WAS TUN WIR JETZT? – DER FALL MARWA?


Der Fall Marwa E. hat eine hohe Symbolkraft. Das haben nur Wenige verstanden und nur die Wenigsten richtig zu Nutzen gewusst.

Wer eine Zusammenfassung des Falls Marwa E. lesen möchte, Kathrin hat hier eine sehr gute geschrieben.

Omar hat auf seinem Blog bereits einen wichtigen Schritt gemacht und die Muslime zur Besonnenheit aufgerufen. Einige sind emotional geladen, andere erzürnt. Zum Teil verständlich. In den vergangenen Tagen wurde in Deutschland viel versäumt. Der Fall Marwa E. hätte zum Wendepunkt des deutsch-islamischen Dialogs werden können. Die Gesellschaft hätte sich über die Tat lautstark empören, sie verdammen und durch Aufklärung und Diskussion geschlossen gegen die Diskriminierung der muslimischen Minderheit in Deutschland vorgehen können. Hätte.

Karim El-Ghawhary kommentiert eines der größten Versäumnisse (9. Juli 2009, taz) wie folgt:

„Wann immer es einen Anschlag muslimischer Fanatiker gab, wurden die deutschen Politiker nicht müde, Deutschlands Muslime aufzufordern, Stellung zu beziehen, um den Generalverdacht von sich abzuwenden. Nun stehen die Deutschen zumindest in Ägypten unter dem Generalverdacht der Islamophobie. Wo waren in der vergangegen Woche die Stimmen in Deutschland, die den Anschlag im Gericht verurteilen? Sie waren nicht zu hören.“

Wir haben es mit mindestens drei Versäumnissen zu tun:

1. Die Bundespolitiker und die Bundesregierung verspäteten sich mit der Verurteilung und Empörung dieser Tat. Die islamaphob motivierte Tat wurde gesellschaftlich nur ungenügend sanktioniert.

2. Dass es sich bei der Tat um eine – offensichtlich – islamophobe Tat handelt, wurde nur in den wenigsten Medien auch so dargestellt. Das Thema wurde mal auf das Thema der Sicherheit in Gerichtssälen reduziert, mal auf das Bestreben der NPD gezielt Russlandsdeutsche anzuwerben.

3. Die Islamaphobie wird von der Mehrheitsgesellschaft und der Bundespolitik nicht als Problem – bzw. gesellschaftlicher Missstand – erkannt.

Josef Winkler, der migrationspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, sagte der taz (9. Juli 2009) hierzu, „verkappt islamfeindliche Positionen“ seien bis in höchste Regierungskreise verbreitet.
Sevim Dagdelen, migrationspolitische Sprecherin der Linken zum gleichen Thema: „Die Bundesregierung macht den Fehler, Rassismus nur als Problem der extremen Rechten zu sehen. Rassismus reicht aber bis in die Mitte der deutschen Gesellschaft und Übergriffe gehören zum Alltag dieser Republik.“

Trotz oder gerade wegen dieser Versäumnisse, müssen Muslime ruhig und sachlich bleiben. Das Thema ist emotional geladen, darf aber nicht emotional diskutiert werden. Vor allem deshalb nicht, weil Nichtmuslime sich der symbolischen Bedeutung des Falles Marwa E. gar nicht bewusst sind. Das liegt nicht an mangelndem Verständniswillen, sondern schlicht und einfach daran, dass sich Nichtmuslime nur selten über 9/11 hinaus mit dem Thema Islam beschäftigt haben bzw. daran, dass es für einen Menschen der Mehrheitsgesellschaft nur mäßig nachvollziehbar ist, wie es sich als Minderheit in Deutschland lebt.

Muslime müssen in Diskussionen die genannten Punkte im Hinterkopf behalten. Andernfalls treten sie mit hohen Erwartungen an ihre Gesprächspartner heran, es entstehen Konflikte. In den letzten Tagen habe ich mit vielen Nichtmuslimen über den Fall Marwa E. gesprochen. Sie waren schockiert darüber, wie viele wichtige Details ihnen über die Medien nicht weitergegeben worden waren Sie wurden darüber kaum informiert. Auch die Diskriminierung, die kopftuchtragende Musliminnen im öffentlichen Alltag erfahren, ist ihnen nicht bewusst gewesen.

