HOME IS WHERE YOUR HEART IS


Liebes
Sehr geehrtes Deutschland,

ich erinnere mich. Es brauchte lange bis Du die Veränderung akzeptieren konntest. Du bist ein Einwanderungsland. Aber Du veränderst Dich.

Summende, brummende Worte. Stechende Worte. Ein Stich. Du änderst Dich.

Summende, brummende Stimmung. Stechende Gesten. Ein Stich. Du wirst anders.

Du wirst ein Auswanderungsland. Ein Stich.

Und wusstest Du, eine Wespe regiert Dich, keine Biene. Bienen sterben, wenn sie stechen. Wespen nicht. Ein Stich.

Und wusstest Du, Wespenstiche tun mir heute nicht mehr so weh wie früher.

Ein Text für die Nachwelt. So ist die Stimmung.

GELD FÄLLT VOM HIMMEL

Das ist – unverkennbar – Amy Winehouse.
Bloggen ist erlebensgefährlich. Eine Gefahr für das Erleben. Mindestens so erlebensgefährlich wie Fotografieren oder Filme aufnehmen.

Der Blogger schlendert durch eine Berliner Einkaufsstraße als plötzlich Geld vom Himmel fällt. Der Bloggerlogik folgend schnappt er sich natürlich (!) seine Kamera und fotografiert die Passanten beim Geldsammeln. Während also das Licht seinen Weg in die Kameralinse findet, überlegt sich der Blogger, mittlerweile zum Twitterer mutiert, wie er das Foto betiteln könnte. “Berliner im Geldrausch.” soll das Bild betitelt werden, entscheidet er. Lächelt selig und geht seines Weges. Ohne Geld in der Tasche.

Ich möchte aber Erleben, den Moment genießen. Ja, im Endeffekt: Mit Himmelsgeld meinen Weg gehen.

Das also war der Grund für meine wochenlange Blog-Abstinenz. Der Grund, warum ich bislang nichts über meine Reisen durch Israel, Palästina, die Türkei, meine letzten Tage in Hamburg, ersten Wochen in London und all die Themen, die mich so bewegten, schrieb.

Dieses kleine Update gibt es deshalb, weil die Briefe, die ich schreibe, und Gespräche, die ich führe, meinen Erzähldrang einfach nicht stillen können.

Dieses Wochenende zum Beispiel hab ich Amy Winehouse getroffen. Noch unlebendiger als sonst lag sie auf einem Tisch, der diesem tollen Label gehört, das wiederum zu dieser tollen Firma gehört. Außerdem habe ich Sumo gerungen. Erfolglos leider. Dann war ich aus diesem Grund in Atlantis, dem Künstlershoppingparadies in meiner – ich kann mich nur wiederholen – Lieblingsstraße in London: Der Brick Lane.

Die Brick Lane ist ein Must-have-seen-and-done in London. Solltet ihr nach London reisen und nicht über die Brick Lane laufen, dann nehme ich das absolut persönlich. Überall leckeres Essen, tolle (selbstgemachte) Dinge, Kunst, Musik und tolle Menschen. Ein Kulturbanause, wer nicht meinem Befehl folgt und dahin pilgert. Whateva: Jetzt wisst ihr also, wo ich mich so herumtreibe, wenn ich nicht gerade in der tollsten Universität meiner Welt sitze.

Und das – ebefalls unverkennbar – sind Birti und ich auf einem Brick Laner Flohmarkt.
Wer der Mafiosi mit der Brille da hinten ist, weiß ich nicht.

BLOGGERVALENTINSTAG #2 – DAMENRUNDE


Der Blogger-Valentinstag ist kein normaler Valentinstag. Soll heißen, ihn gibt es nicht einmal im Jahr, sondern so oft man will. Man ist in diesem Fall der Style Spion. Und er will, dass der Blogger-Valentinstag heute ist. So sei es.

