DIE MATUSSEK-GESCHICHTE.

Kopftuchträgerin trifft Matussek. Empirisch.

Ich bin in Eile. Mit Wasser und Fischbox in der Hand schlängle ich mich durch die Menschenmenge hin zum Zug nach Berlin, vorbei an Matthias Matussek, dem Spiegel-Journalisten und Autor. Und mache kehrt und sage: “Hallo!” Sein Gesicht zeigt Verwirrung. Mit gekräuselter Stirn versucht er, mich einzuordnen.

“Sie kennen mich nicht”, sage ich und füge stalkerartig hinzu: “Aber ich kenne Sie!”

So sitzen wir zehn Minuten später gemeinsam im Speisewagen des Zuges und sprechen über Gott, das Internet, Deutschland und die Welt. Lustig wird es, als wir Akzente im Englischen imitieren. Matussek macht den französischen, ich den türkischen, und unsere Sitznachbarin präsentiert den bayerischen Akzent. Wir lachen.

Dann fragt mich Matussek: “Sie haben doch Humor, oder?” Nee, habe ich beim Integrieren verloren, erkläre ich. Das Dauergrinsen auf meinem Gesicht komme daher, weil ich meine Gesichtsmuskeln nicht kontrollieren könne. Dann muss halt der Gesichtsschleier her, beschließen Matussek und ich. Sonst wird das nie was mit meiner Integration in Deutschland.

Und dann kommt der Punkt, an dem wir den Tanz um den heißen Brei aufgeben. “Sie sind aber schone eine Ausnahme”, sagt Matthias Matussek und beobachtet mich gespannt.

Uff. Wie oft ich diesen unsäglichen Satz doch schon gehört habe. Dieser furchtbare Satz, der mehr sagt, als der Absender vielleicht meint.

Ich bin keine Ausnahme. Es gibt viele muslimische Frauen, die das Kopftuch tragen, erfolgreich studieren und emanzipiert sind. Ich habe muslimische Freundinnen, die Ärzte, Anwälte, überzeugte Feministinnen und Soziologinnen sind. Eine erzählte mir kürzlich von ihrer dunklen Goth-Vergangenheit. Wie viele Ausnahmen braucht es, um die Regel zu überdenken? Wann kann man einen differenzierten Blick einfordern?

Empirisch gesehen, treffe er aber tatsächlich das erste Mal auf eine Kopftuchträgerin wie mich, sagt Matussek. Da mag er recht haben. Das macht aber nicht mich, sondern unsere Begegnung zur Ausnahme. Ein trauriges Zeugnis der vielen parallelen Lebenswelten in Deutschland.

Diese Ausnahme-Wahrnehmung steht aber auch für eine Verschiebung der Integrationsdebatte: das Einteilen von Menschen nach ökonomischen Kriterien wie Nützlichkeit und Bereicherung. Guter Migrant, schlechter Migrant. Diese Einteilung mache ich nicht mit. Ich möchte mich nicht von meinen Freundinnen mit einem Hauptschulabschluss absetzen. Sie sind nicht schlechter als ich, ich bin nicht besser als sie. Wir sind einfach unterschiedlich.

Ganz fatal wird es, wenn Migranten das Spiel mitspielen. Die brav nicken, wenn man sie ehrt, ihnen Besonderheit bescheinigt und von dem lästigen Rest abhebt. Sie bemerken dabei nicht, wie sie sich selbst verleugnen.

Im Zug müssen wir langsam aufhören zu reden. Ich will diese Kolumne schreiben, Matussek möchte noch lesen. Zum Abschied sagt er zu mir: “Dein Imam findet das bestimmt nicht so toll, dass du einen fremden Mann angesprochen hast. Aber, psst!, ich verpetze niemanden.”

taz, Tuch-Kolumne, 27.10.2010

Und übrigens. Das Fehlerteufelchen.

Am gleichen Tag schrieb dann auch Herr Matussek darüber, dass man die Religion nicht loswerde und über unsere Begegnung: hier.

