DES JAEGERS MAUER

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Für das Interview-Buch “Skandal! Die Macht öffentlicher Empörung” führte ich mit Jessica zusammen ein Interview mit Darrn Lyons, dem Mann, der Prinzessin Diana jagte. Heute erscheint das Interview in der Frankfurter Rundschau.

Als wir in der Londoner Paparazzi-Agentur Big Pictures auf Darryn Lyons warteten (über eine Stunde) und dann nun endlich für das Interview zu Gesicht bekamen, war ich sehr überrascht. Ja, sein Büro zugestellt mit Bildern und Preisen, imposanten Tierresten und einem riesigen Thron, aber er, Darryn Lyons, sah aus wie ein kleiner, frecher, unschuldiger Junge. Ganz anders als ich ihn erwartet hatte – ganz anders als er sich in den Medien inszeniert. Kein grober, protziger, skrupelloser und gieriger Paparazzi-Firmen-Inhaber, der für das Skandalfoto eines Prominenten alles geben würde – und alles verlangen würde:

Als Prinzessin Diana 1997 in einem Pariser Tunnel verunglückt, ist Lyons der Erste, der Fotos von der Verletzten erhält und auf dem Markt anbietet. Zwar werden die Bilder nie verkauft, trotzdem entbrennt eine Diskussion über die Moral und Funktion der Paparazzi. Obwohl bekannt ist, dass der Chauffeur betrunken war, halten sich bis heute Gerüchte, die Paparazzi seien schuld an ihrem Tod gewesen.

Und doch. Während wir das Interview führten, wurde mir mehr und mehr klar, dass er im Interviewgeben geübt ist. Er weiß, welchen moralischen Vorwurf man ihm macht, noch besser weiß er, wie er dagegen argumentieren, seine eigene – in sich plausible – Moralvorstellung präsentieren und sich damit aus dem Schneider machen kann. Den Interviewern gegenüber inszeniert er sich als kleiner Junge. Er bleibt unnahbar – in seinem persönlichen Moral-System, einer Mauer. Das, was uns empört, berührt ihn nicht. Und ich denke, das muss so sein. Alles andere wäre für eine öffentliche Person Selbstzerstörung. Ob das auch gut ist, ist eine andere Sache.

Das, was Sie als Hilfe bezeichnen, bedeutet aber, dass ein Prominenter dauernd befürchten muss, bei einer peinlichen oder gar intimen Handlung abgelichtet zu werden. Damit ist seine Intimität per se ungeschützt.

Darryn Lyons: Er darf sich in dieser Medienwelt nicht mehr alles erlauben, stimmt. Aber wo ist das Problem? Wirklich Angst haben muss ja nur derjenige, der Dreck am Stecken und etwas zu verbergen hat. Ich meine, dass Paparazzi eine wichtige Aufgabe haben, denn Menschen sollten fotografiert, Geschichte sollte so präzise wie irgendwie möglich dokumentiert werden. Alles, was wir tun, ist, die Kultur unserer Zeit festzuhalten. Niemand sollte einfach sagen können: “Keine Bilder mehr!”

Das ganze Interview, hier.

Jessica and I had an interview with Darryn Lyons, a paparazzo best known for the photo-scandal about Princess Diana who died in a car crash in Paris – rumours saying it was because paparazzo had chased her. However Dianas death had risen a discussion about media, moral and the role of paparazzi. As Darryn Lyons was the first to offer the accidents images to the media, the discussion was – among others – centered on him. The interview will be published in a German newspaper today. (It was originally published in this book)

RAMADAN BLOGKARNEVAL (1): WAS BEDEUTET RAMADAN FÜR DICH?

Bildcredit: Midnight.Silver

Ich glaube, die Fastenzeit hat die muslimische Bloggerszene umgehauen, es gibt nämlich nur relativ wenige 1.Woche-Karneval-Beiträge. Oder aber sie verschanzen sich unter der heißen Urlaubs-Sonne irgendwo am anderen Ende der Welt.
Das aber ändert nichts an der er Qualität der tollen eingereichten Beiträge. Ein sehr schöner Start in den Ramadan-Blogkarneval!

Schwester Meryem (Meryems Welt) schreibt von der Ausdauer und dem Durchhaltevermögen, die man während der Fastenzeit entwickelt. Sie konzentriert sich auf die Gebete, liest islamische Literatur und macht dort weiter, wo sie normalerweise aufgegeben hätte. Sehr schön beschreibt sie die Dankbarkeit und das Geben, das einem während des Monats Ramadan leichter fällt:
“Und weil ich von Dankbarkeit erfüllt bin, fällt auch das Geben leichter – wenn man selber merkt, wie sehr man beschenkt ist, dann wächst das Bedürfnis etwas für andere zu tun, seien es kleine Gesten, Geschenke, Freundlichkeit, Gebete oder Geld- und Lebensmittelspenden.”

