SIEBEN LEBEN MIT WILL SMITH II

Meine überschwängliche Reaktion auf Sieben Leben war – na ja – überschwänglich. Damit ihr, solltet ihr den Film kucken, nicht maßlos enttäuscht werdet, hier noch eine Filmkritik, die sehr viel kritischer ist. Und vielen Kritikpunkten kann ich nur zustimmen. Die waren mir, der Ach-ich-rezensier-mal-Rezensentin, gar nicht so bewusst. Aber Achtung: Die verlinkte Rezension enthält Spoiler.

Manchmal verderben einem verreißende Filmkritiken die Lust auf einen Film. Nein, sie tun es immer. Denn während man den Film kuckt, hat man Hemmungen ihn gut zu finden und sucht ständig nach Bestätigungen für die Kritik des Kritikers. Und anschließend geht man raus und findet den Film genauso wie es der Kritiker schrieb. Das ist schade. So kann man keine Filme genießen.

Meine Rezension? Hier.

SIEBEN LEBEN MIT WILL SMITH

Endlich! Der 20.12. ist vorbei, ich darf das Schweigen brechen und schreiben, wie toll der neue Film von Will Smith ist. Eigentlich fand ich Will bisher nur in Prince of Bel Air gut, doch jetzt hat er sich übertroffen. Ich hab mir die Augen ausgeheult – um 10Uhr morgens (!). So früh unglaublich gerührt sein ist hart.

Der Film heißt “Sieben Leben” (Originaltitel: Seven Pounds) und handelt von Ben Thomas (Will Smith), einem Steuerbeamten, der mit sieben Unbekannten ein komisches Spiel spielt. Da ich vorher nichts über den Film gelesen hatte, wusste ich bis über die Hälfte des Filmes nicht, ob ich Ben nun hassen oder lieben soll: In einer der Anfangsszenen ruft er bei einem (Pizza?)Telefonservice an und telefoniert mit dem blinden Ezra (Woody Harrelson) – und schreit ihn zusammen, zieht ihn wegen seiner Blindheit, der Behinderung, des Schickals auf und provoziert ihn. Ezra bleibt ruhig, wünscht einen guten Tag und legt schließlich auf.

Nach dieser Szene weiß man nicht, was Bens Plan ist, was er mit diesen sieben Menschen anfangen will, wieso er seinen besten Freund erpresst, warum er vor seinem Bruder wegläuft oder was die Flashbacks von einem Auto-Unfall bedeuten. Erst zum Ende hin, erahnt der Zuschauer, was Ben vorhat – und von da an kullern die Tränchen.

Sieben Leben ist absolut sehenswert. Ein schöner und auch romantischer Film. Im Nachhinein erscheint einem die Figur Ben zu einseitig und vollkommen – doch für den Moment ist der Film erfüllend. Must-have-seen für Dramatiker und Optimisten.

Kinostart: 08.01.

Hier noch der Trailer:

ARABISCHE ROCKBAND: ACCOLADE

Oh, es gibt eine saudi-arabische Mädchen-Rockband. Sie heißt AccoLade (Anspielung auf ein Gemälde von Edmund Blair Leighton, auf dem eine Frau einen vor ihr knienden Mann zum Ritter schlägt) und haben ein MySpace-Account. Viel weiß man nicht über die Mädchen, nur: Sie sind 19 bis 21 Jahre alt, studieren und wollen vorerst unerkannt bleiben. Bin sehr gespannt! NYT schrieb schon was und die SZ auch. Auf ihrer MySpace-Seite erfahren sie viel Unterstützung (“go ahead!”, “Music is the art that unites the Earth”), aber auch Skepsis und Überraschung (“You’re Saudi girls…the country of islam …. does it soot on you people???”).

BAYNACHTEN ll

Gestern feierten wir Baynachten! Wir haben Potluck gespielt (Mona, Rabo und ich haben vorher heimlich die Geschenke im Wandschrank versteckt) und furchtbar gelacht. Ich hab ein USB-Stick (Lieblingsverlierobjekt, daher sehr willkommen) und ein Haustierkalender (Tiere und ich, wir haben Kommunikationsschwierigkeiten) bekommen – hab mich sehr gefreut! Danke Mayo!
Und sonst: Der ganze Abend, alle Non-Sense-Unterhaltung und peinlichen Karaoke-Auftritte wurden von einer Kamera festgehalten. Vielleicht schafft es jemand, den Abend zusammenzuschneiden. (Rabo?)
Es war schön, nochmal!

SHOE-REVOLUZZER ll

Shoe-Revoluzzer ll wird regelmäßig erweitert um Schuh-Bildchen.
Dankeschön an Vanne für den mutigen Anfang und an Lotti und Ina für das zweite Bildchen.
Nehmet euch die Damen als Vorbild.


Vanne weiß, die Gummischlappe tut besonders weh. Gute Wahl!

Und Ina schickt Küsschen hinterher. Den Schuhen natürlich.

SUPPORT ZAIDI

Alle Welt spricht von Muntadar Al-Zaidi, dem Iraker, der George W. Bush mit seinen Schuhen (Größe 43-44) bewarf.
Und ich unterstütze ihn.

