SEIT DEM MORD REDEN WIR OFFENER

Und wieder ist die taz Vorreiter. Vor allem, wenn es darum geht, auch mal jene zu Wort kommen zu lassen, die noch nicht gehört worden sind. Vor einigen Wochen erschien bereits das Interview mit Melih Kesmen von StyleIslam zu dem Thema Islamophobie. Gestern erschien nun das taz-Interview mit mir, als kopftuchtragende Muslimin und Bloggerin, zum gleichen Thema: Islamophobie.
Hier einige Auszüge:

taz: Die öffentliche Debatte über den Mord an Marwa ist fast verstummt. Spielt das Ereignis für kopftuchtragende Frauen noch eine Rolle?

Kübra Yücel: Auch wenn man über den Fall von Marwa kaum mehr spricht, ist das Thema innerhalb der muslimischen Gemeinde immer noch präsent. Es ist viel geschehen: Wir sind uns durch diesen Mord bewusst geworden, dass die Diskriminierungen, die wir erfahren, keine Ausnahmen sind. Es gibt mittlerweile zu viele Ausnahmen. Seit dem Mord an Marwa reden wir offener über unsere Diskriminierungserfahrungen und tauschen uns aus.

/…/Und wie soll sich das ändern?

Ich habe mit meinen Freundinnen sehr viel darüber diskutiert, wie wir dafür sorgen können, dass der Islam in den Medien angemessen dargestellt wird. Zunächst müssen Muslime als gleichberechtigte Gesprächspartner anerkannt werden. Bisher war es so: Wenn ein Muslim sich – auch in akademischen Kreisen – zu islamischen Themen äußerte, so wurde er nicht als eine akademische Person, sondern als Muslim wahrgenommen. Man muss Muslime, wenn sie sich als akademische Personen äußern, auch als solche wahrnehmen.

Wenn man als Muslim über den Islam forscht, ist es dann überhaupt möglich, die muslimische Identität vom wissenschaftlichen Anliegen zu trennen?

Das kann man selbstverständlich nicht trennen. Das ist aber in allen Wissenschaften so. Wenn sich eine Frau zu feministischen oder ein Christ zu christlichen Themen äußert, sind sie natürlich nicht neutral. Sie werden aber trotzdem als gleichberechtigte Partner wahrgenommen und akzeptiert. Genau das fehlt bisher – auch in akademischen Kreisen – in der Diskussion mit Muslimen.

/…/Fühlen Sie sich bedroht als kopftuchtragende Frau?

Nein. Ich fühle mich nicht bedroht oder eingeschüchtert. Ich merke vielmehr, dass es noch viel zu tun gibt; es besteht viel Aufklärungsbedarf.

Was möchten Sie denn tun?

Das Wichtigste ist, dass man ständig im Dialog ist. Die Debatte sollte nicht abebben und wir sollten nicht auf den nächsten Mord warten. Ich sehe es als meine Aufgabe an, als Journalistin und durch meinen Blog aus dem Leben einer Muslimin zu berichten. Ich versuche darzustellen, wie es ist, als muslimische Deutsche hier zu leben. Ich will zeigen, dass ich keine Gefahr für die Gesellschaft darstelle und ein ganz normaler Mensch bin. Allein diese Tatsache sorgt, so glaube ich, bei vielen Menschen dafür, dass sie ihre Vorurteile nochmal überdenken.(…)

ihr hier lesen.

Yesterday an interview with me about islamphobia in Germany was published on the website of the daily newspaper Die Tageszeitung (taz). The interview is basically about how the Muslim community has reacted to the murder of Marwa a couple of weeks ago and islamophobia in Germany in general.

FILM ZUM FREITAG (2) //////////////////// INSIDE und DIE VIELEN ICHs

Jeremy Sisto in “Inside”

Auf meiner kleinen Wochenendreise vor einigen Wochen stolperte ich über das sehr aufwühlende Buch “Aufschrei” von Truddi Chase. Die Autorin beschreibt darin ihr eigenes Leben:

“Als Truddi Chase zum ersten Mal in ihrem Leben einen Psychotherapeuten aufsucht, diagnostiziert er eine multiple Persönlichkeit: Ihre eigene Person war erstarrt und an ihrer Stelle war eine Vielzahl von Persönlichkeiten getreten, die in ihrem Körper lebten und sie nach außen hin vertraten und verteidigten. Truddie Chase war sich dieses Zustandes nicht bewusst. Sie erinnerte sich auch nicht an den Grund, warum sie eine multiple Persönlichkeit entwickelt hatte: Seit ihrer frühesten Jugend war sie von ihrem Stiefvater sexuell missbraucht worden. Wer dieses Buch einmal gelesen hat, wird es nie wieder vergessen!” (Aus dem Klappentext)

Eine wirklich sehr erschütterndes Dokument, das uns Nicht-Multiplen das Denken und Fühlen einer multiplen Person versucht näherzubringen – was leider nur ansatzsweise möglich ist. Seitdem ich das Buch in den Händen hielt und ein wenig darin las, lässt mich Truddi Chase und die Multiple Persönlichkeitsstörung nicht mehr los. Es ist faszinierend, was für Schutzmechanismen der Körper und die Psyche bilden, um traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. Truddi überlebte die traumatischen Erlebnisse ihrer Kindheit, indem sie neue Persönlichkeiten entwickelte, die die Erlebnisse stellvertretend für sie verarbeiteten. Die eigentliche Truddi bliebt damit unversehrt. Ihre 92(!) Persönlichkeiten nennen sich “die Truppe” und haben jeweils eigene Namen und Charaktereigenschaften. Truddi selber soll nach dem ersten Missbrauch durch ihren Stiefvater (da war sie gerade mal zwei Jahre alt!) in eine Art Schlaf gefallen sein. Seitdem (über)leben ihre Persönlichkeiten für Truddi.


