede (oder besser gesagt: Gewinnerrede) auf der Zahnräder-Konferenz. Großartig!

Liebsten Dank Nuri Abi für das Interview, es hat Spaß gemacht! Du machst tolle Arbeit. Meine Hochachtung!

41 Comments MUSLIME.TV – EIN INTERVIEW

  1. Anonymous

    Dear Kübra,

    ich beobachte und verfolge dich (vorsicht, metaphorisch gemeint!) seit geraumer Zeit.
    Anfangs dachte ich noch, dass du tatsächlich das Ziel verfolgst, mehr für die Integration deiner Glaubensgenossen zu tun.
    Inzwischen aber muss ich feststellen, dass dem nicht so ist.
    Es geht bei deinen Einsätzen, Auftritten, in den Seminaren, den Veranstaltungen ausschließlich um Muslime. Ihr seid eine Vereinigung von Muslimen (Zahnräder…), es geht nur um Muslime, es werden nur Muslime eingeladen und immer und überall erfolgreiche Muslime…
    Was aber bitte ist daran Integration? Wo bleiben da die Christen, Juden usw.? Warum wird nichts interkulturelles veranstaltet? Warum wird die Zusammenarbeit der Religionen nicht gefördert, warum wollt ihr euch immer abgrenzen?
    Was tust du überhaupt? Was tust du für die Integration deiner Landsleute und Glaubensgenossen/innen, außer zu sagen: “Es geht um Menschen”
    Ja, Kübra, es geht um Menschen. Nämlich um Menschen, die nicht wie du “freiwillig” ihr Kopftuch tragen, die nicht wie du reisen dürfen, die nicht wie du studieren dürfen, weil sie von weiblichem Geschlecht sind.
    DIESE MENSCHEN GIBT ES!!!
    Frauen, die zwangsverheiratet werden, Mädchen, die schon mit sechs Jahren Kopftuch tragen und nie am Sport-oder Schwimmunterricht teilnehmen dürfen, geschweige denn an einer Klassenfahrt!
    Jungen, die zu Hause gehätschelt und getätschelt werden, um in der Schule den Draufgänger raushängen lassen.
    Jugendliche mit Migrationshintergrund (es ist übrigens kein fürchterliches Wort, es trifft genau das, was es sagen will), die die deutsche Sprache nicht beherrschen und es kaum schaffen, einen Hauptschulabschluss zu erlangen.
    Und um diese Menschen kümmern sich Frauen wie Seyran Ates, Necla Kelek & co! Da erübrigt sich die Frage, liebe Kübra, ob die Necla Kelek die Kirchensteuer zahlt!!!
    Ja, und was machst du?
    Toll, trägst Kopftuch und studierst, woaw!
    Du bloggst, Hochachtung! Und eine Kolumne hast du auch, Glückwunsch!
    Und sonst so?
    Arbeitest du auch drei Mal in der Woche mit Jugendlichen und bringst Ihnen Deutsch bei?
    Versuchst du auch türkischen Frauen Deutsch beizubringen? Hast du dich jemals für eine Frau eingesetzt, die zwangsverheiratet wurde? Hast du jemals ein Mädchen gerettet, dem das Kopftuch zwangsweise auferlegt wurde?

    Lass mich raten…die Antwort auf all diese Fragen lautet: Nein.

    Was du tust ist nichts anderes, als deine ausgezeichneten Deutschkenntnisse zur Schau zu stellen, als wäre dies das Maß aller Dinge!

    Du würdest uns Menschen mit Migrationshintergrund wirklich viel mehr bringen, wenn du nicht nur Mist erzählen, sondern einfach mal die Dinge anpacken würdest und an die “Menschen” gehst, von denen du sprichst und mal die Augen öffnest und hinter die Kulissen schaust.
    Und zwar nicht auf jene, die sind wie du, sondern auf jene, die eben doch nicht integriert sind!

    Danke schon einmal dafür, dass du nicht antworten wirst.

    S.D.

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  2. kübra yücel

    Liebe/r S.D.,

    zunächst einmal vielen Dank für Deinen Kommentar. Auch wenn du mich “seit geraumer Zeit verfolgst”, scheinst du nur sehr wenig über mich zu wissen. Das ist aber auch gut so. Ich schreibe schließlich (zum Glück/selbstverständlich) nicht alles, was ich mache, hier rein.

    Aber mal angenommen, es wäre so, wie du schreibst: Jeder macht seine Arbeit. Necla Kelek macht ihre, Seyran Ates macht ihre, ich mache meine. Ich kann nicht alle Feuer löschen. Und überhaupt nur die Feuer, für die ich das Wasser (die Mittel) besitze. Die Arbeit also sollte nicht am Feuer, sondern am Wasser gemessen werden.

    Das kannst du natürlich anders sehen. Ich tue mein Bestes um einen positiven Beitrag für diese Gesellschaft zu leisten. Wenn es dir nicht gefällt, dann ist das gut. Mir gefällt auch Vieles nicht. Ich schätze also deine Ehrlichkeit.

    Lösch du deine Feuer. Ich lösche meine.