Entschuldigt bitte die nichtvorhandene Qualität.
PS: Ich wünschte, ich könnte zielen.

Nachtrag: In YouTube kommentierte jemand die Shoe-throw-Aktion so:
“Just when everyone was doubting the “mass destruction weapons” theory. Bam!”

Nach-Nachtrag: Krass sind die Leute schnell. Es gibt jetzt das Spiel “Can YOU throw a shoe at Bush?” Can you? Probier’s hier.

Nach-Nachtrag: Oskar ist furchtbar schnell. Alle wichtigen Links zu dem Revoluzzer hier bei Oskar.

HELMUT SCHMIDT ÜBER RELIGIONEN UND TOLERANZ


Am 23. Dezember wird er 90 Jahre alt. Altkanzler Helmut Schmidt ist einer der weisesten, intelligentesten und bedeutensten Köpfe und Menschen Deutschlands.
Ich bewundere ihn unheimlich. Er spricht wie gedruckt und was er spricht, ist wunderbar durchdacht und differenziert – zu allen erdenklichen Themen. Dafür lese man “Auf eine Zigarette mit…” in ZEITLeben.
Und nun wird er, der Held aller Hamburger (spätestens seit der Sturmflut 1962), 90 Jahre alt und die ZEIT (wo er Mitherausgeber ist) widmet ihm zwei Extra-Beilagen (inklusive einer DVD: “Bewegende Gespräche mit Helmut Schmidt”).

Jedenfalls habe ich gerade ein Video von ihm gesehen. Darin spricht er von der (fehlenden) Toleranz gegenüber Religionen und Überzeugungen. Außerdem erfahren, wie man sich in den 20er Jahren in Hamburg so beschimpfte. “Bisscha….!” – Ja, bisscha was? Dafür siehe unbedingt Video.
Isch ma Si, lieber Herr Schmidt. Trotz Zigarettenwolke.

Bildcredit: Ralph Ueltzhoeffer (Und dort gibt es noch mehr cooler Textporträts!)

HALT! DIE NEUE FREIHAFEN IST DA!

Die neue FREIHAFEN ist da! Die neue FREIHAFEN ist da! – HALTESTELLE, so heißt das Wunderkind.

Ein “reifes Heft” sagt Christoph. Damit meint er das wunderschöne Layout von Philip, die tollen Fotos von Andi, Oign, Kolja und den anderen Fotografen – und natürlich die hübschen Illus. Ein Genuss für’s Auge.
Ja, ich bin voreingenommen. Trotzdem. Ich befinde, das Heft ist überdurchschnittlich hübsch und damit absolut sehens- UND lesenswert. Vom Aussehen soll man bekanntlich nicht auf den Inhalt schließen, aber interessante Reportagen sind in jedem Fall dabei. So begleiteten wir einen Nachtbusfahrer bei der Arbeit, verbringen 12 Stunden am Hamburger Hauptbahnhof und besuchen – ganz spontan – eine unglaublich coole Familie in Hamburg Wilhelmsburg.

Jetzt sterbt ihr vor Neugier und wollt das Heft lesen. Das kann ich verstehen. Ich muss aber dringlichst um ein bisschen Geduld bitten, denn online ist das Wunderkind noch nicht. Sobald FH downloadbereit ist, werde ich dies größtmöglich ankündigen!
Freude!

PS: Hamburger Schüler: Fragt im Sekretariat nach Freihafen. Wenn sie behaupten, da sei keine, dann lügen sie.
Und UniHamburgler: Im Pferdestall, in den Mensen und überall auf dem Campus liegen Freihäfen herum. Schnappt euch eine!

BAYNACHTEN

Eid mubarak! Bayraminiz mübarek olsun! Happy Eid!
Liebe Mitmenschinnen und Mitmenschen, heute sind die muslimischen Weihnachten! Das Opferfest also.
Heut Abend wird mit der Familie gefeiert und kurz vor Weihnachten gibt es Baynachten. Baynachten, die Bayram-Weihnachten-Kombination, dachten wir uns aus, um noch mehr Geschenke zu bekommen.
Außerdem fing gestern die Hajj-Saison an. Das ist die berühmte Pilgerreise der Muslime nach Mekka. Dieses Jahr sind es wohl fast drei Millionen Muslime. Unglaublich beeindruckend. Ali war vor drei Jahren dort und berichtete hier und eine Schwester auf Musafira.de.
Auch interessant: Der Brite Richard Francis Burton unternahm im 19. Jh. getarnt als Muslim die Pilgerreise nach Mekka und fasste seine Erfahrungen in dem Buch “Persönlicher Bericht einer Pilgerreise nach Mekka und Medina” zusammen. Denn eigentlich ist Nichtmuslimen die Einreise nach Mekka streng verboten.

Und wenn ihr heute Muslime trefft, dann könnt ihr Eindruck schinden, indem ihr – um es international zu halten – mit “happy eid” (häppie ied) grüßt.

Bildcredit: http://bahrainidiva.blogspot.com/