Das Thema ist unglaublich interessant, ich habe seitdem noch ein wenig mehr herumgelesen: Hier ein Video von Truddi Chase bei der Talkshow von Oprah Winfrey, hier wird in einem MPS-Forum (Multiple-Persönlichkeitsstörung) über das Buch diskutiert (sehr interessant zu erfahren, was multiple Personen von dem Buch halten) und hier die IMDb-Seite zu der Verfilmung “Voices Within: The Lives Of Truddi Chase” (1990).

Es gibt zahlreiche andere Werke in Literatur und Film, die sich mit MPS befassen. “Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde” ist ein sehr bekanntes Stück Weltliteratur. Ein kontrovers diskutierter MPS-Fall hingegen ist der von “Sibyl” bzw. Shirley Ardell Mason. In den 50er Jahren stellte die amerikanische Pyschologin Cornelia B. Wilbur bei Mason MPS fest und behandelte sie daraufhin. Masons traumatische Kindheit und ihre Therapie wurden in dem Buch “Sybil” und dem gleichnamigen Film 1976 und 2007 (Remake) dokumentiert. Den 1967er Film könnt ihr euch hier kostenlos anschauen. Kontrovers blieb Masons Fall deshalb, da der Psychologe Herbert Speigel nach mehreren Sitzungen mit Masons überzeugt war, Wilbur habe sie aus finanziellen Gründen manipuliert. Mason sei also gar nicht Multiple.


Der Freitagskurzfilm dieser Woche handelt auch von Multipler Persönlichkeitsstörung. Inside heißt der interessante Film von Trevor Sands. Ein typischer Kurzfilm, weil das Ende eine überraschende Wendung enthält – so wie es auch bei Kurzgeschichten immer der Fall ist. Nicht unbedingt der beste Kurzfilm, doch weil mich das Thema derzeit sehr beschäftigt, sehens- und empfehlenswert.

Trevor Sands produzierte Inside ursprünglich als Start-off – wenn man will – Arbeitsprobe, um als Regisseur überhaupt bekannt zu werden. Mit Jeremy Sisto in der Hauptrolle hat er jedenfalls einen guten Fang gemacht. In dem Buch “Short Films 101: How to make a short film and launch your filmmaking carreer” (von Frederick Levy) gibt Sands Tipps für künftige Kurzfilmproduzenten und gewährt interessante Einblicke in die Inside-Produktion. GoogleBooks-Einblick hier. Zur offiziellen Inside-Webseite hier entlang.

Oh God. I’ve written so much in German, can’t even try to translate all of it. Well, it’s basically about dissociative identity disorder(DID) in literature and movies. Recently the book “When Rabbit Howls” (1987) by Truddi Chase has caught my attention: An autobiography about Chases experiences as a multiple and traumatic experiences in her childhood (she was abused by her stepfather for many years – from the age of two(!) to sixteen). Watch this interviewwith Truddi Chase at Oprah Winfrey. A movie was made of Chases life in 1990: “Voices Within: The Lives Of Truddi Chase”.

The famous book “Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde” also deals with DID. Another DID-case that was published as both a book and a movie (1976) is “Sybil”. Sybils real name is Shirly Ardell Mason. Read more about her here. A remake of the 1976 movie (that can be watched here for free) was released in 2007.

Naturally this weeks short film-feature is also about DID. Inside by Trevor Sands. The short movie was originally produced for one reason: “The purpose was to create a sample of my work to showcase what I was capable of as a director to help me get a feature project off the ground – either one that I had written or a studio project that was open as directing assessment” says Sands in“Short Films 101: How to make a short film and launch your filmmaking carreer” by Frederick Levy.

Inside is what I would call a typical short film: ending with a surprising twist. Anyways. DID is such an interesting topic, you really need to watch Inside to get an idea of DID.

VANNE IST ZWEIUNDZWANZIG





Vanne wurde Zweiundzwanzig. Als wir den Tag (leider ohne unsere kleine Rabo) mit einem Ami-Brunch starteten, bewährte sich wieder einmal unser Hang für verrückte Kellner. Viele Kalorienbombenexplosionen und Überzuckerungen später versammelten wir uns bei Vannes schönem Zuhause, damit auch das letzte bisschen Blut, das wir in unserem Zucker hatten, vollends verschwindet. Alles Gute, meine Liebe!

EDIT: Mona und ich haben Vanne ein sehr tolles Geschenk genäht. Eine Laptop-Tasche. Die sieht noch besser aus als die, die ich mir damals nähte! Fotos werde ich irgendwie irgendwann machen.

Vanne turned twenty-two. We had a wonderful day starting with an American brunch with loads of pancakes, maple sirup, muffins (and muffins and muffins), milkshakes, chocolate and any other meal that makes you think “a moment on your lips, a lifetime on your hips.” The sugarday ended the way it started: We made the blood in our sugar (intended typo) boil at Vannes lovely home! Yummy!

EDIT: Mona and I made a very nice present for Vanne: A handmade laptop-bag. It looks great – way better than the one I had made for myself. Pictures will follow – some day.