Meine Lieblings-Blogs-Liste ist seit dem letzten Mal ganz schön gewachsen. Es gibt mittlerweile viele wirklich gute und tolle deutschsprachige Blogs. Diesen Valentinstag möchte ich aber meiner Lieblings-Nische widmen – den muslimischen Bloggerinnen:

Sevdas Wahrheiten - ein süßer Blog, den ich nicht nur wegen der tollen Buchempfehlungen, sondern vor allem wegen der großartigen Person dahinter schätze.

Kathrins Musafira - ein Muss für jede politisch interessierte Muslimin: Kathrin kommentiert ausgewogen und intelligent alles rund um das Kopftuch, die Person darunter und Menschen, die meinen über sie urteilen zu müssen.

Adventures Of The Veiled - ein Blog mit vielen lustigen Geschichten, die Welt aus Sicht einer kleinen deutschen Muslima. Ach, würde sie bloß häufiger schreiben. Ich winke mit dem Zaunpfahl und ignoriere den Balken in meinem Auge.

Hasibes Alltäglichkeiten – der einzige deutschsprachig-muslimische Blog seiner Art. Ich liebe ihre selbtsgemachten Ohrringe, Ketten und Kleinigkeiten. Ganz oben in meiner Muss-ich-haben-Liste.

Nicht zuletzt: Die beiden Gewinnerinen des MyUmma-Blog-Contests Anfang dieses Jahres. Die beiden haben brav durchgehalten und einen tollen eigenen Stil entwickelt:

Fatmas Habse(e)ligkeiten - diesen Blog les ich immer häufiger gerne. Und zwar deshalb, weil die Autorin gerne mal direkt und ehrlich sagt, was so gar nicht geht in dieser Welt.

Canans Bloggen Statt Blocken - ein deutsch-türkischer Blog, durch und durch. Canan schreibt über ihre Erfahrungen mit Deutschland, der Türkei und ganz oft auch davon, was beide Länder verbindet – mit tollen (selbstgemachten) Illustrationen.

PACER

Am Wochenende waren wir auf der Brick Lane (meiner absoluten Lieblingsstrasse in London), da trafen wir diese beiden netten Menschen im Schaufenster eines Ladens. Hört euch ihre Musik auf myspace.com/pacerpages an.

I’ve been on Brick Lane this weekend – my favorite street in London and we met these two musicians singing behind a shop window. Listen to them on myspace.com/pacerpages.

FASTENBRUCH #4

Etwas sehr verspätet, aber immerhin: Die letzten Fastenbruch-Bilder. Meine letzten Fastentage und das Fest danach (Bayram, Eid bzw. die muslimischen Weihnachten) waren einfach wunderbar. Hamburg – Tel Aviv – Jerusalem – Al Khalil (Hebron) – Betlehem – Tel Aviv – Istanbul – Dalaman – Köycegiz – Dalyan – Istanbul – Hamburg – London. In dem ganzen Städtechaos habe ich leider so einige Male vergessen Iftar-Bilder zu machen.


Mein letzter Tag vor der Abreise.
Ich kränkel mal wieder. Meine Schwester und ich sind im Einpack-Stress.


Wir sind in Jerusalem angekommen
– verspätet zum Iftar, weil man uns am Flughafen in Tel Aviv noch Ewigkeiten aufgehalten hat. Überhaupt war die Reise durch Israel und Palästina reich an Erniedrigungen durch die israelischen Soldaten. Dazu aber ein anderes Mal. Jedenfalls: Das palästinensische Essen ist sehr lecker, vor allem die Süßspeisen haben es mir angetan. Ich hätte mich ausschließlich davon ernähren können. Mhhm.


Apropos Süßspeisen.
Mein Iftar in Istanbul bestand aus diesen beiden Schokokleinigkeiten. Wir waren nämlich unterwegs in einem Lunapark (= Dom). (siehe unten)


Und jetzt bin ich mich am Einleben in London und muss mich verabschieden. Cheers!