Was sollte also getan werden?

Muslime sollten ruhig und sachlich bleiben, ihre Erwartungen herunterschrauben (auch um nicht enttäuscht und damit emotional zu werden) und unermüdlich an die Medien herantreten, um über Missstände zu diskutieren und damit zu bekämpfen. Diskussion, Diskurs, Aufklärung, Sachlichkeit und zielorientiertes, friedliches Handeln sind die einzigen Möglichkeiten, der Diskriminierung ein Ende zu setzen.

Nichtmuslime sollten sich den Diskussionen öffnen, die Missstände als solche verstehen. Der Mord an Marwa E. sollte genauso empören, wie es ein antisemitisch-motivierter Mord an einem Juden getan hätte. Dies setzt selbstverständlich voraus, dass die Medien über die Vorkommnisse berichten und die Bevölkerung informieren.

Die Bundesregierung sollte in erster Linie ihre Versäumnisse eingestehen. (Dass dies unsere Bundeskanzlerin trotz Wahlkampf bisher nicht getan hat, sollte uns jedoch zu denken geben.)

Wir alle dürfen die Diskussion nicht auf den Fall Marwa E. reduzieren. Marwas Fall hat Diskussionen ausgelöst, die nicht gleich abebben und auf den nächsten Mord warten dürfen. Wir müssen es schaffen, konstant miteinander im Dialog zu bleiben.

Karim El-Ghawary beendet sein Kommentar übrigens mit einer Ausnahme, die nicht schwieg wie der Rest Deutschlands:
`Man muss kein Muslim sein, um sich gegen antimuslimisches Verhalten zu wenden, und man muss kein Jude sein, um gegen Antisemitismus vorzugehen‘, sagt der Generalsekretär des Zentralrats der Juden. Danke, Stephan Kramer, für diese deutlichen Worte. So selbstverständlich sie eigentlich sind, so selbstherrlich wurden sie in der letzten Woche von der deutschen Politik übergangen.“

Herr Kramer zeigt mit diesen Worten außerdem: Eine Minderheit ist eigentlich keine Minderheit, dafür gibt es zu viele von ihnen.

So könnt ihr aktiv werden: Fordert eine Stellungnahme der Bundeskanzlerin Merkel zu dem Mord an Marwa E., indem ihr hier unterschreibt. Eine Intiative von Melih Kesmen.

Möge Allah Schwester Marwa mit dem Himmel und ihre Familie mit Ausdauer und Geduld segnen. Amin.

Mehr zu diesem Theme hier: ZEIT- Ein Opfer islamfeindlicher Hitze; ZEIT – Der neue Hass; taz – Merkel soll über Marwa reden; tagesschau – Der Mord an Marwa betrifft uns alle

This article is about an terrible incident that has happened at a court room in Dresden (Germany) a week ago. An Egyptian Muslima (and mother of a 3-years-old child) was stabbed to death by an islamophobic Russian-German after insulting her and calling her „terrorist“, „bitch“ etc. Read more about the tragic death/murder of Marwa E. here.
German media has unfortunately reacted very strangely to her death and the islamophobic murderer: The public was very late informed about the details of her death (that she was 3-month pregnant, her husband was accidently shot by a police officer etc.). German politicans did not condemn this murder at once, but only a few days later when Muslims in Germany and Egypt started to protest. Muslims in Germany became more and more emotional about the case of Marwa E. I am criticizing this development as emotional debates will not lead to peaceful conclusions. I have made suggestions to all parties – Muslims, Non-Muslims, politicians and media – in order to abolish islamphobia from German society and prevent murders like Marwa E.’s. What happened is really sad, but we need to stay rational.
May Allah bless our sister Marwa E. and help her family.

SIA

Sia. Sia heißt eigentlich Sia Kate Isobelle Furler, kommt aus Australien und macht schöne pop-soulige Musik gepaart mit künstlerischen Videos. In ihren Videos konzentriert sie sich auf witzige Details und überraschende Ideen. In ‚Buttons‘ entstellt sie ihr Gesicht mit Klebeband und Nylon-Strümpfen, ‚Breathe Me‚ dagegen ist ein Stop-Motion-Video bestehend aus Bildern von Polairod-Fotos und im oben eingebetteten Video ‚Soon We’ll Be Found‘ singt sie und spricht Gebärdensprache zugleich. Was sie aber wirklich auszeichnet ist ihre bunte (kindliche) Art. Nicht ganz so kindisch und verträumt wie Björk, aber dennoch eine andere Welt. Ihre Webseite ist ein tolles Zeugnis dessen: Da kann man Sia witzige Kleider anziehen und verrückt tanzen lassen. Mal wieder Kindsein.