FILM ZUM FREITAG (1) //////////////////// THE LOST TRIBES OF NEW YORK

In den nächsten Wochen werde ich mich aus uni-technischen Gründen aus der Zivilisation zurückziehen. Müssen. Um diese Zeit zu überbrücken und weil ich Kurzfilme liebe und gerne mit anderen teile, gibt es fortan jeden Freitag einen Kurzfilm – als Belohnung für die hoffentlich sehr erfolgreiche und arbeitsintensive Woche sozusagen. Vielleicht schaffe ich es zwischendurch noch zu bloggen, ansonsten könnt ihr euch bis freitags Kurzfilme (oder Filme) anschauen, die ich hier schon vorgestellt hab. Klickt hier.

Das Bild ist übrigens ein Screenshot aus dem Kurzfilm “Procrastinaition” von Johnny Kelly. Den Film hatte ich auch schon mal vorgestellt, ist aber ewig her.

THE LOST TRIBES OF NEW YORK

Der erste Film, den ich poste, ist ein etwas anderer Blick auf die New Yorker. Wer schon mal dort war, weiß, dass die Menschenmassen, die Lichter und die imposanten Gebäude von den einzelnen Menschen ablenken. Von solchen Menschen, die eigentlich gehört werden sollten. Die beiden Kultur- und Stadtanthropologen Andy und Carolyn London lassen in ihrem Kurzfilm “The Lost Tribes Of New York City” genau diese bislang ungehörten Menschen von ihrer Liebe zu ihrer Stadt erzählen – in Form von animierten Objekten des Stadtbildes. Sehr interessante Annäherung.

Und: Eine schöne Gelegenheit für NYC-Verliebte in Erinnerungen zu schwelgen.

Andy und Carolyn London gehören übrigens zu den interessantesten New Yorker Produzenten von Kurzfilmen – vielfach preisgekrönt. Mehr zu den beiden auf ihrer Webseite.

Forth term of university has almost finished. Almost. Meaning that I still have to write loads of theses. That’s why I will be blogging sporadically – except for one day in a week: Each Friday I will feature a short film. As you might have noticed, I’m sort of a short-film-enthusiast (don’t know if such a word exists. Well, now it does).

My first short-film feature is “The Lost Tribes Of New York” produced by the urban-anthropologists Andy and Carolyn London. They have made a great short film on New Yorks overlooked citizens. The sound of the interviews is transported to animated objects on the streets of New York. Read more about Andy and Carolyn on their website.

If you feel that next Friday is still long way off, then take a look at other short films I have posted so far.

ARRANGED MARRIAGE

Den Film kostenlos anschauen: hier.
Arrangierte Ehe klingt irgendwie immer auch nach Zwangsehe. Ein allgemeines Missverständnis. Um das mal festzuhalten: Zwangsehen sind Ehen, bei denen mindestens eine Seite zum Heiraten gezwungen wird. Arrangierte Ehen hingegen sagen lediglich aus, dass in das Kennenlernen der Partner andere, meistens die Familien oder sogar die gesamte Gemeinde, involviert sind.Ein typischer Ablauf einer arrangierten Ehe in muslimischen Familien kann so aussehen: Äußert ein junger Mensch seinen Heiratswillen, gehen Familie und Gemeinde auf Suche und stellen dem Heiratswilligen potentielle Partner vor. Sollte es funken, lernen sich die potentiellen Eheleute und auch die Familien näher kennen. Und wenn auch dann alles passt, die beiden Heiratswilligen wirklich willig sind mit der Person zu heiraten, dann – ja, dann wird gefeiert.Die arrangierte Ehe gibt es jedoch nicht nur bei Muslimen, sondern in fast identischer Form auch bei Juden. Und genau dazu gibt es den wunderbaren Film “Arranged”Die beiden jungen Lehrerinnen Rochel (Zoe Lister-Jones), orthodoxe Jüdin, und Nasira (Francis Benhamou), praktizierende Muslimin, lernen sich an einer Grundschule in Brooklyn, New York kennen. Beide sind in ihrem ersten Lehrjahr, moderne Frauen, die sich über ihre Religion definieren und sich dadurch von den übrigen Lehrerinnen unterscheiden. So entwickelt sich nach und nach eine vorsichtige Freundschaft zwischen den beiden. Als sie auf der Suche nach einem Partner sind – hauptsächlich auf die traditionelle Art – merken sie, wie viel sie trotz unterschiedlicher Religion gemeinsam haben. “Friendship Has No Religion” heißt es dazu sehr passend im Untertitel.Arranged is unbedingt empfehlenswert. Der Film ist unterhaltsam und lehrreich, vor allem der dokumentarische Charakter macht ihn authentisch. Das liegt vermutlich an der Ideengeberin Yuta Silverman, eine orthodoxe Jüdin aus Brooklyn. Der Film basiert auf ihren Erfahrungen und ihrer Freundschaft zu einer Muslimin. Sie ist es auch, die penibel darauf achtet, dass beide Religionen nicht nur in ihren Facetten sondern auch in ihren Details korrekt wiedergegeben werden. Im Making-of erfahren wir, dass sie jeden Tag am Set dabei war. Überhaupt waren anscheinend alle Beteiligten leidenschaftlich dabei, um einen Film mit viel friedlicher Smybolik zu produzieren.Während der Produktion brach der Krieg zwischen Israel und dem Libanon aus. Die Macher trotzten aber der Zeit und produzierten weiter, einmal mehr darin bestätigt, wie wichtig solche Filme sind.Den Film kann man sich übrigen kostenlos hier anschauen. Klicken!Arranged (2007)

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Arranged (2007) is a great film about two young first-year teachers at a public school in Brooklyn. Both having their religiosness in common – but one being an Orthodox Jew, the other a Syrian-born Muslim – learn they share much more than they ever thought they would. Mainly because they are both going through arranged marriages. A wonderful film, building bridges and sending out peaceful messages – especially given that the film was produced during the Israel-Libanon war.

