ALLE JAHRE WIEDER…

In London gibt es die “Healthy”-Fast-Food-Kette Subway auch in Halal-Version. Da kann muslim entspannt sein Fasten ganz fast mit Fast-Food brechen. Foto: RabboKrabbo

… ist Fastenzeit! Ab dem 1. September wird sich Qüpra von Sonnenaufgang bis -untergang ausschließlich von Sauerstoff ernähren. Während ihr alle friedlich schlaft, werden sie und ihre Mitmuslime euch alle aufessen. Muhahaha. Nein. Okay. Sie und ihre Mitmuslime werden sich spirituell besinnen (edit: wie ich hier drei Jahre später schrieb), erholen und außerdem: sich in großen Gruppen treffen, Wiedersehensfreude erleben, quatschen, dabei sehnlichst den Sonnenuntergang erwarten und dann endlich: die Bäuche mit wundertollen Gerichten vollkloppen. Die nicht-spirituellen Höhepunkte habe ich euch deshalb mal zusammengefasst:

Die Top 5 der nicht-spirituellen Ramadan-Höhepunkte!

1. Verschlafen – oder: Der allmorgendliche Triathlon
Morgens vor der Morgendämmerung hektisch aufwachen, nach unten in die Küche stürmen und versuchen wenigstens ein Stück Brot runterzubekommen. Und dann ruft jemand: “Noch fünf Minuten!” Auf Kommando trinken alle Wasser um ihr Leben. Ah, ein schöner Anblick.

2. Der Solidaritäts-Blick
Den vielsagenden Solidaritäts-Blick werfen sich Muslime beim Vorbeigehen an gut riechenden Restaurants zu und meinen: “Ja, ich weiß, es riecht gut. Aber komm, halt durch! Noch 3 Stunden, 14 Minuten und 34 Sekunden. Das schaffst du!”

3. Einladungs-Wut
Pünktlich zu Ramadan packt jeden Muslim die Einladungswut. Drei Einladungen zum Abendessen aus drei unterschiedlichen Ecken der Stadt sind noch das geringste Problem, denn…

4. Koch-Wut
Gekoppelt an die Einladungs-Wut packt jeden Muslim außerdem auch die Koch-Wut. Es wird so fürchterlich viel gekocht, dass das Essen nie, nie, nie – noch nie in meinen 20 Jahren – fertig gegessen wurde.
Doch trotzdem:

5. Größenwahnsinn
Weil man seit Sonnenaufgang weder getrunken noch gegessen hat, glaubt muslim beim Essenauffüllen, er/sie könnte die ganze Welt verschlingen. Entsprechend erstaunt der Blick, wenn muslim – inzwischen satt – auf den Teller blickt, dessen Boden er noch nicht mal erreichen konnte.

X. Ja und es gibt noch tausend andere Gründe!
Der ultimative Höhepunkt ist aber der Fastenbrechen-Augenblick: Der Moment, in dem sich jeder eine Dattel greift, auf die Uhr blickt (Countdown im Kopf), den Blick senkt und sich besinnt, dankt, denkt, bedenkt und fühlt. Die wunderbare Stille wird behutsam vom Gebetsruf unterbrochen, den jemand vorträgt. Manchmal kann dieser Moment so ergreifend sein, dass man nur zögerlich die Dattel zum Mund führt. Fasten lässt fühlen.

6 Comments ALLE JAHRE WIEDER…

  1. Rowan

    Hello Kübra!
    Wow, really great to hear from you – yes, of course I remember you! How are you? The London placement sounds exciting- what exactly is it, and what will you be doing? Is it with ESSA? I’m not working with ESSA anymore but still do the occasional training session for the organisation and still keep in touch with the goings on etc. I don’t live in London anymore. I’ve spent a year living in Sweden actually, studying folk music. In 2 weeks I move to Newcastle University to study Sociology and Politics. It would be really cool to meet up, but I don’t know how possible it is as I’m probably not going to be heading south for a while. But, let me know the exact dates – you never know when you might pass through the capital :)
    Thanks for getting in touch! Cool blog – good for my German. I’ll make a link !
    Best wishes,
    Rowan
    xxx p.s. how did you find me?

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  2. vanne

    Liebe Kübi,
    so ein funny Einblick in euer Ramadan…superschöner Blog, gefällt mir…hab ich Dir eigentlich schon mal erzählt, dass Dein Blog einer meiner Lesezeichen bei Mozilla ist und ich sie supergerne lese? :)
    Mir kommt es übrigens jedes Jahr so vor, als würdet ihr 3 mal im Jahr Ramadan feiern. Und wenn’s dann wieder so weit ist und mir klar wird, Ramadan gibt es doch nur 1 mal im Jahr (oder?), stelle ich jedes Mal fest, wie schnell die Zeit doch vergeht. Jetzt geht es wieder los: “MMhhh.. Mkübi, wülscht Du ouchn Bisch, is rischtisch leckor….Oh, shüte, schorry, vergeschen! *Schmatz*”. Hehe. Habe mich dieses Jahr aber entschlossen, mein alljährliches (naja, komm Vanne, nicht ganz…) Heilfasten auch zur Ramadanzeit zu beginnen, zwar nicht am Montag, aber am Mittwoch, weil Montag und Dienstag noch die Einschulungen der Kids anstehen und da natürlich im Nachhinein auch ein bissl geschlemmt wird :). Also werd ich für ca. ne Woche eine von euch sein, nur das Fastenbrechen bleibt mir ja wohl oder über erspart :). Freu mich jedenfalls schon und wünsche Dir auch eine schöne Zeit. Hab’ mal wieder Zeit für uns und meld Dich, wenn Du Hilfe brauchst! :)
    Knutsch
    Vanne

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  3. henghdf

    Ich erinnere mich noch daran, als ich mitgefastet habe (2003-2008), da hab ich mit dem Fahrrad am späten Nachmittag für meinen Vater noch Sachen ausgeliefert und habe oft als “Tip” einen Schokoriegel o.Ä. bekommen. Das war das schönste, ihn bis zum Sonnenuntergang aufzubewahren und ihn zum Nachtisch essen zu können. :)

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  4. Pingback: Basbousa ‒ Arabischer Grießkuchen | think less

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