NATIONS ARE OUT

Birte und ich redeten über Kulturen und sprachen aus, was wir schon immer dachten: Denken in Nationalkategorien ist out. (Besonders Birte, sie besucht ein Seminar zu diesem Thema. Titel ist mir entfallen, werde ich nachtragen.)

Kulturen sind nicht nationengebunden. Die Geheimsprache zwischen zwei Kindern kann schon eine Kultur sein, erklärte mir Birte. Kultur kann eine bestimmte Lebenseinstellung sein. So kann ein Däne mit einer bestimmten Lebenseinstellung einem Mexikaner näher sein, als seinen Landsmännern und -frauen. Diese Lebenseinstellung kann aus Religion, Musik, Kunst, Ideologie und jegliche Art von Vorliebe bestehen. Und diese Lebenseinstellung, die kulturell ausgelebt wird, kann nationenübergreifend verbinden.

Mit diesem Gedanken kann ich gut leben. Sie befreit mich von der Frage, ob ich deutsch, türkisch oder sonst was bin. Ich bin ich, mit meiner Kultur, meiner Lebenseinstellung und meinen Vorlieben. Damit erklärt sich mir auch, warum ich mich im Ausland eher zu der politisch interessierten Tschechin und der künstlerischen Algerierin geselle, als zu dem türkischen Snob oder der deutschen Metzgerin.
Denken in Nationalkategorien ist also out.

Und Nationalisten? Da kann ich nur wiederholen, was ich hier schonmal schrieb. Menschen denken nationalistisch, wenn sie nichts anderes haben, woran sie sich orientieren können, denke ich.
Ausnahmen bestätigen – wie immer – die Regel.

1 Comment NATIONS ARE OUT

  1. birtiknaller

    Das ganze nennt sich kulturelle Selbstverortung. Heute lasse ich allerdings traurigerweise das Seminar ausfallen (findet genau JETZT statt).. muss was anderes machen. schade! witzig, dass du den gedanken verblogst… du alte alles-bloggerin :-)

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