Learn more about the film on their website. Watch for free here. And the Making ofhere.

Bildcredit: Film Movement

TOP SEVEN

der skurrilsten Suchwörter, die auf ein fremdwoerterbuch führten:

1. Wo krieg ich als Metro-Angestellte Prozente?
2. Bomben bauen
3. E-Mail Adresse von Jürgen Todenhöfer
4. Ich will ins Fernsehen
5. Kübra ist lustig
6. Meine Ex Kübra
7. Kübra stinkt

Dieser Beitrag ist überhaupt nicht typisch fremdwörterbuch, aber ich wollte das schon immer mal posten und nun ist es soweit: Jetzt, wo Kübra stinkt, gibt es genug skurille Suchwörter. Ach ja. Ich hoffe Punkt 2 wird mir nicht zum Verhängnis.


These are the funniest keywords that have led to my blog:

1. Where do Metro-employees get discount? (Metro is a popular supermarket)
2. constructing bombs (uh, this one is dangerous)
3. E-Mail adress of Jürgen Todenhöfer
4. I want to be on TV
5. Kübra is funny
6. My ex Kübra
7. Kübra stinks

DRACHENJÄGER

Letztes Wochenende war ich unterwegs – von Paderborn über Königswinter nach Köln. Das alles in Rekordzeit und trotzdem sehr entspannt. Zu sehen sind hier übrigens meine absoluten Lieblingsschuhe während ich im Schlossgarten der Drachenburg stehe. Dort waren wir auf Drachenjagd auf dem Drachenfels. Furchtlos und mutig!

Nach einer Nacht in Paderborn, unser erster Reisestopp: Das Internat Gymnasium Eringerfeld. Hier die Turnhalle, die gerade im Umbau ist.

Skurril. An die Tore des Schlosshotels Eringerfeld waren Ziegenbeine genagelt. Ganz viele. Wenn sie der Abschreckung dienten, dann waren sie erfolgreich.


Auf dem Hof war eine kleine Hochzeit. Sehr romantisch.

In der kleinen Stadt Königswinter gibt es eine unglaublich schöne Moschee, unmittelbar am Rhein. Ich war überrascht, dass es überhaupt eine gab. Hier ein Innenblick auf die verzierte Kuppel.

Ah! Das ist das imposante Schloss Drachenburg auf dem Drachenfels. Irgendwie unsympathisch, wenn man erfährt, dass das Schloss nur gebaut wurde, damit der Bonner Bankier Stephan von Sarter damit protzen konnte. Schlimmer noch, dass er nie in dem Schloss gelebt hat. Wir kamen uns sehr betrogen vor.

Und dann auch noch solch’ schräge Skulpturen im Garten. Idylle pur.
Einzig der Schiller, der gefiel mir.
Und hier auf dem Drachenfels, meine verehrten Leser, hat mal der Drache gehaust bevor er vor uns Drachenjägern in den Rhein flog (ertrank?) und ward nie wieder gesehen. Die Sagen über den Felsen sind unheimlich unterhaltsam.
In Köln angekommen suchten wir den Dom auf. Ich stelle fest: Fotografisch gesehen ist der Kölner Dom eine einzige Herausforderung.

Ab in die Schatzkammer des Kölner Doms!


Nachdem ich diesen Ausschnitt eines Riesenplastikeises vor einem italienischen Eiscafe fotografierte, sah ich, dass mich drei Touri-Chinesen eifrig fotografierten. Ja, lustig. Ein Kopftuchmädel mit Riesenkamera vor einem Rieseneis.


PS: Dankeschön Canan Abla für die vielen tollen Tipps!

Last weekend I’ve been to Paderborn, Cologne and a small city called Königswinter – just did some sight-seeing. Königswinter was so much fun. The city has it’s very own legend: There was a dragon living in a tower. The people from the village had to sacrifice him young women (virgins). There are different versions of how the dragon “disappeared”. A funny one saying the dragon drowned in the Rhein-River. I’m wondering if he was having a bath.

KARNEVAL! – DIE ZUSAMMENFASSUNG

Ich hatte mir eigentlich fest vorgenommen, meine Heldengeschichte über Tariq Ramadan zu schreiben. Er ist mein Denkheld. Also jemand, dessen Gedanken mich beeindrucken und beeinflussen.
Nun fing ich an zu schreiben – natürlich nicht ohne am Anfang ein bisschen herumzuphilosophieren. Ich schrieb davon, dass wir in jeder Lebensphase unterschiedliche Helden haben, da sich unsere Bedürfnisse und Sorgen ändern. Als kleines Kind zum Beispiel… erklärte ich und konnte nicht aufhören über meinen geliebten Opa zu schreiben. Mir fiel auf: Selbst Helden aus unserer Kindheit geben wir nicht auf. Das, was wir von ihnen damals lernten und an ihnen bewunderten, prägt uns heute noch.

So oder so ähnlich muss es auch den anderen muslimischen Bloggern ergangen sein, als sie Familienmitglieder (Mutter, Vater, Oma, Opa) als ihre persönlichen Helden porträtierten.

„Was für eine bessere Heldin als meine Mutter könnte es denn für mich geben?“, fragt Schwester Canan (bloggen statt blocken). Sehr schön beschreibt sie, wie viel ihr ihre Mutter bedeutet. „Eine Frau, die keine Mühen scheute und auch jetzt nicht scheut, um mir und meinen Geschwistern die schönen Facetten des Lebens zu zeigen.“ Außerdem stellt sie fest, dass ihre Mutter immer Recht hat. Canan, meine Mutter auch!