Da muss ich aber einige Sachen richtigstellen. Es geht um folgenden Absatz:

“Sie trägt ein Kopftuch. Das tut man erst recht nicht in diesen Tagen, denn es sieht antidemokratisch und anti-emanzipatorisch aus. Doch Kübra trägt das Tuch nicht aus Unterwürfigkeit, sondern aus dem genauen Gegenteil. Aus Stolz.

Sie sagt, sie will ihre Religion zeigen. Das ist ihre Form von Punk, ihre Form von Aufstand. In der Türkei würde sie damit nicht auffallen, aber hier. Sie versteht sich übrigens als links. Der neue Religionskrieg kennt die bizarrsten Frontverläufe.”

Ich trage mein Kopftuch nicht aus Rebellions- oder ähnlichen Gründen, sondern ausschließlich aus religiösen Gründen. Das sagte ich bereits in meiner allerersten Kolumne “Mein Kopf gehört mir”. Woher die Punk-Geschichte denn dann herkommt? Herr Matussek und ich sprachen nämlich wirklich über Punk. Einmal im Zusammenhang der pakistanischen Punkband “The Kominas” und ein weiteres Mal, weil der ZEIT-Kolumnist Martenstein schrieb: Das Kopftuch entfaltet radikalere Wirkung als ein Dieter-Bohlen-Tattoo”. Punk war also durchaus ein Thema. Nur nicht so, wie im Artikel beschrieben. Aber macht ja nichts.

Und wenn ich schon mal dabei bin: Herr Matussek, im Artikel haben Sie eines vergessen zu erwähnen. Sie haben sich aus meiner Fischbox eine Garnele geschnappt. Und mit den Fingern gegessen. :)

37 Comments DIE MATUSSEK-GESCHICHTE.

  1. Anonymous

    Die Argumentation “stolz” macht alles viel schlimmer. Ist eine typische Falle von einem Journalisten seines Kalibers :)

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  2. moslaemm

    Alta, bistu reingefallen auf de alte Ariertrick wie typisch kleine Muslima. Hat de arrogante Matussi Disch geleimt mit seine Ariergefasel, isch schwör.

    Hasse isch solsche arrogante Arier, guckst du.

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  3. gibgasachi

    Was mich mehr stören würde ist dieser Absatz:
    “Man dürfe nicht von den Muslimen erwarten, dass sie sich ständig von Terroristen distanzieren, argumentieren eher kirchenfeindliche Multi-Kulti-Versteher, wenn nicht die katholische Kirche im Gegenzug sich von den Pädophilen distanzierte.”

    Das ist doch mal wieder eine in sich unstimmige Aussage. Der Unterschied liegt ganz einfach darin, dass die katholische Kirche eine Kirche, also eine Organisation ist! Daher hat diese Organisation auch Verantwortung für seine Angestellten! Aber es sind nicht alle Muslime für alle anderen Muslime verantwortlich, also wer müsste sich daher distanzieren? Eigentlich niemand außer den Terroristen und deren Organisationen selbst (mal ganz davon abgesehen, dass sich mit Ausnahme just dieser sich eigtl. trotz der nicht vorhandenen eigenen Verantwortung alle nennenswerten Organisationen bereits mehrfach von Terror und Gewalt distanzier haben; selbst P. Vogel hat dies mehrfach getan). Wenn sich allerdings mehrere Imame von z.B. der Ditib etwas vergleichbare zu Schulden kommen lassen würden wie die katholischen Geistlichen trüge die Ditib durchaus Verantwortung und müsste sich dieser unbedingt stellen, die VIKZ dagegen hätte damit nichts zu tun und könnte das Thema ignorieren. Genauso wenig erwartet man von der EKD dass sie sich für pädophilie katholische Priester entschuldigt.
    Lange Rede kurzer Sinn, Herr Matussek kritisiert Leute weil sie logisch argumentieren, tut dies selbst aber nicht im Geringsten.

    Eigentlich gibt es an Herrn Matuseks Text noch so viel mehr zu kritisieren (zum Beispiel der seltsame Vergleich zwischen Wahabiten und Nazis, bei aller (berechtigten) Skepsis gegen P. Vogel ist dies doch sehr weit hergeholt und auch völlig unzutreffend). Aber ich denke für diese Stelle reicht es erstmal

    P.S.: Kübra: Gratuliere zum Auftritt bei Maybritt Illner!