FASTENBRUCH #3

Bevor es am Dienstag gemeinsam mit meiner Schwester in ferne Länder am Herzen der Erde geht, setze ich die Iftar-Tagebuch-Reihe fort. Wie hier schon gestanden habe ich mehrmals das Essenfotografieren verdaddelt. Selbstverständlich gehe ich gleich in die Ecke um mich zu schämen.

Tag #7

Heute brechen wir das Fasten in einem beliebten türkischen Restaurant im Hamburger Stadtteil Altona. Anlass ist der Abschied einer Freundin, die zum Studieren nach Hannover zieht. Baibai Ebru!

Tag #8

Home sweet home. Ich lerne: Während des Fastenmonats ist man immer irgendwie irgendwo eingeladen. Daher lohnt sich das große Kochen für die Familie nicht. Es bleibt immer jede Menge Essen übrig, das anderzeiten im Laufe des nächsten Tages irgendwie verschwindet – während der Fastenzeit aber bleibt das Essen übrig. Und übrig. Und übrig.

Tag #9

Wir feiern meine kleine Cousine!

Tag #10

Meine Mutter hat eine alte Tischdecke rausgekramt. Zur Abwechslung. Die Anti-Fleckenmonster-Tischdecke.

Tag #11
Nochmal Anti-Fleckenmonster-Tischdecke. Wir beschließen: Sie kommt weg, für immer.

Tag #12

Meine liebste S. hat Geburtstag und lädt so viele Mädchen ein, dass wir zwei große Tische und schalldichte Wände (ergo: taube Nachbarn) brauchen. Obwohl ich erfolgreich von allem probiere, bleibt ganz viel vom leckeren Essen übrig. Bei türkischen Gastgebern bedeutet dies: Ein bisschen Essen an die Nachbarn und ein bisschen sehr viel eingepacktes Essen beim Verabschieden an die Gäste.

Tag #13

Wir sind freiwillig in der Uni-Mensa. Grund: Die Islamische Hochschulgemeinde (IHG) lädt zum Iftar ein. Es ist wie immer voll, das Essen ist trotz Plastikteller lecker und ich treffe viele vertraute Gesichter.

Tag #14

Vor lauter Kennenlernen und Smalltalken vergaß ich es, das viele Essen zu fotografieren. Das Bündnis Islamischer Gemeinden (BIG) lädt heute – ganz chic – zum Iftar ein. Viele wichtige Menschen, ein tolles Programm und leckeres Essen. Ich lerne: Während des Fastenmonats findet man jedes Essen lecker, einfach des Essenseins wegen.
Übrigens: Der rote Punkt zwei Tische weiter, das bin ich.

Tag #15

Mein Iftar-Essen auf dem m100 Jugendworkshop besteht aus vielen belegten Brötchen, die Sabine für mich netterweise vor den anderen Teilnehmern rettete. Ich lerne (von Patricia): Wenn man vor dem Schlafen Käse isst, bekommt man Albträume.

Tag #16

Nach einem langen Tag, an dem wir mit vielen wichtigen Menschen diskutierten, essen wir in einem persischen Restaurant am Kottbusser Tor in Berlin. Alle bestellen tolles Essen, nur Letizia und ich nicht. Unser Essen ist grün, merkwürdig und riecht… anders. Tapfer esse ich auf. Denn siehe Lektion Tag #14: Im Fastenmonat ist alles lecker.