Auch Schwester Fatma (Habse(e)ligkeit) schreibt von einem Familienmitglied: Sehr einfühlsam beschreibt sie ihre Erinnerungen an ihre verstorbene Großmutter: „Meine allerletzte Erinnerung an meine Heldin ist viel Erde, ein weißer Stein und ihr Name auf diesem.“ Eine bewundernswerte Großmutter, die durch ihr Lächeln beglückte und kein schlechtes Gerede oder Verschwendung duldete. Canan schließt ab mit der Erkenntnis, dass Helden nicht immer fliegen. „Sie liegen irgendwann. Unter der Erde.“ Möge Allah sie mit dem Himmel segnen!

Bilal (Tugra e.V.) fängt zwar mit einem Familienmitglied, seinem Vater, an, der ihn in den ersten Jahres seines Lebens sehr prägte, beendet seine Suche nach einem Helden aber mit einer historischen Figur: Fatih Sultan Mehmed Han. Als Eroberer von Konstantinopel (heute Istanbul) wurde er zu einer zentralen Figur des Osmanischen Reiches. „Er selbst ist das Symbol der Gerechtigkeit, der Rechtschaffenheit, der Stärke, der Toleranz. Er ist Denker, Dichter, Künstler und Eroberer.“ Eine beeindruckende Person über die man unbedingt mehr lesen und erfahren sollte.

Von einem sehr starken Vater handelt das Video auf dem Blog der Mangoschalentier-Autorin. Der Vater eines körperlich-behinderten Jungen absolviert ihm zuliebe den Ironman-Wettkampf – mit dem Sohn auf dem Rücken, auf dem Fahrrad und im Boot. Unglaublich.

Eben entdeckte ich einen älteren, aber sehr witzig-kreativen Beitrag von Schwester Hasibe (Alltäglichkeiten), der auch von einem Helden handelt. Ihrem Vater. Es gibt außerdem ein Plakatentwurf für den nächsten Batman-Film. Ratet mal, mit wem in der Hauptrolle!

Das Heldenporträt über Umm Sabah, das Schwester Hidjabi (Adventures Of The Veiled) schrieb, hat mich persönlich sehr beeindruckt und berührt. Umm Sabah ist eine 78-jährige deutsche Muslima, die sich nach einer Palästina-Reise dem Land und den bedürftigen Menschen dort gewidmet hat. Aufopfernd und selbstlos sammelt sie Geld für Hilfsbedürftige und würde wohl auch ihr letztes Hemd aufgeben, würden ihre Mitmenschen sie aus Sorge nicht davon abhalten. Eine Frau, die nicht vergisst, obwohl wir anderen schon längst dem Rauschen des Alltags gefolgt sind.


Eine andere sehr beeindruckende Frau porträtiert Bruder Ethem Abdussamed (Das klare Wort): Rachel Corrie. Die junge Studentin aus den USA ließ mit 23 Jahren ihr Leben für den Frieden in Palästina. Am 16. März 2003 wurde sie von einem israelischen Panzer überrollt, als sie ein palästinensisches Haus vor der Zerstörung durch die Armee beschützen wollte. „Rachel Corrie hat ihr Leben mit 23 Jahren für ihren Glauben, ihre Hoffnungen und Träume gegeben. Sie glaubte an eine bessere Welt, an eine gute Seite im Menschen. Sie gab ihr Leben um andere zu beschützen die sie nicht kannte, ihre Sprache nicht sprach und mit ihnen keinerlei Ähnlichkeiten hatte.“

Schwester Meryem (Meryems Welt) richtet ihren Beitrag an alle Schwestern – Heldinnen, die uns tagtäglich umgeben. Sie öffnet uns die Augen für Mütter, die sich bewusst für das Zuhausebleiben entscheiden, oder Schwestern, die in schweren Zeiten konvertierten und mit vielen gesellschaftlichen Problemen und Hürden zu kämpfen hatten; ausländische Schwestern, die versuchen in Deutschland Fuß zu fassen. Sie alle bedeuten Schwester Meryem viel: „Ich bin so stolz auf Euch und so dankbar, dass ich Euch kennenlernen durfte, meine Schwestern. Alhamdulillah.“


Bruder Omar (Too Much Cookies) wirft die Frage auf, ob nicht auch Helden Fehler haben dürfen. So porträtiert er Omar Ibn Al-Khattab, den Gefährten des Propheten, der für seine anfangs jähzornige Art bekannt ist. Erst mit den Jahren und durch den Einfluss des Propheten überwand er seine Schwächen und entwickelte Stärken, für die er noch heute bewundert wird. Ein lesenswertes und sehr interessantes Porträt!

Und nicht zuletzt die etwas andere Herangehensweise an das Thema Helden von der Schwester Tekays (Tekays). Unter anderem fällt ihr auf, dass im Wiki-Helden-Artikel nur HeldEN (und nicht HeldINNEN) aufgelistet sind. Na, den Gedanken könnte man weiterführen und ergründen, warum das so ist. Aber Schwester Tekays deutet in einer Fußnote eh noch an, dass sie das Helden-Philosphieren irgendwann vielleicht fortführen wird. Wenn’s so weit ist, dann sag’ uns Bescheid. Wird sicher interessant!