    Liebe Grüße,

    Kübra

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  3. Anonymous

    DingDong!

    Wie traurig, dass du meiner Meinung nach noch gar keine Feuer gelöscht hast.
    Dein Wasser, deine Quelle ist der Islam. Und du versuchst nur die Feuer zu löschen, deren Flammen die Existenz deiner akademischen Glaubensgenossen/innen berühren.
    Ja, es gibt euch, euch gebildete Muslime.
    Aber anstatt euch in Seminaren, Konferenzen, Tagungen zur Schau zu stellen, solltet ihr euer Wasser dazu nutzen, um die Erde eurer Gesellschaft zu bewässern, damit aus ihr eine neue Generation entsteht, die nicht entflammbar ist…die nicht mehr brennt.

    In der Tat werde ich weiterhin die lodernden Feuer löschen und womöglich niemals eine Anerkennung dafür erhalten. Aber das brauche ich auch nicht, denn das ist nicht mein Ziel.
    Wasser kann Feuer schließlich nur löschen, wenn es unmittelbar mit ihm in Berührung kommt. Und nicht etwa, indem es am Feuer entlang fließt…

    Ebenfalls liebe Grüße,

    S.D.

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  4. Anonymous

    @s.d.

    Jede Arbeit ist wichtig. Dass du deine Arbeit ganz offensichtlich für wichtiger und besser als Kübras hältst, zeugt von deiner Arroganz. Schade.

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  5. Bilal Erkin

    S.D,

    hast du all das gemacht, was du von der Kübra hier regelrecht forderst?
    Mich würden die Erfahrungen, Aktivitäten und Errungenschaften eines Jemanden brennend interessieren, die diese junge Muslimin und ihre Arbeit so unverständlich kritisiert.

    Wahrscheinlich wirst du eine Ausweichantwort geben oder vom Thema ablenken, aber das ist gut so… es wäre nichts Neues.

    Reply
  6. Anonymous

    Ahoi!

    Ne…ich glaube nicht, dass jede Arbeit wichtig ist. Man soll sich mal den Sinn dieses Satzes vor Augen führen.
    Definiere zunächst Arbeit.

    @ Bilal Erkin

    Meine Antwort lautet: Ja…
    Und nun?
    Verstehst du mich jetzt besser? Ich zweifle daran.

    Weißt du, es tut so weh, ständig sehen zu müssen, was für hoffnungslose Fälle es unter den Jugendlichen gibt, denen ich versuche zu helfen.
    Dann diese Ärztin aus Berlin, die bei mir (und ich bin Studentin) untergekommen ist, um sich vor ihrer Familie zu schützen. Die Familie möchte sie nämlich umbringen, weil sie einen kurdischen Freund hat (Sie ist Türkin).
    Ach – und da ist noch die kleine Fatma: Sie weinte und erzählte mir, dass sie das Kopftuch doch gar nicht tragen will, ihr Bruder müsse sich ja schließlich auch nicht unter einem Tuch verstecken vor den Blicken der Mädchen!

    Da werde ich bedroht, ich werde angespuckt, ich werde blöd angeguckt von Eltern, denen ich sage: Ihre Tochter ist so intelligent, sie wird das Abitur mit Sicherheit mit Bravour meistern.
    “Was Abitur? Nix, Ausbildung, arbeiten, heiraten meine Tochter!”

    Werde ich zu Maybrit Illner eingeladen? Wird mir eine Kolumne angeboten?
    Nö, warum auch…ich rede ja auch nicht, ich mache!
    Aber dann gibt es Leute wie Kübra Yücel, die nur in den Vordergrund gestellt werden, weil sie überdurchschnittliche Deutschkenntnisse besitzt und sich einigermaßen in die Öffentlichkeit stellt.
    Das ist eine Chance, die Kübra meiner Meinung nach nicht effizient nutzt.
    Und das ist meine Kritik.

    S.D.

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  7. Anonymous

    @s.d.

    Da liegt dein großer Fehler. Jeder hilft auf seine Art und Weise. Der eine ist Lehrer und motiviert seine Schüler, die eine ist Mutter und kümmert sich um die Nachbarskinder, der eine ist Sozialarbeiter und hilft den Fällen, die auf seinem Schreibtisch landen, der andere ist Regisseur und dreht Filme zu diesem Thema, die andere ist Komödiantin und macht Comedy darüber, der andere ist Schriftsteller und schreibt Romane dazu, die andere ist Kolumnistin und schreibt Kolumnen darüber.

    Willst du auch eine Kolumne? Dann werde Journalist. Möchtest du auch Artikel schreiben? Mach Praktika. Willst du zu Maybrit Illner? Baue Kontakte auf.

    Wie ich bereits schrieb: Jede Arbeit ist wichtig. Auch wenn in deinen Augen nur die arbeiten, die “leiden”.

    Reply
  8. Anonymous

    An S.D.

    Schwestern wie Kübra Yücel sind wichtig. Sie zeigt, das man als muslimsche Frau auch in die Uni kann und studien kann. Perspektive und Hoffnung!