Sia (Sia Kate Isobelle Furler) is an Australian pop-singer and I love her voice and arty video-clips. Just take a look at her ‚Buttons‘-clip (absolutely gorgeous how strange a taped face can look like) or ‚Breathe Me‘: A very arty stop-motion-production. And of course ‚Soon We’ll Be Found‘. She has performed this song at Letterman, using sign language just like in her video-clip (see above). And please check her funny website: She’s a really cool dancer!

INSELBILDER


Ganz viel Kamillentee.

Da standen wir also und starrten uns an. Bis ich das große Loch im Zaun entdeckte und… weglief.

Nach nur drei Stunden Autofahrt und einer kurzen Fahrt auf der Fähre kamen wir am Freitag auf der wunderschönen Insel Hjarnø in Dänemark an. Die Sonne strahlte mit dem Wasser um die Wette, die Luft war angenehm frisch, die Natur unglaublich schön. Es ist sehr ruhig, nur selten sieht man Menschen, dafür aber zwitschernde Vögel und Schmetterlinge.

Ich konnte kaum glauben, dass es so weit im Norden Fleckchen gibt, die Urlaubsorten im Süden in Nichts nachstehen. Ja, in Hjarnø kann man sogar schöner Urlaub machen: Man schwitzt hier nicht im Stehen und muss nicht alle zwei Stunden unter die Dusche. Es gibt keine Pseudo-Urlauber (die ich hier beschrieb) und man hat Raum und Zeit für sich. Die wenigen (140) Inselbewohner trifft man zwar nur selten, aber wenn, dann sind sie sehr freundlich und grüßen herzlich. Ich bin hellauf begeistert. Das ist Urlaub!

It took us only about three hours and a short journey with a ferry to Hjarnø, a beautiful and sunny island at the east coast of Denmark. There are about 140 islanders, all of them being very friendly and welcoming. Apart from that, the island is quiet, the shore and the birds are the only soundtrack of silence.
I fell in love with this little island. That is what I call holidays!

DIE FOTOKABINE ODER: DIE LETZTE UNI-WOCHE

Mit Photobooth kann man jeden Tag ein Foto von sich machen und mit der Welt teilen. Erinnert mich sehr an das hier. Jedenfalls finde ich: Eine gute Idee! Bei Kopftuchträgerinnen allerdings gestaltet sich das Ganze etwas schwierig: Zum Photoboothen braucht man eine Webcam und Internet. Beides gibt es zwar Zuhause, dort trägt frau aber nur selten ein Kopftuch. So photoboothed man (wie ich hier) nur sehr unregelmäßig. Am liebsten jedoch auf dem Campus-Gelände, wo man eh am Labby hocken und Unmengen an Hausarbeiten, Essays und Referaten schreiben muss. Beispiel: heute. Die Photobooth-Bilder findet übrigens Ihr in der rechten Leiste unter UND HEUTE.

Diese Woche ist übrigens meine letzte Uni-Woche. Und erstmal auch die Letzte für (höchstwahrscheinlich) das nächste Jahr. Ab September geht es nämlich an eine Uni im Ausland. Wohin genau kann ich noch nicht verraten, aber über Wohnungssuche, Umzug, Uni und das Leben dort werde ich Euch zwischendurch bestimmt was erzählen.

Notiz: Die Hjarnø Insel-Bilder gibt es sehr bald hier zu sehen.

Photobooth is such a cool application. You can take a picture of yourself everyday and share it with the world. However it is not so easy to use when it comes to women who wear the hijab – as we normally don’t wear hijab at home. That’s why I tend to take Photobooth-pictures at university (look here) while I’m working on my laptop.

This is week is my last (!) week of university for one year: I will leave Hamburg to study a year abroad in September this year. I can’t tell yet where exactly (I’m a little superstitious concerning this because usually things don’t work out when you tell too many people. That is absolutely irrational, I know) But I’ll let you know very soon iA.