Ups. Meine Zusammenfassung ist eigentlich gar keine, dafür ist sie viel zu lang. Aber Helden muss man nun mal viel Platz einräumen, sonst wird man ihnen nicht gerecht.

Herzlichen Dank an alle Brüdern und Schwestern, die bei dem 6. muslimischen Blogkarneval mitgemacht haben! Sehr tolle Beiträge! Ich freue mich schon sehr auf das nächste bunte virtuelle Zusammenkommen.

Bis bald und liebe Salams!


This is the summary of the “6th muslim blog carnival” (Germany). It was so exciting to choose a topic and see what people would develop from this. Our topic was “heroes” and bloggers wrote about their parents, grandparents, historical characters and random people who have served humanity. My article (see article below) is about my grandfather who has taught me alot about life, religion and – sounds funny – the importance of vegetables. I am so curious about the next blog carnival!

Thanks to all participants! Wassalam!

DIE APFELSTÜCKCHEN


Kaum dass sich die Tür öffnete, stürmten wir hinein. Vorbei an der nachts so laut tickenden Uhr, rein in das große Wohnzimmer, wo sie beide saßen. Sie drückte mich ganz lange und gab mir Schmatzer. Er saß neben ihr, groß und gemächlich. Ich küsste ihm die Hand und setzte mich auf seinen Schoß. Während er Äpfel schälte und in kleine Stückchen schnitt, erzählte er mir davon, wie gesund Obst ist. Obst macht groß und stark. Unheimlich groß! dachte ich und bewunderte ihn. Er ist der größte Mensch auf der ganzen Welt. Er ist so groß, er kann die Decke berühren, ohne zu springen. Er ist der Größte, er ist mein Held.

Ich liebte es zuzuschauen, wie er seinen weichen, tiefschwaren Bart kämmte und mit Düften aus einem fernem Land einmassierte. Dabei erzählte er von diesem fernen Land. Von der Stadt, die ihn immer wieder anzieht. Wo sich die Menschen alle vertragen, lächeln und glücklich sind. Eine Stadt, die auch ihn glücklich macht, weil sie ihn näher zu Allah bringt. Er ist der Größte, mein Held.

Bald wurde sein weicher Bart grau. Er schälte mir noch immer Obst. Noch immer hielt er mir kleine Äpfelstückchen hin und erzählte davon, wie groß und stark sie machen. Und dann erzählte er mehr. Wie er in ein fremdes Land mit einer fremden Kultur reiste und seine Familie zurückließ. Wie schwer die Arbeit war und wie gut er darin war. Davon, wie die Familie nachzog und bei ihm blieb. Wie sie in der Fremde wuchs und ihn stolz machte. Ich bewundere ihn. Seinen Mut, seinen Glauben, seine Geduld und seine Bescheidenheit. Die Art, wie er Herzen gewinnt und sie niemals bricht.

Er lebt jetzt mal hier, mal in der Heimat. Wenn er aber mal hier ist, dann klingelt er jeden Freitag nach dem Gebet ganz zufällig an unserer Haustür und trägt eine Obstkiste herein. Die stellt er dann in der Küche ab und setzt sich mit mir in unser Wohnzimmer. Dort schält er mir Äpfel und erzählt von früher.

Dieser Text ist für den 6. Muslimischen Blogkarneval zu dem Thema “Helden”.
Ursprünglich sollte die Zusammenfassung des Blogkarnevals morgen hier zu lesen sein. Ich muss das allerdings auf Sonntag verschieben, da ich heute Abend kurzfristig nach Köln reisen muss. Trotzdem bin ich sehr gespannt darauf, wer die Helden der anderen Blogger sind und kann es kaum erwarten, alle Beiträge zu lesen! (Einige habe ich schon gelesen und bin sehr beeindruckt von der Kreativität und persönlichen Art) Schaut hier nach, wer bereits Beiträge veröffentlicht hat und kommentiert fleißig andere Mitblogger.

WAS TUN WIR JETZT? – DER FALL MARWA?


Der Fall Marwa E. hat eine hohe Symbolkraft. Das haben nur Wenige verstanden und nur die Wenigsten richtig zu Nutzen gewusst.

Wer eine Zusammenfassung des Falls Marwa E. lesen möchte, Kathrin hat hier eine sehr gute geschrieben.

Omar hat auf seinem Blog bereits einen wichtigen Schritt gemacht und die Muslime zur Besonnenheit aufgerufen. Einige sind emotional geladen, andere erzürnt. Zum Teil verständlich. In den vergangenen Tagen wurde in Deutschland viel versäumt. Der Fall Marwa E. hätte zum Wendepunkt des deutsch-islamischen Dialogs werden können. Die Gesellschaft hätte sich über die Tat lautstark empören, sie verdammen und durch Aufklärung und Diskussion geschlossen gegen die Diskriminierung der muslimischen Minderheit in Deutschland vorgehen können. Hätte.

Karim El-Ghawhary kommentiert eines der größten Versäumnisse (9. Juli 2009, taz) wie folgt:

“Wann immer es einen Anschlag muslimischer Fanatiker gab, wurden die deutschen Politiker nicht müde, Deutschlands Muslime aufzufordern, Stellung zu beziehen, um den Generalverdacht von sich abzuwenden. Nun stehen die Deutschen zumindest in Ägypten unter dem Generalverdacht der Islamophobie. Wo waren in der vergangegen Woche die Stimmen in Deutschland, die den Anschlag im Gericht verurteilen? Sie waren nicht zu hören.”