    Reply
  9. Anonymous

    Ich halte an meiner Meinung fest: Nicht jede Arbeit ist wichtig.
    Ist die Arbeit von Sarazzin auch wichtig?
    War die Arbeit von Hitler wichtig?

    Ach…öffnet die Augen und seid nicht so oberflächig…
    Du brauchst mir nicht erzählen, wie Menschen auf welche Art und Weise helfen, als Akademikerin weiß ich das Gott sei Dank.
    Ich bin durchaus in der Lage, zwischen unterschiedlichen kulturellen Zweigen zu unterscheiden und kann sogar (siehe da!) Intentionen nachvollziehen in Film, Politik, Literatur usw.

    Nö, ich will keine Kolumne, ich will eine Fatma weniger, der das Kopftuch zwangsauferlegt wird.
    Nö, ich möchte keine Artikel schreiben, ich will einen Murat mehr, der besser Deutsch kann.
    Nö, ich will nicht zu Maybrit Illner, ich will eine Zehra mehr, die am Sport- und Schwimmunterricht teilnehmen darf.

    Und nöööö, ich will keine Aufmerksamkeit, ich will kein Lob, ich will kein Blog, ich will nicht die Öffentlichkeit, ICH WILL MEHR BILDUNG für eure Kinder!

    So, kein Nerv mehr.
    Ich muss jetzt Diktate korrigieren von 20 Schülerinnen und Schülern aus der fünften Klasse einer Hauptschule, auf der zu 90% Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund tagtäglich versuchen, sich zu integrieren…oder auch nicht…

    S.D.

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  10. Nuri Senay

    Assalamu aleikum liebe Kübra,

    vielen Dank für das Interview. Deine Arbeit schätze ich sehr, weil du die Mehrheitsgesellschaft an deinem way_of_life teilnehmen läßt. Eine Muslima aus der Binnenperspektive kann man nur kennenlernen, wenn es Muslimas gibt, die Offenheit und gesellschaftlichen Dialog fördern. Dies tust du beispielhaft und hast meine volle Unterstützung.

    Bol basarilar dilegiyle

    Wassalaam

    Nuri Senay

    Reply
  11. Anonymous

    Selamu Aleyküm Kübra,

    zunächst möchte ich einmal sagen, dass ich deine Arbeit respektiere und lobe. Du bekommst so viel Aufmerksamkeit und Kritik(positiv wie negativ), weil du den Teil der Muslime darstellst, der bisher nur garnicht bis minimal zu Wort kommen durfte. Ich bin vor einem Jahr konvertiert und trage ein Kopftuch elhamdullilah. Ich kann Deutsch,wurde nicht zwangsverheiratet und wurde auch nicht dazu gezwungen den Islam zu leben. Es macht mich verrückt, wenn ich “Reportagen” sehen muss, in denen 15 Jährige Ausländer, die keine Lust auf Schule, dafür aber auf Macho-Getue haben, ALLE Muslime darstellen sollen.

    Nun zu deinem wohl größten Kritiker hier:
    Ich schätze deine Kritik wirklich sehr, weil sie Gesprächsstoff bietet. Eine aktive engagierte Muslima,wie Kübra muss sich zunächst auf einen Themenbereich beschränken um ihre Intention zu verdeutlichen. Man kann schließlich nciht irgendwo im nirgendwo anfangen. Sie leistet ihren Beitrag im Medien-Bereich. Wohin sie dieser Weg noch führt, ist ungewiss, für uns jedenfalls. Ich finde es ziemlich dreist, zu sagen, dass alles was sie tut, unnötiger Kram ist. Dann ist dein Einsatz an deiner Schule auch nutzlos, weil er mir hier nichts bringt und ich diskriminiert werde. Ich glaube nicht, dass einer jungen Muslima geholfen ist, sich durchs Leben zu schlagen wenn sie in den Schwimmunterricht darf, aber auf ihre Bewerbungen nicht reagiert wird, weil sie einen ausländischen Nachnamen hat. Man muss die Probleme in fast jedem Bereich des Alltags anpacken und das ist unmöglich für eine Kübra Yücel und dann noch in so einem kurzen Zeitraum. Sie ist schließlich auch nur ein Mensch, den es auch stört, wie es in unserer Gesellschaft aussieht. Wie, wann und in was für einem Maße man sich engagiert ist 1.eine Frage der Zeit und 2.Der Gegebenheiten, denen man sich bedienen kann. Sie ist keine geborene Integrationskünsterin die alle Probleme an der Wurzel packen und beseitigen kann, sondern eine junge Muslima die schon, mit dem leichten ankratzen von Problemen enormes und im Großteil gutes Feedback bekommen hat, was man loben muss!
    Die Menschheit hat größere Probleme überlebt, großer mitwirkender Faktor: OPTIMISMUS!

    Kübra ich wünsceh dir viel Erfolg auf deinem Weg. Rabbimiz yardimcin olsun insaAllah

    Eine Schwester aus Hamburg

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  12. sina

    Liebe/r S.D.

    wenn ich mal auch meinen Senf zu dem Ganzen geben darf: Ich denke, dass du der Kübra Ansprüche unterstellst, die sie gar nicht erhoben hat, und im Anschluss ihr vorwirfst, diesen Ansprüchen nicht gerecht zu werden.