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    1. Gerald Harasko

      “Aber es sind nicht alle Muslime für alle anderen Muslime verantwortlich, also wer müsste sich daher distanzieren? ”

      Das ist ja schon klar, dass nicht alle Muslime für alle anderen Muslime verantwortlich sind!
      Ist es aber nicht zu erwarten, dass wir für jene Werte, die wir hochhalten, einstehen und sie vertreten? Von einem gläubigen Menschen (gleich welchen Glaubens), dem sein Glaube wichtig ist und dem gleichzeitig Werte, wie z.B. ein menschenfreundlicher und menschenachtender Umgang mit anderen wichtig sind, erwarte ich sehr wohl, dass er sich deutlich zu Wort meldet, wenn diese Werte von anderen im Namen des von ihm geteilten Glaubens gebrochen werden! Tut das jemand nicht, so sind ihr offensichtlich entweder der Glaube oder die gebrochenen Werte nicht wichtig. Insofern erwarte ich von jedem humanistisch gesinnten Christen, dass er sich besonders von jeder Unterdrückung Andersdenkender, Unterdrückung von Frauen, Missbrauch von Kindern und Gewaltherrschaft aller Art distanziert, vor allem wenn diese Taten aus der christlichen Religion heraus motiviert sind und argumentiert werden. Das selbe erwarte ich mir von jedem Muslim, dem die genannten Werte von Bedeutung sind, ansonsten kann ich nur folgern, dass ihm entweder seine Religion oder die genannten Werte nichts wert sind. Daher schätze ich es sehr, dass Kübra das Tragen des Kopftuches als Bekenntnis zum Islam gleichzeitig dazu verwendet, dezidiert für die Rechte der Frauen einzutreten. Ihr kann ich es abnehmen, dass ihr der Islam und die Rechte der Frauen wichtig sind. Eine so deutliche Stellungnahme wird ja nicht sehr oft vermittelt, insofern kann ich es schon nachvollziehen, wenn Kübra als eine Ausnahmeerscheinung angesehen wird. Es mag sein (und ich hoffe es sehr), dass vielen christlichen genauso wie muslimischen Frauen und Männern der menschenachtende Umgang mit anderen ebenso wichtig ist, wie ihre Religion – glauben werde ich ihnen das erst, wenn sie sich deutlich zu Wort melden, wo immer Menschen unterdrückt werden und das überdies noch aus ihrer Religion heraus begründet wird.

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  4. Anonymous

    @Anoynm: Bei den Meeresfrüchten ist man sich uneinig. Die Hanbali, Schafi und Maliki sind alle der Meinung man dürfte die essen, ein größerer Teil der Hanefi Gelehrten vertritt aber die Meinung sie sind helal.

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  5. Anonymous

    Äh, der letzte Satz soll lauten: …ein größerer Teil der Hanefi Gelehrten vertritt aber die Meinung sie sind verboten.

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  6. Anonymous

    Salam alaikoum. Ich mag dein Engagement Schwester. Möge ALLAH swt dich dafür belohnen. Aber du solltest in gewissen Punkten ein bisschen vorsichtig sein.

    Du erzählst aufwertend von muslimischen Freundinnen, die emanzipiert und überzeugte Feministinnen seien.

    Ich hoffe du weisst, dass der Feminismus den Lehren des Islam widerspricht. Eine Definition findest du bspw. auf wikipedia:

    Der Feminismus ist sowohl eine Theorie als auch eine politische Bewegung mit dem Ziel, die Gleichberechtigung, Menschenwürde und Entscheidungsfreiheit von Frauen sowie Selbstbestimmung zu erreichen. Er tritt für eine Gesellschaftsstruktur ein, in der die Unterdrückung von Frauen, die er als gesellschaftliche Norm analysiert hat, beseitigt ist und die Geschlechterverhältnisse DURCH EBENBÜRTIGKEIT geprägt sind.