Tag #17

Aufregung. Heute ist die Abschlusspräsentation unseres m100 Jugendworkshops im Restaurant Hammer in Potsdam. Der Potsdamer Bürgermeister Jann Jakobs und andere wichtige Menschen sitzen im Publikum. Es ward ein lang-lustiger Abend mit Pantomime, Karaoke und Abschiedsszenen.
Mein Essen fotografierte übrigens Ania Morawiec, eine ganz lebenslustige Polin. Thanks alot, sweetie! :)

Tag #18

Woran ich merke, dass ich zu wenig Schlaf habe, gestresst und überarbeitet bin? An meiner Stimme. Die macht sich einfach auf und davon. Weil ich an diesem Abend ein Interview hatte, schwieg ich also den lieben langen Tag (von Potsdam nach Hamburg), um das Entkommen jener Stimme zu verhindern. Erfolgreich. Und beim Interviewessen, zu dem ich mich wegen einer verrückten Auto-Handbremsen-Aktion verspätete, vergaß ich das viele, viele pakistanische Essen zu fotografieren. Liebes Lieblings-Restaurant Balutschistan, verzeih mir. An diesem Abend habe ich Dich mit der Konkurrenz Balutschi betrogen (die übrigens gar nicht so schlecht ist, wie ich immer dachte).

Tag #19

Meine Stimme ist weg. Ich bin krank. Auch meine Nase läuft davon. Ohne Nase und Stimme sitze ich einsam vor dem Esstisch und schlürfe meine Suppe, weil meine Eltern mich zur Zwangsruhe verdonnert haben. Ich liebe euch.

Tag #20

Meine Papa und ich sind in London und suchen nach einer Wohnung. Die erste Wohnung ist toll. Dachte ich, als ich sie im Internet sah. In Wirklichkeit ist sie versifft, verschimmelt, stinkt und ist in einem Stadtteil, wo man als Frau nach 5 Uhr nicht allein auf die Straße sollte. Also geben wir die Internet-Fundwohnungen alle auf und verlassen uns nur noch auf Papas Londoner Freunde. Die beste Entscheidung des Tages. Am Abend essen wir zusammen mit einer koreanischen Familie bei Freunden meines Vaters. Sie machen uns Hoffnung. Ach ja, ich vergaß wieder ein Foto vom Essen zu machen. Tschuldigung.

Tag #21

Abenteuerlich, lebensgefährlich, wahnsinnig: Mein Vater ist auf so einem Geschäftsmänner-Essen, ich bekomme also den Mietwagen und fahre erstmals auf der linken (!) Straßenseite. Das war toll! Meine liebe Mona, die ich abholte und zum Iftar-Essen mit muslimischen Studentinnen fuhr, sah das ein wenig anders. Glaube ich.
Zum Essen nur so viel: Die Lasagne war d.e.l.i.c.i.o.u.s.

Tag #22

Solche Flüge liebe ich: Ein bisschen Essen, mit Nachbarn small-talken, einschlafen und ganz überrascht zehn Minuten vor der Landung aufwachen.

Tag #23

Mit Rabo und Disha lief ich durch durch die kulinarisch-köstlichen Geruchswolken auf dem Schanzenfest, danach zwangsweise durch ebenfalls kulinarisch-köstlichen Geruchswolken auf dem Interkulturellen Festival auf dem Uni-Gelände. Das war hart.

Familienessen im Stamm-Fisch-Restaurant meiner Eltern. Das Essen sieht nicht nur lecker aus, es ist es auch. Bis auf die Pilze natürlich (siehe Tag #2).

Tag #24

Selda Yenge, eine der besten Freundinnen meiner Mama, ist die allerbeste Köchin der Welt. Punkt. Nach meiner Oma, meiner Mama… .

Well, you don’t expect me to translate all of this, do you? Ok, for those non-German people I have mentioned:
Day #15:
What I’ve learned from Patricia: Don’t ever eat cheese before sleeping – you’ll have a nightare! Day #16: Letizia and I ordered the same strange food in the Persian restaurant. There was so much delicious food to choose, how did we manage choosing the only strange one? Day #17: Ania took this lovely picture. Thank you sweetie!