    Mag sein, dass du für die Gesellschaft viel machst. Das ist super, weiter so! Aber du darfst doch nicht von jemandem erwarten, dass er auch diese Domäne wählt. Ich kenne Kübra auch aus geraumer Zeit und habe nie gelesen/gehört, dass sie gewisse Menschentypen, du die als Beispiel gegeben hast, vertreten wollen würde. Sie will eine muslimische integrierte Studentin mit Kopftuch repräsentieren: Nämlich sich selbt. Das ist ja auch gut so, meinst du nicht? Andersherum wäre es doch nicht authentisch. Außerdem hat sie das Recht zu entscheiden, wie und wie viel sie sich engagieren will, das hat ihr niemand vorzuschreiben.

    Dass deinem Engagement weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird, ist bestimmt nicht Kübras Schuld.

    N.D.

    Reply
  13. Anonymous

    “Ich glaube nicht, dass einer jungen Muslima geholfen ist, sich durchs Leben zu schlagen wenn sie in den Schwimmunterricht darf, aber auf ihre Bewerbungen nicht reagiert wird, weil sie einen ausländischen Nachnamen hat.”

    Diese Einstellung ist so zum kotzen, echt!!!
    Wahnsinn…
    Und genau für diese Einstellung würde ich dir gerne einen Papierkorb reichen, damit du deine Weltanschauung da reinwirfst, dort gehört sie nämlich hin!
    Unfassbar…
    Ihr bringt einen so weit, dass man hier wirklich erzählen möchte, wie lebenswichtig es sein kann, schwimmen zu können, und wie wichtig es ist, dazuzugehören!
    Genau diese eingefahrene Meinung wird euch niemals weiterbringen, niemals!
    Moment mal…dann sollen doch direkt alle mit ausländischem Namen aufhören zur Schule zu gehen, zu studieren oder Deutsch zu lernen…denn die wird ja eh kein Deutscher irgendwo aufnehmen…es lohnt sich ja nicht.
    Genauso wie es sich nicht lohnt, am Schwimmunterricht teilzunehmen, zur Klassenfahrt zu dürfen oder sonst was…

    Kopfschmerzen, Kopfschmerzen…

    Reply
  14. BaTuRa

    @ S.D

    ich nahm an jedem Schwimmunterricht, an jedem Sportunterricht un an allen Klassenfahrten teil in meiner Schullaufbahn. Ich studiere, bin verheiratet und erwarte demnächst ein Baby und trage Kopftuch, kaum zu glauben alles ohne Zwang.
    Sie haben schrieben: “Ihr bringt einen so weit, dass man hier wirklich erzählen möchte, wie lebenswichtig es sein kann, schwimmen zu können, und wie wichtig es ist, dazuzugehören!” …. Ich hatte in meiner 26 jährigen Lebenslaufbahn, nie das Gefühl der Dazugehörigkeit. Ich wurde und werde immer wie eine “Extrawurst” behandelt. Ich glaube nicht, dass auf meiner Stirn steht, ob ich am Schwimmunterricht teilgenommen habe oder nicht und ebenso vermerke ich dies auch nicht in meinem Lebenslauf. Ich erfülle alle Voraussetzungen aber totzdem bin ich nicht integriert, wie kommt das…?
    Ich weiß nicht, ob Sie schon mal diskriminiert wurden, ich wünsche es Ihnen natürlich nicht aber glauben Sie mir es ist kein angenehmes Gefühl.
    Daher schätze ich Kübra Yücels arbreit sehr, weil sie sich erstmal gegen diese Diskriminierungen stellt…

    Die Probleme, die Sie aufgeführt haben mit Ayse, Zeynep u.s.w sind familiäre/soziale Defizite genauso wie die Chantal aus Berlin die mit 12 Jahren ein Baby auf die Welt bringt und den Vater des Kindes nicht kennt und mit 16 irgendwann ein Alkoholproblem entwickelt, während sie in Ihrer 3. Schwangerschaft ist….

    Reply
  15. Anonymous

    KlopfKlopf!

    Das Zitat ist zwar nicht von mir, aber nun ja. Da ich den Worten dieser Person zustimme, möchte ich antworten:

    Und nun?
    Bei der Teilnahme an schulischen Aktivitäten -so möchte ich sie jetzt mal nennen – geht es um viel grundsätzlichere Dinge als “nur” um Integration. Und wenn Kindern das Recht auf solche Grundsätzlichkeiten verwehrt bleiben, so werden sie niemals in dieser Gesellschaft ankommen. Auch wenn Sie kein Kopftuch tragen!

    Interessant, dass bedeckte Muslime jetzt beginnen, die islamischen Tradierungen von nun an als familiäre oder soziale Defizite zu bezeichnen und sie so des Islams entledigen. Das ist ja so einfach, nicht wahr?!
    Es ist kein sozioökonomisches Problem, sondern es sind die Ansichten konservativer Muslime, die ihre Verbote mit dem Koran rechtfertigen. Punkt.
    Auch eine Chantal, die mit 12 Jahren ein Kind auf die Welt setzt und den Vater des Kindes nicht kennt, sodann mit 16 ein Alkoholproblem kriegt usw. muss in diese Gesellschaft integriert werden.
    Auch kriminelle deutsche Jugendliche müssen in diese Gesellschaft integriert werden.