    Dass man sich dafür einsetzt, dass Frauen gerecht behandelt werden etc, bin ich natürlich auch. Aber diese Gleichsetzung ist nicht islamkonform. Schließlich sagt Allah, der Erhabene:
    „Die Männer sind die Verantwortlichen für die Frauen, weil Allah die einen von ihnen mit mehr Vorzügen ausgestattet hat als die anderen und weil sie von ihrem Vermögen hingeben. Darum sind tugendhafte Frauen jene, die demütig ergeben sind, die in Abwesenheit das bewahren, was Allah ihnen zu bewahren aufgab.” (4:34)

    Und das ist das Ziel des Feminismus ist die eben genannte Ebenbürtigkeit.

    Zudem hat unser Prophet sas gesagt:

    Abu Huraira (r) überliefert, dass der Prophet (s) sagte: „Wenn ich irgendjemandem befohlen hätte, sich vor einem anderen niederzuwerfen, so hätte ich angeordnet, dass die Ehefrau sich vor ihrem Ehemann niederwirft.” (At-Tirmidhi)

    Im Islam hat man nicht die gleichen Rechte, aber sie sind komplementär.

    Das war es von meiner Seite.

    Salam alaikoum

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  7. Johannes

    Muslimische Bloggerin trifft katholischen Oberblogger. Konnte ja nicht gutgehen. Aber daß der noch nie so einer wie Dir begegnet ist, find ich schon seltsam. Wo lebt der denn? So welche wie Kübra Yücel laufen mir jedenfalls ständig über den Weg. Wenn auch nicht genau so welche wie Kübra Yücel. Allerdings halt ich den Titel “feministische Muslima” für genau so blöd wie “säkulare Muslimin”. Oder?

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  8. moslaemm

    Ey Kübra, Alta. Habsch grad gesehen de Video von Dir bei de Maybritt, guckst du. Durftest Du stehen an de Katzentisch. Hassu nach de Sendunk auch gedurft essen haram bei de Buffet, Alta?
    Oda musstest Du gehn wie olle Moslem?

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  9. Anonymous

    Moin,Moin..
    irgenwie haben wir es schon 2 Uhr Morgens und leider kann ich heute nicht wirklich schlafen. Also dachte ich mir kann ich dir ein paar Zeilen hier auf deine geistigen Seite lassen.
    Ein Jammer, dass Herr Matussek für das falsche Blatt schreib. Ich mag sein Worthandwerk. Eigentlich gab es wirklich mal ein Zeit in der ich sehr gerne den Spiegel gelesen habe. Doch leider ist das Blatt gerade bei dem Thema Thilo Sarrazin und dem Lieblingsthema, der Islam – und die damit immer verbundene Gefahr, die dieses Magazin gerne mit unterstützt, auf “Bild” Niveau unterwegs. Es wird dann journalistisch ganz schnell wieder ein Enwicklungsland. Besonders die dunklen Titelblätter der letzten Jahre zum Thema Islamisierung und Co. haben mir leider die letzte Hoffnung geraubt, dass der Spiegel wieder geistge Brunnen bauen. Wie bereits oben schon erwähnt; es ist oft in Bezug auf den Islam, ein journalistisches Entwicklungsland geworden.
    Es ist immer wichtig – auch darin sind wir uns vielleicht einig – dass man Neuem begegnen muss um Gewohntes zu erkennen und dann bewerten zu können. Dabei kann die Bewertung dazu führen, das “Gewohntes” auch “Bewährtes” birgt oder eben dass “Gewohntes” eher “Überfälliges” bedeutet. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung.
    Mein Blog wird am Dez. scharf geschaltet….Beste Grüße und dir weiterhin viel Erfolg! MADI – philos@gmx.org

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  10. Anonymous

    Erstens: Ich hab dein Auftritt bei Maybritt Illner gesehen. (Ein Glück das du auf der Startseite von Youtube unter Trend kategorisiert warst, hmm dachte mir, die kenne ich doch :D) Meine Glückwünsche!

    Also ich finde das schon echt “heftig”, wie Herr Matthias Matussek das Treffen aus seiner Sicht erzählt bzw kommentiert…
    Deine Bewertung darüber, finde ich gelungen, du driftest nicht in eine endlose (oder sinnlose) Diskussion ab. Weiter so…

    Reply
  11. Anonymous

    Ahmed

    Also ich finde deine Erzählung von der Begegnung lichtjahre besser als die Version von Herrn Matussek. Respekt!

