JESUS IN BERLIN

Berlin ist neuerdings mein deutscher London-Ersatz. Vielleicht bin ich in letzter Zeit deshalb so häufig dort. Jedenfalls war ich vor einigen Tagen wieder auf Berliner Straßen und gerade dabei zum nächsten Termin zu hetzen, als ich abrupt stehen blieb. Ein beim ersten Blick unscheinbarer, aber beim zweiten Blick unglaublich interessanter Galerieladen hatte meine volle Aufmerksamkeit: Die Jesusboutique.

Das Ganze erinnerte mich an eine Szene, die ich vor einigen Wochen im Schaufenster eines Berliner Comicladens entdeckte:


Jesus und Charles Dickens Actionfiguren nebeneinander – oben rechts war übrigens Edgar Ellan Poe zu sehen. Die Figur (zu kaufen hier) gab es übrigens auch in der Jesusboutique – sie hatten sie vom Comicladen geschenkt bekommen, erzählten Manfred und Frank – zwei sehr angenehme Zeitgenossen und Künstler. Leider konnten meine Freundin Sara und ich nur kurz die Ausstellungsstücke bewundern, weil wir schnell von dannen ziehen mussten. Im Internet heißt es über die All You Need Is Lost-Ausstellung:

Die aktionistischen Künstler von jesusboutique stellen mit ihren Arbeiten politische und soziale Absurditäten in den Mittelpunkt ihres Schaffens. In dieser Beziehung entlarvt ihr Werk dabei auch das Subjektive als Spiegelung einer Täuschung und Verzerrung der eigenen Wahrnehmung. In ihren Objekten, Installationen und Performances agieren sie selbst als das eigentlich narrative Element in einer scheinbar erstarrten und entmystifizierten Außenwelt. So stellten die beiden die Temporäre Kunsthalle Berlin samt derzeitiger Ausstellungsinstallation (kuratiert von John Bock) und angeschlossenem Café und Buchladen beim Internetportal „immobilienscout24“ ein. Die Halle, die nun zum 31. August dieses Jahres endgültig schließen und danach abgerissen werden soll, könne, laut Künstlerduo, endlich einem sinnvollen Zweck zugeführt werden. Das Gebäude böte gerade jetzt mit seiner aktuellen Ausstellungsinstallation, mit drei eingebauten Etagen, ausreichend Platz zum Wohnen. (weiter)


Die Ausstellung findet ihr in der Schönleinstrasse 7, Dienstags bis Freitags und Sonntags hat die Galerie von 16 bis 20 Uhr geöffnet. Da kann man gerne mal vorbeischauen.

Komischerweise begegne ich bei jedem noch so kurzen Berlin-Besuch Jesus. Mal in einer Kirche, die ich besuche, oder einer Zeugin Jehovas, die mir sein Bildchen in die Hand drücken will. Lustig.

6 Comments JESUS IN BERLIN

  1. sina

    1. ähmm es ist bestimmt eher andersherum: london war dein prä-berlin (:
    2. “am anfang war berlin” :p
    3. berlin war deine vorgeburtliche idea, london deine erste weltliche kopie.

    noch fragen? :P

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  2. kübra yücel

    nun. berlin ist toll. aber london ist noch viel toller. :) das wirst du mir bestätigen, wenn ich dich dort mal herumführe und meine lieblingsecken zeige. wobei du mich natürlich auch vom gegenteil überzeugen darfst – was berlin betrifft. :)

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  3. moslaemm

    Alta, warsch auch wieda in de schaisn Berlin, guckst du. Is viel Turke dort, habsch gesehn.
    Habsch aber Disch nisch angerufen, weil Deine Kopftuch macht de Ohre taub fur de Telefonklingel, guckst du.
    Ausserdem is verboten su sprechen mit fremde Moslems, steht ind e Koran, isch schwör.

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  4. Anonymous

    Deutsch perfekt zu beherrschen kennzeichnet vielleicht ein Individuum. Man darf aber die Gruppenzugehörigkeit nicht übersehen. Und hier gilt ein lateinisches Sprichwort: pars pro toto (der Teil steht für das Ganze). Ebenso wie man Deutschen, oft bis heute, in gemeinsamer Verantwortung die Naziverbrechen vorwirft, gilt eben auch, dass der nicht geringe Anteil moslimischer Krimineller innerhalb des muslimischen Bevölkerungsanteils in der öffentlichen Wahrnehmung eben für diesen insgesamt steht. Um dieses nachvollziehen zu können, genügt es allerdings nicht, Deutsch perfekt zu beherrschen, denn hierfür sind psychologische und soziologische Kenntnisse erforderlich, über welche die sich selbst bemitleidende Kolumnistin, ohne dass ich ihr zu Nahe kommen möchte, offenkundig nicht verfügt.

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