Note: The Hjarnø island-pictures are coming soon.

OHRENWOERTER I

Na, wer hat’s gesehen? Rechts in der Leiste findet Ihr seit einigen Tagen OHRENWOERTER – respektive Musik, die ich gerne höre. Am Freitag geht es übrigens auf eine Insel in Dänemark. Mit dem Auto. Und mir am Steuer. Das kann lustig werden.
Ah ja. Das ERPRESSUM
ist endlich aufgemotzt.

EDIT: Jemand muss mein Account gehackt haben, denn die Musik, die hier vorher eingebettet war, ist alles andere als eine Musik, die ich hören würde. Wie auch immer: Hier nun MEINE Musik! Ohren auf!

Today I will travel to an island in Denmark. I will be the driver (!) – that’s going to be fun! You can find music (or Earwords/Ohrenwoerter as I call them) in the menu-bar. Also I have updated the Erpressum (English version coming soon) EDIT: English version finally here!

EDIT: Creepy! I think somesillyperson has hacked my account as the music that was embedded before was NOT my music. Anyways: Here is an UPDATE with MINE! Enjoy!

FÜR MEIN SCHWESTERHERZ





Die wunderschönen Blumensträuße, die jetzt im ganzen Haus nach Sommer riechen.

Herzlichsten Glückwunsch zum wirklich hervorragend bestandenen Abitur, meine Liebste!

Ohne Dich kann ich nicht leben, mein Schwesterherz. Möge Allah all Deine Wünsche erfüllen, Dich beschützen und auf all Deinen Wegen begleiten. Ich wünsche Dir alles Gute, Erfolg, Glück und vor allem ein wunderschönes Leben im Heute, wie auch im Morgen, mein Herz!

Deine Dich liebende Schwester

DER 6. MUSLIMISCHE BLOGKARNEVAL


Es ist bald soweit: Am 17. Juli findet endlich, endlich, endlich der 6. muslimische Blogkarneval statt!


Helden! Die Welt ist voll (unentdeckter) Helden: Wir sehen sie im Fernsehen und lesen in ihren Büchern. Manchen von ihnen sitzen wir im Bus gegenüber oder wohnen mit ihnen gar unter einem Dach.

Helden inspirieren uns, machen uns Hoffnung oder stärken unseren Glauben. Sie sind Menschen mit Ideen und Visionen. Mit ihrer Art, ihren Reden und Taten, Büchern und Gedichten, Liedern und Geschichten verändern sie unser Weltbild. Sie machen uns Mut. Sie bewegen und verändern uns.

Genau diesen Menschen möchten wir uns iA am 17. Juli, beim sechsten muslimischen Blogkarneval, widmen. Mach mit! Schreib mit! Mobilisier andere!

Erzähl uns: Wer war dein Held? Wer hat dich inspiriert und bewegt? Wen bewunderst oder verehrst du?


Und so kannst du mitmachen:

  • veröffentliche am 17. Juli auf deinem Blog einen Beitrag zu dem Thema „Helden“
  • verlinke den Muslim Blogkarneval in deinem Artikel
  • verlinke deinen Artikel hier als Kommentar

Da ich dieses Mal die Ehre habe, Gastgeberin des Muslim Blogkarnevals zu sein, werde ich einen Tag später, am 18. Juli, auf Muslim Blogkarneval eure Beiträge moderieren und zusammentragen.

Mehr Infos findet ihr auf Omars Seite und hier.

Ich freue mich schon sehr auf den 17. Juli, wenn iA muslimische Blogger aus ganz Deutschland verraten, wer ihre Heldinnen und Helden sind! Auf zu Heldentaten!

Gespannte Grüße und liebe Salams,
Kübra

PS: Die Illustration zum 6. Muslim Blogkarneval ist von Alex. Das Bild dürft ihr zwecks Ankündigung gerne weiterverwenden. Hier in mittlerer und hier in Großauflösung. Das Ganze mit Datum in klein, mittel und groß.

GRÜN GRÜN GRÜN!


Die Jugendmedientage am letzten Wochenende in Hannover werden mir auf ewig grün in Erinnerung bleiben. Ein schönes Grün.