Bei Bruder Bilal (Tugra) geht es unter anderem um das Fasten mit allen fünf Sinnen: Die Fastenzeit im Monat Ramadan beschränkt sich nicht nur auf das Nichtessen und Nichttrinken, “sondern der Verzicht auf alles, was meine 5 Sinne verwöhnt.” Ein sehr schöner Hinweis. Auch sehr schön zu lesen, wie schwer es einem fällt, um 3:30 zum Sahur aufzustehen.

In vielen Beiträgen ging es um die besondere große Motivation sich zu bilden, zu besinnen und den Monat Ramadan auszukosten. So auch bei Bruder Taner (Spritual Hearts): “Ich werde diese Zeit noch besser nutzen als letztes Jahr.” Dieser Monat ist für ihn jedoch nicht nur einer, an dem den Armen und Kranken der Welt gedacht werden soll, sondern auch”der Monat, an dem man die Hilfe startet. Ramadan bedeutet eine langfristige bzw. unbefristete Unterstützung für die Menschen in Not zu starten.”

Und nicht zu letzt: Schwester Tekay (Tekays). Sie schreibt von dem schönen Moment des Fastenbrechens und – eine lustige Erkenntnis – die Tatsache, dass man während des Fastens weniger spricht: “Ramadan ist schön, weil man weniger sprechen mag (der Hals trocknet einem aus), weil man unnötiges Reden vermeiden will, weil man erschöpft ist. Man lässt andere (aus)sprechen und hört ihnen aufmerksamer zu. Man spricht weniger, man hört zu.”

Vielen Dank für die tollen Beiträge! Ich hoffe, dass sich die muslimische Blogosphäre in den kommenden Wochen iA erholt und die Netzwelt durch viele, viele Beiträge bereichert.

Das Thema der nächsten Woche im Ramadan Blogkarneval: Tagesablauf im Ramadan. Alle Themen und Termine hier.

FASTENBRUCH #2

Heute neigt sich die erste Fastenwoche dem Ende. Ich muss gestehen, es ist nicht einfach in diesem Jahr. Eine richtige Herausforderung. Die Sonne geht erst um ca. 20.30 Uhr vollständig unter. Bis dahin weder Essen noch Trinken, das war besonders am Montag hart, als der Tag um sieben Uhr morgens anfing und wir ihn unter der prallen Sonne Heidelbergs verbrachten. Doch kaum war die Sonne unter, nach zwei Gläsern Wasser war ich bereits satt (oder sitt?).

Tag #2
Meine Tante lud zum Essen ein. Es gab leckeres, türkisches Essen auf einem festlich dekorierten Tisch. Ich vergaß natürlich ein Foto zu machen, so müsst ihr euch mit dem herumgestocherten Essen auf dem Teller meines Cousins zufrieden geben. Dass es das Essen meines Cousins ist, erkennt ihr an den Champignons. Die würde ich nämlich freiwillig nie essen. Champignons sehen doch aus wie Nacktschnecken.

Tag #3
Tag 3 war knapp. Fast vergaß ich wieder ein Foto vom Essen zu machen. Meine Familie schaut mich mittlerweile merkwürdig an, wenn ich nach dem ersten Schluck Wasser aufspringe und mit dem Handy herumfuchtel. Jedenfalls aßen wir heute lecker Zuhause. Es gab wieder grüne Bohnen (ja, das ist typisch türkisch), Reis, Auberginen und Icli Köfte (Schwiegermutters Fleischbällchen).

Tag #4
Der besagte harte Montag. Wir waren den ganzen Tag im schönen Heidelberg unterwegs, schauten uns alles genauestens an, schließlich wird ab Oktober meine Schwester hier studieren. Am Abend lud uns eine sehr herzliche Oma zu sich zum Essen ein. Als wir ihr beim Tischdecken halfen, füllte sie Wasser in Krüge – Wasser aus einer Naturquelle (!) in Heidelberg. Ich hatte nur noch Augen für das Wasser: Nach zwei Gläsern war ich selig und zufrieden. (Vom Essen landete daher nur wenig in meinem Magen.)