    S.D.

    Reply
  16. Anonymous

    ….ich gebe S.D. in ihren Kernpunkten absolut recht! hab mir jetzt mal den ganzen gesprächsverlauf durchgelesen.
    Ihre Kritik ist absolut gerechtfertigt, dass Kübra nur ihr Gesellschaftsumfeld zur Schau stellt und zu demonstrieren versucht, dass ja alle Muslime gut integriert sind.

    Natürlich darf sie das machen, das ist ja ein freies Land. Wenn jedoch kritisch einmal reflektiert werden würde, dann kann sie nicht Kritikpunkte die an der Integration geäußert werden nicht ständig einfach abgebügelt werden. Sondern Antworten gegeben werden, anstatt jeden Vorschlag / Äußerung an Missständen / Kritik am kulturellen Habitus EINIGER Muslime zurückzuweisen, in dem man sich selber als repräsentativ für alle mMslime darstellt und Kritik dann wieder als fremdenfeinlich darstellt. Und wenn diese Rhetorik angewandt wird, ist dies in meinen Augen disqualifizierend für eine 100%ig ehrliche Diskussion.

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  17. Anonymous

    Es gab sehr lange die Kritik, dass es doch keine hochgebildeten engagierten Muslime, Türken etc. gäbe, zu hören. Voilà! Da haben wir sie! Manche engagieren sich in dem einen Bereich, manche in dem anderen (wenn sie nicht schon – leider – weg sind).
    Anscheinend reicht es nicht aus, dass Deutsche mit “Migrationshintergrund”, erfolgreich sind, sie müssen noch die Welt retten, damit sie endlich mal akzeptiert werden.
    Dass es viele soziale Probleme unter den Menschen mit “Migrationshintergrund” gibt, kann niemand leugnen. Das ist unser Problem und da müssen wir alle gemeinsam für die Lösung agieren. Doch repräsentieren weder diese “Problemfälle” noch die Kübra alle Menschen mit “Migrationshintergrund” oder Muslime. Kübra ist Kübra, Ayse ist Ayse und Mehmet ist der Mehmet.
    Kübra Yücel sieht die Welt aus ihrer Perspektive und das ist auch gut so.
    Dass ein anderer die Welt anders sieht, ist auch gut.
    Kritik über Ansätze sollte es auf jeden Fall geben, sonst kann man keine Ideen weiterentwickeln; doch bitte konstruktiv! Es ist unsere Gesellschaft, wir alle leben unter demselben Dach. Deswegen sollten wir bitte drauf achten, wie wir miteinander reden und wie wir uns behandeln. Pauschalisierungen können sehr leicht in die Irre führen und können sogar gefährlich sein (siehe “alle Muslime sind schlecht zu intergrieren, weil sie dem Islam angehören”).

    Apropos, Integration ist nichts, was von heute auf Morgen geschieht, sie braucht Zeit.

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  18. Fatima

    @S.D.
    Ich kann nicht für Kübra, wohl aber für mich sprechen.
    Was mich angeht, so haben mein Mann und ich uns sehr wohl gegen eine Zwangsheirat eingesetzt, und das erfolgreich. Eheberatungen machen wir auch.
    Bitte vergiss nicht, Kübra ist noch jung, und jeder soll das tun, was er am besten kann. Sie kann halt gut schreiben und reden, was ist denn schlecht daran?

    “Es gab sehr lange die Kritik, dass es doch keine hochgebildeten engagierten Muslime, Türken etc. gäbe, zu hören. Voilà! Da haben wir sie! Manche engagieren sich in dem einen Bereich, manche in dem anderen (wenn sie nicht schon – leider – weg sind).
    Anscheinend reicht es nicht aus, dass Deutsche mit “Migrationshintergrund”, erfolgreich sind, sie müssen noch die Welt retten, damit sie endlich mal akzeptiert werden.”

    Wir müssen nicht nur die Welt retten, sondern gleich den Islam ablegen, dann erst werden wir akzeptiert, machen wir uns nichts vor.
    Was Juden und Christen angeht, so haben wir in unserer Stadt an die viele Angebote gemacht, aber SIE waren es jedesmal, die mauerten und nichts mit uns zu tun haben wollten!

    Reply
  19. Anonymous

    “Wir müssen nicht nur die Welt retten, sondern gleich den Islam ablegen, dann erst werden wir akzeptiert, machen wir uns nichts vor.”

    Ganz meine Meinung, darauf läuft es doch hinaus! Diese hasserfüllten Kommentare sind teilweise echt gruselig!

    Reply
  20. BaTuRa

    Integration ist nicht klar definiert.Das ist das Problem….
    Was versteht ihr unter diesem Begriff? Allgemein werden Begriffe verwendet, die zum Teil inhaltslos sind oder auch verletzend. Wie das wort “Toleranz”, welches ich hasse…Warum sollen Ausländer/Migranten/Türken mit dem deutschen Ausweis :) toleriert, also erduldet werden, warum werden sie nicht akzeptiert?