    Bleibe standhaft und lasse dich von den Angriffen der Islamhasser nicht beeindrucken.
    Möge Gott dir stets zur Seite stehen.

    Erstaunlich wie viel Mühe sich diese “Fakes” machen um ihre Kommentare (sorry), Mist hier los zu werden.
    Ich wette das befriedigt trotzdem nicht; aber schön das jeder eine Beschäftigung hat. Für die einen ist es halt mal die Kameradschaft oder im Internet ein “Fake” spielen; oder vielleicht auch beides zusammen! Was für ein erbärmliches Leben.

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  12. Anonymous

    Da mache ich mir einen Kopf, ob es vielleicht doch einen Funken emanzipatorisches Gedankengut im Islam gibt und Hamed Abdel-Samad ggf. doch daneben lag…und dann tut mir der anonyme Kommentator im Kommentar Nr. 9 (30. Oktober 2010 11:41) den Gefallen und erledigt die Angelegenheit für mich…Vielen Dank. Also genug des Zweifelns. Frau Yücel trägt das Kopftuch, weil ein Che Guevara und der Rote Stern heute nicht mehr so viel identitätsstiftendes Potenzial haben, wie vor vierzig Jahren. In Ihrem Alter habe ich auch mit der Landesflagge meines Gastarbeitervaters herumgewedelt. Gut das meine Kinder heute solche Probleme nicht mehr haben. Ich denke, wir können die Zeit abwarten. Zehn weiter Jahre und Frau Yücel wird sich das Kopftuch – entnervt von Leuten wie im Kommentar Nr. 9 – selber vom Kopfe reißen. Bis dahin…Augen zu und durch.

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  13. Anonymous

    @Kommentar 18:

    Das war mein Kommentar. Mag sein, dass mein Kommentar Ihnen nicht passt. Aber ich sehe das auch nicht so schlimm, denn als Nicht-Muslim können Sie das leider nicht nachvollziehen.

    Islam bedeutet, dass man sich dem Willen Gottes ergibt.

    Wenn es im Islam heißt, dass Männer und Frauen unterschiedliche Rechte haben und nicht die gleichen, dann hat man sich als Muslim, diesen Gesetzen zu ergeben.

    Der Islam ist auch für die gerechte Behandlung und Nicht-Unterdrückung der Frau.
    Sie wissen leider gar nicht, wie hoch der Stellenwert der Frau im Islam steht.

    Aber der Feminismus, in der Form wie ich ihn kenne, ist da nun mal fehl am Platz. Diese heterogene Strömung versucht die Frau mit dem Mann sogar auf biologischer Ebene gleichzusetzen( siehe dekonstruktivistischer Feminismus) mit der Erklärung die unterschiedlichen Rollenverteilungen seien lediglich sozaile Konstrukte.

    Der Feminismus macht es den Frauen leider schwieriger. Sie sind einer Doppelbelastung ausgetzt, da sie zum einen die Rolle der Frau und zum anderen die Rolle des Mannes übernehmen sollen.

    Der Allwissende, weiss über diese Sachen mehr bescheid, als Seine Geschöpfe.

    Gruß

    Burak

    Reply
  14. Anonymous

    Hach, wie interessant ist doch die Entwicklung der letzten Wochen – es wird ein Hochgenuss sein, jene Debatten weiter zu verfolgen.
    Die Kopftücher sind schon ein Thema für sich – Integration ist alles.

    & Gute Nacht!

    Reply
  15. Anonymous

    @Burak.

    Es geht nicht darum, der Frau einen hohen Stellenwert einzuräumen. Jeder Mensch hat unveräußerliche Rechte…die braucht niemand einräumen.
    Weniger geht nicht.
    Viele Grüße

    Reply
  16. andreask9

    Burak, der ‘Dekonstruktivismus’ wendet sich nicht dagegen, die ‘biologischen Unterschiede’ zwischen ‘Mann und Frau’ nicht anzuerkennen, vielmehr

    a) stellt er fest, dass die ‘biologischen Unterschiede’ zwischen Menschen die Kategorie ‘Mann’ und ‘Frau’ nicht eindeutig definieren, also die biologischen Begriffe von ‘Mann’ und ‘Frau’ unscharf und verwischt sind

    und

    b) wendet er sich gegen die Biologisierung des Sozialen, das heisst: das Soziale wird determiniert durch biologische Festschreibungen, wie es auch im biologischen Rassismus getan wird. Er postuliert Rasse wie ‘bilogisches Gechlecht’ als Erfindungen, die sozial determiniert sind und von Teilen der Gesellschaften biologisch interpretiert und damit festgeschrieben werden.