Tag #5
Iftar im ICE. Am Nachmittag hatten wir uns eine Packung Donuts gekauft, die am Abend komischerweise auf eine Mini-Größe zusammengschrumpft war (Backfactory-Donuts bestehen anscheinend zu einem Großteil aus heißer Luft). Davon mal abgesehen, war es sehr schön: Wir hatten Kiwi, belegte Brötchen und heißen Kakao. Der Nachtisch war für ICE-Verhältnisse sehr üppig: Die Keks- und Bärentreff-Fruchtgummi-Packung teilten wir daher mit unseren Sitznachbarn. Mit wenig, fiel mir auf, ist man zufriedener. Man genießt das Essen. Hamdulillah.

Tag #6
Mittlerweile erinnert mich meine Familie daran, Fotos zu machen. Auf meinem Teller ist außer Putenfleisch mit Gemüse-Sahne-Soße, Salat und Icli Köfte nicht besonders viel gelandet: Nach dem Iftar im ICE bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass das Fastenbrechen mit wenig Essen ein sehr wohltuendes Gefühl ist. Mich nervt es sehr, wenn man quasi um die Wette isst und sich die Bäuche vollkloppt. Darum geht es im Ramadan doch nicht: Man sollte sich mit wenig zufrieden geben, das Wenige schätzen lernen und danken. Und deshalb wanderte die Icli Köfte weiter auf den Teller meines Bruders.

Jetzt habe ich so viel von Essen geschrieben. Das macht das Fasten nicht wirklich einfacher.

This year I’m keeping an Iftar-diary. It’s almost a week since Ramadan has started. I must confess, fasting is a real struggle this year – especially on Monday (Day #4). Starting at 7 a.m., travelling by train, touring around, tramping through Heidelberg and the sun burning our faces. However it was a nice day. What I have learned so far: Breaking your fast with just a little food is so much more pleasant. I feel that this is what Ramadan is about: to content yourself with little. I enjoy eating alot more and feel very comfortable.

FASTENBRUCH #1

Bildcredit: Saqer Alattar


Letztes Jahr erklärte ich, was im muslimischen Kopf/Bauch/Leben während des Fastenmonats Ramadan vorgeht und titelte “Alle Jahre wieder”. Nun ist es wieder so weit! Seit gestern (bzw. heute – never mind, lange Geschichte) ist wieder Ramadan, der Fastenmonat hat angefangen!

Ramadan Kareem!

Am Ende des letzten Fastenmonats wünschte ich mir, ich hätte das tägliche Fastenbrechen Iftar fotografisch dokumentiert. Weil es letztes Jahr nicht geklappt hat, knipse ich in diesem Jahr. Täglich wird also mein Iftar-Essen abgelichtet und bei nächstmöglichem Netzzugang gepostet.

Start frei für das Iftar-Tagebuch!

Am 1. Fasttag (Freitag) waren meine Schwester und ich bei Kerzenschein auf Kissenboden und toll gewürztem Essen in meinem pakistanischen Lieblingsrestaurant – und haben uns beim Essen maßlos überschätzt (siehe Punkt 5: Größenwahnsinn) Auf dem Bild seht ihr den ersten von vier Gängen, eine leckere Dhal-Suppe (Linsensuppe) mit Pappadums (hauchdünner Fladen). Mmmm.

FILM ZUM FREITAG (5) //////////////////// DER KURZE MOMENT

Bildcredit: Der kurze Moment
Den dieswöchigen Film zum Freitag habe ich leider noch gar nicht gesehen. Ihn soll es aber, wenn die Menschen da draußen kräftig mittrommeln und helfen, im Kino, auf Festivals, im Fernsehen, auf DVD und irgendwann auch im Internet zu sehen geben:Der kurze Moment

So heißt der Film. Roman von Elephantwalks ist Kameramann gewesen und Christoph von Christowski war für das Production Design verantwortlich. Ein Film von 32 jungen Filmemachern mit einem Durchschnittsalter von 20,3(!) Jahren – der Film kann nur gut werden! Innerhalb von 5 Tagen (und Nächten) produzierten sie diesen 7-Minüter, der sehr spannend klingt:

Darum geht es nämlich (aus dem Promotext)

“Lohnt das Leben die Mühe, gelebt zu werden? Robert hat alles verloren. Sein Kind, seine Frau, seinen Lebensmut. Er beschließt zu sterben. Doch als er schon auf der Brücke steht, bereit zum Sprung, begegnet er dem Tod – persönlich. Und der ist gar nicht so ein harter Kerl, wie er zunächst scheint…”

Sehr ungewöhnlich, wenn sich Jugendliche mit dem Tod beschäftigen. Das Drehbuch stammt übrigens von Jan Olaf Krems (21, Regie) und Jannis Funk (20, Produktion). Ich jedenfalls bin schon furchtbar ungeduldig! Einen ganz kurzen Spannungsmacher (ergo: Trailer) gibt es schon.