    Reply
  21. Anonymous

    “Wir müssen nicht nur die Welt retten, sondern gleich den Islam ablegen, dann erst werden wir akzeptiert, machen wir uns nichts vor.”

    Brauchst nicht jammern, Du hast Dir selbst die blödeste aller Religionen ausgesucht. Die anderen sind zwar auch nur Volksverdummung, der Islam ist darin aber führend.

    Reply
  22. Anonymous

    @S.D.
    dein kommentar sieht aus wie einer, der von einem frustrierten, engagierten menschen kommt, der (durchaus zu recht) nicht versteht, warum die arbeit eines anderen mehr gewürdigt wird als die andere.

    Reply
  23. Anonymous

    Ich denke, was S.D. versucht zu sagen – und da kann man mir ja gerne widersprechen – ist, dass gebildete muslimische AkademikerInnen sich nicht für jene einsetzen, die nicht oder noch nicht integriert sind. Das ist natürlich Schwachsinn. Ich kann die Frustration zwar durchaus verstehen. Aber ein Blick über den Tellerrand hilft vielleicht weiter. Ich habe studiert, Bachelor, Master, Zusatzqualifikation. Ich bin im Medienbereich tätig, und ich habe fast zwei Jahre lang Integrationskurse gegeben. Teilweise waren das reine Frauenkurse. In denen überwiegend muslimische Teilnehmerinnen saßen. Denen ich erzählt habe, dass es nicht haram ist, deutsch zu lernen, raus zu gehen und deutsche Freunde zu haben. Denen ich klipp und klar gesagt habe, dass es eine Schande ist, einem Mädchen das Kopftuch aufzuzwingen. Mit denen ich gestritten habe, weil sie ihren Töchtern nicht das Gleiche erlauben wie ihren Söhnen. Und mit denen ich Ausflüge gemacht habe, obwohl ich wusste, dass der ein oder andere Ehemann das nicht gerne sehen wird. Ich habe für sie gebürgt und würde es jederzeit wieder tun. Übrigens: Ich trage ein Kopftuch. Und praktiziere mit meinem Einsatz den Islam. Darf es mich eigentlich geben…?
    @S.D.: Sie sind mit Ihrem Einsatz nicht allein. Halten Sie durch, für die Kinder, die Mädchen, die Zukunft. Aber lassen Sie Ihren Frust nicht an mir aus. Wir könnten Verbündete sein – und so unser gemeinsames Ziel viel besser erreichen. Was meinen Sie?
    LG I.Q.

    Reply
  24. Anonymous

    @22: Ich jammer überhaupt nicht. Ich stelle nur fest. Und zwar, dass alle Argumente der Nicht-Muslime SCHEINARGUMENTE sind. Das einzige, was ihr sagen wollt ist: “Hört auf Muslime zu sein”. Und deshalb spart euch den Atem und die Energie, sondern sagt direkt, worum’s euch geht!

    Reply
  25. Anonymous

    @29
    Wir möchten einfach nur, dass ihr mit eurer faschistischen Religion nicht unser Land kaputt macht. Mehr eigentlich nicht.

    Reply
  26. Anonymous

    @30: Ok. Ich will “euer Land” (was übrigens auch mein Land ist) nicht kaputt machen. Darf ich jetzt Muslima (ja, mit Kopftuch) bleiben?

    Reply
  27. Anonymous

    Freiheit ist immer (auch) die Häßlichkeit des anderen. Wenn Allah Kopftuchfetischist wäre, wäre das Teil kein Problem. Da es sich jedoch daraus legitimiert, dem weiblichen Haupthaar Genitalqualität anzudichten und damit die Verweigerinnen als abenteuerlich pornografisch markiert, wird es dann zu einem Problem, wenn es an moslemischen Männern, die das genau so sehen, nicht mangelt.

    Wieviel eine auf Freiheit, Gleichheit und Wissenschaftlichkeit aufbauende Gesellschaft an Vorhersehungsglaube (Fatalismus) in Tateinheit mit einem fanatisch verfochtenen Horoskopmonopol (jüngster Tag, Abrechnung im Jenseits) verträgt, das testet gerade eine ganze Generation. Die Übernächste wird es wohl entscheiden müssen.

    Vielleicht retten die Polen dieses Land ja noch ein zweites mal, wie damals vor Wien; 1683 nine/eleven.

    Reply
  28. Anonymous

    “Ok. Ich will “euer Land” (was übrigens auch mein Land ist) nicht kaputt machen. Darf ich jetzt Muslima (ja, mit Kopftuch) bleiben?”

    Nein. Hau ab.

    Reply
  29. Anonymous

    Aha!! :D Na dann haben wir doch meine These bestätigt. Alles nur Scheinargumente! An meiner Nationalität können deine Anfeindungen nicht liegen (bin nämlich Deutsche, mit deutschem Blut), dass ich nicht vorhabe, gewalttätig zu werden, habe ich auch klargestellt. Also was bleibt übrig, und was veranlasst dich “hau ab” zu sagen? Dass dir meine Religion nicht in den Kram passt. Punkt.