    Im uebrigen glaube ich nicht, dass ‘die Deutschen’, das ‘Abendland’ die Frau jemals weniger stark biologisch und sozial (fremd)determiniert haben als ‘der Islam’. Die von (sozialen) Maennern gemachten Kategorien darueber, was Frauen (und Maenner) in den jeweiligen Gesellschaften zu tun oder zu lassen haetten, sind nur auf unterschiedlichen Sichtachsen konkretisiert und die Bewertung dessen ist ethnozentristisch verzerrt. Jeder Deutsche braucht im Grunde genommnen nur einen Fernseher einschalten um zu sehen, welche gesellschaftliche Rolle Frauen in D. in Wirklichkeit haben: ihr Anteil im dt. Fernsehen sinkt stetig und stark, je weniger sie die Kritrien der guten deutschen Frau erfuellen: ‘schoen, jung, blond, heterosexuell, duemmlich’, im Idealfall ihrem Geschlechtstrieb voellig unterworfen (siehe C. Roche).

    Reply
  17. Ahmet aus dem Internet

    Das mit dem Punk denkt sich Matussek selber aus und ist in diesem Fall Ausdruck seiner Erleichterung, dass Kübra jemand ist, mit dem er reden kann. Denn “Punk” lässt er gelten. Nimm’s mit einem Lächeln. Für ihn ist es ein Ausdruck von Nonkonformismus, ebenso das Essen mit Fingern. Und das hat er halt von einer Muslimin nicht erwartet, dass sie so viel Persönlichkeit hat.

    Wenn sich das auf seine künftige Arbeit positiv auswirkt, indem er bei “Kopftuchmädchen” nun seine “Punkerin” die “ganz anders” ist, mitdenkt, dann hat es doch geholfen, die Pauschalisierungen aufzubrechen.

    Nimm es als Zeichen von Gott, dass er anfängt, sich Gedanken zu machen.

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  18. Anonymous

    Liebe Frau Yücel, über YouTube habe ich gerade etwas über Sie erfahren, und mir gleich Ihr Blog angeschaut. Ich schätze Ihre Arbeit und Meinungen sehr. Als Sie geboren wurden, kam ich von Holland nach Berlin (27 Jahre alt). Was ich hier von Anfang an absurd fand war, dass man bei Kinder und Jugendlichen die bei mir im Haus wohnten, z.T. von “Ausländern” sprach. Ich war (und bin) ein Ausländer in Deutschland: aber die Kinder der Nachbarfamilie Satici, die waren hier geboren, in Kreuzberg. Nach 20 Jahren in Berlin-Kreuzberg und -Neukölln braucht keiner mir was erzählen über Problembezirke. Bei uns in Rotterdam, hiessen die Säufer in den Plattenbauten übrigens Jansen oder van Dijk. Und Sie haben Recht: es gibt für mich in ganz Europa, Menschen die sich nicht in der Gesellschaft integrieren: egal welche Nationalität der Reisepass aufweist. Aber die Tausenden von Menschen die (wie Sie) hier studieren, arbeiten, und einfach in Frieden leben wollen, die sind nicht interessant für die Statistiken der Hetzer. Ich habe immer noch einen holländischen Reisepass, und spreche und schreibe längst nicht so gut Deutsch wie Sie. Aber ich trage (alter Mann) eine Glatze und Sie ein Kopftuch. Mein Nachname können die hier aber genau so schlecht aussprechen wie die von Ihnen. Ich wünsche Ihnen ein langes, erfolgreiches und glückliches Leben.