So kann man helfen

Die kreativen Köpfe haben sich ein tolles Finanzierungssystem ausgedacht: Die ersten 20 Sekundes des Kurzfilmes stehen zum Verkauf offen. Dafür bieten die Macher 100.000 Zuschauer, darauf wetten sie! Wenn sie die 100.000 Zuschauer-Grenze nicht erreichen, so gibt es einen Teil des Geldes zurück.

Mehr Infos: Auf der Webseite!

This weeks friday’s short film “Der kurze Moment” is a special one as I haven’t seen it yet. It is a 7-minute-short film produced by 32 young film-makers (average age: 20.3) within five days (and nights). Roman from Elephantwalks and Christoph from Christowski have also worked on this project – that is why I know about it. I am very curious!”Der kurze Moment” means “A/The short moment”. It is about Robert who has lost everything in his life – his child, his wife. As he stands on a bridge, having decided to die, death appears – in persona. And he is not such a badass as Robert thought he would be.

That is all I know. I will let you know as soon as the film will be available online. The producers are planning to present “Der kurze Moment” on DVD, TV, (filmscreenings) Festivals and the internet.

FILM ZUM FREITAG (4) //////////////////// VALIDATION oder THINK POSITIVE




“Validation” heißt der Kurzfilm zum Freitag in dieser Woche. Der Kurzfilm ist relativ bekannt im Internet, sein Regisseur ist es aber, der den Kurzfilm besonders macht: Kurt Kuenne, ein preisgekrönter Filmproduzent und Verfasser von Fiction- und Dokumentarfilmen. Was ihn für mich besonders macht, ist das konsequente Produzieren von Filmen, die alle eine positive/moralische Botschaft haben – ohne aber den moralischen Finger zu heben.

So handelt der 16-minütige Kurzfilm “Validation” von einem jungen Parkplatz-Angestellten, der beim Parkschein-Abstempeln den Kunden Komplimente macht, ihnen Selbstbewusstsein gibt und glücklich macht. “You!” – “You are awesome” – “You’ve got an amazing face” – “You have amazing cheekbones” – positiv gedacht und schon lächelt der Mensch. Das Parkplatzgeschäft floriert: Kunden parken nur dort, um vom Parkplatwächter gelobt zu werden. Alles läuft gut bis sich der Parkplatwächter unglücklich verliebt – in eine junge Frau, die einfach nicht lächeln will.

Ein anderer toller Denk-Positiv-Kurzfilm von Kuenne ist “Slow”, den man sich hier anschauen kann. (Ja, das ist wirklich der gleiche Schauspieler wie der depressive Anzugsträger aus der Anfangsszene bei “Validation”.) Ein junger Mann, unglücklich mit seinem Beruf, seiner Straße, seiner Stadt, seinem Land und der ganzen Welt, gerät vollends in eine Lebenskrise, als zufällig ein Foto von ihm in der Zeitung erscheint: Der Gedanke, dass sein Foto die Welt bereist, Spaß hat und das Leben genießt, macht ihn verrückt. Bis eine Frau ihm – ungewollt – die Augen für das Schöne öffnet.

Berühmt geworden ist Kuenne übrigens mit dem Dokumentarfilm “Dear Zachary – A Letter To A Son About His Father” über seinen Kindheitsfreund Andrew, der 2001 ermordet wurde. Nach seinem Tod beschließt Kuenne die Erinnerungen der Freunde und Verwandten an Andrew zu dokumentieren und widmet den Film Andrews Sohn, Zachary, der ihn nie erleben konnte – er war noch ungeboren, als sein Vater starb.

Positiv denken. Oder vielmehr Lachen. Darum geht es übrigens in meinem derzeit absoluten Lieblingsvideo “Merci!” von Christine Rabette. Seht hier.


Think positive! This is the message of this weeks fridays film “Validation”, a enchanting short film about a parking attendant who is saving his customers day by paying them compliments. The parking company florishes as customers park there only to hear those motivating words of the parking attendand: “You!” – “You are awesome” – “You’ve got an amazing face” – “You have amazing cheekbones!” Life seems to be perfect – until he loses his heart to a girl that never smiles. A heartwarming story – just like all the other movies produced by Kurt Kuenne. He impresses with his positive messages – without waggering a finger. Another very interesting movie of him is “Slow” – same message: think positive!