    Es tut mir ja sehr Leid, aber ich habe schlechte Nachrichten für dich: So lange mir dieser Staat das Recht gibt, hier zu sein, habe ich genau das vor. Wenn es dich also sehr belastet, dann hau du doch ab.

    Schönen Abend noch.

    Reply
  30. Anonymous

    @34
    Schade, wär aber nett gewesen. Sei halt ne freundliche Muslima und hau ab. Dein Kopftuch darfst Du auch mitnehmen.

    Reply
  31. Anonymous

    bla bla…..”dass ich nicht vorhabe, gewalttätig zu werden”…bla bla

    Nie, es gibt ja nur friedliche Moslems und alle sind glaubwürdig.

    Es kann doch nicht so schwer sein zu begreifen, dass ihr einfach nur unbeliebt seid mit eurer gewalttätigen Verblödungsideologie.

    Überall wo ihr seid gibt’s Konflikte und werden von euch jede Menge Leute umgelegt, nur weil sie nicht an dieses Hirngespinst Allah glauben.

    Erspart uns bitte eure Anwesenheit und haut alle ab. Ihr seid unbeliebt und unerwünscht.

    Reply
  32. Anonymous

    Unerwünschtheit und Unbeliebtheit wird leider in jeder freien Gesellschaft bei romantisch autoritären Charaktertypen ausgelöst als ein Hass auf die Freiheit, die sie als Schwäche, bzw. “Dekadenz” missverstehen.

    Wenn dann die freie Gesellschaft auch noch immer wieder peinliche Schwächesignale (pol. correctness) aussendet, dann kann dies schon zu vertieften Missverständnissen führen.

    Zum “Abhauen” aufzufordern, kann einem natürlich in den Sinn kommen, wenn man ständig das Hohe Lied des Orients vorgesungen bekommt und es zum hippen Trend in einer jungen Migrantengeneration wird, sich die Fluchtgründe ihrer Eltern und Großeltern zu überlegenen Identitätsmerkmalen umzuhübschen.

    Ähnliches findet auch ohne islamisches Vorzeichen statt, wenn in den USA unter mexikanischen Fahnen für alle möglichen und unmöglichen Privilegien aufmarschiert wird.

    Dort geht es dann mit “La Raza” gegen die ach so intoleranten Yankees, ähnlich wie hier mit einem selbstgestylten Supertürkentum, oder einem breiteren und auch völlig künstlich gestylten Aggrokanackentum gegen “Deutsche Spiesser”.

    Auf die allfällige Kritik an solchen peinlichen Umtrieben wird dann “der Islam” wahlweise als Speerspitze oder als allgemeiner Rückzugsraum (“hat mit Islam nichts zu tun”) in Anspruch genommen.

    Und dieses hin und her zwischen Verständnis für Aggrokriminalität und selbstgefälligem Beschwichtigungsgesäusel; das nervt richtig.

    In den letzten drei Jahrhunderten haben Moslems überwiegend in Fatalismus und nicht in Fanatismus gelebt.

    Dieser Hinweis ist jedoch nur begrenzt tröstlich, weil in freien Gesellschaften, bzw. im internationalen Wettbewerb Fatalismus wirklich eine Loosergarantie ist. Fanatismus wirkt da kurzfristig wie ein süsses Dope gegen den bitteren Bankrott des Fatalismus; doch in Wahrheit ist dieses Dope nur ein Gift, das alles verschlimmert.

    Allen Gläubigen ist es in der Geschichte schon mal richtig dreckig gegangen; Pest, 30 jähriger Krieg, Holocaust….; aber irgendwie haben Christen und Juden es hingekriegt, ihren Gott dann doch wieder einen guten Mann sein zu lassen. Viele sind natürlich auch vom Glauben abgefallen (34% angeblich in Deutschland).

    Die Moslems stehen vor der Alternative, so etwas auch irgendwie hinzukriegen, oder vergeblich gegen die kulturelle Moderne und die Weltzivilisation anzurennen.

    Die Hindernisse für dieses Hinkriegen sind hoch; Stichworte: “verbotene Erneuerung”, “Heuchlertum” etc. und wirken wie gemacht für ein Verharren im Träumen von vergangenen “grossen Zeiten”.

    Jedes Anrennen ist dagegen von vornherein auf Katastrophe programmiert. Gerade wenn der Westen eines Tages die Klamotten wirklich hinschmeissen sollte, dann würden es die Moslems völlig ungebremst mit den Ansprüchen Chinas, Indiens und Russlands zu tun bekommen und was das heisst, brauche ich wohl hier nicht näher auszuführen.

    Der Westen ist das beste, was den Moslems passieren konnte. Religionsfreiheit plus Dollars für das einzigste Exportgut, was die Ökonomien einiger islamischer Länder zu wege bringen: Rohstoffe. In jeder anderen Weltordnung hätte man sich das Öl unter den Nagel gerissen und hätte man mit allen aggressiv asozialen Milieus samt ihrer säuselnden Sozialarbeiter aufgeräumt.