AENTSCHULDIGONG

Aentschuldigong (Sorry) for not updating my blog. Me busy-bee is beeing around the world in search for honey. Well, actually I’m in London right now, searching for a flat – this search turned out to be one of the most underestimated things in my life.
However there are some things I’d like to share with you. Like this interview with me published in Polish on Funkhaus Europa. And this interview I had with Mekonnen Mesghena, Head of Migration, Citizenship and Diversity department of the Heinrich Böll Stiftung in Germany – Very interesting interview about the importance of diversity in media! And before continuing my Ramadan Diary I have to admit: Shame on me! – I’m so bad in keeping a diary. I forgot to take picture three times by now. Argh. I hope it won’t get worse.
And the other thing I’d like to share with you: Check out orangelog.eu: Especially the articles, radio programms and videos by the participants of the m100 youth workshop last weekend in Potsdam! It was really great! Interesting, funny and lovely people from all over Europe! Thank you Sabine and Agnes for making this possible! And also many thanks to all the participants – I’ve learned so much from you (especially from East-Europe). And I hope to see you soon! Don’t forget: It’s all about context (


Bildcredit: Yannick Brusselmans

DES JAEGERS MAUER

Bildcredit: Textually

Für das Interview-Buch “Skandal! Die Macht öffentlicher Empörung” führte ich mit Jessica zusammen ein Interview mit Darrn Lyons, dem Mann, der Prinzessin Diana jagte. Heute erscheint das Interview in der Frankfurter Rundschau.

Als wir in der Londoner Paparazzi-Agentur Big Pictures auf Darryn Lyons warteten (über eine Stunde) und dann nun endlich für das Interview zu Gesicht bekamen, war ich sehr überrascht. Ja, sein Büro zugestellt mit Bildern und Preisen, imposanten Tierresten und einem riesigen Thron, aber er, Darryn Lyons, sah aus wie ein kleiner, frecher, unschuldiger Junge. Ganz anders als ich ihn erwartet hatte – ganz anders als er sich in den Medien inszeniert. Kein grober, protziger, skrupelloser und gieriger Paparazzi-Firmen-Inhaber, der für das Skandalfoto eines Prominenten alles geben würde – und alles verlangen würde:

Als Prinzessin Diana 1997 in einem Pariser Tunnel verunglückt, ist Lyons der Erste, der Fotos von der Verletzten erhält und auf dem Markt anbietet. Zwar werden die Bilder nie verkauft, trotzdem entbrennt eine Diskussion über die Moral und Funktion der Paparazzi. Obwohl bekannt ist, dass der Chauffeur betrunken war, halten sich bis heute Gerüchte, die Paparazzi seien schuld an ihrem Tod gewesen.

Und doch. Während wir das Interview führten, wurde mir mehr und mehr klar, dass er im Interviewgeben geübt ist. Er weiß, welchen moralischen Vorwurf man ihm macht, noch besser weiß er, wie er dagegen argumentieren, seine eigene – in sich plausible – Moralvorstellung präsentieren und sich damit aus dem Schneider machen kann. Den Interviewern gegenüber inszeniert er sich als kleiner Junge. Er bleibt unnahbar – in seinem persönlichen Moral-System, einer Mauer. Das, was uns empört, berührt ihn nicht. Und ich denke, das muss so sein. Alles andere wäre für eine öffentliche Person Selbstzerstörung. Ob das auch gut ist, ist eine andere Sache.

Das, was Sie als Hilfe bezeichnen, bedeutet aber, dass ein Prominenter dauernd befürchten muss, bei einer peinlichen oder gar intimen Handlung abgelichtet zu werden. Damit ist seine Intimität per se ungeschützt.

Darryn Lyons: Er darf sich in dieser Medienwelt nicht mehr alles erlauben, stimmt. Aber wo ist das Problem? Wirklich Angst haben muss ja nur derjenige, der Dreck am Stecken und etwas zu verbergen hat. Ich meine, dass Paparazzi eine wichtige Aufgabe haben, denn Menschen sollten fotografiert, Geschichte sollte so präzise wie irgendwie möglich dokumentiert werden. Alles, was wir tun, ist, die Kultur unserer Zeit festzuhalten. Niemand sollte einfach sagen können: “Keine Bilder mehr!”