One of my favourite videos these days is “Merci!” by Christine Rabette. A contagious smile – that saves your day!

FILM ZUM FREITAG (3) //////////////////// THE STRING PUPPET

Lebenszeichen an die Zivilisation. Ich melde mich aus der Uni-Versenkung, dem Hausarbeiten-Dschungel. Weil heute Freitag und damit Zeit für den Film zum Freitag ist, habe ich mich rausgekämpft.

Apropos Dschungel. Eva von Hurra sendet Videogrüße aus dem Regenwald mit einer sehr beeindruckende Aufnahme mitten aus der Natur.


Eben erfuhr ich, dass der Artikel “Allahs digitale Gemeinde” auf taz.de online ist. Dort wurde ich ursprünglich falsch zitiert, doch das haben die von der taz netterweise schnell geändert. Trotzdem war ich unglücklich mit dem Artikel:

Es ist sehr schade, dass MyUmma in dem Artikel nicht zu Wort kommt. So besteht der Artikel nur aus einer Außenansicht von MyUmma. Interessanter wäre es gewesen, die Macher selber sprechen zu lassen. Doch ich glaube, da gibt es aber keinen bösen Willen von Seiten der taz. Das lief alles wohl etwas unglücklich, wurde mir erzählt. Vielleicht wird sich Ferit Abi von MyUmma aber noch auf dem MyUmma-Blog dazu äußern.

Und um das mal klar zu stellen:
Ich finde MyUmma toll! Die Plattform bietet jungen Muslimen die Möglichkeit sich untereinander auszutauschen, Netzwerke zu bilden und sich zu engagieren. Genau wie StyleIslam steht MyUmma für eine kreative, offene und gebildete Generation junger Muslime, die selbstbewusst ihre Religion lebt und sich als Teil der deutschen Gesellschaft versteht. Ganz ohne Widerspruch. Das ist der muslim lifestyle. Daher hatte ich mich damals besonders gefreut, als ich den Blog-Wettbewerb von MyUmma als Jury-Mitglied unterstützen durfte.

UPDATE: Die taz hat bei Ferit Abi von MyUmma angerufen, hier die Twitter-Nachricht:“Bin überrascht – taz.de meldet sich Samstag abend um ca. 22:00 und entschuldigt sich für die unzureichende Recherche und die Konsequenzen.” Mich freut es sehr. Die taz – das muss man ihr unbedingt lassen – ist, wie ich hier schon schrieb, der absolute Vorreiter in Sachen Dialog und Austausch mit Minderheiten in Deutschland – nicht nur die Muslime betreffend. Und sie haben einen guten Willen, wie ich oben schon erwähnte. Danke, liebe taz! Und lieber Herr Schulz!
(Samstag, 08. August 2009)

Dass ich selber kein Mitglied bei MyUmma bin, liegt daran, dass ich schon ausreichend im Netz unterwegs bin mit StudiVZ, Facebook und diesem Blog hier. Bekanntlich führt diese erhöhte Internetaktivität zu diesem Resultat. Und: Um etwas gut zu finden, muss man nicht Mitglied sein.


Zum Thema:

Der dieswöchige Film zum Freitag wurde von Alexander Frank im Rahmen der Berlinale Talent Campus Garage Studio 2008 produziert. Frank ist ein noch sehr junger (27-jähriger) Regisseur. Bei Garage Studio als einer von vier Regisseuren mit Unterstützung eines professionellen Teams arbeiten zu dürfen, ist ein toller Karrieresprung. Die Idee zu seinem Kurzfilm kam ihm wohl über Nacht. Sagt er jedenfalls. Außerdem sagt er über seinen Film: “Es ist ein Film, der überraschen wird” und untertreibt damit.

“The String Puppet” ist irritierend und eindringlich zugleich. Der Kurzfilm handelt von zwei Soldaten, die auf einen Kindersoldaten treffen. Die fast unerträgliche Spannung versucht einer der Soldaten durch das Vorführen eines Puppenspiels aufzulockern – bis… Wie Frank bereits sagte, der Film ist sehr überraschend. Seht selbst. Ich jedenfalls verschwinde jetzt wieder in der Versenkung.

THE STRING PUPPET – Alexander Frank

Hällow. I just wanted to say, that I’m still alive. University is holding me captive. But fortunately I managed to escape to feature this weeks Friday Film: The String Puppet by Alexander Frank. Read more about the film and the director here and here.

Sorry, for keeping the English version so short. University is knocking at my door. Help!