    Viele Moslems sehen das (privat) auch so. Keine Narrenfreiheit und keine Privilegien können den Moslems helfen ihre Probleme zu lösen; und Frieden kaufen, können sie auch nicht.

    Nutzt die demokratischen Freiheiten, um Nobelpreisträger und gute Ideen zu produzieren; und nehmt es tapfer hin, dass eure ungläubigen Nachbarn in der Hölle landen. Laßt Israel in Ruhe und fangt an, eure Kinder zu erziehen. Dann können wir uns die Hölle wenigstens auf dieser Welt ersparen.

    P.S. Ich habe hier ein bischen pauschaliert; über eine Auseinandersetzung mit den Kerngedanken würde ich mich freuen

    Reply
  33. Anonymous

    @39

    Ausgezeichnter Beitrag. Da wird aber leider keiner drauf eingehen, allenfalls wird man Ihnen vorwerfen, unzulässig pauschalisiert zu haben. Vielleicht erwähnt auch noch einer Andalusien…

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  34. Constanze

    Hallo zusammen,

    jetzt bin ich auch endlich mal dazu gekommen, diese Diskussion in Gänze zu lesen. Ich bin ein bisschen spät dran, denn das was ich hier sagen möchte, passt eigentlich eher hinter Kommentar 27 und vor die Schlammschlacht, die danach kommt.
    Liebe S.D., leider ist es doch so, bei uns und überall anders: Nur wer schreit, wird gehört. Das wenige, was Sie über ihre Arbeit berichten, klingt unglaublich, und ich kann ihre Frustration nachvollziehen, dass sie von Außenstehenden nicht gewürdigt wird. Ihre Arbeit ist wichtig für uns alle, deutschstämmige, Menschen mit “Migrationshintergrund” (egal ob sie selbst eingewandert sind oder ihre Eltern, Großeltern,…) und all jene, die eines Tages noch kommen. Sie helfen, dieses Land wieder näher zueinander zu bringen.
    Kübra schreit laut, durch ihr Schreiben, durch ihre Präsenz im Web, durch ihre Öffentlichkeitsarbeit für einen modernen Islam, der sich seiner Grundgedanken bewusst ist und trotzdem den Konsens sucht, nicht den Disput mit anderen Vorstellungen. Sie beide leisten einen Beitrag auf dem Weg zu einer Gesellschaft, die den Islam akzeptiert. Ich würde mir wünschen, lasst es eine Anregung sein, Sie und Kübra zusammen zu bringen. Eine Muslima, die das Vertritt, was die “Skeptiker” haben möchten, berichtet über eine Muslima, die die sozialen Missstände bekämpft, die traditerter Islam mit sich bringt (Ich finde Ihre Formulierung aus #16 sehr treffend, das ist ein Gedanke den ich mir merken werde).
    Kübra, einen Kritikpunkt von S.D. verstehe ich, nachdem ich länger darüber nachgedacht habe. Sie schrieb, du engagiertest dich zwar in allerlei Netzwerken, aber es seien alles Netzwerke für Muslime, keine religionsübergreifenden (oder gar religionsunabhängigen). Wenn ich mir überlege, was ich den Monaten, die ich deinen Blog verfolge, über dich gelesen habe, dann scheint es wirklich so. Deine Freundinnen, über die du berichtest – manche tragen ein Kopftuch, manche nicht, manche sind nicht (mehr) gläubig, manche glauben an Jahwe, … Aber ich habe nichts gelesen über Freundinnen, die ausschließlich “abendländische” Vorfahren haben (mir fällt leider keine bessere Formulierung ein, auch wenn ich nach besseren Worten suche, die “deutschstämmig” umschreiben). Ohne dir eben das unterstellen zu wollen, es entsteht der Anschein, du seist nicht interessiert am persönlichen Austausch mit solchen Leuten. Bitte beweise mir bei Gelegenheit das Gegenteil.
    Übrigens, wenn ich auch die Kritk von S.D. in vielen Punkten teile, ich als bis dato völlig ahnungslose habe durch diesen Blog eines gelernt: Islam und die “christlich-jüdische Werteordnung” (ich hasse mich selbst, diese Floskel verwenden zu müssen) müssen keineswegs Widersprüche sein. Doch sie scheinen es leider viel zu oft zu sein. Es gibt, wie ich es Kübras Texten und den Kommentaren entnehmen kann, viele junge, selbstbewusste Muslime in Deutschland, ob männlich oder weiblich, die ihre Religion leben und trotzdem nie die im Grundgesetz festgeschriebenen Werte in Frage stellen würden. Und dass es sogar solche gibt, die Kopftuchzwang und andere Tradierungen gleichstellen mit anderen sozialen und familiären Problemen (“Chantall” in #15), muss der Debatte die religiöse Komponente nehmen, auf Seiten der Kritisierenden und der Kritisierten. Das stimmt mich zuversichtlich.

    Danke, dass es auch hier Menschen gibt, die sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen wollen. Macht weiter, belebt die Debatte, setzt euch ein.

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