AN TAGEN WIE DIESEN

An Tagen wie diesen, da möchte man mitten auf der Straße, mitten im Menschenstrom, stehen bleiben und rempeln. Schütteln und rütteln. Aufwecken. Verdammt nochmal! schreien, warum vergessen und verdrängen wir? Am liebsten jemandem eine scheuern, die Wut aufkochen lassen, innerlich brodeln und doch resignieren. Die Luft ist raus.

Es ist immer das Gleiche: Ein Unrecht, ein Krieg geschieht. Die Zahlen und Bilder richten die Härchen auf den Armen auf. Kaum ist der anfängliche Schock überwunden, senken sich die Härchen wieder und der Krieg wird zum Alltag.

Ich will nicht, dass sich meine Härchen senken, nicht an den Krieg gewöhnen, nicht resignieren.

Julia Deeg erinnert. Sie ist im Westjordanland und unterstützt dort den friedlichen Widerstand gegen die israelische Besatzung. Einige ihrer Briefe wurden nun im Freitag veröffentlicht. Unbedingt lesen.

Wir erinnern uns doch an den Krieg, oder?
Und die Sonne lacht so schadenfroh.


Bildcredit: Jeremyville

SKANDAL! DIE MACHT ÖFFENTLICHER EMPÖRUNG

Das sind wir im Gruppenfoto – Jens Bergmann und Prof. Pörksen in der Mitte und wir 28 Studenten drumherum.

Endlich, endlich – seit Freitag gibt es offiziell das Buch “Skandal! Die Macht öffentlicher Empörung” und ab dem 09.02 im Handel. Ein Buch, zwei Herausgeber, 28 Studenten und 29 Interviews mit Prominenten, die Skandale produzierten, verursachten oder in jene verwickelt waren: Opfer, Täter, Beobachter.
Die beiden Herausgeber Prof. Bernhard Pörksen (Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen) und Jens Bergmann (brand eins) haben zusammen mit uns Studenten innerhalb von zwei Semestern ein tolles Interview-Buchband zu dem Thema Skandale produziert.

So berichtet Entführungsopfer Natascha Kampusch, wie sie ihre Privatsphäre gegen Übergriffe der Boulevardpresse verteidigt. Der Undercover-Reporter Günter Wallraff beschreibt die Kunst, Missständen Namen und Gesicht zu geben. Der Radrennfahrer Patrik Sinkewitz gibt Auskunft über die Folgen seiner Doping-Beichte und systematische Manipulationen im Leistungssport. Die Politikerin Gabriele Pauli enthüllt die gnadenlosen Machtkämpfe in ihrer ehemaligen Partei, der CSU. Der Soziologe Ulrich Beck spricht über das kulturelle Nervenkostüm der Gesellschaft und die befreiende Wirkung des Skandals. Der Lyriker Sascha Anderson redet über seine Stasi-Vergangenheit, die ihn nicht mehr loslässt…
Zur Pressemitteilung hier.

Ich führte zusammen mit anderen Interviews mit Sascha Anderson, Jürgen Todenhöfer und Darryn Lyons. Das Buchprojekt war und ist eine wunderbare Erfahrung – noch nie habe ich an der Uni so viel gelernt. Ein tolles Projekt! Herzlichsten Dank dafür an Herrn Pörksen und Herrn Bergmann.


Rike sagt schon sehr schön: Meine nächsten Geschenke stehen fest, ich werde jedem das Buch schenken. – Ich glaube, ich mach das auch so.


Fotocredit: Dennis Williamson

DÄR FRAYTAG!

Relaunch deluxe. Seit gestern gibt es die tolle (Ex-Ost-West-)Wochenzeitung Freitag auch zeitgemäß – ergo: online.


“Wir sind unkonventionell, wird sind respektlos und geben Antwort auf Fragen, die andere schon längst für gelöst halten”


sagte Philip Grassmann, Chefredakteur von Freitag. Letzteres stimmt unbedingt: Auf die Frage nach der Zukunft der Print-Medien im Web 2.0 glaubten viele, SpOn sei eine schöne Alternative. Ist er aber nicht. SpOn ist mittlerweile langweilig, öde und Niveau macht Urlaub.
Die Wochenzeitung Freitag wird – so hoffe ich – zeigen, wie Internet und Print wunderbar funktionieren/harmonieren können:
So können Leser zu Nutzern werden, indem sie sich anmelden, kommentieren und bloggen. Auf dem deutschen Markt ein kleines bisschen revolutionär: Blogger-Beiträge – sollten sie der Redaktion gefallen – können in der Print-Version gedruckt werden. Das ist neu, das ist mutig. Ich bin gespannt.

Und worüber ich mich noch viel mehr freute, ist die Kooperation mit The Guardian. Meiner Lieblings-Zeitung aus England. Ich könnt springen vor Freude und Neugier. Noch ist nämlich nur die Ankündigung zu sehen.

Nachtrag:
Mir fällt auf, die neue Freitag-Seite sieht der Guardian-Seite ganz schön ähnlich. Komisch, oder?

ICH TWITSCHER MAL

Das ist es: Kübras erstes Gezwitscher


Eigentlich bin ich schon lange infiziert.
Lange ist seitdem ich für den Zuender über Weihnachten twittern durfte. Es war so toll.

Doch ich dachte mir: Kübra, hömma auf hier. So. Hast ja schon mit Facebook, studi, Blog und so genug Online-Krams am Hals. Und nun auch noch Twittern? Geht’s noch?

Das dachte ich und tat ich dann auch – also unterließ das Anmelden beim Twitter. Aber heute, da kribbelten die Finger. Und als ich meine neue Arbeitskollegin twittern sah, war es um mich geschehen.
Tada: Seit heute bin ich eine Zwitscherin. So fühlt sich Twittern nämlich an – sich des Lebens erfreuen und diese Freude zwitschernd mit anderen teilen. In 140 Zeichen eben.