TORSCHUSSPANIK ODER: DIE TAZ KOLUMNE

Dieser gutaussehende Typ ist übrigens einer der vielen Spieler, die in meinem Zimmer in Deutschland übernachten.
Ich weiß. Es heißt eigentlich TorschLusspanik. Im Mittelalter schloss man nachts die Stadttore und solche, die es bis dahin nicht in die Stadt geschafft hatten, mussten die Nacht vor dem Tor verbringen. Und hatten folglich jedesmal auf dem Weg in die Stadt Torschluss-Panik. Da kommt die Redewendung laut Wiki her. Heute benutzt man diese Redewendung, wenn Mann oder Frau aufgrund ihres Alters befürchten, bestimmte Ziele nicht mehr erreichen zu können – Kinder, Partnerschaft, Ehe. Im letzten Jahr gab es dazu im SZMagazin einen sehr interessanten Artikel über Karriere-Männer, die endlich eine Familie gründen wollen.

Dort stolperte ich zum ersten Mal über den Begriff Torschlusspanik, verlas mich aber und glaubte, es hieße “Torschusspanik”. Und es machte Sinn – in meinem Kopf. Ich stellte mir einen Fußballspieler vor, der zielstrebig in Höchstgeschwindigkeit und größtem Kampfesgeist auf das Tor zurast und dann – kurz vor dem siegbringenden Torschuss – unsicher wird, sich bremst, strauchelt und im schlimmsten Fall über die eigenen Beine stolpernd mit dem Gesicht im nassen Gras landet. Das – dachte ich – ist Torschusspanik. Die Panik kurz vor dem Ziel.

Und weil es das Wort meines Wissens bisher noch nicht gibt, führe ich es hiermit ein. Das Wort beschreibt nämlich sehr toll, was ich gerade fühle: Am Mittwoch erscheint meine erste Kolumne in der taz. Was eine großartige und tolle Sache ist. Aber jetzt kurz davor, kribbelt es im Bauch und ich bekomme Torschusspanik. In der Kolumne, die fortan jeden zweiten Mittwoch im Gesellschaftsteil der taz erscheinen wird und “Das Tuch” heißen wird, geht es – Überraschung! – um das Tuch. Also um das Kopftuch, den Islam, Frauen, Muslime, Deutschland – Dinge und Gedanken, die in meinem Kopf herumschwirren und über meine Finger nun in der Außenwelt Gehör finden sollen. Aufregend!

Die allererste Kolumne am Mittwoch räumt ein bisschen auf und redet Klartext. “Das gibt böse Leserbriefe!”, sagten einige befreundete Probe-Leser. Was soll’s. Auf zum Tor!

PS: Liebe muslimischen Freunde, schließt ihr mich heute bitte in eure Gebete mit ein? Und liebe nicht-muslimischen Freunde, drückt ihr mir bitte die Daumen? Danke, danke, mein Kribbelbauch hat’s dringlichst nötig. :)

10 Comments TORSCHUSSPANIK ODER: DIE TAZ KOLUMNE

  1. philli

    danke, freut mich zu hören! ich versuch am ball zu bleiben, um gierigen ohren weiterhin schöne klänge zu bieten:)
    ach, und herzlichen glückwunsch zu deiner kolumne in der taz! ich bin wirklich gespannt!
    lg, phillippine

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  2. Pingback: ES WAR SCHÖN MIT DIR, LIEBE KOLUMNE! | ein fremdwörterbuch

  3. Martina

    Die Einführung des Wortes “Torschusspanik” kann ich nur voll unterstützen, da ich exakt der gleichen Verwechslung der Worte und ihrer Sinnhaftigkeit unterlegen bin. ;-)

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