DELUXE HAARE

“Irgendwann erzählte mir meine Großmutter, dass sie mir als Kind jeden Abend ganz lange die Haare streichelte – damit sie nicht kraus werden.”

Eine Anekdote aus dem Leben eines Deutsch-Sudanesen, der mit weißer Großmutter, weißer Mutter, weißem Stiefvater und weißer Steifschwester im Bonzenviertel Eppendorf der einzige Schwarze weit und breit war. Die Großmutter, in Nazi-Deutschland aufgewachsen, kürte den Jungen zum Lieblingsenkelkind.
Die abendlichen Haarestreicheleinheiten sind vorbei: Das Lieblingsenkelkind hat heute tatsächlich glattes Haar und ist bekannt unter dem Künstlernamen Samy Deluxe.

Zu sehen in Gangster-Pose: Oign (hinter der Kamera), sein Bruder Ahläx, ich, Sämi Delühks und Ex-Freihafen-Chefköchin Miehrte.

Für die taz führte ich ein Interview mit ihm. Lesen? Hier.

IRRTUMSLEXIKON

Eigentlich wollte ich nur ein bisschen über mein kürzlich erworbenes Wissen über Sudoku bloggen, doch das schaukelte sich hoch zu Folgendem:

Sudoku, das Kästchenspiel, kommt aus der Schweiz. Die Japaner haben dem Spiel den Namen Sūji wa dokushin ni kagiru gegeben. Da dieser Name nicht sehr handlich und mundgerecht ist, hieß das Kästchenspiel fortan nur noch “Sudoku” und lässt uns alle im Glauben, die Japaner hätten’s erfunden.
Aber wir halten fest: Wer hat’s erfunden? Die Schweizer!

Die Japaner beanspruchen noch viel mehr für sich – erfuhr ich von Marc. Der Walkman zum Beispiel wurden in Deutschland erfunden, doch alle Welt hält Japan für den Erfinderort.

Die Spaghetti kommen aus China, nur der Name aus Italien. – fiel mir so ein als gängiger Irrtum. Schon googelte und wikipediate ich das Netz nach Irrtümern und stieß auf die “Enzyklopädie der populären Irrtümer/ Geschichte”, dem noch in der Entwicklung befindlichen Wikibook. Es gibt mehre Irrtumslexika, aber dieses hier kostenlos und damit Gegenstand der nächsten Sätze:

Willy Brandt hieß eigentlich Herbert Frahm. Frankenstein war kein Monster und Einstein kein schlechter Schüler und außerdem erhielt er den Nobelpreis nicht für die Relativitätstheorie sondern die Erklärung des photoelektrischen Effekts.

Mehr könnt ihr selber nachlesen (hier).

KIPPELIG

Es ist so weit, es ist so weit. Die neue FREIHAFEN ist da!
Ich empfehle: Die Fotoserie. Mir war ganz schwindelig. Man prüfe nach, warum.

Moin Moin,

Der Mensch kann nun mal nicht anders. Er zieht das Risiko förmlich an: Er besteigt den Mount Everest, fliegt auf den Mond, fährt Auto und kippelt. Das Risiko birgt Gefahr und Gefahr bedeutet zerreißende Spannung. Weil wir ein wenig Spannung in euer Leben bringen wollen, taufen wir das 24. Heft „Auf der Kippe“. Hiermit stiften wir euch dazu an, euren Kippelorgien im Schulunterricht freien Lauf zu lassen, geben euch eine Anleitung dafür, wie man Gesetze kippt und sich ohne weitere Hilfsmittel durch den Großstadtdschungel entlanghangelt. Außerdem stürmen wir wieder einmal die Wohnung ahnungsloser Hamburger.

Da wir nicht alles schön reden wollen, denunziert Rob, unser Deluxe-Hater vom Dom, Fußballfans und Harleyfahrer.

Und: Wie jeden Sommer verkünden wir auch in diesem Jahr die schönsten Festivals der heißen Jahreszeit.

Übrigens: Birte hat uns nach einem wunderbaren Jahr als Co-Chefin verlassen. Herzlichen Dank für die schöne Zeit! Die ehrenvolle Nachfolge an der Seite von Kübra treten Lotti und Björn an. Glückwunsch, jetzt habt ihr die Scheiße am Hacken kleben.

Also Menschensfreunde, ergötzt euch an der Spannung in diesem Heft, lest euphorisch und lasst euch schön braten!

Entspannte Grüße, Lotti Goroncy, Kübra Yücel und Björn Hochschild