Wir haben es mit mindestens drei Versäumnissen zu tun:

1. Die Bundespolitiker und die Bundesregierung verspäteten sich mit der Verurteilung und Empörung dieser Tat. Die islamaphob motivierte Tat wurde gesellschaftlich nur ungenügend sanktioniert.

2. Dass es sich bei der Tat um eine – offensichtlich – islamophobe Tat handelt, wurde nur in den wenigsten Medien auch so dargestellt. Das Thema wurde mal auf das Thema der Sicherheit in Gerichtssälen reduziert, mal auf das Bestreben der NPD gezielt Russlandsdeutsche anzuwerben.

3. Die Islamaphobie wird von der Mehrheitsgesellschaft und der Bundespolitik nicht als Problem – bzw. gesellschaftlicher Missstand – erkannt.

Josef Winkler, der migrationspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, sagte der taz (9. Juli 2009) hierzu, “verkappt islamfeindliche Positionen” seien bis in höchste Regierungskreise verbreitet.
Sevim Dagdelen, migrationspolitische Sprecherin der Linken zum gleichen Thema: “Die Bundesregierung macht den Fehler, Rassismus nur als Problem der extremen Rechten zu sehen. Rassismus reicht aber bis in die Mitte der deutschen Gesellschaft und Übergriffe gehören zum Alltag dieser Republik.”

Trotz oder gerade wegen dieser Versäumnisse, müssen Muslime ruhig und sachlich bleiben. Das Thema ist emotional geladen, darf aber nicht emotional diskutiert werden. Vor allem deshalb nicht, weil Nichtmuslime sich der symbolischen Bedeutung des Falles Marwa E. gar nicht bewusst sind. Das liegt nicht an mangelndem Verständniswillen, sondern schlicht und einfach daran, dass sich Nichtmuslime nur selten über 9/11 hinaus mit dem Thema Islam beschäftigt haben bzw. daran, dass es für einen Menschen der Mehrheitsgesellschaft nur mäßig nachvollziehbar ist, wie es sich als Minderheit in Deutschland lebt.

Muslime müssen in Diskussionen die genannten Punkte im Hinterkopf behalten. Andernfalls treten sie mit hohen Erwartungen an ihre Gesprächspartner heran, es entstehen Konflikte. In den letzten Tagen habe ich mit vielen Nichtmuslimen über den Fall Marwa E. gesprochen. Sie waren schockiert darüber, wie viele wichtige Details ihnen über die Medien nicht weitergegeben worden waren Sie wurden darüber kaum informiert. Auch die Diskriminierung, die kopftuchtragende Musliminnen im öffentlichen Alltag erfahren, ist ihnen nicht bewusst gewesen.

Was sollte also getan werden?

Muslime sollten ruhig und sachlich bleiben, ihre Erwartungen herunterschrauben (auch um nicht enttäuscht und damit emotional zu werden) und unermüdlich an die Medien herantreten, um über Missstände zu diskutieren und damit zu bekämpfen. Diskussion, Diskurs, Aufklärung, Sachlichkeit und zielorientiertes, friedliches Handeln sind die einzigen Möglichkeiten, der Diskriminierung ein Ende zu setzen.

Nichtmuslime sollten sich den Diskussionen öffnen, die Missstände als solche verstehen. Der Mord an Marwa E. sollte genauso empören, wie es ein antisemitisch-motivierter Mord an einem Juden getan hätte. Dies setzt selbstverständlich voraus, dass die Medien über die Vorkommnisse berichten und die Bevölkerung informieren.

Die Bundesregierung sollte in erster Linie ihre Versäumnisse eingestehen. (Dass dies unsere Bundeskanzlerin trotz Wahlkampf bisher nicht getan hat, sollte uns jedoch zu denken geben.)

Wir alle dürfen die Diskussion nicht auf den Fall Marwa E. reduzieren. Marwas Fall hat Diskussionen ausgelöst, die nicht gleich abebben und auf den nächsten Mord warten dürfen. Wir müssen es schaffen, konstant miteinander im Dialog zu bleiben.

Karim El-Ghawary beendet sein Kommentar übrigens mit einer Ausnahme, die nicht schwieg wie der Rest Deutschlands:
`Man muss kein Muslim sein, um sich gegen antimuslimisches Verhalten zu wenden, und man muss kein Jude sein, um gegen Antisemitismus vorzugehen’, sagt der Generalsekretär des Zentralrats der Juden. Danke, Stephan Kramer, für diese deutlichen Worte. So selbstverständlich sie eigentlich sind, so selbstherrlich wurden sie in der letzten Woche von der deutschen Politik übergangen.“

Herr Kramer zeigt mit diesen Worten außerdem: Eine Minderheit ist eigentlich keine Minderheit, dafür gibt es zu viele von ihnen.

So könnt ihr aktiv werden: Fordert eine Stellungnahme der Bundeskanzlerin Merkel zu dem Mord an Marwa E., indem ihr hier unterschreibt. Eine Intiative von Melih Kesmen.

Möge Allah Schwester Marwa mit dem Himmel und ihre Familie mit Ausdauer und Geduld segnen. Amin.