Das ganze Interview, hier.

Jessica and I had an interview with Darryn Lyons, a paparazzo best known for the photo-scandal about Princess Diana who died in a car crash in Paris – rumours saying it was because paparazzo had chased her. However Dianas death had risen a discussion about media, moral and the role of paparazzi. As Darryn Lyons was the first to offer the accidents images to the media, the discussion was – among others – centered on him. The interview will be published in a German newspaper today. (It was originally published in this book)

RAMADAN BLOGKARNEVAL (1): WAS BEDEUTET RAMADAN FÜR DICH?

Bildcredit: Midnight.Silver

Ich glaube, die Fastenzeit hat die muslimische Bloggerszene umgehauen, es gibt nämlich nur relativ wenige 1.Woche-Karneval-Beiträge. Oder aber sie verschanzen sich unter der heißen Urlaubs-Sonne irgendwo am anderen Ende der Welt.
Das aber ändert nichts an der er Qualität der tollen eingereichten Beiträge. Ein sehr schöner Start in den Ramadan-Blogkarneval!

Schwester Meryem (Meryems Welt) schreibt von der Ausdauer und dem Durchhaltevermögen, die man während der Fastenzeit entwickelt. Sie konzentriert sich auf die Gebete, liest islamische Literatur und macht dort weiter, wo sie normalerweise aufgegeben hätte. Sehr schön beschreibt sie die Dankbarkeit und das Geben, das einem während des Monats Ramadan leichter fällt:
“Und weil ich von Dankbarkeit erfüllt bin, fällt auch das Geben leichter – wenn man selber merkt, wie sehr man beschenkt ist, dann wächst das Bedürfnis etwas für andere zu tun, seien es kleine Gesten, Geschenke, Freundlichkeit, Gebete oder Geld- und Lebensmittelspenden.”

Bei Bruder Bilal (Tugra) geht es unter anderem um das Fasten mit allen fünf Sinnen: Die Fastenzeit im Monat Ramadan beschränkt sich nicht nur auf das Nichtessen und Nichttrinken, “sondern der Verzicht auf alles, was meine 5 Sinne verwöhnt.” Ein sehr schöner Hinweis. Auch sehr schön zu lesen, wie schwer es einem fällt, um 3:30 zum Sahur aufzustehen.

In vielen Beiträgen ging es um die besondere große Motivation sich zu bilden, zu besinnen und den Monat Ramadan auszukosten. So auch bei Bruder Taner (Spritual Hearts): “Ich werde diese Zeit noch besser nutzen als letztes Jahr.” Dieser Monat ist für ihn jedoch nicht nur einer, an dem den Armen und Kranken der Welt gedacht werden soll, sondern auch”der Monat, an dem man die Hilfe startet. Ramadan bedeutet eine langfristige bzw. unbefristete Unterstützung für die Menschen in Not zu starten.”

Und nicht zu letzt: Schwester Tekay (Tekays). Sie schreibt von dem schönen Moment des Fastenbrechens und – eine lustige Erkenntnis – die Tatsache, dass man während des Fastens weniger spricht: “Ramadan ist schön, weil man weniger sprechen mag (der Hals trocknet einem aus), weil man unnötiges Reden vermeiden will, weil man erschöpft ist. Man lässt andere (aus)sprechen und hört ihnen aufmerksamer zu. Man spricht weniger, man hört zu.”

Vielen Dank für die tollen Beiträge! Ich hoffe, dass sich die muslimische Blogosphäre in den kommenden Wochen iA erholt und die Netzwelt durch viele, viele Beiträge bereichert.

Das Thema der nächsten Woche im Ramadan Blogkarneval: Tagesablauf im Ramadan. Alle Themen und Termine hier.