    Reply
  19. [Fujiwara]

    Ich bin gestern über Youtube auf deinen Blog gestoßen weil ich deine Aussagen bei Maibritt Illner wirklich gut fand und sie mir neue Denkanstöße gaben.
    Vorallem deinen Satz
    “Man vergisst oft dass es bei dieser Debatte um Menschen geht.”
    Kann ich absolut unterschreiben. Es ist traurig dass man von vielen Menschen immernoch wegen Äußerlichkeiten in eine Schublade gesteckt wird. Bei dir ist es dein Kopftuch, bei mir mein Gewicht und mein sehr Spezielles Styling. Doch wir haben gemeinsam dass wir uns bewusst dafür entschieden haben (ich zumindest für meine Kleidung/Make Up) , weil wir uns so wohl fühlen. Und es steht niemandem zu uns diese Freiheit absprechen zu wollen oder uns auf Grund unserer Erscheinung ein Image aufzwingen zu wollen dass nicht zu unserer Persönlichkeit passt. Du siehst, dieses Problem kann auf verschiedene Art und Weisen auftreten. Doch es wird sicher noch sehr lange dauern bis auch die letzten ihre Scheuklappen abgelegt haben und uns als ganz normale Menschen mit Hobbys,Interessen und Intellekt verstehen und ernsthaft versuchen hinter unsere äußere Erscheinung zu blicken. Bis dahin wünsche ich dir noch ein glückliches,erfülltes und vorallem spannendes Leben und werde weiterhin gespannt deine Veröffentlichungen verfolgen ^^

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  20. Anonymous

    “Wie schön das Du geboren bist. Wir hätten dich sonst sehr vermisst.” Eigentlich singt man das ja zum Geburtstag… Trotzdem finde ich es grade sehr passend:D
    Ich hoffe auch dass es mehr von dir werden:))

    Reply
  21. Anonymous

    @ Fujiwara

    Ich gebe zu bedenken, dass – wenn ich mit ihrem Avatar richtig liege – Leute wie Sie ganz sicher nichts zu lachen hätten, wenn die Glaubensbrüder von Frau Yücel hier könnten, wie sie wollten…

    Reply
  22. [Fujiwara]

    @Anonym 29 und deswegen darf ich die Frau nicht interresant finden? Zumahl ich ihre Erfahrungen gut nachvollziehen kann?
    Pardon aber ich verstehe nicht warum ich sie auf ihr Kopftuch und ihre Religion reduzieren sollte, dafür gibt es ja Leute wie sie.
    Ich respektiere ihre Religion ohne mir auszumahlen wie andere Anhänger der selbigen auf mich reagieren würden. Denn dieser Blog gehört nicht allen Muslimen sondern Kübra.
    Und ich bin niemand der gleich alle Anhänger einer Gruppierung in eine Schublade steckt. Wir sind alle Individuen mit eigenen Gedanken und Ansichten und ich habe auch schon Muslime kennengelernt die durchaus aufgeschloßen und interessiert auf meine Erscheinung reagiert haben.

    Reply
  23. Anonymous

    Gestern war ein toller Tag an dem ich gleich zwei Mal auf mein Kopftuch angesprochen wurde.
    Erstens der Postbote an unserer Tür: “ich verstehe ja gar nicht wieso so eine schöne Dame sich “vertüdeln” muss. sie brauchen doch nichts zu verstecken”(als würd ichs machen weil ich mich hässlich finde.-hahaha)
    und zweitens eine Schauspielerin in der U-Bahn: “Voll nich?-auf meine Antwort-Oh, sie können ja Deutsch!? Was machen Sie denn beruflich?-Abitur?-An einer Berufsschule?-Ach auf einem normalen Gymnasium? -sie staunt, ich lächle- dann erzählt sie mir dass sie Theater macht, ich erzähle ich von unserem letzten Theaterstück und von unsererem derzeitigen-dann verabschieden wir uns.

    Ach ja, die Frau hat sich in mein Kopftuch verliebt:D ahaha

    Reply
  24. Anonymous

    Liebe Kübra, deine Worte sprechen mir so aus dem Herzen, dass es eine wahrliche Wohltat war all deine Artikel zu lesen. Dein Blog gehört ab sofort zu meinen täglich Highlights ;) Thanks for existing sista ;)

    Reply
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