Mehr zu diesem Theme hier: ZEIT- Ein Opfer islamfeindlicher Hitze; ZEIT – Der neue Hass; taz – Merkel soll über Marwa reden; tagesschau – Der Mord an Marwa betrifft uns alle

This article is about an terrible incident that has happened at a court room in Dresden (Germany) a week ago. An Egyptian Muslima (and mother of a 3-years-old child) was stabbed to death by an islamophobic Russian-German after insulting her and calling her “terrorist”, “bitch” etc. Read more about the tragic death/murder of Marwa E. here.
German media has unfortunately reacted very strangely to her death and the islamophobic murderer: The public was very late informed about the details of her death (that she was 3-month pregnant, her husband was accidently shot by a police officer etc.). German politicans did not condemn this murder at once, but only a few days later when Muslims in Germany and Egypt started to protest. Muslims in Germany became more and more emotional about the case of Marwa E. I am criticizing this development as emotional debates will not lead to peaceful conclusions. I have made suggestions to all parties – Muslims, Non-Muslims, politicians and media – in order to abolish islamphobia from German society and prevent murders like Marwa E.’s. What happened is really sad, but we need to stay rational.
May Allah bless our sister Marwa E. and help her family.

SIA

Sia. Sia heißt eigentlich Sia Kate Isobelle Furler, kommt aus Australien und macht schöne pop-soulige Musik gepaart mit künstlerischen Videos. In ihren Videos konzentriert sie sich auf witzige Details und überraschende Ideen. In ‘Buttons’ entstellt sie ihr Gesicht mit Klebeband und Nylon-Strümpfen, ‘Breathe Me‘ dagegen ist ein Stop-Motion-Video bestehend aus Bildern von Polairod-Fotos und im oben eingebetteten Video ‘Soon We’ll Be Found’ singt sie und spricht Gebärdensprache zugleich. Was sie aber wirklich auszeichnet ist ihre bunte (kindliche) Art. Nicht ganz so kindisch und verträumt wie Björk, aber dennoch eine andere Welt. Ihre Webseite ist ein tolles Zeugnis dessen: Da kann man Sia witzige Kleider anziehen und verrückt tanzen lassen. Mal wieder Kindsein.

Sia (Sia Kate Isobelle Furler) is an Australian pop-singer and I love her voice and arty video-clips. Just take a look at her ‘Buttons’-clip (absolutely gorgeous how strange a taped face can look like) or ‘Breathe Me’: A very arty stop-motion-production. And of course ‘Soon We’ll Be Found’. She has performed this song at Letterman, using sign language just like in her video-clip (see above). And please check her funny website: She’s a really cool dancer!

INSELBILDER


Ganz viel Kamillentee.
Da standen wir also und starrten uns an. Bis ich das große Loch im Zaun entdeckte und… weglief.
Nach nur drei Stunden Autofahrt und einer kurzen Fahrt auf der Fähre kamen wir am Freitag auf der wunderschönen Insel Hjarnø in Dänemark an. Die Sonne strahlte mit dem Wasser um die Wette, die Luft war angenehm frisch, die Natur unglaublich schön. Es ist sehr ruhig, nur selten sieht man Menschen, dafür aber zwitschernde Vögel und Schmetterlinge.

Ich konnte kaum glauben, dass es so weit im Norden Fleckchen gibt, die Urlaubsorten im Süden in Nichts nachstehen. Ja, in Hjarnø kann man sogar schöner Urlaub machen: Man schwitzt hier nicht im Stehen und muss nicht alle zwei Stunden unter die Dusche. Es gibt keine Pseudo-Urlauber (die ich hier beschrieb) und man hat Raum und Zeit für sich. Die wenigen (140) Inselbewohner trifft man zwar nur selten, aber wenn, dann sind sie sehr freundlich und grüßen herzlich. Ich bin hellauf begeistert. Das ist Urlaub!

It took us only about three hours and a short journey with a ferry to Hjarnø, a beautiful and sunny island at the east coast of Denmark. There are about 140 islanders, all of them being very friendly and welcoming. Apart from that, the island is quiet, the shore and the birds are the only soundtrack of silence.
I fell in love with this little island. That is what I call holidays!

DIE FOTOKABINE ODER: DIE LETZTE UNI-WOCHE

Mit Photobooth kann man jeden Tag ein Foto von sich machen und mit der Welt teilen. Erinnert mich sehr an das hier. Jedenfalls finde ich: Eine gute Idee! Bei Kopftuchträgerinnen allerdings gestaltet sich das Ganze etwas schwierig: Zum Photoboothen braucht man eine Webcam und Internet. Beides gibt es zwar Zuhause, dort trägt frau aber nur selten ein Kopftuch. So photoboothed man (wie ich hier) nur sehr unregelmäßig. Am liebsten jedoch auf dem Campus-Gelände, wo man eh am Labby hocken und Unmengen an Hausarbeiten, Essays und Referaten schreiben muss. Beispiel: heute. Die Photobooth-Bilder findet übrigens Ihr in der rechten Leiste unter UND HEUTE.

Diese Woche ist übrigens meine letzte Uni-Woche. Und erstmal auch die Letzte für (höchstwahrscheinlich) das nächste Jahr. Ab September geht es nämlich an eine Uni im Ausland. Wohin genau kann ich noch nicht verraten, aber über Wohnungssuche, Umzug, Uni und das Leben dort werde ich Euch zwischendurch bestimmt was erzählen.

Notiz: Die Hjarnø Insel-Bilder gibt es sehr bald hier zu sehen.

Photobooth is such a cool application. You can take a picture of yourself everyday and share it with the world. However it is not so easy to use when it comes to women who wear the hijab – as we normally don’t wear hijab at home. That’s why I tend to take Photobooth-pictures at university (look here) while I’m working on my laptop.

This is week is my last (!) week of university for one year: I will leave Hamburg to study a year abroad in September this year. I can’t tell yet where exactly (I’m a little superstitious concerning this because usually things don’t work out when you tell too many people. That is absolutely irrational, I know) But I’ll let you know very soon iA.

Note: The Hjarnø island-pictures are coming soon.