Lotti und ich grübelten. Sie in Hamburg, mit Zahnbürste im Mund; ich müde und erschöpft in Hannover. Wir dachten uns nämlich gerade ein Titelthema für die Mini-FREIHAFEN-Ausgabe aus, die wir am Samstag auf den Jugendmedientagen produzieren wollten. Eine Farbe hatten wir noch nie als Titelthema, das probieren wir jetzt mal aus! dachten wir uns und beschlossen: Grün.

11 grüne Jägermeister gingen auf die JMT…

So produzierten wir innerhalb kürzester Zeit (12 Stunden!) eine 18-seitige FREIHAFEN mit den tollsten Teilnehmern der JMT, ein engagierter, kreativer Haufen junger Menschinnen und Menschen aus ganz Deutschland.
Und Lotti schrieb wunderbar im Editorial:

Wir haben am heutigen Tag einen Weltrekord aufgestellt: Innerhalb von zwölf Stunden produzierten wir mit elf Teilnehmern der Jugendmedientage 2009 in Hannover ein FREIHAFEN-Sonderheft.
Weil Sonderhefte immer auch ein bisschen besonders sind, entschieden wir uns für ein sonderbares Thema: GRÜN!

Grün ist ein faszinierend vielfältiges Thema. Von der Kotze bis zur Politik ist alles im grünen Bereich. Wir werden dem Abwechslungsreichtum des Grünen gerecht und vergleichen Promis mit grünen Superhelden, interviewten den Onlinewahlkampfleiter der Grünen und erstellten eine Top 5 der grünen Mythen. Weil wir immer noch nicht am Ende unserer Kräfte angelangt waren, schickten wir unsere Pioniere auf das unwegsame Expo-Gelände, um freilaufenden Menschen tiefgründige Fragen über ihren Grünanteil zu stellen. Traurig wird es, wenn wir das Aussterben der grünen Männerbejammern und uns einen Tag ohne Grün ausmalen.

Weil die Welt nicht nur schön, bunt und positiv ist, kotzen wir uns letzten Endes noch einmal so richtig über das verschissenescheißkack Grün aus.

Bildet euch weiter, lest den FREIHAFEN.

Herzensgruß,
Kübi, Andi und Lotti.

Und ein riesengrünes Dankeschön geht selbstverständlich an Phil und Wolfi, die bis gaaanz spät in die Nacht an dem Heft herumwerkelten und layouteten! Ihr seid Helden!
Anschauen und downloaden könnt ihr das Heft hier oder direkt hier.

Am Freitag diskutierte ich übrigens auf dem Sypmposium zu dem Thema „Kebab-Connection – Migration und Medien“ zusammen mit: Baha Güngör (Leiter der türkischen Redaktion bei der Deutschen Welle), Özlem Yilmazer (Vertreterin der sehr tollen „neuen deutschen Medienmacher„) und Elyas M’Barek (Darsteller von „Türkisch für Anfänger“). Kompetent moderiert von Kristin Dethloff.
Auch dort: Unglaublich engagierte Teilnehmer, die eifrig mitdiskutierten und mitdachten. Beeindruckend. Ich verbleibe also in grüner Hoffnung auf eine noch bessere Zukunft.

PS: Die Politikorange hat eine sehr tolle JMT-Veranstaltungszeitung produziert. Ein Artikel über das Symposium, wo ich mitdiskutierte, ist auch dabei (Seite 15, da, wo ich so komisch kuck). Hier lesen!

Das sind die Füße der kreativen Köpfe.

DIE STERNCHENKRANKHEIT

Irgendwann in diesem Text wird es um Autolichter gehen.

Letzte Woche lobte ich Martensteins Kolumne im ZEITMagazin. Und jetzt weiß ich auch, warum:

Martenstein, genauso wie Hacke vom SZMagazin, haben eine auf Dauer nervtötende Eigenheit entwickelt. Nämlich die, zusammenhangslose Aneinanderreihungen von Anekdötchen als Kolumnen zu verkaufen. Sind sie aber nicht. Sie sind eine, wie bereits erwähnt, zusammenhangslose Aneinanderreihung von Anekdötchen. Anfangs fand ich das noch toll. Mal was anderes, dachte ich. Bald aber verspürte ich beim Kolumnenlesen eine endlos gähnende Langeweile. Ich kämpfte mich durch die Texte, ward unglücklich und wusste nicht, warum.