FASTENBRUCH #2

Heute neigt sich die erste Fastenwoche dem Ende. Ich muss gestehen, es ist nicht einfach in diesem Jahr. Eine richtige Herausforderung. Die Sonne geht erst um ca. 20.30 Uhr vollständig unter. Bis dahin weder Essen noch Trinken, das war besonders am Montag hart, als der Tag um sieben Uhr morgens anfing und wir ihn unter der prallen Sonne Heidelbergs verbrachten. Doch kaum war die Sonne unter, nach zwei Gläsern Wasser war ich bereits satt (oder sitt?).

Tag #2
Meine Tante lud zum Essen ein. Es gab leckeres, türkisches Essen auf einem festlich dekorierten Tisch. Ich vergaß natürlich ein Foto zu machen, so müsst ihr euch mit dem herumgestocherten Essen auf dem Teller meines Cousins zufrieden geben. Dass es das Essen meines Cousins ist, erkennt ihr an den Champignons. Die würde ich nämlich freiwillig nie essen. Champignons sehen doch aus wie Nacktschnecken.

Tag #3
Tag 3 war knapp. Fast vergaß ich wieder ein Foto vom Essen zu machen. Meine Familie schaut mich mittlerweile merkwürdig an, wenn ich nach dem ersten Schluck Wasser aufspringe und mit dem Handy herumfuchtel. Jedenfalls aßen wir heute lecker Zuhause. Es gab wieder grüne Bohnen (ja, das ist typisch türkisch), Reis, Auberginen und Icli Köfte (Schwiegermutters Fleischbällchen).

Tag #4
Der besagte harte Montag. Wir waren den ganzen Tag im schönen Heidelberg unterwegs, schauten uns alles genauestens an, schließlich wird ab Oktober meine Schwester hier studieren. Am Abend lud uns eine sehr herzliche Oma zu sich zum Essen ein. Als wir ihr beim Tischdecken halfen, füllte sie Wasser in Krüge – Wasser aus einer Naturquelle (!) in Heidelberg. Ich hatte nur noch Augen für das Wasser: Nach zwei Gläsern war ich selig und zufrieden. (Vom Essen landete daher nur wenig in meinem Magen.)

Tag #5
Iftar im ICE. Am Nachmittag hatten wir uns eine Packung Donuts gekauft, die am Abend komischerweise auf eine Mini-Größe zusammengschrumpft war (Backfactory-Donuts bestehen anscheinend zu einem Großteil aus heißer Luft). Davon mal abgesehen, war es sehr schön: Wir hatten Kiwi, belegte Brötchen und heißen Kakao. Der Nachtisch war für ICE-Verhältnisse sehr üppig: Die Keks- und Bärentreff-Fruchtgummi-Packung teilten wir daher mit unseren Sitznachbarn. Mit wenig, fiel mir auf, ist man zufriedener. Man genießt das Essen. Hamdulillah.

Tag #6
Mittlerweile erinnert mich meine Familie daran, Fotos zu machen. Auf meinem Teller ist außer Putenfleisch mit Gemüse-Sahne-Soße, Salat und Icli Köfte nicht besonders viel gelandet: Nach dem Iftar im ICE bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass das Fastenbrechen mit wenig Essen ein sehr wohltuendes Gefühl ist. Mich nervt es sehr, wenn man quasi um die Wette isst und sich die Bäuche vollkloppt. Darum geht es im Ramadan doch nicht: Man sollte sich mit wenig zufrieden geben, das Wenige schätzen lernen und danken. Und deshalb wanderte die Icli Köfte weiter auf den Teller meines Bruders.

Jetzt habe ich so viel von Essen geschrieben. Das macht das Fasten nicht wirklich einfacher.

This year I’m keeping an Iftar-diary. It’s almost a week since Ramadan has started. I must confess, fasting is a real struggle this year – especially on Monday (Day #4). Starting at 7 a.m., travelling by train, touring around, tramping through Heidelberg and the sun burning our faces. However it was a nice day. What I have learned so far: Breaking your fast with just a little food is so much more pleasant. I feel that this is what Ramadan is about: to content yourself with little. I enjoy eating alot more and feel very comfortable.