Was war denn los? Martenstein versuchte in kleine langweilige Erlebnisse, Weltbewegendes hineinzuinterpretieren. Hacke haute einfach überall, wo es keinen Zusammenhang gab, Sternchen rein.

Hatten Hacke und Martenstein keine Zeit mehr für ihre Leser? Klatschten sie deshalb Erlebnisse zusammen? Sind sie an Sternchen erkrankt? Der Kolumnisten-Krankheit, die (inhaltliche) Überleitungen verschwinden lässt und mancherorts durch Sternchen ersetzt?

*

Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass Martenstein geheilt ist. Der Kolumnentext der letzten Woche ist nämlich nicht nur inhaltlich hervorragend, sondern einfach mal ohne Krampf-Überleitungen. Yey!
Und das, meine Lieben, muss der Grund gewesen sein, warum ich die Kolumne so euphorisch lobte. Ganz, ganz toll ist übrigens sein Expertenrat »www.lebtdennderalteholzmichelnoch.com«

*

Hackes Kolumne in dem aktuellen SZMagazin ist aber auch ganz nett. Trotz Sternchen. Denn: Es gibt dieses Mal statt zehn Sternchen nur EIN Sternchen. Das macht Hoffnung auf Heilung.
Kleiner Rückschlag: Hacke fängt die Kolumne mit (lustigen) Polizei-Kontrolle-Anekdötchen seiner Frau an, die nur entfernt zum Resttext passen.

*

Bei dieser Gelegenheit möchte ich mit einem Polizei-Kontrolle-Anekdötchen enden. Also mit der EINEN Polizei-Kontrolle, die ich in meinen drei Jahren Führerschein hatte.

Bildcredit: mastermediait


Rabo, Rabos Freundin, Disha
und ich (ich wollte euch schon immer mal namentlich erwähnen. So kommentiert ihr vielleicht endlich mal, ihr Hühner) fuhren nach Hause, ich am Steuer, als die Polizei neben uns an der Ampel anhielt und uns per Handzeichen bat, das Fenster runterzukurbeln. Hierzu müsst ihr wissen, dass es langsam dämmerte und ich meine Autolichter nicht angeschaltet hatte, was in erster Linie daran lag, dass diese nicht funktionierten.

Jedenfalls beugten sich beide Polizisten nach vorne und der eine fragte: „Können Sie Ihre Lichter bitte anschalten?“ Ich: „Ja, ich fahre gleich rechts ran und schalte sie an.“ Währenddessen stellte ich mir vor, wie sich mich gleich wegen Licht-nicht-Funktionierens verhaften und in die Zelle sperren. Der Beifahrer beugte sich nun noch weiter aus dem Autofenster und fragte: „Naa, seid ihr auch alle angeschnallt?“ Wie in einem Kinderchor riefen meine Freundinnen „Jaaaa!“ Nur ich ironisch: „Neeeinnnn.“ Ich lachte. Die Polizisten nicht.

Schnell fuhr ich rechts ran und wartete mit dem Licht-Nicht-Anschalten darauf, dass sie weit, weit weg waren.

Dieser Text ist ein Exempel für zusammenhangslose Texte, in denen krampfhaft versucht wird einen Zusammenhang herzustellen. Das Nichtgelingen wird durch * markiert. Andere solche Texte finden sich als „Kolumnen“ in den letzten SZ- und ZEITMagazinen.

*

Übrigens würde ich Roger Willemsen wirklich gerne mal fragen: Warum machen Sie das?

NICOS ZWEIT-ICH WILL INS FERNSEHEN


Nicos depressives Zweit-Ich ist zum NDR-Comedycontest angetreten
. Und das obwohl Ärzte und Nicos Erst-Ich schwer dagegen waren. Eine weiteres Scheitern im immerscheiternden Leben wird das schwache Herz des Zweit-Ichs nämlich kaum überleben. Nicos Erst-Ich rief mich daher an, bat um schnelle Hilfe. Und hier eile ich!


Wählt! Wählt für Nicos depressives Zweit-Ich!
(hier)


Und nicht nur aus Mitleid: Das depressive Zweit-Ich ist nämlich trotz Dauerpessimismus, Schwarzmalerei und Melancholie höchst unterhaltsam. Oder gerade deshalb.

Überzeugt euch selbst!

Scheitern